Mia Couto

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Autor von Unter dem Frangipanibaum, Das Geständnis der Löwin und weiteren Büchern.

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Mia CoutoUnter dem Frangipanibaum
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Unter dem Frangipanibaum
Unter dem Frangipanibaum
 (5)
Erschienen am 28.09.2007
Mia CoutoDas schlafwandelnde Land
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Das schlafwandelnde Land
Das schlafwandelnde Land
 (2)
Erschienen am 20.02.2014
Mia CoutoDas Geständnis der Löwin
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Das Geständnis der Löwin
Das Geständnis der Löwin
 (3)
Erschienen am 09.02.2016
Mia CoutoImani
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Imani
Imani
 (1)
Erschienen am 24.07.2017
Mia CoutoJesusalem
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Jesusalem
Jesusalem
 (1)
Erschienen am 10.03.2014
Mia CoutoVoices Made Night
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Voices Made Night
Voices Made Night
 (0)
Erschienen am 01.07.1990
Mia CoutoThe Blind Fisherman
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The Blind Fisherman
The Blind Fisherman
 (0)
Erschienen am 09.05.2012
Mia CoutoEvery Man is a Race
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Every Man is a Race
Every Man is a Race
 (0)
Erschienen am 01.05.1994

Neue Rezensionen zu Mia Couto

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iamnomorningpersons avatar

Rezension zu "Imani" von Mia Couto

Ein Meisterwerk, berührend und vielfältig!
iamnomorningpersonvor einem Jahr

In diesem Roman erzählen Imani und der portugiesische Sargento Germano de Melo einen Ausschnitt aus ihrem Leben in Mosambik 1894/95. Imani in der Ich-Perspektive, Germano in Form von Briefen, die er an seinen Oberen schreibt. Schon von der ersten Seite an, übt dieser Roman eine mächtige Sogwirkung auf den Leser aus und man kann nicht anders, als sich in das damalige Mosambik fallen zu lassen und zu lauschen, wenn Imani uns ihr Leben, ihre Kultur, ihre Sichtweise näher bringt. Überschattet wird all das von den Unruhen und Kämpfen um die Vorherrschaft, die der damalige König der Provinz Gaza, Ngungunyane, mit der portugiesischen Obrigkeit ausfechtet.

Imani
ist ein junges Mädchen und vom Autor sehr authentisch
beschrieben. Sie ist gutherzig, sympathisch und versucht, sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten.

Mich fürchteten die Männer und die Frauen. Die Männer fürchteten
mich, weil ich eine Frau war. Die verheirateten Frauen fürchteten mich, weil ich jung und schön war. Die unverheirateten Frauen beneideten mich,weil ich zu der Welt der Weißen gehörte. Ich war, was sie niemals würden sein können.


Doch auch für Imani ist es nicht immer leicht, ein Kind zweier Welten,
zweier Kulturen zu sein. Sie fühlt sich oft nirgends dazugehörig und
fehl am Platz, was ich gut nachvollziehen konnte. Denn geht es nicht
allen jungen Menschen an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben so? Wie viel schwerer muss diese Emotion sich in einem regen, wenn man tatsächlich auf zwei Drahtseilen zugleich balancieren muss?

Mit Germano hatte ich ab und an meine Probleme, da er zeitweise ein wenig schwierig ist und seine Ansichten mich manches Mal geärgert haben.Aber auch ihn habe ich in mein Herz geschlossen, als ich merkte, dass Imani es längst getan hat.

Die Nebenfiguren wie etwa Imanis Eltern, ihre beiden Brüder, die
unterschiedlicher nicht sein könnten und auf die Weise auch die zwei
Herzen, die in Imanis Brust schlagen, verkörpern, waren gut ausgebaut. Imanis Großvater Tsangatelo hat es mir ebenfalls angetan. Ich verehre seinen Mut, sich aus dem Leben zu reißen, dass ihm nicht mehr behagt, und ein gänzlich neues zu beginnen. Man kann mutmaßen, ob sein jetziger Wegbegleiter aus Einsamkeit erwählt wurde oder ob Tsangatelo schon immerein Gefangener war, der nun ausgebrochen ist und sein Glück findet. Ichbevorzuge letztere Theorie.


Die Sprache ist sehr bildhaft und metaphernlastig, was auch Germano einmal anmerkt, als er nicht begreift, was Imani ihm sagen will. Es sind Kleinigkeiten, die einen zum Schmunzeln bringen, denn der Rest des Romans ist eher von Traurigkeit überschattet, doch da ist noch so viel mehr Gefühl zwischen den Zeilen. Es geht um Krieg und Frieden, um Leben und Tod und alles dazwischen. Dabei verliert der Roman jedoch nie an Unterhaltungswert. Er kommt nicht richtend oder belehrend daher, sondern einfach berührend. Mia Couto hat ein Händchen (Federchen) dafür,große Dinge zu Papier zu bringen. Wie die Musik der Marimbas ist 'Imani' eine Ballade über die Schönheit Afrikas, ein Apell gegen die Zerstörung und das Verderben, das wir in unserer Besitz- und Machtgier über die Natur bringen.


Was es sonst noch zu sagen gibt

Eine Erwähnung, die nichts mit dem Meisterwerk an sich zu tun hat, muss ich hier tun: Ich las ein Interview, das mich etwas verärgert hat. Der Interviewer ging darin nur auf den großen Ngungunyane ein und obwohl ich verstehe, dass diese bedeutende Figur der Geschichte einen am meisten reizt, geht es doch in Mia Coutos Roman um so vieles mehr - Zerstörung, Ausbeutung, Rassismus.
Vor allem auch um Imani und die Stellung der Frau in jener Zeit und
Kultur, in der die Geschichte ihren Platz findet. So empfand ich die
Fragen als ein Herabsetzen der Leiden der im Interview so betitelten
'kleinen Leute' und die Nicht-Erwähnung Imanis sogar als ein
Vorbeischrammen an einem großen, wichtigen Thema des Buches, das Mia Couto so fabelhaft umgesetzt hat. Immerhin ist sie die Frau, die diesem Buch im Deutschen ihren Namen gibt. Und auch der Autor selbst wählte als Titel 'Mulheres de Cinza' - Aschefrauen, Frauen von/aus Asche. Daher kann ich die komplette Nichtbeachtung überhaupt nicht nachvollziehen.

Wer das Interview selbst nachlesen möchte, kann das *hier* tun.

Jedenfalls hoffe ich auf eine baldige Übersetzung der weiteren Bände der Reihe und bin gespannt, ob esmit Imani und Germano (sowie der kleinen Gruppe um sie herum) weitergeht oder ob Mia Couto einen anderen Blickwinkel gewählt hat. Ich bleibe neugierig und freue mich auf weitere Werke.


Ein paar Worte zum Autor

Mia Couto, geboren 1955 als Sohn portugiesischer Einwanderer in Beira, Mosambik, gehört zu den herausragenden Schriftstellern des
portugiesischsprachigen Afrika. Mehrere Jahre war er als Journalist und Chefredakteur der Zeitungen Tempo und Notícias de Maputo
tätig. Seit 1983 veröffentlicht er Romane, Erzählungen und Gedichte.
Für sein Werk wurde Couto mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2013 mit dem Prémio Camões und mit dem renommierten Neustadt-Literaturpreis 2014. MiaCouto lebt in Maputo.

Sein bürgerlicher Name lautet António Emílio Leite Couto. Sein Künstlername Mia stammt von seinem Bruder, der als Kleinkind den Namen „Emílio“ nicht aussprechen konnte.


Bewertung und mein Fazit zu 'Imani' von Mia Couto

Ein Roman, den man einfach gelesen haben muss, wenn man kein Meisterwerkder Literatur und Geschichte versäumen möchte. Wie die Musik der Marimbas ist 'Imani' eine Ballade über die Schönheit
Afrikas, ein Apell gegen die Zerstörung und das Verderben, das wir in
unserer Besitz- und Machtgier über die Natur bringen. Ein wundervoller Roman über Krieg und Frieden, Unterdrückung und Freiheit, Liebe und Abneigung geschrieben von der Feder eines wahren Meisters.

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