Ravenwood - Der schlafende Engel
von Mia James
Enttäuschend - ein treffenderes Wort gibt es nicht, denn nachdem ich Band 1 und 2 vor Jahren mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich von Band 3 dasselbe erwartet. Dieser enttäuschten Begeisterung muss ich jetzt ein wenig Luft machen.
Rückblickend würde ich gerne meine Wertung von Band und 2 erheblich reduzieren. Als Reihe sind die keine 3 Sterne wert. Das nur am Rande.
Mit nun erwachserem Blick musste ich feststellen, dass die Geschichte von Anfang an sehr grobschlächtig war, und die Idee unausgereift. Die Wahl des Ortes - London - war ein Fehler, da man auf keiner Seite spürt, dass sich die Geschichte in einer Großstadt abspielt. Und das Thema Vampire war der größte Fehler; die beliebten Nachtwandler wirkten in der Szenerie weder gefährlich noch besonders übernatürlich (lediglich langlebig, nicht einmal unsterblich, mit einem aufbrausenden Temperament und mit einem Hang zu Blut).
Es fehlte der übliche Reiz und Sexiness, der heutzutage fast vorauszusetzen ist bei einem Young Adult Vampirroman! Gabriel passte leider auch nicht in dieses Muster. April passte ebenso wenig in das Muster der typischen weiblichen Protagonistin - zumindest liebenswert und freundlich -, sodass der Leser eine Bindung aufbauen kann. Nein, April Dunne war eine Furie ganz und gar.
Apropos Furie. Dieser Begriff war auch riesiger Fehler. Der Drachenhauch aus Band 2 lächerlich. Und die Wächter? Eine Farce. Der Vampirkönig? ... Mia James hat sich mit der Komposition an übernatürlichen und nicht zusammenpassenden Begriffen überboten. Zwischendrin war noch die Rede von Hexen ... das war alles einfach zu viel des Guten (der Kreativität).
Das Buch sprüht vor aufgesetzter Dramatik, und besagten Übertreibungen. Alle Emotionen, ob Ärger, Angst oder Glück, wirkten unecht. Die unendliche Liebe zwischen April und Gabriel habe ich ihnen am Ende nicht mehr abgekauft.
Auf den Inhalt möchte ich gar nicht weiter eingehen, aber zum Schreibstil habe ich noch eine Anmerkung: viel zu jugendlich. Das hineingestreute Denglisch hat mir auch nicht gefallen.
Schade um meine Zeit.
1 Stern
PS: Eine so dünne Grundlage für einen Beititel (Der schlafende Engel) habe ich selten erlebt. Der Name ist wohlklingend, aber bedeutungslos. Ein Sinnbild für die ganze Geschichte...






















