Micaela Jary Sterne über der Alster

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Inhaltsangabe zu „Sterne über der Alster“ von Micaela Jary

Inmitten der Revolution 1918 bedroht die Hamburger Reederfamilie Dornhain ein Skandal. Klara, das Hausmädchen, soll die illegitime Tochter des kürzlich verstorbenen Familienoberhaupts sein. Eine schnelle Heirat wäre die Lösung, doch Klaras Verlobter ist in der Kriegsgefangenschaft in Sibirien verschollen. Die Furcht, von der alten Patriarchin ausgerechnet zu Weihnachten vor die Tür gesetzt zu werden, ist groß. Klara hofft auf die Hilfe von Ellinor Dornhain, der ältesten Tochter. Doch die muss um das wirtschaftliche Überleben der Reederei kämpfen, deren Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ...

Konstruiert, die Spannung fehlt, leider keine würdige Fortsetzung.

— Amychoco

Solide Fortsetzung

— GudrunMariaKrickl

Gute und interessante Fortsetzung.

— pallas

Eine hanseatische Reeders-Familie in den Wirren der Revolution von 1918

— snowbell

Ich bin gespannt, wie es mit der Familie Dornhain weitergeht

— monikaburmeister

Gut recherchiert und Figuren, die ans Herz wachsen - so wird Geschichte lebendig.

— Fantasie_und_Träumerei

Leider nicht so gut wie der erste Teil. Zu langatmig, verwirrend, vorhersehbar und erst am Ende spannend.

— hasirasi2

Ein historischer Roman - informativ, eigen und gedankenvoll.

— TiniSpeechless

Das ist eine spannende und unterhaltsame Familiensage mit historisch politischen Hintergrund

— Goch9

Wer historische Romane um wichtige Familien mag, hat mit den Dornhains eine gute Wahl getroffen.

— Sick

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    Sterne über der Alster

    unclethom

    24. February 2017 um 17:54

    In der Rezension zum ersten Band der Alsterufersaga schrieb ich, dass das Buch auch eine Liebeserklärung an die Stadt Hamburg sei. Kurz gesagt, dies ist auch hier wieder der Fall, man spürt die Liebe der Autorin zur Stadt an der Elbe bzw Alster. Es ist Micaela Jary wieder sehr gut gelungen die Atmosphäre der Nachkriegszeit einzufangen, so gut dass man spürt wie die Menschen nach dem großen Krieg gelitten haben mussten. Spannend beschreibt die Autorin das Leben in der damaligen Zeit und dabei insbesondere das leben oder vielleicht besser das Überleben der Reederfamilie Dornhain. Der Selbstmord des Patriarchen stürzt die Familie und die Rederei in eine tiefe Krise, insbesondere auch weil die Siegermächte des großen Krieges ihre Finger nach dem Unternehmen ausstrecken. Wie man es von Micaela Jary gewohnt ist sind wieder die einzelnen Figuren sehr schön und bildhaft beschrieben. Besonders schön, wie auch im ersten Band schon, sind die Dialoge, die für meinen Geschmack sehr echt wirkten. Es war für mich fast so, als stehe ich mitten im Geschehen und nicht als Leser außen vor. Das war für mich wieder ganz großes Kino, das war ein Buch zu tief in die Story hineintauchen und es genießen. In den kommenden Tagen erscheint dann auch schon der abschließende dritte Band der Reihe und ich bin schon sehr gespannt wie die Geschichte um die Familie Dornhain enden wird. Eines weiß ich schon jetzt oder besser ich bin überzeugt dass es eine runde Sache sein wird. Irgendwie wäre s eine tolle Sache, wenn sich ein Produzent oder Regisseur dieser Trilogie annehmen würde, denn ich glaube dass s sicherlich ganz große Bilder geben könnte. Denn diese ganz großen Bilder konnte Micaela Jary mir in den Kopf einpflanzen. Zu schön ist ihr Schreibstil und zu plastisch erzählt die Autorin ihre Story um diese Zeit, als dass es hier „nur“ bei den Büchern bleiben sollte. Ich finde das Buch bzw die Buchreihe hat eine Verfilmung verdient. Für mich sind das wie schon beim ersten Band hochverdiente 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

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  • Leider nicht annähernd so gut wie der erste Teil

    Sterne über der Alster

    Amychoco

    04. September 2016 um 22:52

    Was mir am ersten Teil so gut gefallen hat, waren die drei (eigentlich 4) doch sehr unterschiedlichen Schwestern, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird. Alle 4 sind sehr unterschiedlich in ihrer Persönlichkeit und ihren Ansichten, doch alle gehen irgendwie ihren Weg und sind auf ihre Weise sympathisch. In diesem Band allerdings fand ich es schwierig, mit den Schwestern mitzufiebern. Die Geschichte der einen war zwar interessant, aber bis zum Schluss hin tut sich einfach nichts (auch am Schluss nicht wirklich). Die Geschichte der zweiten war zwar zwischenzeitlich spannend, aber auch hier hat sich im Ergebnis rein gar nichts getan. In der Geschichte der vierten tut sich viel, aber erst ganz am Ende. Und meiner Lieblingsschwester wollte ich zwischendrin am liebsten auf den Kopf hauen, weil sie sich so was von blöd verhalten hat. Vor allem konnte man es auch nicht nachvollziehen. Erst will sie dies, dann hat sie es, dann will sie wieder was anderes. Sehr konstruiert, als müsse die Autorin einfach irgendwie die Seiten füllen.Im Rückblick muss ich sagen, dass im Grunde in dem Buch fast gar nichts passiert ist. Zumindest nichts "Richtiges". Kleinigkeiten, ein Hin und Her, aber das Buch folgt irgendwie keiner klaren Linie, das war zumindest mein Eindruck. Richtig ärgerlich ist auch, dass die Autorin, wenn es gerade spannend wird, einen Zeitsprung macht und die spannende Szene einfach überspringt, als hätte sie keine Lust, diese zu schreiben. Das Buch besteht also aus kleineren Geschichten hier und da und vielen, vielen Sprüngen. Daher hat es mir leider nicht wirklich gut gefallen.

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  • Solide und flüssig...

    Sterne über der Alster

    GudrunMariaKrickl

    22. May 2016 um 18:29

    Solide...hat Micaela Jary ihre Fortsetzung geschrieben, aber der erste Teil hat mir deutlich besser gefallen. Positiv fand ich die sehr gute Recherche der Zeit direkt nach dem 1. Weltkrieg, da hatte ich vieles noch nicht gewusst und hier gibt es ein dickes PLUS. Außerdem hat sie ihre Geschichten konsequent zu Ende geführt. Vielleicht zu konsequent. Für mich bleib ein bisschen das Gefühl auf der Strecke, bis dann alle "zu Potte gekommen" waren, wurde es mir manchmal ein bisschen lang. Aber: Gut und flüssig zu lesen, man möchte wissen, wie es weiter- und ausgeht und deshalb gebe ich gerne solide 4 Sterne.

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  • Hamburg nach dem Ende des Ersten Weltkriegs

    Sterne über der Alster

    snowbell

    04. April 2016 um 17:47

    Der Roman "Sterne über der Alster" ist der zweite Band einer Familiensaga. Nach dem Selbstmord von Viktor Dornhain übernimmt Elinor Dornhain die Leitung des Unternehmens und kämpft um das Überleben der Reederei, während ihre Schwestern Helene und Lavinia vor allem in ihre privaten Probleme verstrickt sind. Wir erleben eine Welt im Umbruch, in der sich drei Frauen aus eigener Kraft behaupten müssen. Micaela Jary hat einen historischen Roman vorgelegt, der auf eine sehr fesselnde Weise historisch belegte Fakten mit menschlichen Schicksalen verknüpft. Für mein Empfinden ist er etwas schwächer als der erste Band "Das Haus am Alsterufer", aber trotzdem gibt es von mir aufgrund der geschliffenen Sprache und hervorragenden Erzählkunst von Micaela Jary die Höchstwertung.

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  • Wunderbare Fortsetzung

    Sterne über der Alster

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    09. February 2016 um 17:23

    Als der Vater der Dornhain-Töchter stirbt, weiß nur Ellinor, die älteste Tochter, dass ihr Vater sich das Leben genommen hat. Ihre Großmutter Charlotte wies sie an, es Nele und Lavinia nicht zu sagen. Auch von dem Wissen, dass der Reeder Victor erpresst wurde und einen Abschiedsbrief hinterlassen hatte, sollten diese keine Kenntnis erhalten. Es ist eine harte Zeit, aus dem 1. Weltkrieg ist gerade erst Deutschland als Verlierer hervorgegangen, der Kaiser hat abgedankt, Unruhen und Chaos in Deutschland und demzufolge auch in Hamburg sind an der Tagesordnung. Nele und Livi können nicht rechtzeitig vom Tode des Vaters benachrichtigt werden, da gestreikt wird. Nele befindet sich mit Konrad, Livis Mann, in der Schweiz, wo dieser sich noch in der Genesungsphase befindet und Livi arbeitet als Telefonistin an der Westfront, wo sie auch die Abdankung des Kaisers hautnah miterlebt. Nele und Konrad kommen zurück nach Hamburg. Sie hoffen, dass Livi es wahr macht und in die Scheidung einwilligt, wie sie hat verkünden lassen, denn die beiden erwarten ein Kind. Als jedoch Livi anreist, wirft sie sich sofort Konrad wieder an den Hals, ist ihr doch gerade erst wieder ein Mann "abhanden" gekommen, so dass sie lieber festhält, was sie hat, ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer. Ellinor, als Nachfolgerin ihres Vaters in der Reederei, hat derweil ganz andere Sorgen. Die Testamentseröffnung kann aufgrund der ungesicherten Verhältnisse und Unruhen noch nicht erfolgen und ein Zugang zu den Räumlichkeiten der Reederei wird ihr verwährt. Ein alter Feind hat sich dort breit gemacht. Zudem sollen alle großen Schiffe an die Siegermächte gehen, so dass der Fortbestand der Reederei Dornhain erst einmal unsicher ist. Mit diesem Roman legt die Autorin Micaela Jary den 2. Teil der Saga um die Reedereifamilie Dornhain vor.  Die Protagonisten sind die Dornhain-Schwestern, ihr Großmutter Charlotte und Klara, eines der Dienstmädchen im Haus. Nach dem Tod des Vaters ändert sich das Leben aller Betroffenen. Hinzu kommen die politischen Unruhen und Begleiterscheinungen, die ein Machtwechsel mit sich bringt. Es ist auch eine Zeit des Hungerns, die nicht nur die arme Bevölkerung betrifft, sondern auch die etwas Betuchteren zu Sparmaßnahmen zwingen. Vieles im Umfeld der Dornhains ändert sich, aber Charlotte kann mit diesen Änderungen nicht gut umgehen. Contenance bewahren, das zählt und so tun, als ob. Nicht auffallen, nicht zum Gerede der anderen werden. Stillschweigen bewahren. Eine Großmutter, die mir nicht unsympathischer sein konnte. Es interessierte sie nicht, wie es ihren Enkelinnen geht. Noch immer hat sie das Sagen im Haus und niemand macht ihr die Position streitig. Lavinia passt sich ihre Welt an, ist unglaublich ich-bezogen und noch immer wie ein verwöhntes kleines Kind, das sich nimmt, was es möchte. Was sie anderen damit antut, ist ihr relativ egal, Hauptsache es dreht sich alles um sie. Nachdem für mich im 1. Teil der Saga eine positive Entwicklung bei Livi festzustellen war, fällt sie nun wieder ins andere Extrem. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt, damit sie zur Besinnung kommt und sich einmal ansieht, was sie anderen antut. Ellinor und Klara haben in diesem Band meine Sympathiepunkte eingeheimst. Diese beiden Frauen tun etwas, sie verändern etwas und nehmen nicht alles als gegeben hin. Sicher brauchen beide jeweils Anstöße von Außenstehenden, aber sie wollen etwas ändern und tun alles dafür. Micaela Jary nimmt den Leser mit in die Zeit der Anfänge des 20. Jh. Die politische Lage und die Auswirkungen auf die Menschen hat sie hervorragend recherchiert. Als Leser fühlte ich mich in die Zeit zurückversetzt und habe die brisante Lage förmlich selbst miterlebt. Dass sie diese explosive Zeit in eine Familiensaga integriert hat, macht dieses Buch lesenswert. Man erlebt mit der Familie nicht nur deren persönliche Krisen und Belange, sondern auch hautnah einen Teil deutscher Geschichte. Für mich ist Micaela Jary eine Autorin, die schreiben kann, was sie will. Es ist immer gut recherchiert und in eine Story eingebettet, die man als Leser auch lesen möchte.  Auch diesen 2. Band empfehle ich sehr gern weiter und bin schon gespannt auf Teil 3.

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  • Für Freunde von Beziehungsdramen

    Sterne über der Alster

    Barbara62

    Leider, leider hat dieses Buch überhaupt nicht meinen Erwartungen aufgrund des Ankündigungstextes entsprochen. Eigentlich hätte ich es nach dem Cover ahnen können, doch das Versprechen einer geheimnisvollen Hamburger Familiengeschichte inmitten der Revolution von 1918/19 war zu verlockend. Ich möchte dieses Buch trotz meiner subjektiven sehr schlechten Bewertung keineswegs verdammen. Da ich es in einer Leserunde gelesen habe, weiß ich, dass es fast allen sehr gut gefallen hat. Ich möchte nur denen, die vielleicht gleiche Erwartungen wie ich haben, davon abraten und dies im Folgenden begründen. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen und mich zu einer Rezension verpflichtet, hätte ich sicher nach spätestens 50 Seiten abgebrochen. Da ist zunächst die sehr einfache Sprache, kurze Sätze, nichts was in meinen Ohren klingt, keine geschliffene Formulierung, die man gerne zweimal lesen möchte und die hängen bleibt. Die geschichtlichen Hintergründe, die in der ersten Hälfte des Buches praktisch gar keine Rolle spielen, in der zweiten dann mehr Erwähnung finden, bleiben starr wie eine Kulisse im Hintergrund und sind für die Handlung fast ohne Bedeutung. Was den Inhalt betrifft, so stehen die drei Töchter des zu Beginn des Romans durch Selbstmord aus dem Leben scheidenden Reeders Victor von Dornhain im Mittelpunkt. Dazu kommen eine illegitime Tochter, die im Haushalt der großbürgerlichen Villa Dornhain am Harvestehuder Weg als zweites Hausmädchen beschäftigt ist und deren wahre Abstammung erst im Abschiedsbrief des Vaters enthüllt wird, sowie die Großmutter, eine in altem Denken verharrende, vor allem auf den äußeren Schein achtende Dame. Während draußen der Krieg verloren ist, die Revolution tobt, der Kaiser abdankt, das Volk hungert und politische Umwälzungen nie gekannten Ausmaßes ablaufen, sind die Gedanken der drei Töchter fast ausschließlich auf ihre privaten Beziehungen gerichtet. Selbst die älteste Tochter Ellinor Dornhain, die von ihrem Vater auf die Übernahme des Familienbetriebs vorbereitet wurde, zeigt wenig Unternehmergeist, sodass wir leider über die Reederei so gut wie nichts erfahren. Dafür sind die Liebesverwicklungen der drei jungen Frauen mit allen kleinen und großen Beziehungsdramen detailliert und in kurzen Sequenzen ähnlich einer Fernsehsoap dargestellt. Außer der illegitimen Tochter war mir keine der Figuren sympathisch, ich konnte mich nicht in sie einfühlen und an ihrem Schicksal Anteil nehmen. Mir hat in diesem Roman viel gefehlt, z. B. das versprochene „hanseatische Flair“, ausführliche Personenbeschreibungen und eine Beschreibung der Beziehungen zwischen den Personen, die in meinen Augen so seltsam unverbunden agieren. Ich würde außerdem jedem, der den Roman gerne lesen möchte, unbedingt empfehlen, mit dem ersten Band Das Haus am Alsterufer zu beginnen, denn vieles war für mich ohne Vorkenntnisse nur zu erahnen.

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    • 10
  • Sterne über der Alster

    Sterne über der Alster

    Aoibheann

    24. January 2016 um 16:20

    Bereits "Das Haus am Alsterufer" gefiel mir außerordentlich gut. Über eine Fortsetzung der Familiengeschichte aus Hamburg habe ich mich daher sehr gefreut. Auch hier ist es Micaela Jary wunderbar gelungen, mich an das Buch zu fesseln. Wie schon im ersten Band beschreibt sie nicht nur die Stadt zur damaligen Zeit sehr bildlich und toll vorstellbar, auch die Beschreibungen der Personen im Dornhainschen Haushalt sind ihr wieder sehr gut gelungen. Mir hat gut gefallen, dass die Fortsetzung direkt an das Ende des ersten Bandes angeknüpft hat und keine größere Zeitspanne dazwischen lag. Wie bereits im ersten Band erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte einer gut situierten Hamburger Reederfamilie und ihrer Hausangestellten, sondern auch ein wenig die Geschichte einer Stadt. Alle bereits bekannten Figuren sind wieder mit von der Partei. Die Patriarchin der Familie, Charlotte Dornhain. An ihrer Figur wird der Bruch zwischen den Generationen meiner Meinung nach besonders deutlich. Charlotte steht für eine mittlerweile vergangene, "untergegangene" Zeit; ihre Ansichten sind geprägt durch eine kaisertreue Erziehung. Die drei Schwestern, Ellinor, Helene und Lavinia Dornhain. Die Dreiecksbeziehung zwischen Nele, Lavinia und Konrad nimmt natürlich viel Raum in der Geschichte ein, denn es ist ein zentraler Punkt in diesem Roman. Es war spannend zu lesen, welche Hoffnungen sich Nele und Konrad machten, welche Pläne sie schmiedeten - und wie Lavinia mit der ihr eigenen Rücksichtslosigkeit wieder einmal alles über den Haufen warf. Hatte man zu Beginn noch die Hoffnung, dass Lavinia durch ihren Einsatz an der Westfront erwachsener geworden wäre, so wurde im Verlauf klar - nein, das ist sie nicht. Gerade ihre Träumereien in Bezug auf ein Leben als Freifrau zeigen dieses deutlich. Dennoch gibt es Momente, in denen eine mutige, tatkräftige und durchaus praktisch denkende Lavinia auftritt. Das Hausmädchen Klara war wieder einmal meine Lieblingsfigur. Das bescheidene Mädchen mit der bis dato unbekannten Herkunft lernt nun endlich ihren Hintergrund kennen und erschüttert die halbe Familie Dornhain. Die Autorin hat diese junge Frau so sympathisch gezeichnet, dass man einfach mit ihr mitleiden und sich mitfreuen muss. Genrell wurde das Hauspersonal mit Herz und Verstand ausgestattet, was auch die Köchin, den Fahrer und den Wach-Matrosen etc zu symphatischen Figuren macht. Mit dem Ende bin ich dagegen nur so halb zufrieden. Zu viele Erzählstränge bleiben für mich noch offen. Aber vielleicht gibt es ja doch noch einen dritten Teil. Wünschen würde ich es mir. Obwohl des etwas offenen Endes vergebe ich volle fünf Sterne für dieses großartige Buch.

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  • Großartige Fortsetzung

    Sterne über der Alster

    Fantasie_und_Träumerei

    19. January 2016 um 19:14

    Die Dornhain Mädchen gehen den unterschiedlichsten Aufgaben nach, als ihr Vater, der Reeder Victor Dornhain sich das Leben nimmt. Lavinia, die jüngste der Drei, dient als Telefonistin dem deutschen Reiche, Nele verbringt ihre Zeit mit Lavinias Ehemann Konrad in der Schweiz, damit dieser dort weiter genesen kann, und Ellinor bleibt als Erbin des Dornhain Vermögens in der elterlichen Villa in Hamburg zurück. Allein mit der Last, die der Vater ihr nicht nur mit seinem Tod, sondern auch der Enthüllung eines prekären Geheimnisses, auferlegt hat. Während das private Umfeld der Dornhain Mädchen zusammen zustürzen droht, entwickelt sich ein politischer Umbruch, für den Nele einst gekämpft hat, dessen Auswirkungen sie aber in dieser Form nicht gewollt hat. Kaiser Wilhelm II. erklärt seinen Rückzug. Arbeiterproteste und Aufstände durch gewaltbereite Mitbürger, die sich davon ein freieres Leben und Unabhängigkeit von der oberen Bevölkerungsschicht versprechen, krempeln den Alltag der Familie völlig um und werden zur unübersehbaren Gefahr. Romane, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielen, üben seit einer gewissen Zeit eine große Faszination auf mich aus. Obwohl ich froh bin, nicht zwischen zwei Weltkriegen, Arbeiterevolten und einem Zeitalter, in dem Frauen so wenige Rechte hatten, aufzuwachsen, finde ich es spannend auf literarischem Wege dorthin zu reisen. Eine Zeit, in der viele Menschen Not leiden mussten, in der das Land aber auch in großer Aufbruchsstimmung war, Hoffnungen geschürt wurden und Entwicklungen vonstatten gingen, die vielleicht nicht so schnelllebig waren wie heute und für uns nun zum Alltag gehören, damals aber als revolutionär galten. Um einen authentischen Roman darüber zu schreiben, ist eine ausführliche Recherche von Nöten. Eine aufwendige Arbeit, die von Micaela Jary sehr gewissenhaft betrieben wird und ihren Lesern den Genuss bereitet, einiges über die beschriebenen Gegebenheiten des Zeitalters zu lernen. Und das ganz nebenbei. Ohne belehrend zu wirken. Viel mehr noch – sie bietet großartige Unterhaltung. Versteht ihr Handwerk in solchem Maße, dass sie mühelos das eine mit dem anderen verknüpft und Historie in eine Geschichte einbettet, die einen großen Sog entwickelt. Mit dem zweiten Band noch mehr, als mit Teil eins. Ich lese mich immer mehr hinein in die Geschichte, fühle mich schon als Teil der Dornhain Sippschaft und genieße die Zeit mit ihnen. Versuche mich Großmutter Charlottes mahnenden Blicken zu entziehen, runzle die Stirn über Livis Eigenschaft sich in jeden adretten, gut situierten Mann zu verlieben, hege große Sympathien für Nele und Klara und bin sehr gespannt, wie Ellinors Entwicklung weiter gehen wird. In wie weit wird man sie als Erbin der Reederei akzeptieren? Und wie werden sich die Dornhain Schwestern weiterhin in die historischen Ereignisse des Landes, die mir als Leser ja zum Teil bekannt sind, einfügen? Micaela Jary hat eine wundervolle Familien Saga entworfen, in der die Bedeutung vier starker Frauen im Vordergrund steht. Vier Frauen, die trotz gleichen Blutes, sehr unterschiedlich sind und mit viel Liebe zum Detail entworfen wurden. Figuren, die sich authentisch in die Historie Deutschlands einfügen. „Sterne über der Alster“ ist eine ausgesprochen gelungene Fortsetzung des Romans „Das Haus am Alsterufer“ und hat mir sogar noch ein bisschen besser gefallen, als der Vorgänger. Mit Begeisterung bin ich zwischen die Buchseiten getaucht und habe mich von der Atmosphäre der Kaiserzeit und den widrigen Umständen, denen Familie Dornhain ausgesetzt war, mitreißen lassen. Wer den ersten Teil mochte, der wird an der Fortsetzung seine wahre Freude haben. Wer noch keinen Band der Saga oder anderen Roman der Autorin gelesen hat, der sollte dringlichst damit beginnen.

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  • Leserunde zu "Sterne über der Alster" von Micaela Jary

    Sterne über der Alster

    aba

    Familiengeheimnisse und hanseatisches Flair in Hamburgs nobelsten Viertel Habt ihr Lust auf eine Reise ins herrschaftliche Hamburg am Anfang des 20. Jahrhunderts? In ihrem neuen Roman "Sterne über der Alster" öffnet uns die erfolgreiche Autorin Micaela Jary die Türen der luxuriösen Villa einer angesehenen Hamburger Unternehmerfamilie am Harvestehuder Weg, der Prachtstraße Hamburgs schlechthin. Aber nicht alles ist perfekt in dieser Familie ... die turbulenten Zeiten und drohende Skandale hinterlassen auch bei den Aristokraten ihre Spuren. Seid ihr neugierig geworden? Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen! Zum Inhalt Inmitten der Revolution 1918 bedroht die Hamburger Reederfamilie Dornhain ein Skandal. Klara, das Hausmädchen, soll die illegitime Tochter des kürzlich verstorbenen Familienoberhaupts sein. Eine schnelle Heirat wäre die Lösung, doch Klaras Verlobter ist in der Kriegsgefangenschaft in Sibirien verschollen. Die Furcht, von der alten Patriarchin ausgerechnet zu Weihnachten vor die Tür gesetzt zu werden, ist groß. Klara hofft auf die Hilfe von Ellinor Dornhain, der ältesten Tochter. Doch die muss um das wirtschaftliche Überleben der Reederei kämpfen, deren Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht... Leseprobe Zur Autorin Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater lernte sie viele Größen des Swing der 30er- und 40er-Jahre persönlich kennen, die sie zu dem Roman "Wie ein fernes Lied" inspirierten. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München. Seid ihr bereit für hanseatisches Flair und stürmische Ereignisse im vornehmen Hamburg nach dem Ersten Weltkrieg? Zusammen mit dem Piper Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Sterne über der Alster" unter allen, die Lust haben, diesen atmosphärischen Roman im Rahmen einer Leserunde zu lesen, besprechen und rezensieren. Was  ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet bis zum 15.11. auf diese Frage: Eine Nobelvilla an der Außenalster im Hamburg. Das ist die Kulisse von Micaela Jarys Roman. Würdet ihr gerne so einen Prachtbau euer Zuhause nennen. Oder würdet ihr lieber einem Penthouse mitten in der Stadt vorziehen? Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde - am besten innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches - sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir nur Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.

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    • 889
  • Tolles Bild der Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg

    Sterne über der Alster

    IraWira

    05. January 2016 um 00:57

    Dieser ausgesprochen gut geschriebene Roman hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn "Sterne über der Alster" der zweite Teil der Reihe ist,  war der Inhalt für mich gut verständlich, ich bin lediglich neugierig auf den ersten Teil geworden, aber mir hat nichts zum Verständnis gefehlt. Auch die Charaktere sind gut dargestellt und sehr authentisch, so dass man als Leser mit ihnen mitfühlen kann. Der Leser begleitet die Familie Dornhain in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, der Zeit der Revolution und der Matrosenaufstände. Deutlich wird bei allem immer wieder, wie sehr der Schein, der gute Ton, das Leben der besseren Gesellschaft beeinflusst. Auch die Familie Dornhain als erfolgreiche Reederfamilie ist davon nicht ausgenommen. Das Wahren des guten Tons ist wichtiger als das Glück der Menschen, eine Tatsache, die nicht nur dem Familienoberhaupt Victor Dornhain zum Verhängnis wird, sondern auch seine Töchter sehr belastet. Außer einem Einblick in das gesellschaftliche Leben der Zeit, bietet das Buch jedoch auch spannende Informationen zu den historischen Ereignissen und den Entwicklungen, die sich drum herum abspielten. Ob es die Abdankung des Kaisers ist oder die Entwicklung der zivilen Luftfahrt, es findet sich alles eingebettet in eine gut gesponnene Familiengeschichte mit interessanten Charakteren, so dass man die Informationen sozusagen nebenbei mit aufnimmt und ein sehr lebendiges Bild der Zeit und der damaligen Gesellschaft bekommt. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen!

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  • Die spannende Fortsetzung der Hamburger Saga!

    Sterne über der Alster

    Traeumeline

    29. December 2015 um 19:55

     Hamburg, November 1918. Man möchte meinen, dass die Familie Dornhain aufatmen kann. Der Krieg ist augenscheinlich vorbei. Und mit ihm auch das Leben vom Reederei-Chef und Vater, Victor Dornhain. Er wählt den Freitod, flüchtet vor den bevorstehenden Problemen und lässt seine Familie und vor allem seine älteste Tochter Ellinor Dornhain mit dem Reederei und einem großen Geheimnis allein. Das Leben gerät aus den Fugen, der Kaiser dankt ab, Aufstände entstehen an jeder Ecke und nirgends fühlt man sich mehr sicher. Wir erleben im zweiten Roman die Entwicklung der Dornhain-Töchter, Ellinor wie sie versucht, sich in der Männerwelt durchzusetzen. Helene, die mehr mit ihren Gefühlen kämpft und sich Sorgen um ihre Zukunft macht - mit oder ohne Konrad. Und dann ist da noch Lavinia, deren Launen und Vorlieben sich wie die Fahne im Wind drehen. Immer auf der Suche nach dem perfekten Ehemann (obwohl noch nicht geschieden!), um kein Flirt verlegen und immer auf ihren Vorteil bedacht. Micaela Jary vertieft im zweiten Roman die Entwicklung der Mädchen und erzählt die politisch schwierige Situation in Hamburg und Umgebung. Die Charakterausarbeitung der drei ist toll ausgeführt. Zum Ende hin merkte man schon, dass da auf jeden Fall Material für mehr steckt - den wir dann im dritten Band finden werden!

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  • Wieder bei den Dornhains am Alsterufer...

    Sterne über der Alster

    Miamou

    November 1918: Am selben Tag, an dem sich in Hamburg der Reeder Victor Dornhain das Leben nimmt, erklärt der deutsche Kaiser Wilhelm II. seinen Rücktritt. Für die drei Töchter des Patriarchen ist das eine Ereignis so erschütternd wie das andere, denn sowohl die privaten als auch die politischen Gegebenheiten ändern sich gravierend. Vor allem Ellinor, die Älteste, muss in den Zeiten der Revolution nach dem 1. Weltkrieg um das Überleben der Firma und dem Zusammenhalt in der Familie kämpfen. Kurz vor der Verlobung mit ihrem Jugendfreund begegnet sie dem Reporter Jens, einem Sozialisten, der ihr Weltbild verändert. Plötzlich gerät Ellinor jedoch ins Visier alter Feinde und wird in ein Spiel aus Rache und Vergeltung hineingezogen. ************************************************************** Nach „Das Haus am Alsterufer“ darf der Leser in „Sterne über der Alster“ die Familie Dornhain wieder ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Der erste Weltkrieg ist zu Ende, aber trotzdem herrscht in den Straßen Hamburgs keineswegs Frieden. Warnstreiks, Rebellionen und Waffengebrauch stehen auf der Tagesordnung. Eine Zeit, die politisch sehr unsicher ist, da ein über Jahrhunderte dauerndes Machtgefüge zusammengebrochen ist. Genau in dieser Zeit begegnen wir den Dornhain Schwestern, die neben den vielen gesellschaftlichen Veränderungen auch noch den Tod ihres Vaters mit im Gepäck haben. Ich habe „Das Haus am Alsterufer“ regelrecht verschlungen, da ich die Figuren und auch die Rahmenbedingungen als sehr spannend und neu empfunden habe. Dementsprechend habe ich mich natürlich sehr auf die Fortsetzung gefreut. Und was soll ich sagen: Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht wurde (weils gelogen wäre), aber doch hat mir an einigen Stellen das gewisse Etwas gefehlt. Die Figuren (bis auf Ellinor) waren für mich in diesem Teil bei Weitem nicht so griffig und hätte ich sie aus dem ersten Band nicht anders gekannt, dann wären sie für mich einfach sehr farblos geblieben. Besonders bei Nele habe ich eine gewisse Stärke vermisst, die sie im ersten Band so toll geboten hat. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen, weswegen ich von mancher ihrer Handlungen dann doch ein wenig enttäuscht war. Auch wenn man die politische und auch ihre persönliche Geschichte immer im Hintergrund trägt, war es dann doch nicht so richtig „das Gelbe vom Ei“ mit ihr. Livi war genauso, wie ich sie aus dem ersten Band in Erinnerung hatte. Und auch wenn man als Leser mit ihr nur sehr wenig sympathisieren kann, so war sie für den Kern der Geschichte doch entscheidend, weil sie der Handlung etwas Rasantes gab. Ellinor lernt man als Leser erst so hier richtig kennen und sie ist die klassische älteste Schwester, die immer die Vernünftige ist und erst am Ende das Segel auf eine interessante Art und Weise herumreißt. Klara war mir in diesem Teil fast ein wenig zu blass und ihre Geschichte wurde mir persönlich ein bisschen zu schnell abgehandelt. Grundsätzlich bleibt das Ende in vielerlei Hinsicht offen, sodass man auf einen dritten Teil hoffen darf. Geschichtlich gesehen würden nun die „Goldenen 20er Jahre“ folgen, sodass ein Happy End für alle Schwestern wünschenswert wäre. Die politische Situation wurde von Micaela Jary nur bruchstückhaft angerissen. Im Nachwort erklärt sie, dass es einfach unmöglich gewesen wäre, alle Geschehnisse, die sich so kurz nach dem 1. Weltkrieg zugetragen haben, in einem Unterhaltungsroman zusammenzufassen. Und das glaube ich ihr. Denn wenn man selbstständig ein bisschen nachstöbert, was in der Zeit alles passiert ist, dann kommt man vom hundertste ins tausendste…man kann diese Zeit also gar nicht richtig erfassen. Trotzdem ist es ihr sehr gut gelungen den Blickwinkel aus der oberen Gesellschaftsschicht, der kaisertreuen Schicht, zu erzählen. An der Figur der Großmutter macht sie fest, wie sehr diese Generation sich vor dem gesellschaftlichen Wandel verschließen will und nur darauf bedacht ist, dass alles so bleiben soll, wie es immer war. Besonders gefreut habe ich mich über den Kurzauftritt von Elsa Brandström. Eine wirklich bewundernswerte Frau. Insgesamt hat mir, wie schon gesagt, der erste Teil um einen Tick besser gefallen. Trotzdem garantiert auch der zweite Teil unterhaltsame Lesestunden und man tut sich dann doch auch schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl das Buch bestimmt auch als eigenes gelesen werden kann, so habe ich doch grundsätzlich das Gefühl, dass man besser fährt, wenn man zuerst den ersten Teil gelesen hat, da man dann doch einen anderen Zugang (speziell zu den Figuren) hat. Abschließend möchte ich mich noch für das Buch bedanken, dass ich im Zuge einer Leserunde gewonnen habe.

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    • 5
  • Unterhaltsamer historischer Schmöker

    Sterne über der Alster

    Caillean79

    Mal ehrlich – viel wissen wir doch alle nicht über die Zustände nach Ende des ersten Weltkriegs. Und wenn doch, dann ist das meiste davon Lehrbuchwissen aus dem Geschichtsunterricht. Aber wie ging es den Menschen wirklich nach Kriegsende? Micaela Jarys Roman gibt die Antwort darauf und entführt uns in die Villa des Hamburger Reeders Victor Dornhain. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Töchter des Patriarchen: die sachliche Ellinor, die das Familienunternehmen erben soll, die verwöhnte Lavinia, deren Sorgen sich selbst in den Nachkriegswirren höchstens um Männer und Kleider drehen und Nele, die Lavinias Ehemann liebt und von ihm schwanger ist. Und dann ist da noch das freundlich-zurückhaltende Dienstmädchen Klara, dem eine ganz besondere Rolle in der Familie Dornhain zugedacht ist, was allerdings kaum jemand weiß… Zwischen den Sorgen und Nöten der jungen Frauen stehen die verwirrenden Zeiten. Es herrscht Lebensmittelknappheit und Anarchie, alleine sollten sich Damen nicht auf die Straßen hinaus trauen. Micaela Jary lässt uns teilhaben am Leben einer vormals gutsituierten Hamburger Familie, die mit den Umbrüchen, die diese Zeit mit sich bringt, zu kämpfen hat. Es gab bereits einen Vorgänger dieses Buches („Das Haus am Alsterufer“) und aus meiner Sicht empfiehlt es sich hier, dieses auch vorher gelesen zu haben, um alle Handlungsstränge von Anfang an gut nachvollziehen zu können. Für sich allein gelesen könnte das Buch einige Fragen aufwerfen, die es letztlich nur unzulänglich beantwortet. Da das Vorgängerbuch sehr viel Detailwissen zu historischen Begebenheiten enthielt (z. B. Frauenbewegung in Deutschland, Künstlerkreis „Blauer Reiter“), habe ich ähnliches hier erwartet. Diese Erwartung wurde leider nicht ganz erfüllt. Vieles wurde angerissen, blieb aber leider etwas oberflächlich und nur Rahmen für die sehr ausführlich dargestellten Gefühls- und Gewissenskonflikte der Schwestern. Alles in allem ein unterhaltsamer historischer Schmöker, der sicherlich viele Fans findet. Mir persönlich hat Teil 1 aber besser gefallen.

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  • Sterne über der Alster

    Sterne über der Alster

    Solengelen

    28. December 2015 um 00:36

    Klappentext: Inmitten der Revolution 1918 bedroht die Hamburger Reederfamilie Dornhain ein Skandal. Klara, das Hausmädchen, soll die illegitime Tochter des kürzlich verstorbenen Familienoberhaupts sein. Eine schnelle Heirat wäre die Lösung, doch Klaras Verlobter ist in der Kriegsgefangenschaft in Sibirien verschollen. Die Furcht, von der alten Patriarchin ausgerechnet zu Weihnachten vor die Tür gesetzt zu werden, ist groß. Klara hofft auf die Hilfe von Ellinor Dornhain, der ältesten Tochter. Doch die muss um das wirtschaftliche Überleben der Reederei kämpfen, deren Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ... Fazit: Das Cover hatte mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Ich finde es sehr passend zu einem historischen Roman. Ein bisschen wie aus einer anderen Zeit, schlicht gehalten mit ein paar ins Auge stechenden Farbtupfern. Der Titel, Handtasche, Kragen, Hut und Zaun heben sich farblich hervor. Es nimmt den Blick des Betrachters gefangen. "Sterne über der Alster" ist der zweite Teil der Familiensaga um die Hamburger Reeder Familie Dornhain. Die Leseprobe hat mir gut gefallen und der Schreibstil hat mich gleich in die Geschichte gezogen. Allerdings habe ich im Laufe des Buches bemerkt, dass mir Informationen aus dem ersten Teil "Das Haus am Alsterufer" fehlten. Die Autorin hat im zweiten Teil dem Leser Informationen aus dem ersten Teil "an die Hand" gegeben, aber mir persönlich war es einfach zu wenig. Natürlich kann ein Autor einer Saga keine "Nacherzählung" eines oder mehrerer Teile in die folgenden einbauen, da es sonst für Kenner zu langatmig würde. Also habe ich "Sterne über der Alster" erst einmal zur Seite gelegt und mir Teil eins gekauft und gelesen. So konnte ich die Protagonisten ausführlich kennen lernen und ihnen im zweiten Teil besser folgen.  Die Autorin hat mir als Leser nicht nur die Geschichte um die Familie Dornhain näher gebracht, mit allen Facetten der Hanseatischen Oberschicht und ihrem Standesdünkel, sondern auch die Zeit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. In Deutschland herrscht politisch und wirtschaftlich das Chaos. Menschen hungern, die Grippeepidemie bringt zusätzliches Leid. Es regiert Gewalt und Anarchie und mittendrin eine Familie, deren Mitglieder nach dem Ableben des Oberhauptes, jeder auf seine Weise "Familiengeschichte" schreibt. Am Ende ist noch die ein oder andere Frage ungeklärt, und ein eher offenes Ende ist meist ein Indiz für eine Fortsetzung, oder?  Liebhaber historischer Romane werden Freude an der Saga um die Familie Dornhain haben, allerdings würde ich empfehlen, auch wenn man sicher beide Teile unabhängig voneinander lesen könnte, mit dem ersten zu beginnen. Mir persönlich hat der erste Teil besser gefallen und ich war etwas hin und her gerissen, ob ich für "Sterne über der Alster" drei oder vier Sterne vergeben soll. Da ich durch lesen des ersten Teiles aber besser durch die Geschichte gekommen bin, habe ich mich letztendlich auch hier für vier Sterne entschieden. 

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  • Ein Blick hinter die Kulissen

    Sterne über der Alster

    TiniSpeechless

    20. December 2015 um 15:09

    Inhalt: Deutschland, 1918/19. Victor Dornhain nimmt sich das Leben und macht seine älteste Tochter Ellinor zur Nachfolgerin der Dornhain Reederei. Ellinor stellt sich mit der Unterstützung ihrer Großmutter der großen Verantwortung. Doch ihre beruflichen Aufgaben machen nur einen Teil der Sorgen von Ellinor Dornhain aus. Die Folgen des Krieges, der Familienfeind Bruno Sievers und der Streit ihrer Schwestern Nele und Lavinia um einen Mann belasten ihr Gemüt. Persönliche Meinung: "Es war immer nur um das Ansehen der Familie gegangen, nicht einmal im Tod war die Wahrheit kostbarer als die Ehre." Nele Dornhain Ich habe den Roman "Sterne über der Alster" gelesen, ohne den Vorgänger "Das Haus am Alsterufer" zu kennen. Ich hatte keine Probleme in die Geschichte einzusteigen und bin gedanklich schnell im frühen 20. Jahrhundert angekommen. Der Stil der Autorin Micaela Jary ist sehr einprägend und ihre feine Sprache ist eine gelungene Abwechslung in der heutigen Zeit. Auch gut gefallen haben mir die Einblicke in die Hansestadt Hamburg, die mir eine der liebsten in der Republik ist. Die Geschichte der Familie Dornhain und ihrer Belegschaft finde ich sehr interessant. Nach dem Tod des Vaters sind die Damen des Hauses mehr oder weniger sich selbst überlassen und sie kämpfen um Anerkennung in der damals männerdominierten Zeit. Einen Stern Abzug gibt es für mich, da mir der Tod des Vaters ab und an etwas zu sehr in den Hintergrund gerät und ich gerne mehr über die Gefühle aller im Hinblick auf den Verlust gewünscht hätte. Fazit: Ich hoffe, die Saga findet eine Fortsetzung. Die Geschichte der Familie Dornhain hat mich zunehmend gefesselt und ich möchte wissen, wie sich die einzelnen Charaktere weiterentwickeln und welche Wege sie einschlagen.

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