Wie ein fernes Lied

von Micaela Jary 
4,6 Sterne bei54 Bewertungen
Wie ein fernes Lied
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M

mein bestes Buch dieser Autorin

tragalibross avatar

Sehr schöne, ergreifende Geschichte, leider mit einem Ende, das sehr hastig rüberkommt.

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Inhaltsangabe zu "Wie ein fernes Lied"

Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492306133
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:10.08.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor einem Jahr
    Zu viel Liebe, zu wenig Geschichte

    Was für die Jugendlichen heutzutage HipHop, Rock oder Pop ist, war für die Jugendlichen in den 20er, 30er und 40er Jahren der Swing. Wilde Musik, voller Lebensfreude, die in die Beine fährt. Im Dritten Reich spielte Swing dann auch noch eine ganz andere Rolle: Unangepasste Jugendliche rebellierten mit Swing-Tanzveranstaltungen gegen die Gleichschaltung der Nationalsozialisten. Das war den Nazis bald ein Dorn im Auge und zahlreiche Angehörige der sogenannten Swing-Jugend wurden verhaftet. Der Swing, der natürlich auch nach und nach verboten wurde, wurde immer mehr zur Metapher für Freiheit. Diesen historischen Kontext hat Micaela Jary für ihren Roman „Wie ein fernes Lied“ gewählt.

    Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Einmal befinden wir uns in der Zeit während des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1944. Wir begleiten die junge Marga und ihre Freunde, die der Hamburger Swing-Jugend angehören. Als die Macht der Nationalsozialisten immer stärker wird, muss ihr Jugendfreund Michael, ein jüdischer Klarinettist, untertauchen und flieht mit falschen Papieren nach Frankreich. Seit sie denken kann, ist Marga in Michael verliebt. Wird sie ihn wiedersehen? Der zweite Handlungsstrang spielt im Jahr 1999: Der Journalist Frank Renner und die Musikstudentin Andrea sind der Geschichte der Swingfans im besetzten Paris auf der Spur und decken dabei die alte Geschichte zweier Liebender auf.

    Von Micaela Jary habe ich ja schon mehrere Bücher gelesen und ihr Schreibstil gefällt mir immer wieder sehr: Sie schreibt vereinnahmend, flüssig und sehr bildlich. So auch diesmal. Die Geschichte an sich konnte mich diesmal aber leider nicht zu Hundertprozent überzeugen. Natürlich hat Micaela Jary einige Fakten über den Swing und die Swing-Bewegung während des Dritten Reichs in den Roman eingebaut. Man erfährt auch einiges über das Musik- und Kulturgeschäft während des Weltkriegs und bekommt die Situation der Menschen im besetzten Paris näher gebracht. Leider war mir das aber alles nicht intensiv und informativ genug. Hauptsächlich dreht sich der Roman dann doch um die Suche Margas nach ihrer großen Liebe Michael. Dazu kommt, dass die ganze Liebesgeschichte einfach total konstruiert und auch irgendwie naiv ist – also nichts, dass einen sehr berührt. Auch die Spannungslinie hätte etwas ausgetüftelter sein können. Leider ist aber vieles extrem vorhersehbar und natürlich jagt wieder ein Zufall den anderen. Schade, ich hätte mir einen Roman gewünscht, der sich intensiver mit der Geschichte der Swing-Jugend beschäftigt, so war das Ganze dann einfach nur eine Liebesgeschichte, die aber noch nicht mal sehr ans Herz geht.

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor einem Jahr
    "Swing tanzen verboten!"

    Mal wieder ein Roman auf zwei Zeitebenen, der es in sich hat. Er beginnt in Hamburg zu Anfang des zweiten Weltkriegs und wechselt sich szenenweise mit dem Jahr 1999 in Paris ab. Die große Liebe der beiden Protagonistinnen Marga und Andrea zur Musik verbindet die unterschiedlichen Schauplätze.
    Sehr gefühlsbetont entführt uns die Autorin in die Welt des Swings der 30er, 40er Jahre, die Hitler und seinen Anhängern ein solcher Dorn im Auge waren. Man sollte meinen, Musik macht glücklich aber die Nazis schafften es, dieses Vergnügen zunichte zu machen. In vielen Cafés wurden Schilder mit der Aufschrift "Swing tanzen verboten" aufgehängt, später kamen die Anhänger sogar in Arbeits- und Konzentrationslager. Margas große Liebe Michael hatte gleich zweimal den schwarzen Peter gezogen. Er fühlte sich der Swingjugend zugehörig und war Jude. Eine denkbar schlechte Konstellation! Wie wird es für ihn weitergehen?
    Auch Andrea Kramer hat ihr Herz an die Musik verloren und verdient sich damit mehr schlecht als recht ihren Lebensunterhalt in Paris während des Studiums. Ein alter Mann und die Nachricht, dass sie vielleicht gar nicht von ihren Großeltern abstammt, bringen den Stein ihrer Recherche nach der Vergangenheit ins Rollen …
    Micaela Jary schafft es in altbekannter Manier den Leser sofort in die Geschichte einzubinden. Man hofft auf ein gutes Ende, fiebert der Aufklärung entgegen und fragt sich zwischendurch: „War es wirklich die große Liebe?“ Obwohl am Ende fast ein paar zu viele Zufälle aufeinander treffen, möchte ich diesem Buch die Bestnote geben und empfehle die Lektüre gerne weiter. 

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    malo2105vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: mein bestes Buch dieser Autorin
    Wie ein fernes Lied

    Eigentlich wollte ich nach der Enttäuschung mit „Die Bucht des blauen Feuers“ kein Buch von Micaela Jary mehr lesen. Aber ich kannte ja auch „Sehnsucht nach Sansibar“, welches mir sehr gut gefallen hat und wusste somit, dass die Autorin schreiben kann.
    Bei „Wie ein fernes Lied“ haben mich aber Thematik und Handlungsort so sehr interessiert, dass ich es einfach nochmal versucht habe. Dies war mein absolutes Glück, denn es ist mein bestes Buch dieser Autorin.
    Micaela Jary teilt den Roman in zwei Handlungsstränge.
    Zunächst haben wir Marga, ein Swingkid aus Hamburg, deren Jugendliebe Michael mit den Orchester Bobby Schwan und den Original Bobbys in Richtung Schweiz ausreist. Dies gerade noch rechtzeitig, denn wir haben das Jahr 1939 und Michael ist Halbjude. Marga und Michael verbindet aber auch die Liebe zur Musik und besonders zum Swing. Marga will Sängerin werden. Als sie eines Tages keine Nachrichten mehr von Michael bekommt, unternimmt sie alles, um ihn wiederzusehen.
    Im zweiten Handlungsstrang, welcher 1999 spielt, haben wir Andrea. Sie ist Deutsche und Musikstudentin in Paris. Für ihren Lebensunterhalt spielt sie in Hotels.
    Dort fällt ihr ein älterer Herr auf, der sich auffällig für ihr Spiel und sie zu interessieren scheint. Als sie ihn zur Rede stellen will, wird er in einen Unfall verwickelt. Zusammen mit den Journalisten Frank Renner versucht Andrea hinter seine Absichten zu kommen und stößt dabei auf die Lebensgeschichte der Sängerin Marga.
    Mit „Wie ein fernes Lied“ hat mich Micaela Jary mehr wie überzeugt. Auch wenn ich von Margas naiven und rücksichtslosen Verhalten manchmal genervt war, war sie mir doch sympathisch. Sie interessiert sich nur für ihre Musik, lässt die politischen Verhältnisse vollkommen außer Acht und bringt dadurch sich und andere in Gefahr. Aber auch die anderen Personen, wie der Orchesterleiter Harry Alsen, sind facettenreich geschildert. Der Wechsel zwischen den Handlungen erhöht die Spannung und lässt das Buch in einen so von mir nicht erwarteten Schluss enden.
    Ein sehr ausführliches und interessantes Nachwort und ein toll gestaltetes Cover machen den Roman für mich rund.

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schöne, ergreifende Geschichte, leider mit einem Ende, das sehr hastig rüberkommt.
    Rezension zu "Wie ein fernes Lied" von Micaela Jary

    Deutschland, 1939.
    Als ihre Jugendliebe Michael in die Schweiz reisen muss, ist die aufstrebende junge Sängerin Marga verzweifelt. Der jüdische Musiker muss vor Verfolgung fliehen. Doch auch als Michael nach Paris emigrieren muss, ist Marga fest entschlossen, ihn zu finden.
    Aber der Kriegsbeginn durchkreuzt ihre Pläne und Michael ist gezwungen, sich immer wieder vor Verfolgern zu verstecken...

    Die Autorin hat einen bewegenden und rührenden Roman in der Zeit des II. Weltkriegs geschrieben.
    Ihre Charaktere sind sehr tiefgründig und wirken plastisch und echt.
    Auch die Handlung an sich hat mich wirklich angesprochen. Sie springt zwischen zwei Handlungssträngen hin und her, einmal die Jahre 1939 bis 1944 und einmal 1999 bis 2000. Der Leser hat somit die Möglichkeit die Ereignisse aus unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen.
    Die Geschichte liest sich schnell und sehr leicht, aber leider war die grobe Entwicklung des Buches recht offensichtlich. Hier hätte man die Dramatik sicher noch etwas ausreizen können.
    Auch das Ende hat mir nicht 100%ig gefallen, da es mir recht hastig hingeschrieben vorkam. Ein erzwungenes Happy End, wie ich finde. Leider.

    Trotzdem möchte ich diesen Roman empfehlen. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, kann mit einer Geschichte rechnen, die, trotz ihres recht offensichtlichen Endes, ans Herz geht und einen etwas nachdenklich zurück lässt.

    Ich vergebe drei Sterne und damit ein "Gut".



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    Wortteufels avatar
    Wortteufelvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: So schön, so traurig! Eine berauschende Liebesgeschichte in den Wirren des 2. Weltkriegs.
    Bezaubernde Klänge voll Leidenschaft und Sehnsucht!

    Was ist geschehen?

    Die Dame von Welt, die sie dem Vicomte eigentlich vorzuspielen beabsichtigte, war vergessen. Prompt orderte sie eine Menüfolge, die dem Hunger eines Hafenarbeiters entsprach. ~ Aus „Wie ein fernes Lied“, S. 274

    Marga ist jung, voller Träume und sehr verliebt. Doch der zweite Weltkrieg droht alles ins Wanken zu bringen und die Verzweiflung ist groß, als sie ihren Jugendfreund und zugleich ihre große Liebe Michael ziehen lassen muss, weil es für den jüdischen Klarinettisten in Deutschland nicht mehr sicher ist. Allen Widerständen zum Trotz schwört Marga sich, dass sie Michael wiedersehen wird und setzt alles daran, ihm ins Exil nach Paris zu folgen. Der Krieg aber, lässt sich nicht aufhalten.

    Was ist davon zu halten?

    Micaela Jary versteht es, gefühlvolle Geschichten zu erzählen und Romane zu schreiben, die jedes Frauenherz höher schlagen lassen – so sie sich denn für eine Liebesgeschichte erwärmen lassen. Auch „Wie ein fernes Lied“ ist wieder so ein Buch aus der Feder Micaela Jarys und zugleich ein historischer Roman, der mit viel Einfühlungsvermögen die tragische Liebesgeschichte zwischen der liebenswerten Protagonistin Marga und deren Jugendfreund Michael in die Ereignisse des zweiten Weltkriegs webt und zugleich einen Bogen ins Paris des 20. Jahrhunderts spannt.

    Durch die sich nur langsam lösende Verstrickung der beiden Erzähllinien, die soviele Jahre auseinander liegen, gelingt es Jary bis zum Schluss, eine besondere Spannung aufrecht zu erhalten, die den Leser zusätzlich an die Geschichte bindet. Darüber hinaus lebt die Geschichte durch Jarys authentischen Figuren, die jede für sich in den Wirren des zweiten Weltkriegs um einen sicheren Platz kämpfen und doch aufeinander angewiesen sind. Ebenso lebendig und echt sind auch die Figuren im modernen Paris, allen voran die Musikstudentin Andrea. Zu keiner Zeit wirken Jarys Charaktere aufgesetzt oder in ihrem Handeln übertrieben und auch in jenen Momenten, in denen Marga verzweifelt ihrer Sehnsucht nachhängt, fühlt der Leser noch mit ihr. Ein kleinwenig Kitsch gehört schließlich dazu!

    Sie konnte Harald ausschließen, sogar die Vorhänge vor den magischen Stenenhimmel ziehen. Aber seinen Kuss spürte sie noch lange auf ihren Lippen. ~ Aus „Wie ein fernes Lied“, S. 295

    Über allem liegt, wie es der Titel vermuten lässt, die Melodie der Zeit – der Swing, dem sich fast alle Figuren des Romans mehr oder minder verschrieben haben und der beide Welten, das vom Krieg erschütterte Europa und das moderne Paris, schließlich zusammenführt. Das es Micaela Jary so mühelos gelingt, die Musik in „Wie ein fernes Lied“ aus den Zeilen erklingen zu lassen, kommt sicher nicht von ungefähr und liegt zum einen wohl in ihrer Biographie begründet und lässt sich zum anderen auf ihren leichten, lockeren Schreibstil zurückführen, der dem Leser einfach Vergnügen bereitet.

    Fazit:

    Unterm Strich bekommt der Leser mit „Wie ein fernes Lied“ genau das, was er erwartet: Eine wunderschön erzählte Liebesgeschichte mit der nötigen Portion Tiefgang und einem gut gemalten Bild der Zeit, sowohl Europas in den Wirren des Krieges als auch des Paris am Ende des 20. Jahrhunderts. Der Roman ist die gelungene Mischung zwischen historischen Roman und Liebesgeschichte und wird beiden Genres gerecht, auch wenn ich „Wie ein fernes Lied“ ausdrücklich nur echten Fans von Liebesromanen ans Herz legen möchte – diese werden aber ganz sicher glücklich werden!

    Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog www.wortteufel.de!

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    Jashrins avatar
    Jashrinvor 3 Jahren
    Berührend, fesselnd, begeisternd

    Als die junge Marga sich 1939 von ihrer Jugendliebe Michael verabschiedet, weiß sie nicht, ob sie ihn jemals wiedersehen wird. Die Entwicklungen in Deutschland zwingen den Musiker zur Emigration und es ist den beiden fast unmöglich Kontakt zu halten. Doch Marga ist fest entschlossen, dass sie ihn irgendwann wiederfindet. Die beiden verbindet nicht nur ihre gemeinsame Jugendzeit, sondern auch die gemeinsame Liebe zur Musik, besonders zum Swing. Und wer weiß, vielleicht führt die beiden ja die Musik wieder zusammen…

    Die Musik ist es auch, die die deutsche Musikstudentin Andrea nach Paris geführt hat. Wenn sie dort in der Lobby eines Hotels Klavier spielt, hört ihr öfters ein alter Mann zu. Andrea würde ihn gerne kennenlernen, doch gelingt es ihr nie mit ihm zu sprechen. Als der Mann schließlich vor Andreas Augen einen Unfall hat, versucht dessen Sohn jeglichen Kontakt zu unterbinden, als sich Andrea nach seinem Befinden erkundigen will. Irgendetwas stimmt nicht, und Andrea ist entschlossen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Vielleicht kann ihr dabei ja der Journalist Frank Renner helfen, den sie zufällig kennenlernt…

    Micaela Jarys Roman hat mich von der ersten Zeile an gefesselt. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr angenehm und sie schafft es scheinbar mühelos Charaktere zu entwickeln, in die man sich direkt hineinversetzen kann. Ich habe mit Marga ihr bewegtes Leben während der Kriegsjahre miterlebt und im heutigen Paris mit Andrea versucht das Geheimnis um Jules Delabordes zu lüften. Beide Erzählstränge sind spannend und die jeweilige Atmosphäre wird gut rüber gebracht.

    Man merkt, dass die Autorin sich sehr gut in der Musik, auch in der Musikszene Deutschlands zu Zeiten des Krieges, auskennt. Selbst jemandem wie mir, der sich eher wenig bis gar nicht mit Swing beschäftigt, hat sich der Zauber dieser Musik offenbart und vor allem habe ich gelernt, was sie für die damalige Swingjugend bedeutete.

    Die Geschichte ist vielschichtig, gut recherchiert und alles andere als ein typisches Buch über den zweiten Weltkrieg. Es hat mich begeistert, berührt und gefesselt. Und ganz nebenbei habe ich viel gelernt. Für mich ganz klar eines der besten Bücher dieses Jahres!

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    Binchen84s avatar
    Binchen84vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr gelungener historischer Roman bei dem es um Musik, Liebe und Hoffnung geht.
    Sehr gelungener historischer Roman

    Inhalt:
    Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...(Quelle: Piper Verlag)

    Über die Autorin:
    Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater lernte sie viele Größen des Swing der 30er- und 40er-Jahre persönlich kennen, die sie zu dem Roman "Wie ein fernes Lied" inspirierten. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München.(Quelle: Piper Verlag)

    Meine Meinung:
    Nachdem mich schon "Das Haus am Alsterufer" von Micaela Jary überzeugen konnte war es für mich keine Frage, auch dieses Werk von ihr lesen zu wollen.
    Der Einstieg in die Handlung ist gut gelungen und die Spannung baut sich nach und nach weiter auf. 
    Der Schreibstil von Micaela Jary ist auch hier wieder flüssig und gut zu lesen. Noch authentischer wird die Erzählung durch damalige Ausdrücke und die angepasste Redensart. Zudem hat die Autorin hier ebenfalls noch familiäre Begebenheiten mit eingebunden. 
    Die Handlung ist in zwei Erzählstänge gegliedert, einmal aus der Erzählerperspektive in der Zeit des zweiten Weltkriegs (1939 - 1944) und aus den Jahren 1999 und 2000. Die Stränge sind am Anfang recht weit auseinander aber mit voranschreiten der Geschichte kommen diese sich immer näher und finden in einem grandiosen Ende zusammen. 
    Die Kriegszeit ist sehr anschaulich beschrieben und man wird von ihr direkt gefangen genommen und kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Gesetze und damaligen Verbote sind sehr gut beschrieben und man kann sich in die Verhältnisse hineinversetzen.
    Die Geschichte spielt hauptsächlich in Hamburg und Paris. Diese und auch die anderen kurz besuchten Schauplätze sind sehr detailreich und liebevoll beschrieben, so dass man sich fast selbst vor Ort befindet. 
    Genauso verfährt die Autorin mit den Protagonisten. 
    Marga, die Protagonistin aus der Kriegszeit ist eine starke junge Frau die für ihre Musik lebt. Sie studiert und möchte Sängerin werden. Um mit einem Orchester auf Tour zu gehen setzt sie das Studium kurzzeitig aus und hofft zudem, auch ihren Jugendfreund und ihre Liebe Michael wieder zu finden. 
    Dieser ging mit fremdem Pass ins Ausland da er Halbjude ist und für ihn die Verhältnisse immer gefährlicher wurden. Er versucht seinen Weg im vom Krieg gebeutelten Europa zu finden und zu überleben. 
    Andrea die in den Jahren 1999/2000 lebt, versucht sich mit Musikengagements in Hotelbars über Wasser zu halten und ihr Studium zu finanzieren. Sie hat es nicht immer leicht findet aber immer wieder einen Weg.
    Ihr hört öfters mal ein alter Mann zu, Jules Delaborde. Als dieser in einen Unfall gerät werden alte Geschichten ausgegraben und Andrea hilft Frank, einem Journalisten, mehr über diesen alten Mann und seine Vergangenheit herauszufinden. Dabei wird auch ihre familiäre Vergangenheit ganz schön auf den Kopf gestellt. 
    Was der Autorin sehr gut gelungen ist, ist dass sie stets Parellelen in den beiden Handlungssträngen eingebaut hat und diese nach und nach einen Zusammenhang herstellen. 
    Das Ende dieses Buches hat mich sehr überrascht und die Geschichte hätte gerade so zu der damaligen Zeit stattfinden können.

    Fazit:
    Ein weiterer Roman von Micaela Jary der mich vollends überzeugen konnte. Sie zieht mit ihrem Roman "Wie ein fernes Lied" die Leser in ihren Bann. Ein guter Mix aus Liebe, Hoffnung, Angst und Trauer machen diese Handlung spannend und die geschichtlichen wie familiären Ereignisse runden das Buch ab. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Swing

    Wir befinden uns in Hamburg im Jahr 1934. Marga und ihr Jugendfreund Michael verbringen viel Zeit damit Musik zu hören und mit ihren Freunden tanzen zu gehen. Sie gehören zur Hamburger Swingjugend. Der 2. Weltkrieg beginnt, Juden sind nicht mehr gern gesehen und auch die Musikrichtungen Swing und Jazz sind verpönt. Auch die Swingjung können nicht mehr in Ruhe auf ihre Tanzveranstaltungen gehen. 
    Michael wird eines Tages als Klarinettist in der Band "Bobby Swan und die Original Bobbys" aufgenommen und fährt mit ihnen in die Schweiz zu einem Engagement. Als sich Michael am Bahnhof von Marga verabschiedet wird beiden klar was sie eigentlich füreinander empfinden. Ab diesem Moment ist sich die junge Frau sicher, dass sie Michael wiedersehen muss, denn ihre Liebe ist wie ein fernes Lied, das nie vergeht.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte besteht aus zwei Erzählsträngen. Zum einen erfährt der Leser durch Marga wie es ihr in der damaligen Zeit ergangen, wie ihre Liebe zu Michael entstanden ist und wie die Suche nach ihrem Liebsten verlief.
    Eine andere Perspektive der Geschichte erhält der Leser durch Andrea. Sie ist eine deutsche, junge Pianistin, die sich ihr Studium mit verschiedenen Gelegenheitsengagements finanziert und im Paris der Jahrtausendwende lebt. 
    Der Leser wechselt zwischen diesen beiden Erzählperspektiven von Kapitel zu Kapitel hin und her. Dabei versteht es die Autorin meist an der spannensten Stelle der Handlung abzubrechen. Und obwohl man zwischen den Zeiten hin und her "springt", geht die Geschichte dennoch fließend ineinander über, so dass eigentlich keine Unterbrechung stattfindet. Klasse!
    Zudem erfährt man viel über die Musik und ein bisschen über das Leben im Allgemeinen in den Kriegsjahren. Diese Stellen zeichnet eine gute Recherchearbeit der Autorin aus.
    Die Stelle an der Andrea versucht herauszufinden, weshalb ihr der alte Mann zu ihren Auftritten gefolgt ist, fand ihr wirklich spannend. 
    Ich beendete die Geschichte mit einem schweren Seufzer, hat sie mich doch bis zum Ende hin völlig gefesselt und wirklich berührt.

    Fazit:
    Eine interessante und teilweise auch spannende Geschichte, die den Leser spätestens am Ende rührt.

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    R
    robbylesegernvor 3 Jahren
    tolle Unterhaltung

    " Wie ein fernes Lied ", das neue Buch der Autorin Michaela Jary , ist nicht mein erstes Buch dieser Autorin und so weiß ich, dass sie ihre Bücher oft auf zwei Zeitebenen spielen lässt und dies ist auch bei diesem Buch der Fall. Vergangenheit und Gegenwart treffen sich am Ende zu einem stimmigen Ganzen und haben für mich den Reiz dieses zeitgeschichtlichen Romans ausgemacht.

    Im Hamburg des Jahres 1939 beginnt dieses Buch, dessen Titel, bzw. Bedeutung , sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Marga gehört der Swingjugend Hamburgs an und begeistert sich für die Jazzmusik. Doch diese Musik wird von der neuen Regierung, genauso wie Juden, ungern gesehen und als entartet abgelehnt. Als ihr Jugendfreund und große Liebe Michael , Hamburg verlassen muss, da er Halbjude ist , weiß Marga nicht , ob sie ihn jemals wiedersehen wird . Doch sie setzt alles daran, ihm zu folgen, doch der Krieg hat seine eigenen Gesetze.

    Paris 1999. Um ihr Studium zu finanzieren, spielt die junge Pianistin Andrea regelmäßig in Hotellobbys und Cafes. Mit der Zeit fällt ihr auf, dass ihr immer ein älterer Herr zuhört. Als sie ihn ansprechen will, flüchtet er. Andrea wird neugierig und versucht der Sache auf den Grund zu gehen, dabei entdeckt sie eine lange zurückliegende Liebesgeschichte, die eng mit ihrer Familie verbunden ist.

    Sehr unterhaltsam ,interessant und kurzweilig ist dieses Buch zu lesen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Michaela Jary versteht es ,Leser zu fesseln und in eine andere Zeit zu katapultieren. Dabei erfährt man viel über den Jazz, aber vor allem auch über die Kriegszeit in Hamburg und Paris. Sehr liebevoll sind die Figuren gezeichnet, die in diesem Roman eine Rolle spielen, sodass man mit ihnen mitfiebert und mitleidet. Sicherlich sind die Themen dieses Buches schon in anderen Büchern ausreichend behandelt worden und ein bisschen vorausschaubar fand ich die Geschichte auch, aber wenn sie so lebhaft und anschaulich erzählt wird, wie Michaela Jary dies in ihrem Buch " Wie ein fernes Lied " tut, lese ich auch gerne solche Bücher ein hundertstes Mal. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht Margas und Andreas Geschichten zu folgen und ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

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    danischwarzs avatar
    danischwarzvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wie ein fernes Lied ist ein wunderschöner, berührender Roman über das Schicksal einer jungen Frau in den Wirren des Zweiten Weltkrieges.
    Ein wundervoller, berührender Roman über die Swingjugend der 40er Jahre

    Meine Meinung:

    Mit "Wie ein fernes Lied" ist der Autorin ein wunderbarer Roman über das Schicksal zweier Frauen gelungen, der mich tief berührt hat.

    Hamburg 1939
    In den Jahren des zweiten Weltkrieges muss sich die damals 17-jährige Marga Maibach von ihrem langjährigen Freund und großen ersten Liebe Michael verabschieden. Er reist mit seiner Swingkapelle in die Schweiz. Obwohl es eigentlich nur ein Gastauftritt ist, weiß sie, dass er wegen seiner jüdischen Herkunft nicht mehr ins Deutsche Reich zurückkehren wird.
    Doch Marga schwört sich, dass sie sich wiedersehen werden.
    Und das werden sie. Dessen ist sie sicher. Denn der Swing und die Liebe zur Musik verbindet sie auf ewig...

    Paris 1999
    Die junge Pianistin Andrea Cramer finanziert sich ihr Musikstudium mit diversen Engagements in Hotellobbys und Cafés. Immer öfter fällt ihr dabei ein alter, gut gekleideter Mann auf, der ihrem Spiel zuzuhören scheint. Doch jedes mal bevor sie ihn ansprechen kann, verschwindet dieser. Nach einem Unfall lässt sie der Gedanke an den alten Mann nicht mehr los und so beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Dabei kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, das sie auf die Spuren der Swingkids in den Jahren des zweiten Weltkrieges bringt.

    Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und absolut toll recherchiert.
    Wir begleiten zum einen Marga durch die immer düster werdenden Jahre des Krieges, erleben mit ihr zum einen die Freude an der Musik, aber auch ihre Ängste, spüren die Beklemmung und die Auswirkungen des Krieges, die nicht nur sie, sondern vor allem die Swingjugend betrifft, die nach Ausbruch des Krieges mit besonderer Härte verfolgt wurde.
    Zum anderen betreiben wir mit Andrea 60 Jahre später ihre Nachforschungen, und obwohl man als Leser bald ahnt, wohin uns die Familiengeheimnisse führen, ist es sehr schön zu lesen, wie Andrea Stück für Stück vorankommt und dabei selbst die Liebe findet.

    Mit Swing/Jazz habe ich normalerweise nicht viel am Hut, und doch hatte ich während des Lesens immer wieder einige der Lieder, die im Buch erwähnt werden im Ohr und dann begann mein Bein irgendwie automatisch zu zucken... 

    Die beiden Erzählstränge sind in der Form des allwissenden Erzählers gehalten, wobei es die Autorin absolut versteht, ein Kapitel an den interessantesten Stellen zu beenden, um dann wieder in die andere Erzählzeit zu wechseln, so dass man das Buch unmöglich aus der Hand legen kann.
    Die Charaktere, die man im Laufe der Geschichte in beiden Zeitebenen kennenlernt sind eigentlich durch die Bank weg sympathisch
    Obwohl die Geschichte zwischendurch ein paar Längen aufwies, wurde sie trotzdem mit jeder Seite immer spannender und das Ende war so wunderschön, dass ich ein paar Tränchen in den Augen hatte.

    Fazit:

    Wie ein fernes Lied ist ein wunderschöner, berührender Roman über das Schicksal einer jungen Frau in den Wirren des  Zweiten Weltkrieges und einem Familiengeheimnis, dass erst sechzig Jahre später aufgeklärt wird.
    Eine toll recherchierte Geschichte vor der Kulisse des Swing und den Swingkids der vierziger Jahre.
    Absolute Leseempfehlung!
    5 von 5 Sterne 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Piper_Verlags avatar

    Ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald kalte Klänge ...

    Wie lange kann eine Liebe warten, auch wenn sie tief im Herzen verankert ist? In ihrem zauberhaften und persönlichen Roman »Wie ein fernes Lied« erzählt Micaela Jary eine ganz besondere Geschichte von zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten in Hamburg und Paris Trost und Erfüllung in den Klängen und Rhythmen eines vertrauten Instruments finden. Denn die Musik verbindet beide mit einem ganz besonderen Menschen, so wie auch Micaela Jary selbst.

    Mehr zum Buch:
    Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. 

    >> Hier geht es zur ausführlichen Leseprobe 

    Über Micaela Jary:
    Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater...

    Möchtet ihr in diese wunderbare Welt des Swing und der Magie der Pariser Cafés eintauchen? Wir vergeben 15 Exemplare für eine Leserunde*. Um die Chance auf ein Buch zu haben, müsst ihr uns nur verraten, welches Lied euch mit einem besonderen Menschen verbindet und warum!

    Wir freuen uns gemeinsam mit Micaela Jary auf eure Eindrücke!

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