Micah White

 2 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Micah White

Micah White hat die Bewegung Occupy Wall Street mitgegründet. Er blickt auf über zwanzig Jahre innovativen Aktivismus zurück. Seine Essays und Interviews werden weltweit veröffentlicht. The New Yorker nannte ihn einen der einflussreichsten jungen Denker der heutigen Zeit. Micah White lebt mit Frau und Tochter in einer Kleinstadt an der Küste von Oregon

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Micah White

Cover des Buches Die Zukunft der Rebellion: Eine Anleitung (ISBN:9783841214614)

Die Zukunft der Rebellion: Eine Anleitung

 (1)
Erschienen am 18.05.2018
Cover des Buches Die Zukunft der Rebellion (ISBN:9783351050498)

Die Zukunft der Rebellion

 (2)
Erschienen am 18.05.2018

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Rezension zu "Die Zukunft der Rebellion" von Micah White

Rebellion - Nein, danke!
Skeptikervor einem Jahr

Diesem Buch kann man sicherlich einiges vorwerfen, aber mit Sicherheit nicht ein Übermaß an Spannung oder sachlicher Auseinandersetzung. 


Etwas Struktur hätte dem Buch gut getan

Der Titel hört sich gut an: Die Zukunft der Rebellion. Wie soll sie aussehen? Welche Themen soll sie beinhalten? Welche Methoden muss man anwenden, um etwas zu verändern? Wieviel Rebellion braucht es? Was lehrt uns die Geschichte? All das sind komplexe Fragen und es wäre schön, nur einen Teil davon beantwortet zu bekommen, aber leider enttäuscht das Buch auf ganzer Linie. 
Das Buch beginnt mit vier Seiten voller Zitate, wie toll Micah White und sein Buch sind. Das lässt natürlich schlechtes Erahnen, ist aber mittlerweile typisch und gerade bei amerikanischen Büchern geht es wohl nicht mehr anders. Danach folgt ein Rückblick auf die Occupy-Bewegung, nicht sehr detailliert, aber immerhin hat man noch das Gefühl, dass der Autor weiß, wovon er spricht. Schon jetzt aber zeigt sich, was der Grundtenor des Buches sein wird: Ein wilder Mix von allem und jedem, mal hier zwei Zeilen Bezug zum arabischen Frühling, dann Zitate von Lenin, Engels, Bakunin, dann wird zitiert, was zwei Frauen während der Proteste berichtet haben, dann wird die Wirkung der eigenen Briefings beschrieben, dann, warum es Rebellion geben muss und wie Demokratien versuchen diese zu vereinnahmen - haben Sie schon den Überblick verloren? Eine Struktur hätte dem Buch gut getan, ebenso wie der dauerhafte Bezug zu einer Beschreibungsebene - also z.B. ein Eingehen auf theoretische Ansätze von Revolutionen und warum heute welche Teile nicht mehr funktionieren oder ein Beschreiben praktischer Handlungen oder eine tatsächliche Darstellung der Occupy-Bewegung, ihres Scheiterns und der daraus zu ziehenden Schlüsse - aber eben nicht alles auf einmal und dazu noch so wenig intellektuell durchdrungen, dass man sich fragt, ob der Autor jemals ein Buch zu Ende gelesen und verstanden hat. 

Warum Rechte dieses Buch lieben

Richtig schlecht wird das Buch an zwei Punkten: Zum einen beschreibt White amerikanische Demokratiedefizite. Die Analyse geht dabei aber nur so weit, dass sie beschreibt, wie die Occupy-Bewegung mit ihren basisdemokratischen Ansätzen von der Polizei schikaniert wurde und dass sie nichts verändert habe. Der Einfluss des Geldes auf die Politik wird dabei zwar genannt, aber eine Analyse findet hier nicht mehr statt. Weder wird über den Neoliberalismus und seine weltweiten Auswirkungen geschrieben, noch über die Wirkung auf den amerikanischen Traum, noch findet eine Gesamtsicht auf die US-Administration statt, noch werden die unterschiedlichen Kräfte in der amerikanischen Demokratie wahrgenommen. Wo keine Analyse stattfindet, kann man schließlich nur noch mit dem Kopf durch die Wand wollen - und genau das ist es auch, was am Ende übrig bleibt, es wird beschrieben, dass letztlich nur der Umsturz ein Erfolg sei. Und wer das anders sehe, sei halt vom System vereinnahmt, dass sich immer wehrt, bis es dann doch fällt.
Zum zweiten werden sich kaum Gedanken über Konsequenzen einer Revolution gemacht (dass diese friedlich vonstatten gehen können, wird übrigens auch ignoriert, dafür hätte man sich aber auch mit der Geschichte befassen müssen). Damit meine ich vor allem auch die Zeit danach - die größten Revolutionäre werden bekanntlich hinterher die konservativsten Herrscher. Und gerade wenn man Bezug auf den arabischen Frühling nimmt, sollt man sich wenigstens damit auseinandersetzen. Auch die Darstellung anderer erfolgreicher Umbrüche (Syriza, 5 Sterne-Bewegung) werden zwar erwähnt, eigentlich nicht dargestellt, vor allem nicht, dass sie innerhalb einer Demokratie stattfinden.
Am Ende bleibt übrig: Demokratie ist undemokratisch, weil es Polizei gibt und nicht jede soziale Protestbewegung erfolgt hat. Rebelliert einfach dagegen, das ist super. Spätestens jetzt sollten beim Leser im Hinterkopf die Bücher einiger Despoten auftauchen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass White auch vom "Volkskampf" spricht? Kein Wunder, dass das Buch bei Rechten so erfolgreich ist. 
Zuletzt noch ein paar Worte zum Stil: Ein bunter Mix aus Fremdwörtern (Beispiel: "Eine einheitliche Revolutionstheorie ist die Vierheit aus Voluntarismus, Strukturalismus, Subjektivismus und Theurgie.") macht noch kein sachlich-genaues Buch. Es hört sich schlau an und ist es doch nicht. 

Fazit: Ein schlimmes Buch und eine vertane Chance.

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Rezension zu "Die Zukunft der Rebellion: Eine Anleitung" von Micah White

Die Zukunft der Rebellion. Eine Träumerei.
Wedmavor 2 Jahren

Ich war sehr auf das Buch gespannt. Es wurde anders als erwartet. Insgesamt vllt nicht schlecht. Treffende Systemkritik. Es gibt aber ein paar Aber.

Der Autor „Micah White hat die Bewegung Occupy Wall Street mitgegründet. Er blickt auf über zwanzig Jahre innovativen Aktivismus zurück.“ So der Klappentext.

Das Buch ist gut strukturiert. 320 Seiten der gedruckten Ausgabe sind in drei Teile gegliedert: „Heute“, in der die Entstehung, Fehlschläge und das Ende von Occupy Bewegung beschrieben wurde. Teil 2 beschäftigt sich mit den historischen Wurzeln der Rebellion in der weiten und nicht so weit entfernten Vergangenheit. Teil 3 spricht von Morgen, darunter: „Schutz der mentalen Umwelt“, „Die Zukunft der Rebellion, „Drei Szenarien…“, „Prophezeiung“, etc.

Interessant war Whites Meinung zu lesen, warum sie die Occupy Bewegung organisiert haben und warum sie gescheitert war. Bezeichnend auch erschien mir die Reaktion des damaligen US Präsidenten Obama auf die Occupy, auch die seines Vorgängers Bush, als die Massen gegen den Einmarsch in den Irak, quasi ein Vorläufer der Occupy, protestierten.

Paar systemkritische Gedanken haben Hand und Fuß. In etwa, dass man durch permanente Werbung, die auf einen öfter einwirkt, als es einem lieb ist, nicht mehr einen klaren Gedanken fassen kann. Mit der Zeit ist man dazu gar nicht fähig, wenn man nichts gegen den kommerziellen Lärm unternimmt. Recht aufschlussreich waren in dem Zusammenhang die Ansichten des ehem. Vorstandsvorsitzendes einer großen US Firma, was Werbung im Internet und deren Verbreitung insg. angeht.

Interessant, was White zur Zukunft der Rebellion sagt. Dabei stützt er seine Ausführungen auf das Gedankengut der Philosophen Martin Heidegger, Paul Virilio, uvm. Ausflüge in die Geschichte gibt es auch an anderen Stellen reichlich.

In „Drei Szenarien“ spricht White u.a. davon, wie er es gedenkt, die Rebellion in die Tat umzusetzen. Hier spricht er von der „Mondialisierung“, von der „Befreiung der Frauen auf dem ganzen Erdball“, von einer von Frauen geführten supranationalen Regierung, von der Weltpartei.

Naiv kommt er mir vor, nicht nur in diesem Kapitel. Ein Träumer, steht zu befürchten.

Insb. zum Schluss, in „Eine Prophezeiung“ und „Ein letztes Wort…“ verfiel der werte Autor in eine Art spiritistisches Gerede, bei dem er nicht nur seine eigene Glaubwürdigkeit in meinen Augen untergrub, sondern fuhr auch die ganze Sache der Rebellion eher ad absurdum.

Fazit: Das Buch ließ sich insg. ganz flott lesen. White ist ein Anders- und Freidenker, der seine Ansichten mehr oder minder nachvollziehbar zu Papier gebracht hat. Gut, dass es so etwas (noch) zu lesen gibt. Das eine oder andere erscheint durchaus brauchbar. Mir kam das Ganze aber wenig ausgereift vor. Dass dies eine Anleitung darstellen soll…Träumerei passt hier wohl eher.

 

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Rezension zu "Die Zukunft der Rebellion" von Micah White

Zu viel heiße Luft und Theorie
seschatvor 2 Jahren

Wie sieht denn die Rebellion bzw. der Protest der Zukunft aus?

Das hat sich Autor Micah White gefragt, nachdem die von ihm mitbegründete Occupy-Wall-Street-Bewegung von 2011 bereits nach einem Jahr gescheitert ist. Mich konnte der selbst ernannte Rebell damit aber leider nicht überzeugen. Warum?

Einerseits fielen seine Beschreibungen viel zu statisch und theoretisch aus, andererseits hätte ich mir persönlich mehr Einblicke in die Occupy-Bewegung gewünscht. Das soll nicht heißen, dass White letztere gar nicht berücksichtigt hat, doch er setzt ein Grundverständnis dieser kollektiven Protestbewegung aus den USA voraus, das nicht jeder europäische Leser mitbringt. Schade. 
Nun weiß ich zwar, dass es grundsätzlich darum ging, die soziale und finanzielle Ungerechtigkeit im Staat zu beseitigen, Details wurden aber ausgespart. Auch die Verbindung zu den Protestinitiativen in Tunesien, Ägypten und Spanien wurde nur angedeutet. 

Was mich aber am meisten nervte und fast die Lektüre abbrechen ließ, waren Whites dröge, seitenlange Ausführungen über die Prinzipien der Revolution, den theoretischen Unterbau (so z. B. zum Voluntarismus oder zur Theurgie) und die Rolle der Revolution in der Historie (vom Alten Ägypten bis zu Marx und Engels).
Weniger wissenschaftliche Rückschauen hätten der durchaus zeitgemäßen Thematik gut getan.

FAZIT
Ein langatmiger Essay, der meine Fragen nicht beantwortet hat und sich alles andere als leicht durchdringen lässt. So gewinnt man keine Mitstreiter für eine neue Bewegung bzw. Rebellion...

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