Michèle Binswanger

 3 Sterne bei 2 Bewertungen
Autorin von Fremdgehen.
Michèle Binswanger

Lebenslauf von Michèle Binswanger

Michèle Binswanger wurde 1972 in der Schweiz geboren und ist Journalistin und Autorin. Sie studierte Philosophie und Germanistik in Basel. Zwei Jahre arbeitete sie erfolgreich an dem "Mamablog" mit, einer Plattform des Tagesanzeigers. Für diese Arbeit wurde sie 2010 vom Publikum des Branchenmagazins "Schweizer Journalist" zur Journalistin des Jahres gewählt, gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Nicole Althaus. Zusammen veröffentlichten sie das Buch "Macho-Mamas - Warum Mütter im Job mehr wollen sollen". Im Jahr 2016 wurde sie zur "Gesellschaftsjournalistin des Jahres" gewählt. Heute schreibt Binswanger nach wie vor für den Tagesanzeiger und betreibt einen Blog.

Alle Bücher von Michèle Binswanger

Fremdgehen

Fremdgehen

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Erschienen am 11.08.2017

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Rezension zu "Fremdgehen" von Michèle Binswanger

Prolog. Epilog. Und das Dazwischen? (Rezi-Ex)
EvyHeartvor einem Jahr

Ich bin eine Frau. Ich habe (meist) keine Komplexe mit meinem Körper, aber oft bin ich nicht selbstbewusst. Ich habe einmal meinen Partner betrogen. Ich wurde bereits betrogen. Deswegen habe ich mich im Buch nicht wiedergefunden. Weil es die Autorin nicht geschafft hat, so umfassend über das Thema zu reden, wie ich es erwartet habe.

Was habe ich erwartet?


Als ich das Buch im Netgalley-Katalog fand, war ich erfreut. Der Titel klingt locker und das Thema ist interessant. Der Klappentext hat mich begeistert und auch in Interviews wirkt es, als ob die Autorin das Thema gerafft und von vielen Seiten betrachten will. Vielleicht Verständnis für Frauen aufzeigt.

Doch auch nach dem Schluss bin ich nicht sicher, ob das Buch bewusst ein bisschen provozierend geschrieben ist oder es aus Sicht der Autorin nur Monogamie und Polyamorie gibt.

Die Idee zum Buch entstand übrigens nach einem Artikel in der " Zeit" (vom 22.03.2012). Aus meiner Sicht ist der Artikel genug, eines Buches hätte es nicht bedarft.

Inhalt und Gestaltung/Schreibstil


Das Buch hat 16 Kapitel, die ich aber nur schwer voneinander abgrenzen kann. Themen sind u.a. "Das Dilemma der Frauen", "Nymphomanie - Die Erfindung einer Krankheiten" und "Die neuen Frauenbewegung"

Das Buch liest sich wie ein Essay, ein langer, langer Redefluss mit wenigen Zitaten und keiner Fußnote. Aber es gibt ein Literaturverzeichnis. Bei "Sex at Dawn" wurde das Thema wissenschaftlich aufbereitet, in diesem Buch fühlte ich mich sehr verunsichert, weil die Quellen nur am Ende genannt wurden. Nur Aussagen von Ulrich Clement (ein Paartherapeut) werden eingebunden.

Geschichten von Otto-Normal-Frauen und berühmten Persönlichkeiten werden erzählt, aber nicht interpretiert. Manchmal sind sie zu ausführlich.  Ich habe zu diesen Stellen eine starke Bindung aufgebaut, weil sie "erzählen". Im starken Kontrast dazu stehen die Passagen, in denen die Erzählerin ihre Gedanken fließen lässt.

Was fand ich gut?


Gut gefallen hat mir die Anektdote am Anfang, die auch im Zeit-Artikel erwähnt wird: Wenn man selbst fremdgeht, ist das ok. Wenn es der Partner tut, nicht :-)

Ähnlich gut, aber zu philosophisch, sind die letzten beiden Kapitel, in der Kant und Platon und Sokrates erwähnt werden. Ein sehr philosophischer Teil, der mir gefallen hat, weil er abstrakter ist.

Tipps für Frauen zum Fremdgehen finden sich auch, ein paar. Aber sehr wenige.

Außerdem zeigt die Autorin, dass Fremdgehen Verantwortung bedeutet, dass man nicht immer Spaß hat, sondern auch innerhalb der Affäre negative Gefühle entstehen können. Das war sehr schön :-)

Was hat mir nicht gefallen?


Das Buch hat mich getrieben, es zu lesen, weil ich hinter das Geheimnis des "Fremdgehens" kommen wollte. Aber oft wollte ich es an die Wand werfen. Wegen der Klischees. Ausführlich wird erzählt, dass Frauen für ihre Triebe verurteilt werden, dass sie sich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt fühlen, dass sie mehr leisten müssen. Ich fühle mich unter Druck gesetzt - als Mensch. Und ich denke, dass viele Motive für Fremdgehen auch bei Männern zutreffen.

Ich denke, dem Buch hätte eine klare Richtung gutgetan: Mehr Wissenschaft oder mehr Persönlichkeit. Die Autorin versucht, "Fremdgehen" zu entschlüsseln, wirkt aber distanziert und verliert sich in "reden" Ich hatte das Gefühl, dass sie Fremdgehen verurteilt.

Fazit


"Fremdgehen - Ein Handbuch für Frauen" hält nicht, was es verspricht. Es ist der leider gescheiterte Versuch, ein Thema zu ergründen, das man als Autorin in zwei Seiten besser zusammengefasst hat. Im Epilog wirkt die Autorin wahrhaftig, beim Rest planlos. Ich konnte manches mitnehmen, aber im Buch lese ich vieles, das ich bereits kenne. Vielleicht bin ich die "falsche" Leserin, vielleicht wollte die Autorin schreiben, aber sie hat sich nicht getraut.

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coffee2gos avatar

Rezension zu "Fremdgehen" von Michèle Binswanger

etwas mehr Leichtigkeit wäre schön gewesen
coffee2govor einem Jahr

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Die Autorin beschreibt theoretisch und anhand von Fallbeispielen die unterschiedlichen Motivationen von Frauen um Fremdzugehen und auch wie sich ihr Leben dadurch verändern kann und wird. Auch die psychologische Sichtweise wird eingebracht.

 

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin ist Journalistin und dies hat man auch an ihrer Art zu schreiben sehr gut erkennen können. Es waren alle Fakten und Daten gut recherchiert und korrekt wiedergegeben, allerdings war es teilweise über längere Strecken recht trocken zu lesen. Die Fallbeispiele waren im Vergleich dazu richtig auflockernd und aus dem Leben. Positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin nicht wertend auf die einzelnen Personen eingegangen ist, sondern die jeweiligen Sichtweisen über Beziehungen aufgezeigt wurden. Mir hat aber gerade bei diesem Thema die Leichtigkeit ein wenig gefehlt. Gerade aufgrund des auffälligen und ansprechenden Covers habe ich dies vielleicht auch irrtümlich hineininterpretiert.

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Michèle Binswanger wurde am 01. Januar 1972 in Schweiz geboren.

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