Michael Behrendt

 3.9 Sterne bei 50 Bewertungen
Autor von Steinefresser, I don't like Mondays und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Behrendt

Michael Behrendt wurde 1969 geboren und arbeitet seit vielen Jahren als Journalist. Derzeit ist er Chefreporter der Berliner Morgenpost und leitet dort die Polizeiredaktion. Anfang 2014 ist außerdem sein erstes Buch unter dem Titel "Vertuscht, verraten, im Stich gelassen. Ein Polizeireporter deckt auf" erschienen. Behrendt lebt mit seiner Familie in der Nähe von Berlin.

Alle Bücher von Michael Behrendt

Cover des Buches Steinefresser9783943737172

Steinefresser

 (35)
Erschienen am 10.11.2014
Cover des Buches I don't like Mondays9783806234855

I don't like Mondays

 (8)
Erschienen am 01.03.2017
Cover des Buches Vertuscht, verraten, im Stich gelassen9783492303606

Vertuscht, verraten, im Stich gelassen

 (4)
Erschienen am 20.01.2014
Cover des Buches Provokation!9783806239225

Provokation!

 (2)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Die arabische Gefahr9783785726617

Die arabische Gefahr

 (1)
Erschienen am 30.09.2019
Cover des Buches Vertuscht, verraten, im Stich gelassen9783492962605

Vertuscht, verraten, im Stich gelassen

 (0)
Erschienen am 23.01.2014
Cover des Buches Am Ende Maria9783833404924

Am Ende Maria

 (0)
Erschienen am 01.06.2004

Neue Rezensionen zu Michael Behrendt

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Rezension zu "Provokation!" von Michael Behrendt

Künstlerische Freiheit oder „Hate-Song“?
Igelmanu66vor einem Jahr

Ich erinnere mich gut an den Anfang der 80er Jahre – das war meine Zeit. Keine Fete kam ohne „Relax“ von Frankie Goes to Hollywood aus, wir tanzten den „Mussolini“, grölten zu Westernhagens „Dicke“ mit und sangen mit Inbrunst Falcos „Jeanny“. Natürlich wollte niemand von uns vergewaltigt und ermordet werden, einige der Mitgröler hatten klares Übergewicht und wir dachten alle klar links. Was war da also mit uns los? Eins war schon mal klar: Eltern, Lehrer und die Medien regten sich über die Songs mächtig auf…

 

Schon immer gab es Musik, die provozierte. Manchmal so sehr, dass sie verboten wurde. Aber auch ohne, dass sie im Radio laufen, haben grenzwertige Songs hohe Verkaufszahlen, eine Indizierung kann sich sogar als höchst werbewirksam erweisen.

 

Warum ist das so? Was macht den großen Reiz und den Erfolg der Provokation aus? Um sich einer Antwort zu nähern, stellt dieses Buch über 70 umstrittene Songs aus der Zeit ab 1920 bis heute vor, chronologisch geordnet, einzeln aufgeschlüsselt, analysiert und bewertet.

Schnell werden deutliche Unterschiede klar. Provokation kann etwas sehr gutes sein, für erstrebenswerte Ziele kämpfen, positive Veränderungen herbeiführen. Aber sie kann auch schlecht sein, menschenfeindliche Haltungen ausdrücken, sich rechtsradikal, antisemitisch, homophob oder sexistisch äußern, womöglich gar zu klarer Gewalt aufrufen.

 

Nicht immer fällt die Einordnung leicht, nicht selten stellt man sich die Frage, ob der konkrete Song nur provozieren, eine satirische Zuspitzung darstellen oder womöglich doch ein Hass-Statement verbreiten will. Wichtig für die Beurteilung ist die Analyse, wer eigentlich im Song spricht. Die reale Person des Künstlers oder die öffentliche, für die Medien inszenierte Person? Oder die fiktive Persönlichkeit im Song? Michael Behrendt führt aus, wie man all das unterscheiden kann und weshalb es so wichtig ist, sich hier Klarheit zu verschaffen.

 

In den hier chronologisch vorgestellten Songs findet sich praktisch zu jeder Haltung oder Intention ein Beispiel. Gleichzeitig macht man als Leser eine Zeitreise und kann verfolgen, wie sehr die populäre Musik ein Spiegel der Gesellschaft ist.

Es tauchen dabei viele bekannte Namen und Songs auf, bei den älteren staunte ich manches Mal. Bill Haley’s „Rock around the clock“ ist nach heutigem Maßstab wirklich harmlos, war aber in den 50er Jahren Ausdruck der aufbegehrenden Jugend, eine »hochemotionale Absage an das Establishment mit seinen moralischen Zwängen und seinem Leistungsethos.« Man sieht: Was provoziert, ist immer abhängig von der Zeit und dem gesellschaftlichen Kontext. Zeiten ändern sich, die Gesellschaft ändert sich und was akzeptiert oder erlaubt ist und was provoziert, ändert sich entsprechend auch ständig.

 

Reichlich interessante Infos sammle ich beim Lesen. Welches war zum Beispiel die erste indizierte Schallplatte in Deutschland? Was hatte es mit dem „Whitewashing“ in den 50er Jahren in den USA auf sich? Oder ein großes Erfolgserlebnis: Der Song „Hurricane“ von Bob Dylan führte tatsächlich zur Wiederaufnahme eines Strafverfahrens und letztlich einem Freispruch für den zuvor unschuldig Verurteilten. Sehr aktuell endet der Überblick mit dem Echo-Skandal rund um Kollegah & Farid Bang von Ende 2018.

Die Auswahl der Songs ist natürlich eine subjektive und alles andere als vollständig. Mir fehlten auch so einige Titel bzw. Interpreten, nach der Lektüre fällt mir deren Beurteilung aber nun leichter.

 

Zum Ende werden häufig zum Thema gestellte Fragen aufgegriffen und versucht zu beantworten. Hier gibt es noch mal genauere Ausführungen zu einzelnen Musikrichtungen, zum Moralverständnis von Rappern und zur Gefahr rechtsradikaler Songs. Es wird erklärt, was Zensur ist und was die Bundesprüfstelle tut, diverse Infos rund um das Thema Indizierung und die abschließende Betrachtung, wie wir zukünftig mit kontroversen, erst recht mit fragwürdig-kontroversen Songs umgehen können, runden alles ab.

 

Fazit: Künstlerische Freiheit oder „Hate-Song“? Nach diesem interessanten und informativen Überblick ist man schlauer. Ein tolles Buch für jeden Musikinteressierten.

Kommentare: 7
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Rezension zu "Provokation!" von Michael Behrendt

Lexikon der "Auf die Fresse"-Künstler oder einfach nur GEIL
aus-erlesenvor einem Jahr

Geil! So ein Wort in den Mund zu nehmen, ja, es gab Zeiten, in denen man dafür mehr als schräg angeschaut wurde. Bruce & Bongo waren die Interpreten des gleichnamigen Titels und sorgten im Frühjahr 1985 wochenlang für heftige Kontroversen. Heute belächelt man eher diejenigen, die „geil“ als vermeintliche Jugendsprache deklarieren. So schnell kann’s gehen, erst der Teufel, dann Lachnummer. Bruce & Bongo brachte es beides, bis sie wieder dahin verschwanden, wo sie herkamen. In den Untiefen der Bedeutungslosigkeit. Ein typisches One-Hit-Wonder.
Doch „Geil“ war bei Weitem nicht das Fanal für Provokationen in der Pop-Musik. Eine Provokation ist per se immer an die herrschenden Verhältnisse gekoppelt. In einer prüden Gesellschaft kann beispielsweise allein schon die bloße Andeutung von sexuellen Handlungen Grund zur Aufregung geben. In einer humanistischen Gesellschaft sind Texte, die gegen Homosexualität, Ausländer und für die Leugnung von historischen Fakten einem hasserfüllten Publikum Futter geben, nicht minder große Aufreger. Bestes Beispiel ist hierfür die Abschaffung des deutschen Musikpreises Echo, nachdem die „Rapper“ Kollegah und Farid Bang (schon allein die Namen sollten eigentlich beim Publikum für Schmunzeln sorgen) mit ihren skandalträchtigen Texten nominiert wurden. Analog zu Bruce & Bongo kann man hier leider nicht davon sprechen, dass Provokation in der Popmusik nun ein Ende hat.
Bei der Provokation muss man zwischen zwei Arten unterscheiden: Der gezielten Provokation (meist kurzfristig, ein Phänomen der Gegenwart, die immer mehr Unbedarfte ins Visier der Öffentlichkeit spült) und dem puren Ausleben der eigenen Leidenschaft, die automatisch provoziert. Kaum einer würde wohl einem Bill Haley unterstellen, dass er die Gesellschaft mit heißen Rhythmen unterwandern wollte. Er liebte den Rock ‘n Roll und das allein war schon Grund zur Besorgnis. Bei Rappern der Gegenwart, egal ob dies- oder jenseits des Atlantiks, überkommt einem nur allzu oft das Gefühl, dass hier eine im Vorfeld genau durchexerzierte Provokation stattfinden soll. 
Ob der Playback-Skandal von Milli Vanilli, Alice Coopers Bühnenshows, Westernhagens Anklage gegen Adipöse oder der Aufstieg von Conchita Wurst – Autor Michael Behrendt wühlt im Schmutz der Lautmacher und ihrer Ausdrucksformen. Schon das Cover (Banksys kissing police) führt den Leser auf die richtige Spur. Peter Toshs „Legalize it“, „Antichrist Superstar“ von Marilyn Manson (dessen Name schon für leuchtende Augen bei denen sorgt, die sich bewusst abgrenzen wollen) oder „The queen is dead“ von den Smiths – hier wird jeder fündig, der die Charts als Leitfaden zur Selbstbestimmung versteht. 
Nicht jede vokale Provokation ist mit dem Interpreten gleichzusetzen. Denn nicht jeder, der auf einer Bühne nach Beachtung schreit, hat seine Texte selbst verfasst. Das relativiert so manches böse Wort. Und im Laufe der Zeit kehrt der eine oderandere Provokateur seinen Wurzeln des Erfolgs den Rücken. Hier noch ein paar Beispiele aus dem Buch, die dem Leser entweder in Verzückung versetzen, ein „Ach so“ entlocken oder für Verwunderung sorgen: Judas Priest – schwuler Sänger, harte Riffs, explizite Texte. Das führte zur Anhörung vor höchsten Stellen. Tipper Gore, Ehefrau von „Umweltaktivist“ und Ex-US-Vizepräsident Al Gore war die treibende Kraft dahinter. Body Count und „Cop Killer“ – so wird auch die Schusswesten durchschlagende Munition genannt – Erklärung überflüssig. t.A.T.u. – Ihr Liedchen „All the things she said“ – ein Zungenbrecher für die germanischen Sprachhüter brachen mit dem dazugehörigen Video einen Sturm der Entrüstung los. Zwei Mädchen, die sich küssen – wo soll das noch hinführen. Die Antwort wird in Deutschland indirekt immer wieder und immer unverhohlener auch von echten Demokraten versprochen. Die Zukunft sieht deutlich verklemmter aus, als es die jüngere Vergangenheit war.
Dieses Buch ist keine Provokation! Es ist das aufwendig recherchierte Lexikon dessen, was Provokation war und immer noch ist. Nüchtern wirft Michael Behrendt einen Blick hinter den Vorhang der Aufreger der Populärmusik. Ein Buch, das man spätestens dann wieder (und wieder und wieder) in die Hand nimmt, wenn Paul Hardcastles „19“, Prince‘ „Controversy“ im Radio erklingen oder Die angefahrenen Schulkinder wieder einmal vom Sex mit Steffi Graf fantasieren. Falls es noch Musikredaktionen gibt, die dieses Buch nicht im Schrank haben – schämt Euch! – kauft es! Ist allemal besser als die tausendste Nennung der Radiostation und millionenfacher Hinweise auf sinnentleerte Gewinnspiele, um die Quote während der Medienanalyse künstlich anzuheben.

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Rezension zu "I don't like Mondays" von Michael Behrendt

Sehr sehr schade
HudRomvor 3 Jahren

Ein tolles Thema und auch der Anfang ist sehr vielversprechend. Jedoch hat sich die Anfangseuphorie leider sehr rasch gelegt. Bereits vor der Hälfte besteht das Buch fast ausschließlich aus Songtexten, die wiedergegeben und übersetzt werden. Sehr sehr schade...

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Steinefresserundefined
Ich habe noch einmal 10 Exemplare von STEINEFRESSER loseisen können. Ja - der spannende Berlin-Thriller mit dem harten SEK-Beamten Wolf Schacht! Jetzt können all diejenigen ein Exemplar ergattern, die beim letzten Mal leer ausgegangen sind. Und auch diejenigen, die über die tollen LOVELYBOOKS-Rezensionen auf das Buch aufmerksam geworden sind.
###YOUTUBE-ID=-LpExUUXtUs###


Worum geht es? Lest hier Blog-Einträge vom Autor und Rezensionen aus der Presse und von Lovelybookern und Bloggern.: www.wolf-schacht.de


Beantwortet dann einfach diese Frage: Wo werdet Ihr Eure Rezension streuen, wenn Ihr ein Exemplar gewinnt?

Wir verlosen unter allen Einsendern (bitte an cm@levante-verlag.de) je ein Exemplar. Einsendeschluss ist Aschermittwoch (denn dann ist ja alles vorbei), der 18.02.2015. Wir freuen uns auf Euch. Alaaf Christoph
62 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Steinefresserundefined

Nachdem so viele Anfragen bei uns eingegangen sind, machen wir es: Es gibt eine Leserunde zum wohl härtesten SEK Beamten Berlins. Bevor ich Euch erzähle, warum Ihr das Buch haben müsst, lest einfach die Rezensionen (http://www.wolf-schacht.de/) Eurer Mit-Lovelybooker. Wer diesen Thriller nicht kennt, hat im Krimi-Winter 2014 richtig was verpasst! Die Winter in Berlin sind knallhart. Fast so hart, wie dieses Buch.

Kein Buch ohne eine Gewinnspielfrage:
###YOUTUBE-ID=-LpExUUXtUs###

Der Autor von STEINEFRESSER Michael Behrendt bekommt im Buchtrailer einen so heftigen Schlag (Autsch!) ab, dass Blut fliesst:

a) aufs Ohr
b) die Nase
c) die Nieren

Bitte schickt die richtige Antwort an cm@levante-verlag.de. 
NICHT hier posten, sonst verderbt Ihr ja den anderen den Spaß. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Exemplare dieses spannenden Thrillers. Und im Gegenzug erwarten wir nur eine Rezension....

Wie meinte eine Freundin letztlich: >>Das schenke ich 'meinem Typ' - eigentlich liest der nicht, aber STEINEFRESSER ist ja ein Film.<<

Jetzt wünschen wir Euch allen viel Glück und freuen uns auf Eure Lösungen! 
Euer
Christoph



PS Wir haben den Autor Michael Behrendt für eine Schluss-Runde mit Euren Fragen eingeladen. Glaubt mir - Ihr werdet etliche Fragen haben!
149 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Levante_Verlagvor 5 Jahren
Prima, danke! Das hilft dem Verkauf den Plattformen :-)
Cover des Buches Steinefresserundefined
###YOUTUBE-ID=-LpExUUXtUs###
Liebe Lovelybooker,

hier kommt jetzt ein ganz exklusives Gewinnspiel: Denn noch bevor das Buch in den Handel kommt, verlosen wir 10 Exemplare des neuen knallharten Krimis (wirklich nichts für schwache Nerven!!!) Steinefresser von Michael Behrendt. Der Autor ist Polizeireporter hier in Berlin und hat ein spannendes Buch mit einem unglaublichen Plot geschrieben. 

Neugierig?

Dann beantwortet die Gewinnspiel-Frage richtig und schickt eine Mail an cm@levante-verlag.de (bitte die Antwort NICHT hier posten - Spoiler!).

"Steinefresser" nennt man

a) ein sehr kleines schwarzes Loch im Universum
b) die erste Reihe Polizisten bei (gewalttätigen) Demonstrationen
c) eine seltene bayerische Pilzart

Bitte schickt Eure Antwort bis zum 5.11.14. Unter allen richtigen Antworten verlosen wir 10 Bücher. Dann haben die Gewinner das Buch eine knappe Woche vor Erscheinen in der Hand. Und danach freuen wir uns auf Eure Rezension.

Das erste Presse-Statement ist auch schon da:

"Süffig! Dieses Buch wird seine Leser finde."
Jan-Eric Peters, Chefredakteur der Welt-Gruppe

Christoph vom Deutschen Levante Verlag
83 BeiträgeVerlosung beendet

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