Michael Behrendt Vertuscht, verraten, im Stich gelassen

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Inhaltsangabe zu „Vertuscht, verraten, im Stich gelassen“ von Michael Behrendt

Ob Geiselnahme, Bankraub oder Amoklauf: Es gibt kaum ein Verbrechen, über das Michael Behrendt noch nicht berichtet hat. Oft ist er bereits vor der Polizei am Tatort und konnte schon so manches Mal zur Aufklärung eines Falles beitragen. In seinem Buch erzählt er von besonders erschreckenden Verbrechen, aber er zeigt auch den Polizeialltag auf den Straßen. Dabei enthüllt er unbekannte Hintergründe einiger spektakulärer Fälle und erlaubt einen tiefen Einblick in den nervenaufreibenden Job eines Polizeireporters.

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  • "27 Jahre Dreck im Kopf"

    Vertuscht, verraten, im Stich gelassen
    R_Manthey

    R_Manthey

    02. August 2015 um 15:57

    "..., so nenne ich das immer, wenn ich Freunden versuche, den Job zu erklären." Das schreibt Behrendt im Kapitel "Traurige Gedanken" über seinen Beruf. Und wenn man sein Buch liest, dann versteht man, was er meint. Behrendt schmiß die Schule, weil er keine Lust mehr hatte, die letzte Ehrenrunde zu drehen, und wird bei einer Berliner Boulevard-Zeitung Polizeireporter. Er hat damit seinen Traumberuf gefunden. Die meisten seiner Berufsjahre verbringt er in Berlin. Er arbeitet aber auch einige Zeit in Hamburg und als Kriegsreporter im Ausland. Als Reporter, der Kriminalfälle oder Randale wirklichkeitsnah schildern soll, muss man schnell sein, im Idealfall natürlich schneller als die journalistische Konkurrenz. Dazu braucht man entweder Beziehungen zur Polizei oder gute Leute, die aus anderen Quellen schnell erfahren, was die Kundschaft der Zeitungen, für die man schreibt, morgen dringend wissen will. Und natürlich stört dabei auch ein gewisses Maß an emotionsarmer Sachlichkeit im Umgang mit emotionsgeladenen Ereignissen nicht. Man kann dabei allerdings leicht zum Zyniker werden. Aber Behrendt hat sich nicht auf diese Seite ziehen lassen. Das nötigt sehr viel Respekt ab. Behrendt schildert in vielen kurzen Kapiteln Fälle aus seinem Berufsleben. Dabei zeigt sich immer wieder, wie schmal der Grat ist, auf dem er seine Arbeit leistet. Er muss nicht nur seine innere Stabilität bewahren, sondern auch auf seine eigene Unversehrtheit achten, denn manche Einsätze sind lebensgefährlich. Etwa, wenn er sich in die linksautonome Krawallszene wagt und dort für einen Zivilbeamten gehalten und entsprechend behandelt wird. Andererseits braucht ein Polizeireporter seine Story so schnell wie möglich. Er befragt Angehörige von Opfern, die manchmal erst von ihm ihr plötzliches Schicksal erfahren. Wer so etwas kann, muss schon recht schmerzfrei im Umgang mit dem Elend anderer sein. Man lernt beim Lesen dieses Buches sehr viel über die Verhältnisse, in denen sich diese Art von Berichterstattung abspielt. Das ist aber nur eine Seite der Geschichte. Die andere zeigt die gesellschaftliche Wirklichkeit und ihre Veränderung über die Jahre. Behrendts Aufforderung an Politiker, sich doch mal an Einsätzen der Polizei zu beteiligen, um der Realität auf die Spur zu kommen, wird selbstverständlich ins Leere laufen. Denn dann würden diese Leute schließlich hautnah sehen, was sie nicht sehen wollen, was aber Behrendt immer wieder beschreibt: Der Respekt vor der Polizei ist weiten Teilen der Bevölkerung abhanden gekommen. In einige Stadtteile bestimmter Städte traut sich die Ordnungsmacht schon gar nicht mehr. Dort herrschen Strukturen, die mit deutschem Recht nichts mehr zu tun haben. Immer öfter muss ein SEK angefordert werden, weil die Gewaltbereitschaft gestiegen und die Hemmschwelle gesunken ist. Auch über solche Einsätze schreibt Behrendt, der offenbar einige dieser Elitepolizisten gut kennt. Wenn man sich also ein Bild von Teilen der deutschen Wirklichkeit, vom Polizeialltag und von der Tätigkeit eines Polizeireporters machen möchte, dann ist man mit Behrendts Buch sehr gut bedient. Es ist kurzweilig und spannend geschrieben, aber natürlich auch mal mehr und mal weniger im Stile der Zeitungen, für die Behrendt tätig war.

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