Michael Beisteiner

 4.8 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Die kreisrunde Reise des Ika Wendou, Der Tomatenrebell und weiteren Büchern.
Autorenbild von Michael Beisteiner (©Emina Adamovic)

Lebenslauf von Michael Beisteiner

Michael Beisteiner, geboren 1977, lebt als freier Autor in Wien und Serbien. Er studierte Philosophie und bereiste einige Teile der Welt. Die Gründung einer Familie konnte sein Reisefieber etwas senken. Zehn Jahre lang war er Sänger und Texter einer Hardcore-Punkband. Zuletzt erschien der Lyrik-Band zwischenlandungen. Sein bisher bekanntestes Werk ist das seltsame Kinderbuch Die kreisrunde Reise des Ika Wendou

Mitgliedschaften: IG Autoren/innen Literaturkreis Podium PEN-Club

Alle Bücher von Michael Beisteiner

Cover des Buches Die kreisrunde Reise des Ika Wendou (ISBN: 9783850523400)

Die kreisrunde Reise des Ika Wendou

 (8)
Erschienen am 06.11.2015
Cover des Buches Der Tomatenrebell (ISBN: 9783903326026)

Der Tomatenrebell

 (3)
Erschienen am 20.03.2020
Cover des Buches Verteilt im Traum (ISBN: 9783853060162)

Verteilt im Traum

 (0)
Erschienen am 01.01.2000
Cover des Buches Das Leben, der Tod, ein Tanz (ISBN: 9783853060025)

Das Leben, der Tod, ein Tanz

 (0)
Erschienen am 01.01.1998
Cover des Buches zwischenlandungen (ISBN: 9783903189270)

zwischenlandungen

 (0)
Erschienen am 19.12.2018

Neue Rezensionen zu Michael Beisteiner

Neu

Rezension zu "Der Tomatenrebell" von Michael Beisteiner

Einer macht nicht mit!
Gwhynwhyfarvor 16 Tagen

«Seht ihr das auch? … Die spitzen Dächer über den roten, rundlichen Häuschen? Ja? Das ist das Dörfchen Paradull. In dem hausen die Paradulis. Hört ihr die vielen Vögel? Sie lieben diese grünen Wiesen. Zilpzalps zirpen hier, und auch Gelbspötter, Schwalben und Braunellen, Zippammern, Zaunkönige und freche Wiesenpieper. Dort: Zitronengirlitze – und da: jede Menge Waldbaumläufer. Sogar Singdrosseln. Mmh … Dieser Duft von frischen Tomaten! Kein Wunder, wo doch all die Hügel übersät sind davon. Reihe an Reihe an Reihe … Kommt, wir spazieren mal nach Paradull. Bestimmt sind wir dort herzlich» willkommen! 


Eine Parabel für Kinder zum Kapitalismus. Michael Beisteiner hat diese Geschichte als Reportage gestaltet. Der Anfang gleicht einer Kameraperspektive aus dem Vogelflug. Landen und in das Dorf hineinspazieren. Gemütlich geht es hier zu. Tomaten, Tomaten, Tomaten – Tomatensaft-Bar, es gibt eine Tomatenschule, Versammlungsplatz, auf dem auch das Fest des Tomatenwerfens stattfindet, bei dem sich das ganze Dorf mit den roten Früchten bewirft, bis alle klitschnass vom roten Saft triefend ihr Fest feiern. Das Dorf der Paradulli strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Schon ihre Vorfahren hatten das Ziel, die allerbesten, schmackhaftesten Tomaten der Welt zu züchten. Es gab einmal eine Zwischenzeit, da war das nicht so, erzählt uns der Älteste.


Eines Tages taucht ein Mann namens Bissl Bissi auf. Er behauptet, ein Allheilmittel gegen Unkraut zu haben: Unkrautnix. Der Typ kann reden, dass man von seinen Worten ganz besoffen wird. Kein Unkraut – kein Unkraut zupfen. Viel Zeit für die Menschen, sich in Ruhe in die Sonne zu legen. Und noch etwas! Der Ertrag vom Feld würde sich verdreifachen! Bissl Bissi wird bejubelt. Nur einer ist misstrauisch, Der wilde Paradulli, sagt, darüber müsse man in Ruhe nachdenken, abwägen, sich informieren, irgendwas könne hier nicht stimmen. Doch Bissl Bissi verlangt eine sofortige Entscheidung. Und klar, die Dörfler heben alle den Finger, bis auf einen. Nun fließt in Mengen Unkrautnix auf die Felder. Nur einer macht weiter wie zuvor. Kein Unkraut mehr, und dreifache Ernte! Dreifache Ernte bedeutet dreifache Arbeit. Und  Bissl Bissi hat noch ein paar Ideen, die Produktion zu steigern, macht die kleineren Tomaten vom wilden Paradulli schlecht, die teils Orange sind, in verschiedenen Größen und manche haben sogar braune Flecken. Der Wilde liegt gern mal auf seinem Gartenstuhl, genießt die Sonne. Die anderen sieht er kaum noch, sie arbeiten, was das Zeug hält, haben nicht mal Zeit Feste zu feiern. Und diese dicken Tomaten, denkt der Wilde – Pfui Teufel!


Michael Beisteiner beschreibt in diesem Kinderbuch die übelste Art von Ausnutzung der Ressourcen. Den Boden überdüngen, mit Pestizden vollpumpen – das Ergebnis hier sind große, gutaussehende Tomaten, die nach Nichts schmecken, verstecktes, unsichtbares Gift. Gleichzeitig treibt Bissl Bissi alle Bewohner zu noch mehr Arbeit an: immer mehr! Mehr Arbeit, mehr Produktion, mehr Umsatz. Wer dreht gemütlich die Daumen und schummelt, verdient an den anderen? 

Der wilde Paradulli jedoch bleibt ein Außenseiter, besonnen, kalkulierend, aufmerksam. Er macht bei dem Spiel nicht mit. Und eines Tages reicht es ihm. Gleich zu Beginn nimmt uns der Autor atmosphärisch in eine wundervolle Landschaft mit, ein gemütliches Dorf, der Leser wird direkt angesprochen, dem Erzähler zu folgen. Die Perspektive wechselt, der Dorfälteste berichtet uns von den Geschehnissen im Dorf. Das Buch gleicht einer Reportage, einem Interview. Anhand der Tomatengeschichte lässt sich wunderbar die Verseuchung von Grundwasser, Überdüngung, Insektensterben, Produktverwässerung und das Wirtschaftsprinzips der Produktionssteigerung erklären. Gute Idee. 


Alex Nemec hat den Text mit ein paar Grafiken bereichert – Bleistift-, Kohlezeichnungen, plus rote Akzente. Sie sind ganz witzig, lockern den Text auf. Leider wird er auf dem Cover und auch auf der Website des Verlags nicht erwähnt. Das ist nicht üblich und für mich beschämend. Eins hat mich an diesem Buch maßlos gestört: Es gibt in diesem Ort nicht eine Frau! Die Schlümpfe haben wenigstens Schlumpfinchen. Der Erzähler ist ein Herr – der Dorfälteste, der Rebell und andere Männer, Bissl Bissi und seine Männer, die Bewohner. Wie haben die sich eigentlich fortgepflanzt? Oder ist es schlicht so, dass Frauen im Leben nicht zählen, so wie der Grafiker? Eine Altersempfehlung fehlt leider auch auf der Verlagswebsite des wort-weit Verlags. Daher von mir eine Empfehlung: ab 10 Jahren. In der Mitte wird die Geschichte ein wenig zäh, und um sie zu verstehen, braucht es Grundverständnis der Biologie, des Wasserkreislaufs – der Physik für das Ende, usw. Auch braucht es einen Erwachsenen, der die Zusammenhänge erklärt, denn nur für einen Erwachsenen ist die Geschichte selbsterklärend. So nett wie die Story ist, es fehlt mir der Respekt im großen Ganzen. Ein Buch ist ein Rundumpaket.


Michael Beisteiner, geboren 1977, lebt als freier Autor in Wien und Serbien. Er studierte Philosophie und bereiste einige Teile der Welt. Die Gründung einer Familie konnte sein Reisefieber etwas senken. Zehn Jahre lang war er Sänger und Texter einer Hardcore-Punkband. Er schrieb für das 25magazine. 

Alex Nemec wuchs in einem Weinviertel auf, war er schon im frühen Kindesalter von der Natur begeistert. Zeichnen wurde ihm in die Wiege gelegt. Alexander Nemec verschlang Band um Band über Tiere und Pflanzen der umfangreichen Bibliothek seiner Eltern. Während Natur seine große Leidenschaft ist, ist Malen sein Schicksal. So kam es, dass er zwar Biologie studierte, das Studium aber abbrach und sich immer mehr mit Kunst, der Welt und sich selbst auseinanderzusetzen begann. Heute lebt und arbeitet er in Wien als Künstler. 

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/der-tomatenrebell-von-michael.html

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Rezension zu "Der Tomatenrebell" von Michael Beisteiner

Der Tomatenrebell
Esme--vor 2 Monaten

Inhalt:


Hinter den Hügeln, in einer wunderschönen Landschaft, die romantischer nicht sein könnte, liegt das Dorf Paradull. In diesem Idyll leben die Paradullis. Hier in einer Welt voller Lebenshunger und  Naturschönheit weht einem der Duft von köstlich frischen Tomaten entgegen. Aber das war nicht immer so …


Vor einer Weile, berichtet der alte Paradulli, erschien ein Fremder in dem kleinen Dorf. Bissl Bissi nannte sich der Mann, der auf seiner Obstkiste große Reden schwang. Ja, große Reden schwingen, das konnte der Fremde gut. Er berichtete von einem Wundermittel namens Unkrautnix, das in der Lage sei, die Arbeit der Paradullis auf den Tomatenfeldern unglaublich zu erleichtern. Kein Unkraut jäten mehr und dafür viel mehr Tomaten, die die Pflanzen fortan tragen würden. Die Menge an Gemüse würde sich nicht nur verdoppeln, sondern verdreifachen!


Die Paradullis waren allesamt neugierig und lauschten den Worten des Fremden mit großer Begeisterung. Nur einer von ihnen verzog skeptisch das Gesicht. Der wilde Paradulli, der ständig Mittagsschlaf hielt, und immer ein wenig aus der Reihe fiel, traute dem Versprechen des Fremden nicht. Irgendwas war an diesem Angebot doch faul.  


Aber so skeptisch der wilde Paradulli auch blieb. Die anderen Dorfbewohner waren von Bissl Bissis Versprechen ganz angetan. Was sollte da schon schief laufen? Schließlich versprach der Händler dieses Wundermittels auch, dass er keinerlei Forderung stellen würde, dass er ihnen das Unkrautnix sogar schenken würde, wenn er sein Versprechen nicht halten könne. 





Meinung:


Beim ersten Blick aufs Buch fällt bereits das wunderschöne Cover auf. Auch für den Innenteil des Buches hat der Illustrator, Alex Nemec, liebevolle Zeichnungen gestaltet. Passend zur Thematik hat er sich hier für Schwarz-Weiß-Illustrationen entschieden, bei denen einzelne Elemente in einem knalligen (Tomaten-)Rot hervorgehoben werden. 


Kindgerecht erzählt der Autor die Geschichte der Paradullis. Den Einwohnern eines kleinen Dorfes, das sich hinter den Hügeln fern am Horizont versteckt. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Eine Vielzahl exotischer Vögel fliegen umher, es duftet nach frischen Tomaten. Die Bewohner von Paradull nehmen jeden Besucher sehr herzlich in ihrer Gemeinschaft auf. Hier gibt es eine Tomatensaft-Bar, es gibt eine Tomatenschule und einen Versammlungsplatz.  Empathie und die Sehnsucht nach Harmonie und Frieden sind hier Trumpf.  


Doch das war nicht immer so.  Der Leser wird Teil der Aufarbeitung des dunklen Kapitels der Dorfgeschichte.


Als kleine Belohnung erhalten jüngere Leser am Ende des Buches von Autor und Illustrator noch ein kleines Geschenk: Hier finden sich zwei Ausmalbilder. Eines vom wilden Paradulli und eines von Herrn Bissl Bissi.




Fazit:


Mit „Der Tomatenrebell“ hat Michael Beisteiner  ein intelligentes Kinderbuch geschrieben, das auch für Erwachsene ein Lesevergnügen ist. Zugleich rettet er die fast ausgestorbene Literaturtradition der Dorfgeschichte für nachwachsende Leser.


Michael Beinsteiner gelingt es mit seiner Geschichte wachzurütteln. Immer höher, schneller, weiter. Wie lange geht das noch gut, insbesondere angesichts begrenzter Ressourcen?  

Wachstumskritik heißt für Beisteiner nicht, die Dinge nur anders zu machen, sondern auch manche Bedarfe fallen zu lassen. Manchmal sollte man sich einfach auf das besinnen, was man hat. Die schönen Dinge im Leben, die man vielleicht gar nicht mehr richtig zu schätzen weiß.


Die derzeit so viel beschworene Achtsamkeit ist hier für Kinder erlebbar. Das Buch ist ein Appell sich rücksichtsvoll und achtsam gegenüber der Natur und anderen Menschen zu verhalten. Es regt zum Nachdenken und Diskutieren an. 


Von mir gibt es hier eine klare Empfehlung für kleine und große Leser/innen.


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Rezension zu "Der Tomatenrebell" von Michael Beisteiner

Eine wirklich schöne Geschichte
steffib2412vor 3 Monaten

Seht ihr das auch? Dort vorne? Hinter dem … eins, zwei, dem dritten Hügel?

Wo dieses Bündel Sonnenstrahlen hinzeigt? Die spitzen, rundlichen Dächer über den kleinen, roten Häuschen? Ja?

Das ist das Dörfchen Paradull. In dem hausen die Paradullis.

Und hört ihr die vielen Vögel? Sie lieben diese grünen Wiesen. Zilpzalps zirpen hier, und auch Gelbspötter, Schwalben und

Braunellen, Zippammern, Zaunkönige und freche Wiesenpieper.

Dort: Zitronengirlitze – und da: jede Menge Waldbaumläufer. Sogar ein Ortolan! Und natürlich Singdrosseln.

Mmh … Dieser Duft von frischen Tomaten! Kein Wunder, wo doch all die Hügel übersät sind davon. Reihe an Reihe an Reihe … Kommt, wir spazieren mal nach Paradull. Bestimmt sind wir dort herzlich willkommen! (By Michael Beisteiner)


Mein Fazit:

Mit "Der Tomantenrebell" ist Michael Beisteiner eine wirklich sehr schöne kurzweilige Geschichte gelungen, welche mich überzeugen konnte.

Der Schreibstil ist angenehm locker und leicht zu lesen. Außerdem fand ich die Zeichnungen im Buch sehr passend gestaltet, mit viel Liebe.

Wer gerne Kurzgeschichten liest, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss.


Ich gebe dem Buch sehr gerne 5 Sterne und wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen.

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Die kreisrunde Reise des Ika Wendou
Liebe Leser!

Ika hat sich entschlossen drei - vom Autor signierte - Exemplare des Buches Die kreisrunde Reise des Ika Wendou an Euch zu verlosen! Und zwar ab sofort! - Los gehts also! 

Ja, und worum dreht sichs?

Damit Ihr Euch einen ersten Eindruck vom Buch machen könnt, führe ich hier den Klappentext an:

Ein Ausflug in die Berge war geplant, alles war vorbereitet. Ika hatte sich schon lange darauf gefreut, sogar eine erste Klettertour wollte sein Vater mit ihm unternehmen. Doch dann hatte das Mobiltelefon geläutet und nur einen Anruf später war Ika`s Traum geplatzt. Es sollte alles anders kommen.

In dieser feinsinnigen Geschichte begleitet der Leser und Zuhörer den kleinen Titelhelden Ika auf seine wundersame Reise zum Ursprung der Musik. Unterwegs begegnen wir originellen Gestalten, die auf unkonventionelle Weise den Blick auf die schönen und erfreulichen Dinge des Lebens lenken.

Es darf mitgestaunt, mitgelacht und herzlich miterlebt werden!


Was ist das Besondere an diesem Kinderbuch?

Das Besondere für mich ist daran, dass die Handlung über weite Strecken an einem surrealen Ort zu spielen scheint – wobei sich im Laufe der Geschichte herausstellt, es ist doch unsere eigene und alltäglich wahrgenommene Umwelt. Unter dem Einfluss von lauter, mit großer Leidenschaft gespielter Musik, nehmen wir die Welt einfach nur anders, viel phantasievoller, wahr.


„Vielleicht werden ja nicht alle unsere Träume wahr! Aber unsere besten, Ika, die werden es bestimmt!“ (Podo, ein weiser Pinguin)

In diesem Sinne, begeisterte Leser und Rezensent/en/innen - wir wünschen Euch viel Glück!

Ach ja, nett wäre es, wenn Ihr uns kurz mitteilt, wie Ihr diese Frage beantworten würdet: Bedeutet das Erwachsensein den endgültigen Abschied von der Kindheit, oder nur einen anderen Umgang damit?





42 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Michael Beisteiner wurde am 29. April 1977 in Österreich geboren.

Michael Beisteiner im Netz:

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auf 3 Wunschlisten

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