Michael Belanger

 4,6 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Michael Belanger

Michael Belanger unterrichtet Geschichte und ist Fachstudienberater für das Greenwitch, ein mehr als hundert Jahre altes Literaturmagazin, in dem Texte junger Talente veröffentlicht werden – einst auch von Truman Capote. Michael Belanger lebt in Connecticut. 254 Tage mit Jane Doe ist sein Debütroman.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches 254 Tage mit Jane Doe (ISBN: 9783551584090)

254 Tage mit Jane Doe

 (17)
Erschienen am 01.04.2020

Neue Rezensionen zu Michael Belanger

Cover des Buches 254 Tage mit Jane Doe (ISBN: 9783551584090)M

Rezension zu "254 Tage mit Jane Doe" von Michael Belanger

Einfühlsamer Jugendroman über wichtiges Thema
Meeresblauvor 10 Monaten

"254 Tage mit Jane Doe" erzählt die Geschichte von dem Schüler und Hobby-Historiker Ray, der zusammen mit seinem Freund Simon, eher zu den Außenseiter der Schule gehört. Doch dann kommt Jane neu an die Schule und zwischen den drei entsteht eine Freundschaft, in der alle die Eigenheiten des anderen akzeptieren und sogar schätzen. Ray und Jane teilen den gleichen speziellen Humor und ihre Vorliebe für Verschwörungstheorien. Die beiden nähern sich an, doch Jane hat auch dunkle Tage, an denen sie sich zurückzieht. Gemeinsam mit Ray erfährt der Leser nach und nach, die Geheimnisse, die auf Janes Seele liegen.
Der Roman erzählt im Wechsel von einem Bevor und einem Nachdem, einem Ereignis, das alles verändern wird. 

Mich hat der Roman sofort gefangen. Die Figuren, der Schauplatz, die Erzählweise- alles ist besonders, anders und wirkt doch weder fremd noch aufgesetzt, sondern unendlich menschlich. Obwohl der Roman ein tieftrauriges Thema aufgreift, wirkt eher nicht bedrückend, sondern ehrlich. Der Umgang mit Depressionen, Wut, Trauer, Verlust und Therapie wird einfühlsam beschrieben, ohne gewollt auf die Tränendrüse zu drücken. Man lebt und fühlt mit den Figuren, man kommt ihnen nah, ohne sie aber wie im Fall von Jane ganz zu verstehen, wie man als Außenstehender eine psychische Krankheit nie vollends verstehen kann und wie man sich wie Ray damit auch oftmals überfordert und hilflos fühlt. 

Ein wichtiger Roman, der zum Nachdenken anregt und deutlich macht, dass es ok nicht, nicht ok zu sein und Hilfe zu brauchen.

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Cover des Buches 254 Tage mit Jane Doe (ISBN: 9783551584090)BookW0nderlands avatar

Rezension zu "254 Tage mit Jane Doe" von Michael Belanger

Ganz anders als erwartet. Ein wunderbares Jugendroman
BookW0nderlandvor 10 Monaten

In der Kleinstadt Burgerville ist das spannendste in der Geschichte die die angebliche Grüne Kuh. Ray interessiert sich für fast nicht anderes. Doch dann kommt Jane in die Klasse. Bunte Fingernägel und eine große Begeisterung für Verschwörungstheorie machen Jane für Ray zum coolsten Mädchen in Burgerville. Doch Jane hat viele Geheimnisse und manchmal passiert das Unvorstellbare.

Ray fand ich unglaublich interessant. Zwischen dem Davor und dem Danach ist viel passiert, was man erst nach und nach erfährt. Und in der Zeit hat sich Ray ziemlich verändert. Im 'Davor' ist er ein unsicherer Teenager mit einem Faible für die Geschichte seiner Heimatstadt und im 'Danach' ist er zynisch und schlägt um sich. Man will immer mehr erfahren wie aus dem unsicheren Hobby Historiker der mürrische Junge, der versucht zu verstehen, was passiert ist. Man bekommt aber immer mehr einen besseren Eindruck in Rays Charakter und ich habe das Gefühl, dass er zwischendurch ziemlich verloren gewirkt hat.
Insgesamt gefiel mir Ray unheimlich gut. Seine Wutausbrüche, seine Verzweiflung und auch seine Akzeptanz waren großartig beschrieben.

Über Jane erfährt man am Anfang noch nicht so viel und ich wusste noch nicht so wirklich, ob ich sie sympathisch finden soll. Dafür musste ich sie erst noch richtig kennen lernen und das habe ich auch. Man erfährt, wer sie ist und was sie für Probleme hatte und was hinter ihrem Wesen steckt.

Ich hatte schon sehr früh meine Vermutungen, was passiert ist und bei dem Hauptbestandteil hatte ich recht. Bei vielen anderen Dingen wurde ich überrascht und einige Sachen hatte ich so komplett nicht erwartet. Man erfährt immer mehr, aber nicht genug, damit die Fragen wirklich alle geklärt werden und dazu kamen auch einfach immer neue auf. Es wurde immer packender und mitreißender und ich bin quasi durch die Geschichte geflogen.

Ich fand den Schreibstil absolut klasse und ich kam auch super schnell in die Geschichte rein. Das Buch wurde in ein Davor und Danach unterteilt und manchmal habe ich so meine Probleme, wenn die Geschichte zwischen zwei Zeiten spielt, aber hier habe ich nicht das Gefühl in meinem Lesefluss unterbrochen zu werden. Ich fand es eher passend, da man dadurch einen besseren einen Gesamteindruck von der Geschichte bekommen hat, obwohl man nicht weiß, was genau passiert ist. Es war sehr gelungen, da man mit Ray leidet und auf der anderen Seite auch irgendwie auf Abstand gehalten wird (vorallem in den Danach Sequenzen).

Es war aber nicht nur ernst, sondern hatte auch eine große Prise Humor. Dadurch wurde die Ernsthaftigkeit aufgelockert und dadurch hat mir das Buch noch besser gefallen. Ein Buch, dass traurig ist, kann auch gleichzeitig humorvoll sein.

Das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt. Es lässt einen nicht los und man fängt an zwischen den Zeilen zu lesen. Genau wie Ray habe ich begriffen, dass man die Geschichte nicht immer einfach berurteilen kann, wenn man ein Teil davon ist. Dann sind die Gedanken und Meinungen immer subjektiv.

Nach so einem Buch mit einem so ernsten Thema, brauche ich erstmal etwas leichtes und seichtes.

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Cover des Buches 254 Tage mit Jane Doe (ISBN: 9783551584090)Skyline-Of-Bookss avatar

Rezension zu "254 Tage mit Jane Doe" von Michael Belanger

Die Lockerheit der Geschichte hat mich total überrascht!
Skyline-Of-Booksvor 10 Monaten

Die Lockerheit der Geschichte hat mich total überrascht!

 

Klappentext

„Hobby-Historiker Ray weiß alles über sein Heimatstädtchen Burgerville und kann selbst die legendäre Erscheinung grüner Kühe bis ins Detail erklären. Doch dann kommt ein neues Mädchen in die Klasse und macht die Gegenwart für ihn schlagartig spannender als die Vergangenheit. Mit ihren bunten Fingernägeln, einer Schwäche für Verschwörungstheorien und ihren fortgeschrittenen Sarkasmus-Kenntnissen ist Jane mit Abstand das coolste Mädchen, dem Ray jemals begegnet ist. Er beschließt, jedes Kapitel ihrer Geschichte zu ergründen. Je näher sich die beiden kommen, desto besser glaubt er ihre schmerzhaften Geheimnisse zu kennen. Als das Undenkbare geschieht, muss er sich jedoch eingestehen, dass es auf die Frage nach dem Warum nicht immer eine Antwort gibt. Und seine zerbrochene Welt Stück für Stück wieder zusammensetzen.“

 

Gestaltung

Das Cover finde ich interessant, weil das Mädchen mit ihrer Hand das Gesicht verdeckt und ihre Nägel so bunt sind. Auch finde ich es eine gute Idee, dass das Mädchengesicht gezeichnet und nicht fotografiert wurde, da es sich so aus der Masse abhebt. Ich mag es dabei auch, dass die Farben so ungewöhnlich für ein Gesicht sind. Mit Blau-Lila-Tönen wirkt das Cover etwas düsterer, wodurch es auch zur Thematik des Buches passt.

 

Meine Meinung

Da der Klappentext so schön geheimnisvoll klang, war ich sehr gespannt auf „256 Tage mit Jane Doe“. In dem Buch geht es um Ray, der bisher immer die Vergangenheit spannender fand als die Gegenwart. Doch dies änderte sich mit dem Auftauchen von Jane. Sie fasziniert Ray mit ihrem Sarkasmus und ihren bunten Fingernägeln. Die beiden kommen sich näher und so denkt Ray, dass er sie kennt…bis ihm schmerzlich bewusst wird, dass Jane ihm doch noch einiges mehr verschwiegen hat…

 

Schon beim Lesen des Klappentextes tat sich in mir die Vermutung auf, dass es bei diesem Buch um das Thema Tod gehen könnte. „254 Tage mit Jane Doe“ greift suizidales Verhalten und Depressionen auf, was meiner Meinung nach ein wichtiges, wenn auch bedrückendes Thema ist. Ich fand beim Lesen die Umsetzung dieser Thematik mehr als gelungen, denn Autor Michael Belanger hat auf einfühlsame und gleichzeitig schonungslose Art und Weise gezeigt, wie sich ein Leben mit Depressionen anfühlt.

 

Dabei fand ich es vor allem faszinierend, dass mich das Buch nicht losließ und ich immer weiterlesen wollte, obwohl ich wusste, worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Das Ende zeigt das Leben wie es nunmal auch sein kann: es gibt nicht immer ein Happy End. Das macht das Buch noch authentischer als es ohnehin schon war. Ich fühlte mich beim Lesen manchmal als würde mein Herz in die Hand genommen und leicht zerdrückt. Eine schwere legte sich auf mich, weil ich mich so gut in die Figuren hineinversetzen konnte.

 

Gleichzeitig lockert der Autor seine Geschichte aber auch durch Humor auf und genau diese Mischung hat mich total gecatched. Ich muss ehrlicherweise sogar gestehen, dass ich mich beim ersten Mal als ich schmunzeln musste, dachte, dass das irgendwie nicht passt und nicht angebracht ist. Aber es war einfach so genial gemacht, dass ich diese Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit einfach nur grandios finde. Der Autor hält genau die Waage zwischen beiden Aspekten, was das Lesen so unfassbar angenehm gemacht hat.

 

Auch die Figuren fand ich richtig klasse. Ray, sein Freund Simon und auch Jane Doe waren für mich sehr interessante und teilweise ulkig-verschrobene Charaktere, die ich sehr gerne kennen gelernt habe. Ich fand dieses Trio sehr toll, weil sie mir wie ein bunt zusammengewürfelter Haufen erschienen, der aber einfach Sinn ergeben hat. Sie passten zueinander und haben sich gegenseitig toll ergänzt.

 

Fazit

Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass „254 Tage mit Jane Doe“ trotz der ernsten und bedrückenden Thematik auch so viel Lockerheit mit sich bringen würde. Mir hat gerade diese Balance zwischen Bedrückung und Leichtigkeit unglaublich gut gefallen. Die Thematik Depression und suizidales Verhalten wurde in meinen Augen auch gut umgesetzt, da ich die Gefühle nachvollziehbar und berührend fand. Auch das Figurentrio fand ich sehr gelungen, denn sie waren leicht schrullig, total unterschiedlich und sympathisch bis in die Haarspitzen.

5 von 5 Sternen!

 

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