Michael Bienert Die Zwanziger Jahre in Berlin

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Inhaltsangabe zu „Die Zwanziger Jahre in Berlin“ von Michael Bienert

Dreigroschenoper, Bubikopf, Dada, Bauhausarchitektur, Metropolis, Straßenkämpfe – der Mythos der Zwanziger Jahre prägt bis heute das Bild Berlins. Er zieht Touristen in die Stadt und inspiriert die Berliner Stadtplanung und Architektur, das Theater, das Kino und die Literatur. An manchen Orten ist der Geist der Weimarer Republik noch greifbar: an Baustellen wie dem Alexanderplatz, auf S- und U-Bahn-Strecken oder in Wohnanlagen der Zwanziger Jahre, in jüngster Zeit sorgfältig restauriert. Die Umgestaltung der Museumslandschaft seit der Wiedervereinigung hat neue Anlaufpunkte geschaffen, an denen man sich über Film, Malerei, Design, Geschichte und Stadtentwicklung zwischen 1918 und 1933 informieren kann. Zum ersten Mal liegt nun ein Stadtführer vor, der hilft, die Zwanziger Jahre mit all ihren Facetten im wiedervereinigten Berlin wiederzuentdecken. Zahlreiche Abbildungen, Register und ein Serviceteil erleichtern die Orientierung. Michael Bienert, Autor zahlreicher Bücher zur Kulturgeschichte Berlins, schreibt als Journalist für den »Tagesspiegel« und die »Stuttgarter Zeitung«. Elke Linda Buchholz hat mehrere Bücher über Bildende Künstler (u. a. Picasso, Goya) veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

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  • Berlin in den 20ern

    Die Zwanziger Jahre in Berlin
    Saralonde

    Saralonde

    15. June 2016 um 15:18

    Hinweis: Die folgende Rezension bezieht sich auf eine ältere Ausgabe des Buchs, inzwischen ist eine überarbeitete Auflage verfügbar. (Klick auf das Coverbild führt zur Verlagsseite.) Berlin in den Zwanzigern, das waren Dada, Bauhaus, Theater und Varieté, Oper und Revue, Cafés und Tanzpaläste - und der Aufstieg der Nazis. Ein widersprüchliches, faszinierendes Jahrzehnt, dessen Spuren, wenn man genauer hinschaut, noch in ganz Berlin präsent sind. Michael Bienert und Elke Linda Buchholz nehmen uns mit auf eine Spurensuche. Jedes Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat seine Besonderheiten, seine Geister, seine Schrecken, insbesondere natürlich die Kriegsjahrzehnte. Doch kaum ein Jahrzehnt übt heute noch eine solche Faszination auf uns aus wie die Zwanziger Jahre, als einerseits die Nazis ihre Macht in der schwachen Weimarer Republik ausdehnten und andererseits eine nie gekannte Lebensfreude und Freizügigkeit herrschte - man denkt direkt an Josephine Bakers Auftritte in der Stadt. Auch die Kunst blühte in neuen Formen auf - man denke an die Neue Sachlichkeit. Dementsprechend geht es im vorliegenden Buch viel um Kunst und Architektur, aber selbstverständlich auch um Politik, Technik und Freizeit. So gibt es etwa Unterkapitel über den Bubikopf, Schulen und Badeanstalten. Bienert und Buchholz erörtern uns ausführlich die Hintergründe und nennen uns - ergänzt durch historische und modern Schwarzweißfotos, die entsprechenden Orte in Berlin, an denen wir die Geschichte der Zwanziger Jahre erfahren können. Auch auf eventuell vorhandene Gedenktafeln wird verwiesen. Alte Städtpläne erleichtern die Orientierung, bei der Lektüre habe ich, die ich mich ein wenig, aber nicht besonders gut in Berlin auskenne, dennoch des Öfteren auf Google Maps zurückgegriffen, um mir einen noch genaueren Eindruck von der Lage eines Ortes zu machen. Gerade die Hintergrundinformationen fand ich sehr spannend - so wusste ich nicht, dass Berlin damals die flächenmäßig größte Stadt Europas war. Auch sehr interessant sind soziale Aspekte, etwa dass private Vermieter heftigen Widerstand gegen neue Großbauprojekte leisteten, die vor allem den unteren Bevölkerungsschichten in der hoffnungslos überbevölkerten Stadt zugute kamen. Gerade die heute verschmähte Plattenbausiedlung brachte in dieser Hinsicht große Erleichterung. Besonders interessant ist das Buch für Einwohner oder Besucher Berlins, die Kapitel sind nach Themengebieten gegliedert und der Leser kann je nach Interesse etwa eine Tour durch Berlin mit Blick auf die Geschäftshausarchitektur der Zwanziger oder Künstlerlokale planen. Es werden auch Tipps für solche Touren gegeben. Es sollte sich jedoch auch niemand abschrecken lassen, der nicht plant, Berlin in näherer Zukunft einen Besuch abzustatten, das Buch eignet sich auch absolut als reines Lesebuch. Für Leser wie mich, die Berlin schon ein wenig kennen, ist das Buch dann umso interessanter. Ein sehr interessantes, gut lesbares Sachbuch, das darüber hinaus auch die perfekte Vorgängerlektüre für "Berlin 1936" von Oliver Hilmes ist, das ich zum Zeitpunkt dieser Rezension lese.

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