Michael Bijnens Cinderella

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Inhaltsangabe zu „Cinderella“ von Michael Bijnens

Ein Sohn, eine Mutter, eine unfassbare Geschichte: Die Mutter arbeitet in Antwerpen in einem Haus, vor dem sich zwei Straßen kreuzen: die Paradiesstraße und der Friedhofsweg. Das Haus hat einen Namen: Es heißt Cinderella. Die Mutter arbeitet dort als Prostituierte, während ihr trauriger und wütender Sohn alles daransetzt, sie aus diesem Milieu herauszuholen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn die Mutter weigert sich beharrlich, einer anderen Arbeit nachzugehen. Schließlich setzt der Sohn alles auf eine Karte: Er kauft Cinderella, um ab sofort an der Kreuzung zwischen Paradiesstraße und Friedhofsweg die Geschicke seiner Mutter selbst in die Hand zu nehmen.

»Derart faszinierend, dass man die Seiten förmlich verschlingt!«
Cutting Edge

Bijnens ist ein selten guter Erzähler. Seinem Romandebüt fehlt nichts.

— jamal_tuschick

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  • Der folgsame Sohn

    Cinderella

    jamal_tuschick

    11. November 2017 um 07:34

    Der Cinderella-Komplex benennt auf dem Umweg einer Angstdefinition ein Gefühl des Ungenügens. Das Gefühl verleitet Frauen dazu, Abhängigkeitsverhältnisse anzustreben. Cinderella verspricht sich wenig von sich und alles von einem Prinzen. So eine ist Iris. Sie sucht einen Retter in tausend Männern. Zu einem Zuhälter, der seine Not mit unabhängigen Frauen beklagt, sagt sie dem Sinn nach: Du brauchst eine Frau, die sich von dir beschützen lässt. Am vorläufigen Ende der Geschichte macht Iris den ältesten Sohn zu ihrem Beschützer. Michael gefällt die Rolle. Er wird zum Zuhälter der Mutter und kauft mit ihr ein Bordell. Das „Cinderella“ liegt an einer Brüsseler Ecke zwischen Paradiesstraße und Friedhofsweg vielleicht nur deshalb, um die psychologische Fährte nicht zu deutlich erscheinen zu lassen.Michael Bijnens‘ autobiografischer Roman suggeriert einen Realismus, den man literarisch begreifen muss. Er zeigt den Knaben in der Hand einer Frau, die mit fabelhafter Selbstverständlichkeit schrankenlos ist. Von seelischer Verwahrlosung ist nicht die Rede. Iris verfügt über Intelligenz, Poesie, Witz und Mut. Sie verteidigt ihren Lebensstil.Iris vermutet in der männlichen Sphäre ein Versagen der Welt. Der folgsame Sohn folgt ihr vermutlich auch zu dieser Einschätzung. Manchmal maskiert er seine Bereitschaft mit harten Formulierungen oder haltlosen Distanzbehauptungen. In Wahrheit badet er wie ein Dreijähriger im Fluidum der Huren und genießt die ununterbrochene Erreichbarkeit von Erregungschancen. Ständig steht Michael an einer Bar, kippt Wodka und Whisky ab, gibt der Mutter Feuer und hört sich Geschichten an, die vor Erleben strotzen.Die Mutter hat im Milieu Prestige. Die Ganeffs akzeptieren Michael als Iris‘ Sohn. Allmählich begreift er, dass er ohne sie nichts ist.„Dir fehlt eine Antwort auf ihr Leben. … Ohne sie wärst du ein Nichts. … Sie ist dein Blut, deine Sprache, deine ganze Geschichte.“Es gibt einen Vater.„Doch seine Wut war größer als sein Wortschatz.“- Und einen Bruder, den Michael faustrechtlich unterjocht. Gewalt und Nähe bestimmen die Beziehung. Die Brüder lernen im Schlepp der Liebesnomadin Männer kennen, deren väterliche Anwandlungen von Travestie oft nicht zu unterscheiden sind.Mit Pancho nahm „das Ganze Formen von Erziehung an“.Vorübergehend lässt ihre Grundversorgung Prinzipien der gesunden Ernährung erkennen. Die Brüder erfahren halbwegs als Jugendliche, dass man sich besser regelmäßig die Zähne putzt.Wiederholt kehrt der Erzähler zur Schlüsselszene im Roman zurück. Da schließen zwei Ereignisse ein Zentrum auf. Als sich die Hureninitiation seiner Mutter vollzog, öffnete sich für Michael an einer anderen Stelle von Antwerpen und ohne jeden Zusammenhang eine Tür im Nachtbetrieb. Mutter und Sohn strebten unabhängig voneinander „ins Leben“, wie man auch zum Milieu sagt. Die Koinzidenz wird mit einem Abstand von acht Jahren beleuchtet.Mich wundert, dass „Cinderella“ nicht für viel mehr Aufsehen sorgt. Bijnens ist ein selten guter Erzähler. Seinem Roman fehlt nichts. Manchmal zeigt sich eine rumpelige Nonchalance im Stilgeschehen.

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  • Durchwachsen

    Cinderella

    Blacksally

    10. September 2017 um 15:06

    CoverIch finde das Cover sieht richtig cool aus, durch das Fenster mit dem roten Licht, weiß der Leser direkt schon ein bisschen um was es in diesem Buch gehen soll. Allgemein ist das Cover etwas düster gehalten und es hat irgendwie einen Charme der mich anspricht.ProtagonistenIris ist die Mutter mit der unglaublichen Geschichte von Prostitution und Leid. Wobei, wenn es nach ihr geht ist es gar kein Leid, was ihr widerfahren ist. Sie lebt ein wenig in ihrer eigenen Welt und lässt andere Personen an ihren Gefühlen nicht wirklich teilhaben, weswegen sie mir etwas unsympathisch war. Auch ihr allgemeines Verhalten ihrer Familie gegenüber finde ich doch etwas zu krass, sie schämt sich vor nichts und erzählt jede Einzelheit ihres Sexlebens vor ihrem Sohn. Ich persönlich fand es etwas zu viel des guten.Michael hingegen war für mich schwer einzuschätzen. Er hat eine Persönlichkeit, die ich einfach nicht richtig greifen konnte. Er war verkommen, aber auch gerissen, er will viel Wissen um sein Buch zu veröffentlichen und hinterfragt sehr viel. Jedoch war er mir eher distanziert vorgekommen. Ich fand es sehr schade, denn ich hätte mir jemanden gewünscht, der sich mehr um seine Familie sorgt bzw um seine Mutter und noch etwas mehr Vernunft mitbringt. Er ist auch der Autor dieses Buches, denn dies ist seine Lebensgeschichte. SchreibstilIch bin sehr schwer in dieses Buch reingekommen, der Schreibstil war für mich sehr verwirrend. Nicht nur das Verhalten der Protagonisten sondern auch die Aussprache haben mich doch etwas gestört. Es geht eben sehr viel um Sex, Drogen und es gibt es viele Kraftausdrücke, die im Buch vorkommen. Was mich jedoch am meisten gestört hat, waren die vielen Englischen Sätze, die ich meist nur halb verstanden habe und mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Ich hatte das Gefühl, dadurch nur die hälfte vom Buch mitbekommen zu haben und das ist wirklich schade, denn das Buch wurde zur Mitte hin an sich besser, bevor es zum Schluss wieder etwas schlechter wurde.Es war wie eine Achterbahnfahrt und ich weiß nach 2 Tagen immer noch nicht wie ich das Buch nun eigentlich gefunden habe.AutorMichael Bijnens, Jahrgang 1990, wuchs in Antwerpen als Sohn einer Prostituierten auf. Er studierte in Brüssel Theaterwissenschaft, um dann mit ›Cinderella‹ den Roman seines Lebens zu schreiben, der in Belgien und in den Niederlanden zu einer Sensation wurde. Michael Bijnens lebt heute in Brüssel und Amsterdam.EinzelbewertungenSchreibstil 2/5Charaktere 1/5Spannung 3/5Ende 3/5Cover 3/5FazitAlles in allem hat mich das Buch eher verwirrt, anstatt mir ein paar schöne Lesestunden zu schaffen. Ich weiß immer noch nicht recht, wie ich es abschließend bewerten soll, deshalb lasse ich mal die goldene Mitte

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  • etwas völlig Neues und auch Anderes, wobei es definitiv nicht jedermanns Geschmack treffen wird

    Cinderella

    Pearsson

    08. September 2017 um 09:11

    Zitate:Vergiss es. Ich düse jetzt nicht nach Berchem, um mich auf einen Behinderten zu hocken. Ich bin eine Hure und nicht die Heilsarmee. Seite 24"Der Erste, der mich nicht bezahlen konnte, das war dein Vater", rief sie in die Dunstglocke von Nikotin, Blut und Sperma hinein, die uns zu umgeben schien." Seite 46"Bis zu meinem sechzehnten Lebensjahr war ich ein lästiger Floh im Fell der Schule. Danach gab ich mir alle Mühe, ein unausstehlicher Floh im Fell der ganzen Welt zu sein." Seite 85Meinung: „Cinderella“ ist die Geschichte über Michaels Leben. Das Leben mit einer Prostituierten als Mutter und so manchen Berührungspunkten mit einigem wirklich üblem Mist.Sex, Gewalt, Kriminalität, Drogen und Missbrauch sind für ihn alltäglich, selbst seine Kindheit blieb da nicht verschont…Zugegeben, als ich den Klappentext zum ersten Mal gesehen hatte, war ich sehr neugierig, obwohl mir sofort bewusst war, dass dieses Buch stark polarisieren wird.Nun habe ich es beendet und bin mir sicher, dass es die Leserschaft definitiv noch mehr spalten wird, als angenommen…Prinzipiell neige ich dazu, die Geschichte zu dritteln ;)Das 1. Drittel ist etwas gewöhnungsbedürftig. Michael erzählt seine Geschichte und erklärt, wie es dazu kam, ein Bordell zu eröffnen und seine Mutter anzustellen, um sie zu retten…Besonders die Ausdrucksweise wird dem ein oder anderen auffallen, denn sie ist definitiv ziemlich derbe gewählt und beinhaltet sowohl so manchen Fluch als auch Kraftausdruck. Diese wird auch im kompletten Verlauf beibehalten und gestalten sich stellenweise auch recht brutal, die Geschichte ist somit nichts für zartbesaitete Gemüter. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das nicht jeder Leser abkann.Dazu kommen Details aus Michaels Kindheit. Seine Mutter hat sich nie wirklich um ihn und seinen Bruder gekümmert, dafür haben sie Sex, Alkohol, Drogen und der kontinuierliche Männer- und somit Wohnungswechsel zu sehr auf Trab gehalten. Ernährt hat er sich dadurch, seiner Mutter Geld zu klauen, um Nahrung zu kaufen. Und auch seinen Charakter hat diese Zeit extrem geprägt. Es wäre sogar etwas untertrieben, ihn einfach nur als unsympathisch zu bezeichnen. Er quält seinen Bruder und auch seine Mitmenschen. In der Schule usw., fällt er nicht unbedingt durch Nettigkeit auf. Mir kam es so vor, als würde der Autor den Hauptcharakter absichtlich wie einen Proll erscheinen lassen, aber ich kann mich natürlich irren ;)Das Schwierigste an diesem 1. Drittel sind jedoch die Sprünge, die gemacht werden. Zeitlich gesehen, beginnen wir kurz vor der Übernahme des Cinderella. Aber ab diesem Moment springt er in der Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Dadurch, dass ich eigentlich immer versuche, die ersten 100 Seiten eines Buches am Stück zu lesen, kam ich gut zurecht. Aber bei Lesern die mehr stückeln, könnte ich mir vorstellen, dass der Einstieg sich deutlich schwieriger gestalten wird.Das 2. Drittel war für mich bedeutend angenehmer zu lesen. Hier nimmt die Geschichte Fahrt auf und beinhaltet auch so manche unfassbare Wendung. Dazu kommen ein paar Schlagabtausche, die mich ein paar Mal schmunzeln ließen. Es ist zwar nach wie vor ein Stück weit schwierig, ein so brisantes Thema mit Humor zu verknüpfen, aber hier ist es Michael Bijnens definitiv gelungen. Seine Darsteller sind stellenweise einfach - nennen wir es mal- skurril bzw. schräg, und die derbe Ausdrucksweise passt dazu zumeist ziemlich gut.So, nun kommen wir zum letzten und für mich schwierigsten Drittel. In diesem hat mir der Autor an manchen Stellen etwas zu weit ausgeholt, so dass die Spannung für mich etwas verloren ging. Generell ginge das noch, aber auch die Stories die erzählt, werden immer brutaler und auch abenteuerlicher. Ein paar Details empfand ich als etwas unglaubwürdig, ganz so, als hätte der Autor versucht, noch eins und noch eins draufzusetzen. Für mich wäre hier etwas weniger mehr gewesen. Dazu kommt, dass das Ende wirklich schräg ist und auch etwas abrupt. Einige Handlungsstränge zu denen ich mir eine Auflösung gewünscht hätte, laufen ins Leere, wohingegen andere für meinen Geschmack nicht so deutlich hätten ausgeschmückt werden müssen.Alles in allem war „Cinderella“ für mich etwas völlig Neues und auch Anderes. Wer keine Probleme mit Kraftausdrücken und einer derben Ausdrucksweise hat, ist hier auf jeden Fall gut bedient, denn lesenswert ist dieses Buch definitiv!Wer also keine Angst vor einer Geschichte über Gewalt, Kriminalität, Drogenmissbrauch uns Sex hat, kann zugreifen! Ach ja, Englischkenntnisse sind absolut von Vorteil, da die amerikanisch Prostituierte Evangeline ziemlich viel in ihrer Muttersprache von sich gibt ;)

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