Schon der Untertitel "Letzte Gedichte" kündigt es an und Abschiede sind dann auch Programm. Zwar nimmt sich Buselmeier in seinem Vorwort heraus, auch noch allerletzte Gedichte zu schreiben (wenn sie weiter kommen – was soll man machen), aber er taucht dann doch so tief in erste und letzte Dinge ein, dass man sich schwer vorstellen kann, wie allerletzte Gedichte das noch steigern, wie sie aussehen sollten.
Viel Trauer und eine leise Verbitterung nehmen in den Versen Gestalt an. Beides unterbindet aber nicht das Luzide, das Gewahrwerden, um das die Texte kreisen, das sie formen; Schrecken darunter, weit hinter sich gelassen, die einen jetzt gegen Ende wieder einholen und Schönes, das ohne Zögern vorbeizieht, nicht wiederkommt – zwischen diesen starken Polen versuchen die Gedichte zu bestehen, nicht auseinandergerissen zu werden. Bewegen sich sacht vorwärts, vorsichtig, behutsam, aber ohne Zögern.
Die besten sind, in meinen Augen, ehemaligen Weggefährten und Freuden gewidmet. Buselmeier gelingt es, Verlustschmerz und das Nachleben der Sympathie zusammenzubringen, der Ton ist elegisch, aber nicht sentimental oder rührig.
Man kann nur hoffen (der Rezensent tut es zumindest), dass dies nicht die letzten Gedichte Buselmeiers sind. Aber auch dann wären sie in Teilen ein gelungenes Vermächtnis.
Michael Buselmeier
Lebenslauf
Alle Bücher von Michael Buselmeier
Wunsiedel
Alles will für dich erglühen
In den Sanden bei Mauer
Elisabeth
Neue Rezensionen zu Michael Buselmeier
"Das Heidelberger Schloss in Texten und Bildern" ist der Untertitel eines Buches, welches mich immer wieder gefangen nimmt. Michael Buselmeier hat diese Anthologie zusammengestellt und damit wirklich ins Herz getroffen .... Das Heidelberger Schloss ist international berühmt, wie auch z. B. die Wartburg. Buselmeier lässt solche Menschen zu Wort kommen wie Oswald von Wolkenstein, Victor Hugo, Goethe, König Ludwig I. von Bayern, Kaiserin Elisabeth von Österreich, Karl Jaspers, Rosa Meyer-Leniné, Alfred Döblin Ulla Hahn, Uwe Kolbe oder Marianne Willemer.
Gedichte, Auszüge aus Tagebüchern, Reiseberichte, Skizzen sowie Briefe sind im Buch zu lesen, die sich allesamt mit der berühmten Ruine beschäftigen und aus verschiedenen Jahrhunderten und Epochen entnommen wurden. So ergibt sich ein vielfältiges Bild. Es ist sehr interessant, diese Texte zu lesen, es ist tiefgründig literarisches Betrachten für mich und Beschäftigen mit der Historie des Schlosses und damit, wie berühmte Menschen sie sahen.
Zahlreiches Bildmaterial zeigt das Schloss aus verschiedenen Blickwinkeln, zeigt Ansichtskarten historischer Art oder den Schlosshof aus dem Jahr 1906, Gemälde, Das Schlosshotel und das Karlstor entnommen aus der Erstausgabe von Mark Twains Buch "A Tramp abroad" von 1880 u.v.a.m.
Dieses Buch ist wirklich ein wahrer Schatz, wenn man sich davon tragen lassen möchte in die Historie des Schlosses. Eine wundervolle Auswahl an Texten, die von den Bildern toll ergänzt werden.
Das schmale Büchlein schildert die Empfindungen eines Mannes, der in seiner Jugend gern Schauspieler geworden wäre und der ganz am Anfang seiner Laufbahn die Empfehlung erhält, das lieber zu lassen. Es beschreibt das Örtchen Wunsiedel im Jahre 1964 und das Fichtelgebirge und eine Reise 44 Jahre später dorthin. Teilweise etwas langatmig entfalten sich Orte und Stimmungen, teilweise ganz informativ erfährt man Splitter der Geschichte des Ortes und der Theatergeschichte. Ich habe das Buch einerseits ganz gern gelesen, andererseits hat es mich teilweise gelangweilt. Eine eindeutige Empfehlung ist mir nicht möglich.
Gespräche aus der Community
Zusätzliche Informationen
Michael Buselmeier wurde am 25. Oktober 1938 in Berlin (Deutschland) geboren.
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
11 Bibliotheken
1 Merkzettel









