Michael Butter »Nichts ist, wie es scheint«: Über Verschwörungstheorien (edition suhrkamp)

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Inhaltsangabe zu „»Nichts ist, wie es scheint«: Über Verschwörungstheorien (edition suhrkamp)“ von Michael Butter

Seit 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in die Bundesrepublik kamen, kursiert im Netz die Theorie vom »Großen Austausch«: Das Land solle von einer globalen »Finanzoligarchie« mittels der »Migrationswaffe« ausgeschaltet werden. Neben mangelndem Vertrauen in die Politik ist der Glaube an Verschwörungstheorien ein Merkmal des populistischen Brodelns. Doch was macht eine Erklärung zu einer Verschwörungstheorie? Warum sind sie für viele so attraktiv? Und was kann man dagegen unternehmen?

Antworten auf solche Fragen findet man seltener als Verschwörungstheorien selbst. Michael Butter erläutert, wie solche Erzählungen funktionieren, wo sie herkommen und welche Auswirkungen sie haben können. Da sie die Eigenlogik sozialer Systeme unterschätzten, seien solche Theorien zwar immer falsch; als Symptom müsse man sie dennoch ernstnehmen. Gegenwärtig seien sie ein Indikator für die demokratiegefährdende Fragmentierung der Öffentlichkeit.

[2/5] Angenehm zu lesen und dicht recherchiert - aber inhaltlich eine Katastrophe: die Verschwörungstheorie, dass alles ist, wie es scheint!

— Marysol14
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    »Nichts ist, wie es scheint«: Über Verschwörungstheorien (edition suhrkamp)

    Marysol14

    16. April 2018 um 15:26

    (die ich unzutreffend/ zu verallgemeindernd/ problematisch finde) „Insofern ist es tatsächlich ein weiteres Charakteristikum von Verschwörungstheorien, dass sie nicht stimmen.“ (S. 44) „Wer hat nicht schon einmal gedacht, dass der Morgen sich gegen ihn verschworen hat, weil erst die Kaffeemaschine ausläuft und später das Haustürschloss klemmt. Während manche Menschen allerdings nicht so empfinden, wenn es um politische Ereignisse geht, verstehen andere eben auch solche Prozesse in dieser Manier. Für sie ist die Vorstellung, dass eine Gruppe bösartiger Verschwörer die Geschichte lenkt, leichter zu akzeptieren als Chaos und Zufall.“ (S. 107) „Da Verschwörungstheorien dort [im westlichen Kulturraum] seit mehreren Jahrzehnten nur noch stigmatisiertes Wissen darstellen, können und wollen sich Politiker und seriöse Medien dieser Rhetorik nicht in der Weise bedienen, wie das in weiten Teilen der islamischen  Welt oder in Russland der Fall ist.“ (S. 128) „Zum einen beschränkt sich der Prozess der Delegitimierung auf Nordamerika und Europa;  in anderen Teilen der Welt sind Verschwörungstheorien bis heute eine völlig legitime Wissensform.“ (S. 157) „[...] dass Verschwörungstheorien einem adäquaten Verständnis der Wirklichkeit im Wege stehen.“ (S. 221/2) „Meine These ist, dass Menschen, die mit den Erkenntnissen der modernen Sozial- und Kulturwissenschaften oder der Psychologie vertraut sind, weniger zu Verschwörungstheorien neigen als diejenigen, die über diese Disziplinen nicht so viel wissen und daher implizit oder explizit noch einem altmodischen Verständnis von menschlicher Handlungsfähigkeit und gesellschaftlichen Prozessen anhängen.“ (S. 229)

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