Michael Chabon

 4 Sterne bei 273 Bewertungen
Autor von Die Vereinigung jiddischer Polizisten, Wonderboys und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Chabon

Repräsentant der amerikanischen Gegenwartsliteratur: Michael Chabon zählt zu den weltweit bekannten US-amerikanischen Autoren der Gegenwart. Im Jahr 2014 machte er Schlagzeilen, als er für seinen Krimi „Die Vereinigung jiddischer Polizisten“ alle drei bedeutenden amerikanischen Science-Fiction- und Fantasy-Preise, den Hugo, Nebula und Locus/SF Award, gewann. Der 1963 in Washington D.C. als Sohn wohlhabender jüdischer Eltern geborene Michael Chabon begann als Kind, Geschichten zu schreiben. Sein Studium des Creative Writing an der University of Pittsburgh beendete er 1988 mit der Abschlussarbeit „The Mysteries of Pittsburgh“, einer bittersüßen Geschichte um das Erwachsenwerden, die sich zum Bestseller entwickelte und ihn schlagartig berühmt machte. 1995 folgte das Buch „Wonder Boys“, in dessen Verfilmung Michael Douglas als Hauptdarsteller fungierte. Für seinen 2000 erschienenen Roman „The Amazing Adventures of Kavalier & Clay“ erhielt Michael Chabon zahlreiche Preise, unter anderem den Pulitzerpreis, den Oscar der Literatur- und Journalismus-Welt. Weitere Erfolge erzielte er mit seiner 2004 veröffentlichten Erzählung „The Final Solution“ („Das letzte Rätsel“, 2005) über einen in die Jahre gekommenen Sherlock Holmes und mit seiner mittelalterlichen Abenteuergeschichte „Gentlemen of the Road“ („Schurken der Landstraße“, 2010) aus dem Jahr 2007. Michael Chabon lebt mit seiner zweiten Frau Ayelet Waldman und seinen vier Kindern in Kalifornien.

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Die Vereinigung jiddischer Polizisten
 (55)
Neu erschienen am 16.08.2018 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.
Schurken der Landstraße
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Neu erschienen am 16.08.2018 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

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Michael ChabonDie Vereinigung jiddischer Polizisten
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Die Vereinigung jiddischer Polizisten
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 (55)
Erschienen am 16.08.2018
Michael ChabonWonderboys
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Wonderboys
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 (41)
Erschienen am 24.11.2008
Michael ChabonDie unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay
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Michael ChabonGeheimnisse von Pittsburgh
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Geheimnisse von Pittsburgh
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Erschienen am 16.09.2008
Michael ChabonMoonglow
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Moonglow
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Erschienen am 08.03.2018
Michael ChabonTelegraph Avenue
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Erschienen am 26.03.2016
Michael ChabonSchurken der Landstraße
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Schurken der Landstraße
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Erschienen am 16.08.2018
Michael ChabonDas letzte Rätsel
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Das letzte Rätsel
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 (11)
Erschienen am 23.09.2005

Neue Rezensionen zu Michael Chabon

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AnnBees avatar

Rezension zu "Moonglow" von Michael Chabon

Königsklasse des Geschichtenerzählens
AnnBeevor 19 Tagen

In diesem Buch erzählt Chabon die (fiktive, aber wohl doch Wahres enthaltende) Biographie seines Großvaters, welche dieser ihm auf dem Sterbebett anvertraut.
In diesen Großvater bin ich jetzt ganz verliebt. Ein Mann mit Ecken und Kanten, schweigsam, eigenbrötlerisch, klug, dabei doch liebevoll und zutiefst loyal, oftmals aber auch voller Zorn. Episodenhaft und zwischen verschiedenen Zeitpunkten hin und her springend erfahren wir von seinem bewegten Leben – seinem Einsatz im 2. Weltkrieg, seine Ehe mit einer wunderschönen, klugen, leidenschaftlichen und psychisch labilen Französin, einer späten zweiten Liebe, seiner Zeit im Gefängnis, beruflichen Erfolgen und Misserfolgen und seinem Traum von der Weltraumfahrt.
In diesem Jahr habe ich viele Bücher gelesen, die zwischen verschiedenen Zeiten (und oft auch Perspektiven) springen, und ja, ich würde gerne mal wieder ein Buch lesen, das schlicht chronologisch geordnet ist. Hier aber macht das episodische Durcheinander Sinn, da es die Erzählung eines Lebens anhand von Anekdoten widerspiegelt. Zudem war ich auch immer schnell wieder in der jeweiligen Geschichte drin und konnte mich zunehmend gut in dieser Biografie orientieren.
Trotz vieler tragischer und trauriger Momente habe ich mich zunächst etwas schwergetan, mit den Charakteren wirklich mitzufiebern. Ich denke, das liegt an einer gewissen humorvollen Distanz, die der Autor und seine Figuren zum Geschehen beibehalten. Darin liegt aber auch eine Haltung ausgedrückt – und vielleicht kann man nur so ein ereignisreiches Leben einigermaßen würdevoll überstehen. Außerdem ist die Lektüre so ausgesprochen unterhaltsam, und Chabon kann einfach wunderbar mitreißend schreiben.

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pardens avatar

Rezension zu "Moonglow" von Michael Chabon

Von gehäuteten Pferden und einer Zuflucht auf dem Mond...
pardenvor 4 Monaten

VON GEHÄUTETEN PFERDEN UND EINER ZUFLUCHT AUF DEM MOND...

Während in Deutschland die Mauer fällt, sitzt Michael am Bett seines Großvaters, der in der letzten Woche seines Lebens plötzlich gesprächig geworden ist. Der Enkel erfährt, wie der Großvater einmal seinen Chef fast mit einer Telefonschnur erdrosselt hätte, warum er eine Brücke in Washington in die Luft sprengen wollte, wie er in Deutschland den verhassten Wernher von Braun jagte, warum von Braun und er dieselbe Leidenschaft teilten und wie er nach dem Tod seiner Frau eine neue Vertraute fand.

Eine Familiengeschichte, aber kein Roman im eigentlichen Sinne - so lässt sich das neuste Werk von Michael Chabon wohl am besten zusammenfassen. Und nicht irgendeine Familiengeschichte wird hier erzählt, sondern seine eigene - oder vielleicht doch nicht?


"Beim Schreiben dieser Memoiren habe ich mich an die Fakten gehalten, es sei denn, sie wollten sich einfach nicht der Erinnerung, dem dichterischen Willen oder der Wahrheit, wie ich sie gerne verstehe, beugen. Wo immer ich mir Freiheiten mit Namen, Daten, Orten, Ereignissen, Unterhaltungen oder den Identitäten, Motiven und Beziehungen von Familienmitgliedern und historischen Persönlichkeiten erlaubt habe, sei dem Leser versichert, dass es mit der entsprechenden Hemmungslosigkeit geschah." (S. 11)


Diese Einleitung macht natürlich neugierig. Doch ohne die familiären Hintergründe Michael Chabons zu kennen, wird der Leser letztlich nicht beurteilen können, was an der Erzählung der Wahrheit entspricht und was der Fantasie des Autors entsprungen ist. Der Großvater des Ich-Erzählers steht im Mittelpunkt der Geschichte, es sind im Wesentlichen seine Memoiren, die hier wiedergegeben werden. Dabei fließen jedoch andere Geschichten mit ein - die der Großmutter, deren Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs ihren weiteren Lebensweg beeinflussten und dominierten; die der Mutter, die, gelinde gesagt, eine eher unkonventionelle Kindheit hatte; und die des Ich-Erzählers selbst, wobei seine Person eher im Hintergrund bleibt und versucht, die Bruchstücke der Erinnerungen zu ordnen und zu sortieren.


"Es war selten, dass meine Mutter die Karten der Erinnerung aufdeckte, die ihr der Krieg mit seiner Brutalität zugeteilt hatte, doch wenn sie es tat, schien ihr gesamtes Blatt aus Schuldgefühlen zu bestehen, egal was auf dem Tisch lag." (S. 375)


Bruchstücke - das trifft es wohl ganz gut. Erzählt wird hier nämlich in Episoden, nicht chronologisch, sondern zuweilen fast willkürlich wirkend hintereinander gesetzt, dabei wild zwischen Zeiten, Themen und Personen wechselnd. Dies war oftmals verwirrend beim Lesen - und der Hauptgrund, weshalb ich einfach nicht wirklich in die Erzählung eintauchen konnte.

Der Schreibstil dagegen gefiel mir, anspruchsvoll, voller Metaphern, und die Sätze sorgfältig ausgefeilt; ebenso gefiel mir der teilweise böse Humor, der immer wieder durchblitzte. Auch fand ich einige der angeschnittenen Themen überaus interessant: die Folgen der traumatischen Erlebnisse im Krieg, die Faszination für Raketen und ein mögliches Leben auf dem Mond, die Crux der Vielseitigkeit des Einsatzes neuer Erfindungen und Entdeckungen - doch der ständige Wechsel der Themen, die ausschweifende Beleuchtung einzelner Punkte einerseits und die im Laufe der Jahre teilweise wechselnde Beurteilung dieser Punkte andererseits war für mich letztlich doch anstrengend.


"...wo (...) eine V2 das Rex-Theater mitten in einer Vorführung (...) getroffen und fast tausend Menschen getötet oder verletzt hatte. Das alles konnte man jedoch nicht der Rakete selbst anlasten, dachte mein Großvater, genauso wenig dem Mann, der sie konstruiert hatte, von Braun. Die Rakete war wunderschön. Ein Künstler hatte sie gestaltet, um die Ketten zu sprengen, die die Menschheit fesselten, seit sie sich erstmals der Schwerkraft der Erde und deren Entsprechungen in Leid, Versagen und Schmerz bewusst geworden war. Sie war ebenso ein in den Himmel geschicktes Gebet wie die Antwort darauf: Bring mich fort von diesem furchtbaren Ort! Dieses Vehikel mit einer Tonne Amatol zu bestücken und so zu behindern, dass es nicht ein für alle Mal die irdische Anziehungskraft hinter sich ließ, sondern im Bogen zurück auf die Erde kam und die Menschen dort tötete, wo es auftraf, das war Missbrauch. Als würde man Eiweiß mit einem Rechen aufschlagen, sich mit einem Dolch die Zähne säubern. Man konnte es tun, aber es war pervers." (S. 200)


Den Leser erwartet hier eine melancholisch gestimmte jüdische Familiengeschichte, oftmals unerwartet aufgehellt durch Episoden schwarzen Humors und den lobenswerten Ansatz, letztlich nichts und niemanden zu ernst zu nehmen. Dazu ein ungewöhnlicher Aufbau durch die scheinbar willkürliche Aneinanderreihung einzelner Episoden, was mich allerdings bis zum Schluss auf Distanz hielt. Abgesehen davon jedoch ein beeindruckendes Werk!


© Parden

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sursulapitschis avatar

Rezension zu "Moonglow" von Michael Chabon

Originell, melancholisch und sehr lesenswert
sursulapitschivor 5 Monaten

Mit „Moonglow“ legt Michael Chabon ein sehr ungewöhnliches Buch vor.
Er erzählt die Geschichte seines Großvaters, der ein höchst origineller Mensch gewesen ist, ein Eigenbrötler, genialer Ingenieur, Jude, amerikanischer Spion im Zweiten Weltkrieg, Ehemann einer psychisch labilen Französin, mal ein Draufgänger, dann wieder sehr introvertiert.
Kurz bevor er stirbt, spricht er plötzlich, dieser Mann, der stets seine Geheimnisse bewahrt hat und so folgt dieses Buch seinen Erinnerungen, die hin und her schweifen durch sein ganzes Leben.

Michael Chabon erzählt spannend, einfühlsam, humorvoll und sehr ausführlich, manchmal vielleicht etwas zu detailverliebt. Er wirft mit treffenden Beschreibungen nur so um sich, was höchst amüsant ist, auf Dauer aber doch ein klein wenig die Geduld strapaziert.
Auf jeden Fall schafft das aber eindrucksvoll Atmosphäre. 


Die verschiedenen Episoden schließen sich zu einer anrührenden Familiengeschichte, die zeigt, wie schreckliche Kriegserlebnisse noch Jahrzehnte später ein Leben beeinflussen können. Eine melancholische Stimmung durchzieht das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genauso wie die Faszination des Großvaters für Raketen.

Schon immer hat er sich für Technik begeistert insbesondere für die Raumfahrt. Auf einer Mondsiedlung müsste man leben, fernab der Welt, das ist sein Traum, und dafür braucht man Raketen, die einen dort hin transportieren, die aber gleichzeitig im Krieg als Waffen eingesetzt werden können. Sollte man unter diesen Voraussetzungen deren Entwicklung vorantreiben? Und wenn sie dann entwickelt werden und tatsächlich der erste Flug zum Mond auf Technik beruht, die Wernher von Braun ersonnen hat, ein Mann mit finsterer Nazivergangenheit, kann man sie dann bewundern?
Kann man eine Frau lieben, die einen ein Leben lang belogen hat und kann man den Mondschein bewundern, selbst wenn der Mond gar nicht aus eigener Kraft leuchtet?

Alles hat zwei Seiten und manchmal kann man sich entscheiden, welche davon man sehen möchte. Das nimmt man mit aus diesem wunderbaren Buch, ein klein wenig Trauer, das Gefühl, eine originelle Familie kennengelernt zu haben, einen Hauch Zauber und Moonglow.

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Zusätzliche Informationen

Michael Chabon wurde am 24. Mai 1963 in Washington D.C. (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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