Michael Chabon Die Vereinigung jiddischer Polizisten

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Inhaltsangabe zu „Die Vereinigung jiddischer Polizisten“ von Michael Chabon

Detektiv Meyer Landsman vom Morddezernat hat Probleme. Seine Ehe ist am Ende, er trinkt und steckt auch beruflich in einer Sackgasse: Nicht mal die Hälfte der Fälle ist gelöst. Sein neuer Chef ist seine Exfrau, und in dem billigen Hotel, in dem er wohnt, wurde ein Mord begangen. Landsman beginnt mit seinen Untersuchungen aus bloßer Routine und mit dem Gefühl, dass er dadurch vielleicht noch etwas gutmachen kann. Doch als von ganz oben die Anweisung ergeht, dass der Fall sofort zu den Akten gelegt werden soll, ermittelt Landsman mit seinem Partner auf eigene Faust und gerät tief in eine Welt, in der politische Ziele und religiöser Wahn eine gefährliche Allianz eingehen.

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  • Rezension zu "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" von Michael Chabon

    Die Vereinigung jiddischer Polizisten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. September 2012 um 12:24

    Eine Variation der Geschichte bietet das Buch um die Vereinigung jiddischer Polizisten: Zahlreiche Juden bekamen 1948 ein Siedlungsgebiet in Alaska rund um Sitka zugewiesen, aus dem sie sich einen kleinen Staat gestalteten. Einige Jahrzehnte danach droht die so genannte Reversion: Das Gebiet wird an Alaska zurück fallen und die Einwohner stehen vor einer ungewissen Zukunft. Wenige Wochen vor diesem Ereignis wird in Meyer Landsmans Unterkunft, dem Hotel Zamenhof, ein Mann ermordet, der unter falschem Namen logierte und der einzige Sohn des einflussreichen Rabbi Heskel Shpilman ist. Dennoch, der Fall soll schnell zu den Akten gelegt werden. Landsman stellt sich taub und forscht eigensinnig weiter. Die Ermittlungen mit Partner Berko Shemets werfen Rätsel auf, als sie außerhalb des Territoriums eine kleine Enklave finden, die hermetisch abgeriegelt ist. Dazu kommt, dass der Tod von Landsmans Schwester wieder ihren Weg kreuzt. Kein Wunder, dass Meyer die Sache mehr als spanisch vorkommt und energische Eingriffe, von oben angeordnet, können ihn nicht abschrecken. Chabon mischt zahlreiche persönliche Aspekte - vor allem im Angesicht der Reversion - mit politischen und religiösen. Berko zum Beispiel erwartet mit seiner Frau das dritte Kind und weiß nicht, in welche Zukunft es hineingeboren wird. Meyer Landsman trifft seine Exfrau wieder als seine Chefin. Im Hintergrund ziehen sehr hochgestellte Personen aus Aus- und Inland die Strippen und während die meisten Menschen ein ganz alltägliches Leben führen, finden sich ein paar wenige, die für ihre Überzeugungen extreme Wege gehen wollen. Sie erwarten einen Erlöser und scheinen kurz vor dem Ziel zu stehen. Das Buch lebt von einem sehr hintersinnigen Humor, der mir zum Teil erst nach kurzem Zögern aufgefallen ist. So taucht ein Buch namens "Kampf" auf, das zentrale Werk eines jüdischen Schachgenies. Das Hotel Zamenhof, benannt nach dem Erfinder des als völkerverbindend geplanten Esperanto, wurde einst mit Esperanto-Begriffen beschriftet und ist nun völlig heruntergekommen. Aufgefallen ist mir auch die Sprache, die sehr variantenreich ist und originelle Vergleiche zieht. Den dicken Rabbi Shpilman vergleicht Chabon beispielsweise mit einem Comic-Haus mit geschlossenen Fenstern, in dem der Wasserhahn aufgedreht wurde. Und Armin Rohde wiederum liest das Buch facettenreich, aber nicht überladen. Die Stimme knarzt, ächzt, fiept oder erzählt und passt immer perfekt zum Text. Dies ist bei aller Begeisterung aber auch das erste Mal, dass ich mir bei der Bewertung so richtig viel Zeit gelassen habe. Ich habe das Hörbuch während einiger Tage hintereinander im Auto gehört und im Nachhinein hatte ich das Gefühl, dass diese Kombination dem Genuss eher abträglich war. Das hat mehrere Gründe. Im Gegensatz zum Buch fehlen Erläuterungen, sodass viele Textstellen für mich rätselhaft blieben oder sich erst nach einiger Zeit erschlossen - dass die Verbover eine erfundene ultraorthodoxe Sekte sind, wurde erst nach Internetrecherchen klar, ebenso wie die Umbenennung der Handys in das aus dem realen Jiddisch abgeleitete Wort Shoyfer. Vielleicht liegen die Einstiegsprobleme auch einfach daran, dass das Hörbuch bearbeitet wurde. Und ich habe zwischen Bremse und Gaspedal eine ganze Weile gebraucht, bis ich begriffen hatte, das Chabon eigentlich eine Utopie entwirft. Eine höchst interessante und eine sehr klug geschriebene.

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  • Rezension zu "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" von Michael Chabon

    Die Vereinigung jiddischer Polizisten
    Reever

    Reever

    31. May 2010 um 19:08

    Ging so, gesprochen war es super, die Handlung irgendwie an den Haaren herbeigezogen. Ein junger Jude wird erschoßen aufgefunden, angeblich der Mesias. Die Polizeistation soll der USA übergeben werden, darum müssen alle unaufgeklärten Fälle verschwinden, und ausgerechnet jetzt kommt noch ein Fall dazu.Will nicht ins Detail gehen weil bei so einem Thema könnte man sich die Finger ....