Wenn der London Observer zu den nachfolgenden Romanen "Schlafende Engel" und "Der Bestsellermord", welche auf Deutsch beide zeitlich vor dem vorliegenden Werk Tödliche Schlagzeilen" veröffentlicht wurden, schreibt, es handele sich um "ein großartiges, apokalyptisches Stück Prosa, ein Requiem auf Amerika", fragt man sich als Leser unwillkürlich, ob diese Bücher aus ein und derselben Feder stammen. Denn außer dem Attribut apokalyptisch trifft hiervon nun wirklich gar nichts auf diesen Kriminalroman zu.
Schon lange habe ich mich nicht mehr so bei einer Lektüre gelangweilt, das Ende und die letzte Seite so herbeigesehnt. Michael Collins, entfernt mit dem irischen Freiheitskämpfer mit dem gleichen Namen verwandt, hat hier anscheinend versucht Philip Roth und Dennis Lehane gleichzeitig Konkurrenz zu machen und dabei eindeutig Schiffbruch erlitten.
Die Story um den Journalisten Bill, der in einem verlassenen Kaff sein Geld mit Anzeigen über Backwettbewerbe und Berichten über Footballspiele verdient und in einen Mordfall verwickelt wird, klingt durchaus interessant, kann aber auf dem Papier schlichtweg nicht überzeugen. Selten hatte ich eine so langweilige Schreibe vor mir liegen, die sich derart penibel an Nichtigkeiten festhält und die Charakterzeichnung bis zum Exzess betreibt. Bill ist ein kaputter Mensch. Sein Vater hat sich, nachdem sein Kühlschrankunternehmen wie so viele andere Firmen der Gegend Bankrott ging, das Leben genommen und den Sohn alleine zurückgelassen. Darunter leidet der junge Journalist immer noch. Und das erfährt man als Leser auch. Beinahe auf jeder zweiten Seite.
Gleichzeitig wird der Autor ebenfalls nicht müde die verfallenen Fabrikanlagen, trockenen Maisfelder und leeren Straßen en detail zu beschreiben. Der Mordfall? Wird im depressiv-düsteren Wirrwarr von Collins' Wörtern zur Nebensächlichkeit. Spannung sucht man hier schlichtweg vergebens und die Ermittlungen, sofern man das ziellose Herumstolpern Bills so nennen kann, lesen sich derart zäh, dass sich selbst der geduldigste Leser das Vorblättern verkneifen muss.
Gegen Ende, wo der bis dahin hintröpfelnde Plot sogar so etwas wie Tempo gewinnt, wird dann schließlich auch die letzte Hoffnung auf einen gelungenen Schluss zerstört. Auf die Frage nach der Identität des Mörders gibt Collins nämlich einfach mal keine Antwort und stattdessen lieber eine krude Erklärung im Epilog.
Insgesamt ist "Tödliche Schlagzeilen" ein langatmiges, wenig unterhaltsames Werk, das eher in den Bereich der Belletristik gehört und den Anspruch eines Spannungsromans auf keiner einzigen Seite erfüllen kann. Dasselbe Thema hat gleich eine ganze Handvoll anderer Autoren um Klassen besser behandelt.












