Michael Cunningham

 4 Sterne bei 273 Bewertungen
Autor von Die Stunden, The Hours und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Der US-amerikanische Schriftsteller Michael Cunningham, geboren im November 1952, wurde vor allem durch seinen Roman "Die Studenten" (Originaltitel: The Hours) bekannt. Für dieses Werk, das mittlerweile in mehr als 20 Sprachen übersetzt und im Jahr 2002 auch verfilmt wurde, erhielt Cunningham mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Pulitzer-Preis. Neben der Arbeit als Schriftsteller unterrichtet Michael Cunningham Kreatives Schreiben am Brooklyn College.

Alle Bücher von Michael Cunningham

Cover des Buches Die Stunden (ISBN: 9783641146900)

Die Stunden

(103)
Erschienen am 30.04.2014
Cover des Buches Die Schneekönigin (ISBN: 9783442714469)

Die Schneekönigin

(35)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Ein wilder Schwan (ISBN: 9783442718276)

Ein wilder Schwan

(27)
Erschienen am 09.09.2019
Cover des Buches Helle Tage (ISBN: 9783641146894)

Helle Tage

(15)
Erschienen am 08.04.2014
Cover des Buches Ein Zuhause am Ende der Welt (ISBN: 9783442732975)

Ein Zuhause am Ende der Welt

(13)
Erschienen am 01.12.2004
Cover des Buches In die Nacht hinein (ISBN: 9783442742936)

In die Nacht hinein

(14)
Erschienen am 12.11.2012
Cover des Buches Ein Tag im April (ISBN: 9783442775194)

Ein Tag im April

(4)
Erscheint am 10.03.2027
Cover des Buches Die Stunden (ISBN: 9783837178203)

Die Stunden

(6)
Erschienen am 30.10.2007

Neue Rezensionen zu Michael Cunningham

Cover des Buches Ein Tag im April (ISBN: 9783630877624)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Ein Tag im April" von Michael Cunningham

Gwhynwhyfar
Nicht der beste Cunningham

«Geh durch diese Tür oder lass es bleiben. Du wirst den Unterschied spüren. Er wird größer sein, als du dir in diesem Moment vorstellen kannst.»


5. April 2019: Dan und Isabel leben mit ihren beiden Kindern in Brooklyn. Doch die Fassade des häuslichen Glücks bekommt erste Risse. Während Violet, fünf Jahre alt, die wachsende Kluft zwischen ihren Eltern auszublenden versucht, unternimmt der zehnjährige Nathan seine ersten unsicheren Schritte in Richtung Unabhängigkeit. Und dann ist da noch Robbie, Isabels schwuler Bruder, der aus dem Dachgeschoss ausziehen soll, damit die Kinder jeder ein eigenes Zimmer haben. Vater Dan, ein ehemaliger Rockstar, der die Karriere sausen ließ, um Hausmann zu werden, Mutter Isabel, die als Fotoredakteurin das Geld verdient. Jeder der Erwachsenen überlegt, ob er sein Leben nicht anders gestalten kann. Die Geschichte spielt je an einem 5. April, jedoch in drei verschiedenen Jahren.


«Chad und Harrison ignorieren die anderen, die lärmenden Mädchen ebenso wie den Jungen mit dem Fisch. Sue nicken in Nathans Richtung. Dan würde gern verdrängen, dass Chad und Harrison im Grunde ein Zweiergespann bilden, mit Nathan als Drittem im Bunde; dass sich die minimale Männlichkeit bei ihnen früher zeigt als bei ihm; dass Nathan sie imitiert und nicht andersherum sie ihn. Nathan fehlt ihre abgeklärte, wortkarge Cleverness, und auch ihr frühreifes Bemühen, sich als harte Kerle aufzuspielen. Nathan ist liebenswürdiger als seine Freunde, weniger altklug und zynisch, was auf lange Sicht ein Vorzug ist, ihm jetzt aber wie ein Nachteil erscheint, und für Nathan zählt gerade nur das Jetzt.»


5. April 2020: Als die Welt im Lockdown ist, fühlt sich die Wohnung in Brooklyn eher wie ein Gefängnis an. Isabel und Dan wünschen sich nach ca. 20 Jahren Ehe ein anderes Leben, stellen sich existentiellen Fragen. «Er hat sich bemüht, ein umgänglicher, genügsamer Mensch zu sein, der Säuglingsnahrung anrührt, erst für Nathan und dann für Violet; der die Kinder wickelt und die Wäsche macht; der die müde, ausgelaugte Isabel abends mit Essen empfängt.» Nathan scheint seinen Vater zu hassen, zeigt ihm jeden Tag seine Verachtung. Robbie hat Urlaub auf Island gemacht, sitzt dort nun fest, allein in einer Holzhütte, tief in seinen Gedanken verstrickt - führt einen Fakeaccount namens Wolfe auf Instagram. Er hatte damals Zusagen für ein Medizinstudium, war aber, um dem Vater eins auszuwischen, Lehrer geworden, was er jetzt bereut. Es geht um die Auseinandersetzung mit sich selbst, über Wünsche, über Schuld, innere Abgründe und falsche Entscheidungen, alte Liebschaften. Isabel wollte heiraten, Kinder bekommen, die Wohnung in Brooklin kaufen und sie wollte den anstrengenden Job. Dan hat das alles hingenommen, den Job als Hausmann, die Aufgabe der eignen Karriere. Und wenn er ehrlich ist, ging die nämlich gerade abwärts. Warum nicht wieder Songs schreiben?


«Bis vor Kurzem schien auf mehr zu hoffen noch realistisch, denn es gab mehr zu erwarten. Aber nun kommt Isabel sich vor wie die Frau in dem Märchen, die immer neue Wünsche an den Fisch hat, mehr und noch mehr, bis es dem Fisch irgendwann reicht und er ihr alles wieder wegnimmt. Isabel fragt sich, seit wann sie in ihrer Geschichte nicht mehr die Hauptfigur ist, sondern die gierige, verbitterte Schwester, der finstere Zwilling, dem alles gegeben wurde und der dennoch knurrt: Das ist mir nicht genug.»


Und dann ist da Chess, die ein Kind wollte, allerdings keinen Mann dazu, die Garth, den Bruder von Dan, überredet hat, seinen Samen herzugeben. Nicht mehr. Doch als das Baby Odin auf der Welt ist, erwachen in Garth plötzlich Vatergefühle … Es ist ein Pandemie-Roman. Aber darum geht es nicht. Jeder ist hier egozentrisch mit sich selbst beschäftigt. Man ist eingesperrt. Tiefschürfend beschäftigen sich die Protagonist:innen mit sich selbst. Kein Gedanke an Corona, wie es enden mag, die Angst vor der Krankheit. Keine Gedanken, was gerade in der Welt geschieht. Brooklyn – New York – hier starben unendlich viele Menschen. Kein Wort darüber. Michael Cunningham hat hier etwas verpasst – die Auseinandersetzung mit der Pandemie. 5. April 2021: Die Familie hat das Schlimmste der Krise überstanden und kommt zusammen, um sich mit einer neuen, ganz anderen Realität auseinanderzusetzen - mit dem, was sie gelernt und was sie verloren haben. Und wie es weitergehen könnte.


«Isabel schämt sich für ihre Traurigkeit. Sie schämt sich, weil sie sich für ihre Traurigkeit schämt, sie, die doch immerhin Liebe und Geld hat. Sie wirft einen verstohlenen Blick in ihre Handtasche und sucht nach den Taschentüchern; auf keinen Fall darf es nach hektischem Wühlen aussehen. Sie fragt sich, ob ihre Traurigkeit dekadent ist und damit noch schlimmer als echtes, legitimes Unglück; ein, sie weiß es selbst, ziemlich dekadenter Gedanke.»


Es gibt sehr empathische und durchdachte Passagen in diesem Roman, wundervoll formulierte Gedanken, sonst hätte ich ihn wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen. Michael Cunningham blättert seine Protagonist:innen fein auf, und doch wirken sie blass. Typen, die in ihren Träumen baden, anstatt etwas zu verändern. Die Geschichte schleicht dahin – mich konnte sie nicht wirklich packen. Mich hat gestört, dass bei diesen vielen Gedanken der an die Pandemie und das Weltgeschehen fehlt – denn das wirkt ja direkt auf das Leben ein. Eine Familie, die instabil ist, während der Coronazeit zerbricht – am Ende gibt es dann endlich einen Knaller. Einerseits tief – andererseits oberflächlich, die Figuren distanziert, konnte mich keine gewinnen. Ich mag die Bücher von Michael Cunningham normalerweise sehr gern, aber hier


«Und dann die Überraschung: Isabel weiß den Mann, in den Dan sich verwandelt hat, sehr zu schätzen, aber eigentlich interessiert er sie nicht. Was bedeutet, dass er wieder Songs schreiben sollte. Es ist an der Zeit, zu sich selbst zurückzufinden, selbst wenn dabei nicht mehr herumkommen wird als ein paar Auftritte in den üblichen schäbigen Clubs. Selbst wenn ein mexikanisches Restaurant ihn bucht. Bitte, lass es kein mexikanisches Restaurant sein. Vierzig ist noch nicht zu spät. Er hofft, dass es nicht zu spät ist.»



Michael Cunningham wurde 1952 in Cincinnati, Ohio, geboren und wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Er lebt in New York City. Für seinen Roman «Die Stunden» erhielt er u.a. den PEN/Faulkner Award und den Pulitzerpreis.


Cover des Buches Die Schneekönigin (ISBN: 9783442714469)
P

Rezension zu "Die Schneekönigin" von Michael Cunningham

Pegasus1989
Schönes Wintermärchen

Dieses Märchen ist gut und spannend gestaltet. Der Teufel erschafft einen Spiegel, der die Menschen ins Unglück stürzen soll, wobei er ungewollt Hilfe des Himmelsherrschers bekommt. Viele Menschen sind von den herabregnenden Scherben getroffen worden. Es erscheint wie eine wahre Mammut-Aufgabe, den Schaden zu beheben, denn gute Menschen werden böse und mitten Drin Isabella die Eiskönigin, die zusätzlich für verstärkte Kälte sorgt. Eine wunderschöne Situation, die man sich auch vor dem geistigen Auge gut vorstellen kann beim Lesen. Das Abenteuer wird lustig, herzerwärmend und spannend geschildert.

Dennoch kann ich hier nur 3 Sterne vergeben, da mir einige Situationen zu sehr ins Lächerliche gezogen erscheinen. Hinzu kommt, dass Anja, oder wie sie in anderen Versionen dieses Märchens auch sonst heißen mag, für meinen Geschmack die meiste Zeit zu wild ist und etwas zu viel meckert. Etwas seltsam finde ich es zudem, dass Gerda gleich zu Anfang ihrer Begegnung mit Anja sofort als ihre beste Freundin bezeichnet wird, obwohl sich beide kaum kennen. Ein ziemlich überstürzter Entschluss meiner Meinung nach, der nicht ganz logisch rüber kommt.

Abschließend zu dieser Bewertung möchte ich anmerken, dass ich die Charaktere unter verschiedenen Namen kenne. In Andersens Version heißt der getroffene Junge, der die Schneekönigin unterstützen soll, Arne. In der Holy Klassiker-Hörspiel-Version wird er Kai gerufen. Gleiches gilt für den Schneehasen: In den Verfilmungen handelt es sich um Olaf, in der Holy Klassiker-Version wird er Hans genannt. Daher bitte nicht wundern, wenn ihr Anja unter einem anderen Namen kennen solltet. Die Anja, die ich in der Bewertung meine, ist Isabellas Schwester und kann je nach Version evtl. anders heißen.

Cover des Buches Ein wilder Schwan (ISBN: 9783442718276)
MoMes avatar

Rezension zu "Ein wilder Schwan" von Michael Cunningham

MoMe
Mein persönlicher Flop 2023

Es war einmal ein Mann, der hieß Michael Cunningham. Der dachte so bei sich, die ollen Märchen erzählen gar nicht alles und fand, es sei an der Zeit, selbst Hand an die alten Geschichten zu legen, um aus ihnen Märchen für Erwachsene zu zaubern, die laut seiner Marketingexperten böse und hintersinnig sein sollten, abgerundet mit düsterer Raffinesse, Lustigkeit und einem Touch Sexyness. Es fand sich sogar eine japanische Künstlerin, die zu jedem dieser zehn aufgepimpten Geschichten eine handwerklich ziemlich schaurig schöne Illustration erschuf.
Vermutlich wurde das Werk des Michael Cunningham unterwegs von einer bösen Hexe verflucht, denn als ich es zur Hand nahm und las, da suchte ich verzweifelt die amüsante, schwarzhumorige Neuinterpretation der wahren Ereignisse hinter den bekannten Märchen.
Stattdessen purzelten mir Sätze entgegen, die stumpf waren und nur so von Frauenfeindlichkeit und ausgelebter Klischees trieften.
Bis auf eine Geschichte waren alle Nach- und Weitererzählungen negativ behaftet, teilweise sehr vulgär geschrieben und bediente Erotikfantasien aus Urzeiten. Die Charaktere hatten fast ausnahmslos schlechte Charaktereigenschaften, waren eifersüchtig, egozentrisch, geldgierig, selbstsüchtig und einfach nur abstoßend. Gesellschaftskritik? Wohl kaum. Die Geschichten hatten null Mehrwert, es gab kaum Entwicklung und der Sinn blieb mir schlicht verborgen. Nicht mal mit einem guten Gin-Tonic wollte sich mir das Buch offenbaren, es muss am Fluch der Hexe gelegen haben.
Das Einzige, was ich positiv fand, waren die Illustrationen von Yuko Shimizu. Sie waren kräftig gezeichnet und trotz verstörender Details gruselig-faszinierend. Die Detailverliebtheit stand in totalem Kontrast zum nichtssagenden Inhalt dieser zusammengeflickten Interpretationen. 

Fazit:
Und wenn ich kein Buddy-Read gehabt hätte, dann würde das Buch in der Ecke verstauben, weil ich keine Lust mehr gehabt hätte, es weiterzulesen. 

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Zusätzliche Informationen

Michael Cunningham wurde am 06. November 1952 in Ohio (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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