Michael Düblin Der kalte Saphir

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Inhaltsangabe zu „Der kalte Saphir“ von Michael Düblin

Warum musste Jerome sterben? Nach Jahrzehnten des Schweigens gibt Sebastian Winter, einst Tontechniker der legendären Band Klarstein, 2015 erstmals ein Interview. Jule Sommer, gefeierte Nachwuchsjournalistin des Musikmagazins, hat die einmalige Chance, aus erster Hand zu erfahren, was sich damals in der «Kommune des Schreckens» tatsächlich abgespielt hat. Im Berlin der späten 1970er Jahre war die Band um den charismatischen Sänger Jerome aus dem Nichts kommend kometenhaft aufgestiegen. Nachdem die erste Platte und vor allem die Single Sommer die Charts gestürmt hatten, schien den Erfolg nichts mehr aufhalten zu können. Bis zu jener katastrophalen Neujahrsnacht, an deren Ende Jerome erschossen im Tonstudio lag und Klarstein aufgehört hat zu existieren. Sebastian Winter will reden, doch was hat er zu erzählen – und was bezweckt er damit? Je weiter er die Reporterin in die Vergangenheit mitnimmt, desto beklemmender empfindet diese das Gespräch: Führt sie ein Interview oder nimmt sie eine Beichte ab; hat sie es mit einem Zeugen oder einem Mörder zu tun? Und was bedeutet das für sie selbst? Weiss Winter gar von Ihrem geheimen Auftrag?

Für alle 80er deutsche Bands Liebhaber ein Muss

— nicekingandqueen
nicekingandqueen

Das Buch nimmt den Leser mit in die Musikbranche der 70er und 80er Jahre - spannender und gelungener Roman zum Ende der Band Klarstein

— EvelynM
EvelynM

Spannender Krimi im Milieu der Musikindustrie

— takabayashi
takabayashi

Das Buch konnte mich nicht wirklich erreichen, aber ich wollte unbedingt wissen, wie Jerome nun gestorben ist.

— MissStrawberry
MissStrawberry

Der Text ist wunderbar geschrieben und lässt sich flüssig „weglesen“. Für mich war es ein großes Lesevergnügen.

— SteinSi
SteinSi

Mich berührte die Geschichte nicht. Nicht nur der Saphir ist kalt, sondern auch die Beziehungen der Bandmitglieder sind seltsam unterkühlt.

— Hennie
Hennie

Illusion oder Wahrheit?

— tardy
tardy

Einfach nur wow besonders das ende aber so anfang mitte recht langatmig

— LostHope2000
LostHope2000

Eine gelungene Mischung aus Roman und Krimi.

— andrea_strickliesel
andrea_strickliesel

Nette Bandgeschichte inkl. Krimi. Leider waren Teile der Handlung für mich zu unglaubwürdig.

— TanyBee
TanyBee

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  • Für alle 80er deutsche Bands Liebhaber ein Muss

    Der kalte Saphir
    nicekingandqueen

    nicekingandqueen

    16. March 2017 um 19:05

    Ich hätte niemals das Buch gekauft und es wäre schade darum, denn es war wirklich besser als erwartet, deshalb bin ich froh, dass ich es gewonnen habe. Es geht um eine Band, die groß rauskam und deren Leadsänger erschossen wurde. Jahrzehnte später wird nun ein Bandmitglied die ganze Geschichte enthüllen - und ich war verblüfft. Ich hatte das Ende niemals so verstrickt erwartet. Das hatte schon fast etwas von Harlan Cobens Stil, ein äußerst begnadeter Thriller Autor, dessen Werke - genauso wie das von Düblins - verfilmt werden sollten. Der Schreibstil war einfach gehalten und durch die Titel, in denen man immer erfuhr in welchem Jahr und wo man sich befand, konnte man sich sehr gut orientieren, da es immer wieder Zeitsprünge und Rückblicke gab. Zu den Identifikationsmöglichkeiten kann ich sagen, dass man sich gut damit tut, wenn man entweder in einer Band ist oder Journalist, aber ich bin beides nicht und hatte dennoch Spaß am Lesen. Ausgezeichnet fand ich zudem die ganzen Lyrics, die mit integriert wurden, sodass man ein Gespür für die Band bekam, was ich so noch in kaum einem Buch vorfand.

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  • Krimi in der Musikszene

    Der kalte Saphir
    anchel

    anchel

    21. September 2016 um 10:44

    Das Buch kam bei mir an und ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, worum es ging. Passiert mir selten, woran lag das ? Aha. Musikbands als Thema. Da ich nie ein Radio, Tonbandgerät oder Cassettenrekorder hatte, ging das alles an mir leider vorbei. Entsprechend fremd war mir die Welt der Bands, die Musikszene, soweit es im Buch eine Rolle spielt. Das Cover finde ich schon ein Hingucker, ungewöhnlich, erinnert eher an eine Betriebsanleitung. Da nimmt man doch das Buch gerne mal in die Hand und schaut worum es geht. Um die Band Klarstein, um Herrn Winter und Frau Sommer. Schmunzel, aber die Namen sind so gewählt worden. Klarstein erinnert sogar einen Musikmufflon wie mich an Rammstein und warum heisst die Musikjournalistin Sommer und der suspekte Tontechniker Winter? Alles in allem lässt sich das Buch gut lesen und vor allem mal ein THintergrundthema, das man nicht so oft in Kriminalgeschichten findet.

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  • Das Ende von Klarstein

    Der kalte Saphir
    EvelynM

    EvelynM

    01. September 2016 um 10:56

    Die Band „Klarstein“ ist als „Kommune des Schreckens“ in die Musikgeschichte eingegangen. Die Mitglieder leben nicht mehr, sind verschwunden oder haben sich ein anderes Standbein aufgebaut. Eines Tages beschließt der Tontechniker Sebastian Winter sein über 3 Jahrzehnte dauerndes Schweigen zu brechen und die wahre Geschichte über die Ermordung des Klarsteinsängers Jerome zu erzählen. Die junge, sehr ehrgeizige und talentierte Journalistin Jule Sommer will sich diese Chance nicht entgehen lassen und reist zu Winter nach Griechenland. In Rückblenden erzählt Winter den Aufstieg der Band, die Verwicklungen der Bandmitglieder untereinander, von Freundschaft und Neid und schließlich von dem viel zu frühen Tod des Sängers und damit das Ende der aufstrebenden Band. Während des Interviews von Jule Sommer mit dem Tontechniker schleicht sich das Gefühl ein, dass Sebastian Winter eine Beichte ablegen will und sein jahreslanges Schweigen ihn schwer belastet. Dabei umkreisen sich die beiden jedoch wie Raubtiere oder Boxer und man weiß oft nicht, wer nun mit wem Spielchen treibt. Winter besteht vehement und immer wieder darauf, dass seine Geschichte genau so veröffentlicht wird, wie er sie Sommer erzählt. Eine unterdrückte Wut und anzügliche Bemerkungen von Winter und sein langsamer Erzählstil lassen Sommer daran zweifeln, ob seine Geschichte es überhaupt wert ist, veröffentlicht zu werden. Nicht nur einmal würde sie am liebsten gehen. Doch sie scheint von Winters Ausstrahlung auch fasziniert zu sein und so stellt sich die Frage, wie weit sie für die Story gehen würde.Seinen Anfang nahm „Klarstein“ ganz ungewöhnlich, als Winter für sein runtergekommenes Haus Mieter sucht. Zuerst taucht der charismatische und sehr begabte Sänger Jerome bei ihm auf. Er will Musiker sowohl als Bandmitglieder als auch Mieter gewinnen. So gesellen sich bald die beiden sehr unterschiedlichen Gitarristen Herb und Sven dazu. Herb ist kleinwüchsig und ist durch Ausgrenzung stark geworden. Sven dagegen, der 2-Meter-Mann kompensiert seine auffällige Erscheinung durch Alkohol und später auch Drogen. Während Herb das absolute Gehör hat, ist Sven derjenige, der das musikalische Genie der Band bildet. Er komponiert und textet. Jerome dagegen ist der Perfektionist und nimmt nur sich wirklich wichtig. Zu den 4 Männern gesellt sich die schöne Drummerin Zed, die Jerome von den Philharmonikern mit einem kornblumenblauen Saphirring abgeworben hat. Zed ist sehr talentiert und wird von Winter heimlich verehrt. In Nick, der im Nachbarhaus „Nicks Musikladen“ betreibt, findet die Band nicht nur einen Freund, sondern auch Hilfe beim Zusammenstellen ihres Equipments. Obwohl Winter das Haus gehört, gibt Jerome überall den Ton an und schert sich wenig um die Finanzen. Bald ist Winters kleines „Vermögen“ aufgebraucht und da stellt sich der erste Erfolg mit der Single „Sommer“ ein. Gerade rechtzeitig, damit Winter sein Haus und die Bandmitglieder ihre Wohnungen behalten können. Vom Erfolg berauscht gibt sich Jerome nicht mehr mit den einfachen Dingen des Lebens ab, sondern genießt es in vollen Zügen – wozu auch Frauengeschichten gehören, obwohl er mit Zed zusammenkommt. Der unsichere Sven verfällt trotz seiner großen Begabung immer mehr dem Rausch und hat bei Konzerten den einen oder anderen Totalausfall. Da sich die anderen Bandmitglieder um ihn kümmern, macht Jerome währenddessen als „Alleinunterhalter“ alleine weiter und so wird klar, dass er die anderen für seine Auftritte nicht braucht. Es entstehen immer mehr unheilvolle Verbindungen der Bandmitglieder untereinander, was schließlich zum Mord an Jerome führt. Doch wer hat ihn umgebracht? Die Spannung hält sich bis zum Schluss und erst spät wird der Mörder aufgedeckt. Das Cover finde ich nicht spektakulär, doch es ist stimmig zur Geschichte. Der kleine Saphirring am äußeren Rand des Covers und die Tonspuren der alten Revox ergänzen das manchmal noch schwarz-weiße Bild der 70er Jahre. Der Autor spielt geschickt mit den beiden Hauptakteuren Winter und Sommer. Allein schon die Namensgebung ist so gewählt, dass die Gegensätzlichkeit zu Tage tritt. So erscheint Sebastian Winter etwas düster und geheimnisvoll und Jule Sommer jung und unbeschwert und trotzdem tough. Die Songtexte geben der Geschichte noch eine zusätzliche Note. Es ist anfangs etwas schwierig dem Erzählstrang zu folgen, denn die Erzählungen von Sebastian Winter sind nicht klar durch Schriftwechsel etc. abgesetzt. Doch man gewöhnt sich schnell daran und das Buch liest sich spannend, vor allem dadurch, dass immer ein roter Faden zu erkennen ist. Auch die „Beziehung“ zwischen Winter und Sommer entwickelt sich im Laufe der Geschichte und erzeugt eine zusätzliche Spannung. Erst auf den letzten Seiten wird klar, wer damals Jerome ermordet hat. Das Buch nimmt den Leser mit in die Musikbranche der 70er und 80er Jahre.

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  • Multimedia andersrum

    Der kalte Saphir
    RebekkaT

    RebekkaT

    31. August 2016 um 21:01

    Michael Düblin: "Der kalte Saphir". Aufstrebende Musikjournalistin interviewt 70-er-Jahre-Toningenieur, um mehr über den lange zurückliegenden Mord an einem Sänger zu erfahren. Beide versuchen sich an Psycho-Spielchen, durchschauen einander aber immer wieder. Ein nettes unterschwelliges Duell parallel zur Handlung!Cover: ein Schwarz-weiß-Bild eines Tonbands. Passt zur Handlung und vor allem zum nüchternen, oft distanzierten Erzählstil, erinnert an Werke von Max Frisch.Manchmal ist es ganz lustig, wenn dem Lektorat die typisch schweizerische Wortwahl des Autors durch die Lappen geht - welcher Berliner Rockmusiker würde "innert" statt "innerhalb von" sagen?  - insgesamt handelt es sich aber ein gut lesbares, durchaus spannendes Werk. Die manchmal übertrieben scheinenden Wendungen sind nicht schlimmer als in anderen Romanen, das passt schon. Gegen Ende kommt die nahezu ingenieursmäßige Gestaltung der Verwicklungen und Nicht-Zufälle mit einer Präzision zur Geltung, die an das sprichwörtliche Scghweizer Uhrwerk denken lässt. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich fühlte mich hervorragend unterhalten und teilweise auch anregend gefordert. Ein sehr schönes Gimmick sind die Songs dieser imaginären Band, welche sich mit im Buch enthaltenen Download-Codes herunterladen lassen und auf jeden Fall authentisch wirken.

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  • Interessante Mischung aus Krimi und Musikgeschichte

    Der kalte Saphir
    Gise

    Gise

    21. August 2016 um 00:28

    Berlin, 1977: In einer alten Villa findet die Band Klarstein zueinander. Die Mitglieder schaffen es, mehrere Hits in die Charts zu bringen. Leader der Band ist der charismatische Jerome, der in der Neujahrsnacht 1981/1982 erschossen aufgefunden wird. Der genaue Ablauf wurde damals jedoch nicht herausgefunden. 2015 will eine Musikjournalistin in einem Interview mit einem der Bandmitglieder das Geschehen von damals erfahren. Wird ihr das gelingen? Sebastian Winter jedenfalls inszeniert das Gespräch nach seiner Vorstellung, es ist jedoch klar, dass er ihr die Geschichte erzählen möchte. In Rückblenden lässt er die Vergangenheit wieder auferstehen, die Erfolge der Band, die Verflechtungen der Mitglieder und die Ereignisse der entscheidenden Nacht.Durch die eher kurzen Kapitel liest sich das Buch sehr flüssig. Der Schreibstil lässt viel Spannung aufkommen, die durch einige Wendungen hoch gehalten wird. Wer war der Täter, was war sein Motiv? Mit Jule Sommer fiebert der Leser das Geschehen mit, überlegt, verwirft bisherige Annahmen. Ein bisschen gestört hat mich das äußerst offen geratene Ende.Das Buch ist eine interessante Mischung aus Krimi und Musikgeschichte.

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  • Was geschah wirklich mit Jerome?

    Der kalte Saphir
    takabayashi

    takabayashi

    09. August 2016 um 03:45

    Ein absolut faszinierendes Buch! Mich als Berlinerin bestach vor allem auch der Schauplatz Berlin in den 70er Jahren, einem Jahrzehnt, das auch für mich persönlich prägend war, und die Darstellung der damaligen Musikszene und der Energie, die in der Luft lag. Als die erfolgreiche Nachwuchsjournalisten Jule Sommer als Reporterin für das Musikmagazin "Schall" den Tontechniker Sebastian Winter in seinem griechischen Exil besucht, ist die Stimmung spannungsgeladen. Lange hat sie sich um diesen Interview-Termin bemühen müssen, bevor er endlich einwilligte. Winter war der Tontechniker der legendären Deutschrockgruppe Klarstein, deren scheinbar unaufhaltsamer Aufstieg ein jähes Ende nahm, als Jerome - der charismatische Frontmann und Sänger - im Keller der Kreuzberger "Villa" erschossen und blutüberströmt aufgefunden wurde. Gefunden hatte ihn Zed, seine Freundin und Drummerin der Gruppe, die dann Sebastian hinzugerufen hatte. Soweit ist der Vorgang bekannt, der Mord konnte jedoch nie aufgeklärt werden. Jule Sommer hofft nun, diesen Fall endgültig lösen zu können, was ihrer kometenhaften Karriere noch mehr Schub verleihen würde. Die Handlung springt zwischen der Interviewsituation in der Gegenwart und Winters Erzählungen aus der Vergangenheit hin und her. Hinzu kommt noch ein Bericht über eine Reise Winters vor nicht allzu langer Zeit, einer Art Schnitzeljagd, die er zusammen mit Nils, dem Sohn des Musikalienhändlers, mit dem das Schicksal der Band aufs Engste verknüpft war, unternommen hat. Das Interview geht die ganze Nacht hindurch, Sommer und Winter (die Namenswahl finde ich etwas zu bedeutungsschwanger) belauern sich gegenseitig, versuchen einander auszuloten. Die Journalistin und wir als Leser bekommen viele Informationen und rätseln, worauf das ganze hinauslaufen wird und wer Jerome tatsächlich ermordet hat. Alles ist anders, als es zunächst erscheint. Ein brillianter, sehr atmosphärischer Roman, der sich wie ein Krimi liest - so spannend, dass man ihn nicht aus der Hand legen mag. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Der kalte Saphir

    Der kalte Saphir
    urmeli

    urmeli

    08. August 2016 um 17:49

    Jule Sommer, als Journalistin eines angesehenen Musikjournals, will mehr über die Hintergründe des Todes von Jerome und der anschließenden Auflösung der berühmten Band Klarstein erfahren. In den 70er Jahren war diese Band Kult, dann starb zuerst Sven an einer Überdosis und kurze Zeit später wurde der Sänger und Bandgründer Jerome erschossen. Als Täterin kam nur Zeb, die Drummerin, in Frage, es war ihre Waffe, sie hielt sie in der Hand. Sebastian Winter, der Tontechniker der Band, war davon überzeugt und verhalf ihr zur Flucht. Doch was war damals wirklich geschehen? Jetzt über 30 Jahre später gibt Sebastian Winter ein Interview, er erzählt von den Anfängen, wie die Gruppe zusammengekommen ist, welche Geldsorgen und künstlerische Streitigkeiten und auch Eifersüchteleien, besonders in Bezug auf das einzig weibliche Mitglied, Zeb, zu bewältigen waren. Drei verschiedene Zeitebenen werden abwechselnd, teils übergangslos beschrieben, die Jetztzeit im Interview, die Rückblende auf die Jahre mit der Band und ein halbes Jahr vor diesem Interview, bei dem ein Umdenken bei Sebastian begann und er herausfand, was wirklich geschah. Der Roman zeichnet sich durch einen interessanten Schreibstil und durch viele Einblicke in das Leben einer Rockband aus. Sehr interessant.

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  • Vielschichtige Bandgeschichte

    Der kalte Saphir
    Tukka

    Tukka

    08. August 2016 um 05:59

    Jule Sommer, eine junge, aber bereits namhafte Musikjournalistin, gelingt ein Coup: Sie bekommt nach hartnäckiger Anfrage einen Interviewtermin mit Sebastian Winter. Winter war Ende der 1970er Tontechniker der Berliner Kultband Klarstein und lebt seit dem Ende der Band zurückgezogen. Bis heute ist der Tod des Sängers Jerome 1982 ein Rätsel und Sommer hat sich vorgenommen, genau herauszufinden, was damals passiert war. Jerome lag eines Nachts erschossen im Tonstudio und seither ist die Drummerin der Band spurlos verschwunden; aber der Täter blieb seit jeher unbekannt. Winter lädt die Journalistin in seinen griechischen Wohnsitz ein und erzählt. Winter beginnt ganz von vorne und berichtet, wie er eher zufällig Mitglied der Band wurde. In sein Haus an der Kopischstrasse ließ er Mieter einziehen, um seinen spontanen Immobilienkauf in Berlin zu finanzieren. Der erste Interessent war eben jener Jerome, der ab diesem Zeitpunkt das Zepter im Haus übernahm. Jerome organisierte die anderen Mieter, jeder musste Musiker sein und zu seiner Vision einer Band passen. Aus den Musikern im Haus entwickelt sich die Band Klarstein, geführt und promoted von Jerome, dem Sänger, der Kontakte zu Radiostationen und Veranstaltern knüpfte. Sebastian Winter wurde zum Tontechniker, der mit Geschick und Organisationstalent das Equipment der Band zusammen stellte und funktionstüchtig hielt. Ein besonderer Clou sind die großen Hits dieser Band, die im Lauf des Buchs erwähnt werden. Die Texte zu "Sommer", "Herbstwind" und "Bind uns los" werden lose zu einem Teil der Geschichte, dazu gibt es jeweils einen eigenen Downloadcode. Mit der Idee zu passenden Songs bietet das Buch eine gut überlegte Besonderheit, auch stilistisch meiner Meinung nach völlig passend (wer das Buch nicht lesen mag, kann die Titel übrigens auch einzeln erwerben). Das Buch erzählt in Passagen abwechselnd vom Interview in Griechenland und von den Rückblenden Winters, mit denen er die Geschichte der Band erzählt. Michael Düblin gibt immer an, wo die Kapitel spielen und die Reihenfolge ergibt sich aus Sommers Gespräch mit Winter. Daher ist es kein Problem, der Geschichte auf zwei Zeitebenen zu folgen. Jule Sommer stellt dabei fest, dass Sebastian Winter sich nicht wie andere Interviewpartner locken und führen lässt. Er hat, ebenso wie sie, ein eigenes Drehbuch für das Gespräch entwickelt und will kein Stück von seinem vorgeplanten Bericht abrücken. Das zehrt an Sommers Nerven, hatte sie doch geglaubt, Winter mit ihrer Anfragetaktik geknackt zu haben. Aber sie registiert Winters eigenes Spiel schnell und versteht, dass er sie nur eingeladen hat, weil sie zu seinem Plan passt. Will sie mehr zum Mord an Jerome erfahren, muss sie sich auf Winters Spiel einlassen. Die Neugier folgt also zwei wichtigen Fragen; es geht nicht nur um die Aufdeckung der damaligen Umstände, sondern auch um die Hintergründe zu Winters plötzlich so bereitwilliger Einladung nach all den stillen Jahren. In den Rückblenden begegnet der Leser intensiv dem Innenleben der Band. Mit Charisma, aber auch viel Rücksichtslosikgeit, übernahm Jerome die Führungsrolle im Haus. Nach kurzer Zeit wagte niemand mehr, ihm zu widersprechen - weder Sebastian Winter, obwohl der unter Mietrückständen zu leiden hatte und eigene Ersparnisse angriff, um die Band zu unterstützen, noch Bandmitglieder, wenn es um zum Beispiel um Urheberrechte oder Verhandlungen mit Studios und Radiostationen ging. Einzig die Percussionistin Zed hatte nicht nur den Mut zum Widerspruch, ihre Einwände wurden von Jerome sogar geduldet. Zed war zudem die einzige professionelle Musikerin mit einer begehrten Stelle bei den Berliner Philharmonikern. Dem Gründungsmythos der Band zufolge war es dem charismatischen Jerome mit nur wenigen Worten und einem Saphirring gelungen, sie dem renommierten Orchester zu entziehen. Jule Sommer erfährt von den kleinen Dramen hinter den Kulissen, die seinerzeit aber offenbar nie publik geworden waren. Winter füttert sie in einem kleinen Katz-und-Maus-Spiel mit immer neuen Hintergrundinformationen, um ihr Bild von der Band zu prägen. Besonders das von Jerome, der die Bandmitglieder für seine Visionen wie Spielfiguren setzt. Die heute noch lebenden Bandmitglieder haben keinen Kontakt mehr zueinander, aber für Winter vergeht offenbar kein Tag, an dem er sich nicht die Rückkehr der tief verehrten Zed wünscht. Die Geschichte der Band ist zugleich eine Geschichte verschiedener Abhängigkeiten, die nie recht gelöst werden konnten. Durch die ungleichen Beteiligungen leidet das menschliche Gleichgewicht in der Band und Jule Sommer wird zum Ventil für die Aufarbeitung. Die Aufklärung des Mordes, der sie zu Winter geführt hat, ist nur ein Teil der Geschichte, die das Buch lesenswert erzählt.

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  • Spannender Rückblick

    Der kalte Saphir
    Lessayr

    Lessayr

    01. August 2016 um 18:48

    Der Roman „Der kalte Saphir“ von Michael Düblin erschien im Juni 2016 im Johannes Petri Verlag. Es handelt sich hierbei um ein Roman über die Rockband Klarstein und ist seine dritte Romanveröffentlichung.Der Autor Michael Düblin schickt uns mit seinem neuen Roman auf den Spuren eines Mordfalls im Musikbusiness. Genauer gesagt nach Berlin in die späten 1970er Jahren. Hier wurde die Rockband Klarstein gegründet und lebte gemeinsam in einer Villa.Die hartnäckige Journalistin Jule Sommer vom Trend-Magazin „Schall“ hofft auf die Story ihres Lebens und durch ihre harte Arbeit bekommt sie die Chance dazu. Sebastian Winter, der frühere Tontechniker der Band Klarstein, möchte nach Jahrzehnten des Schweigens erstmals ein Interview geben. Jule hofft auf Details zum Mord vom Sänger Jerome der bisher ungeklärt blieb. Die beiden treffen sich in Griechenland zum Interview und spielen ein Katz- und Mausspiel mit anfänglichem Misstrauen welches sich nach und nach legt. Winter beschreibt seine Seite der Geschichte sehr detailliert und kommt auch direkt auf dem Punkt „Ich hatte ein Motiv und war am Tatort“.Dieser Roman ist sehr angenehm geschrieben. Der Schreibstil liest sich gut und es ist nie langweilig. Die Protagonisten Sommer und Winter sind so wie Nachnamen es sagen, sehr unterschiedlich aber doch ähnlich. Beide gehen sie mit Misstrauen in das Interview und schätzen den Gegenüber immer wieder neu ein mit ihren Spielchen zwischen Flipperkasten, Pool und ein Glas Whiskey. Der Protagonist Winter ist schwer einzuschätzen, seine Mentalität schwankt zwischen ruhig und aufbrausend hin und her. Das Ende von diesem Roman war für mich eher unerwartet, es war eher überraschend. Das Interview an sich war sehr interessant geführt und man konnte sich die Szenen von damals sehr lebhaft vorstellen. Die Übergänge von Vergangenheit und Gegenwart sind klar ersichtlich.Insgesamt war es eine schöne Reise in die Geschichte der Rockband und kann es nur empfehlen. 

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  • Zwei, die sich belauern

    Der kalte Saphir
    yesterday

    yesterday

    29. July 2016 um 21:59

    Eine Journalistin, die sich die Story ihres Lebens erhofft und ein Interviewpartner, ehemaliges Bandmitglied von „Klarstein“, der die Journalistin an ihre Grenzen bringt. Dies sind die Hauptzutaten für Michael Düblins Roman. Nebenbei wird noch ein Mord aufgeklärt, der innerhalb der Band passiert ist, aber schon Jahrzehnte zurückliegt. Doch die „Ermittlung“ verkommt fast zur Nebensache, widmet sich der Autor doch intensiv den Gefühlswelten der beiden Protagonisten und ihrer sich scheinbar stets verändernden Beziehung zueinander. Jule Sommer ist redlich bemüht, Sebastian Winter auszuhorchen und ihn trotzdem frei erzählen zu lassen, was sich zu den so erfolgreichen Zeiten zwischen den Musikern ereignete. Alles befindet sich im Wechsel: das Wetter rund um Winters Anwesen in Griechenland, die Initiative der Gesprächspartner sowie Wohlbefinden der beiden und die Einschätzung, die sie vom jeweils anderen haben. Darf Jule ihm nun glauben? Ist sie eine ernstzunehmende Gegnerin für einen so gewandten Erzähler wie ihn? Und ist Winter ernsthaft an der Wahrheit interessiert oder nur an ihrem Körper? Zu den kleinen Psychospielchen, die die beiden zwischen Pool, Flipperkasten und Aufnahmegerät austragen, passt auch der kleine „Trick“ mit den Namen der beiden sehr gut. Und obwohl er manchmal schon bildlich an der Klippe steht, kann der Autor gut vermeiden, doch zu sehr in Klischees abzudriften, die sehr oft dann lauern, wenn Mann und Frau so aufeinanderprallen. Überrascht hat mich das Ende, teilweise wegen des Inhalts aber viel mehr der Gestaltung wegen. So, wie es ist, wäre sogar eine Fortsetzung denkbar, was ich aber nicht vermute. Dann müssten viele Details noch aufgeklärt werden und einige Fäden zusammengebracht werden. Schön ist auf jeden Fall, dass Jule und Winter doch irgendwie zu einem stummen Einverständnis kommen, was die Geschichte und ihre Folgen betrifft. Hinter der Person Jules hätte ich insgesamt noch mehr Tiefe vermutet, was aber schwierig geworden wäre, da Winter viel Raum für sich beansprucht. Er ist für mich bis zum Schluss kein voll greifbarer Charakter, hat viele Ecken und Kanten, ist streitbar und dann wieder ein Ruhepol. Aber zu einem möglichen Mörder passt das wohl, dass man ihn nie ganz einschätzen kann und sich nahezu parallel zu Jule beim Lesen so seine Gedanken über diesen seltsamen „Kauz“ macht. Wer sich hier ein packendes „Mörder-Interview“, ähnlich wie eine Befragung vor Gericht wünscht, wird sicher teilweise enttäuscht. Natürlich geht es um eine Rückschau und eine Aufklärung, doch Winter darf ausreden, monologisieren und erzählt nicht nur Geschichten von damals. Nur zwischendurch gibt es einige spannungsgeladene Frage-Antwort-Momente. Wer sich von Winter aber gemütlich durch die Geschichte tragen lässt, lernt ganz nebenbei noch vieles über Aufnahmetechnik und die Musikbranche.

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  • Nicht nur der Saphir ist kalt

    Der kalte Saphir
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    29. July 2016 um 19:05

    Nach jahrzehntelangem Schweigen öffnet sich Sebastian Winter der Journalistin Jule Sommer nach und nach. Nur ihr will er endlich die Story der Band „Klarstein“ und dem Tod von Jerome. Doch er erzählt nicht nur den Kern der Geschichte, sondern er holt sehr weit aus.Mich persönlich hat es sehr angestrengt, seinen Ausführungen zu folgen. Auch die kurzen Perspektivwechsel-Einschübe brachten mich ein wenig aus dem Fluss (wenn denn endlich mal einer da war). Die Reise, die Winter aufgrund von Briefen von Zed Anfang des Jahres des Interviews quer durch Europa unternommen hat, verwirrte mehr, als sie Dinge klar stellen konnte. Es war, als wolle er doch lieber nicht über die Sache reden. Das war zäh und … kalt!Ja, das trifft es sehr: das Buch war/ist einfach durch und durch kalt. Ich konnte zu keiner einzigen Person eine emotionale Bindung aufbauen. Da war ständig noch diese Glaswand, die mich zurückhielt. Das Geschehen drehte sich irgendwie um alles, nur nicht um irgendetwas Interessantes. Jerome geriet mehr und mehr in den Hintergrund und alles drehte sich um Zed. Diese wurde mir nicht eine Sekunde sympathisch. Sie spielte mit allen und war einfach nur auf ihren Vorteil aus. Das ganze Zusammenleben in diesem Haus fand ich anfangs toll, doch immer mehr nervte es mich nur und machte das Buch zu einer Art irrem Drogentrip in den 1980ern. Mich hat auch dieser „Zufall“ gestört, dass beide Interviewpartner einen Namen haben, der eine Jahreszeit bezeichnet. Ich mag es nicht, wenn durcheinander erzählt wird und die einzelnen Fäden kilometerweit auseinander sind und man nicht ahnt, wie nun was warum zusammenhängt. Und ich mag es nicht, wenn ich am Ende voller Fragen zurückbleibe.Die Idee, eine Band im Netz „aufleben“ zu lassen zum Buch, ist gut. Das macht das Buch mysteriöser, als es ist. Aber alles in allem war mir das zu anstrengend und ich konnte die Lektüre nicht genießen. Die Idee ist super, aber das Buch passt schlicht nicht zu mir. Das ist schade. Da ich aber erkenne, welch Gespinst der Autor gewoben hat und das anerkenne, gebe ich drei Sterne. Ganz bestimmt findet diese Story ihre Freunde. Nur werde ich kein Klarstein-Fan. Ich habe die 80er auch völlig anders in Erinnerung.

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  • Spannende und interessant aufgebaute Geschichte bis zur letzten Seite

    Der kalte Saphir
    SteinSi

    SteinSi

    28. July 2016 um 15:18

    Jule Sommer ist seit über einem Jahr als Reporterin bei dem renommierten Trendmagazin Schall. Einen Job, den sie sich durch hervorragende journalistische Arbeit und Hartnäckigkeit erarbeitet hat. Diese Hartnäckigkeit zahlt sich offensichtlich auch aus als es ihr gelingt den legendären Tontechniker der Band Klarstein, der seit 34 Jahren völlig zurückgezogen in Griechenland lebt, zu einem Interview zu überreden. Sebastien Winter empfängt sie, wirkt aber nicht gerade als würde er sie mögen und sie zweifelt anfänglich ob er ihr wirklich die Wahrheit und die Details von 1977 erzählen wird, als Jerome ermordet wurde. Nach einem gemeinsamen Flipper Spiel und dem einen oder anderen Getränkt, scheint er aufzutauen und beginnt seine Geschichte zu erzählen, die er Jule bitte genau so wiederzugeben wie er sie ihr berichtet. Gleich zu Beginn konfrontiert er sie mit der Aussage: „Ich hatte ein Motiv und ich war am Tatort.“ Es war sehr spannend aufgebaut wie Sebastian Winter die Erlebnisse von 1977 vor Jule Sommer ausbreitet. Nur Schritt für Schritt legt er offen was damals passierte, und dabei lässt der Auto viel Raum für eigene Interpretationen. Der Text ist wunderbar geschrieben und lässt sich flüssig „weglesen“. Für mich war es ein großes Lesevergnügen.

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  • Ein Krimi mit musikalischem Hintergrund

    Der kalte Saphir
    Nalik

    Nalik

    26. July 2016 um 19:36

              Sebastian Winter, Tontechniker der ehemaligen Band Klarstein gibt Jule Sommer, einer aufsteigenden Journalistin ein Interview um offenzulegen, was damals in der sogenannten Kommune des Schreckens wirklich passiert ist. Es dreht sich alles um den Mord an Jerome, den Leadsänger der Band. Meine Meinung zu dem Buch:Das Buch liest sich sehr gut u d flüssig und von der ersten Seite an erlebt man das Interview hautnah mit und merkt auch wie bei beiden Seiten die Emotionen hochkochen. Man fühlt sich aktiv an der Geschichte beteiligt und möchte unbedingt erfahren, wer damals wirklich Jerome umgebracht hat. Zwischenzeitlich ist man fest überzeugt dass es Winter selbst war, doch dann kommt alles anders. Ich muss sagen dass ich mit dem Ende niemals gerechnet habe.Mein Fazit: ein tolles Buch nicht nur für Musikliebhaber. Ich hätte mir dieses Buch niemals gekauft und bin umso froher es gewonnen zu haben.        

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  • Anstrengend

    Der kalte Saphir
    brauneye29

    brauneye29

    26. July 2016 um 08:48

    Zum Inhalt: Sebastian Winter will reden, doch was hat er zu erzählen – und was bezweckt er damit? Je weiter er die Reporterin in die Vergangenheit mitnimmt, desto beklemmender empfindet diese das Gespräch: Führt sie ein Interview oder nimmt sie eine Beichte ab; hat sie es mit einem Zeugen oder einem Mörder zu tun? Und was bedeutet das für sie selbst? Weiß Winter gar von ihrem geheimen Auftrag? Mein Resümee ist schlicht und ergreifend das Wort: anstrengend. Sicher ist die Geschichte an sich interessant, aber der ganze Schreibstil, die ständigen Wechsel Vergangenheit und Gegenwart, zum Teil ohne erkennbaren Sprung, haben das Buch für mich extrem anstrengend gemacht. Das Cover passt zwar zum Buch, hätte mich aber niemals dazu bewogen, dass Buch in Betracht zu ziehen.

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  • Diffuse Geschichte um eine Band

    Der kalte Saphir
    Hennie

    Hennie

    19. July 2016 um 20:17

    „Der kalte Saphir“ – nicht nur der Saphir ist kalt, sondern auch die Beziehungen der Bandmitglieder untereinander sind seltsam unterkühlt. Ich konnte mich für die Geschichte um die Band „Klarstein“ und der „Villa des Schreckens“ nicht erwärmen. Der tatsächliche Mittelpunkt ist nicht Jerome, sondern Zed. Mit dem kalten blauen Stein verleitete Jerome die Orchestermusikerin Zed in seine Band einzusteigen. „Klarstein“, somit fand man auch zum Namen. Man gewinnt den Eindruck, dass Jerome ein zielstrebiger, aber egozentrischer Charakter ist. Darüber vergißt er menschlich zu bleiben. Alles wird dem Erfolg untergeordnet. Sein System funktioniert erfolgreich auf der Bühne. Ansonsten „werkelt“ jeder für sich selbst. Die Bandmitglieder haben es versäumt, sich lebendige zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, sowohl untereinander als auch nach außen. Der Leser erfährt alles aus einer Sicht. Es sind die Wahrnehmungen des anerkannt genialen Tontechnikers der Band „Klarstein“ – Sebastian Winter - . Er sagt der namhaften Musikjournalistin Jule Sommer widerwillig ein Interview zu, nach 34jährigem Schweigen. Am Ende läßt mich die Geschichte unbefriedigt zurück. Es bleiben die Fragen: Warum zog sich Winter so zurück? In diese (zwar schöne) Einöde? Wer beweist seine Aussagen? Begibt sich Jule auf die neuen Fährten? Kommt noch eine Fortsetzung, Teil 2? Jule Sommer hat Hintergrundwissen aufgrund ihrer Tätigkeit. Für meinen Geschmack hat sie viel zu viel mit sich und ihren Gefühlen zu tun. Das langweilte und befremdete mich. Ich wiederhole mich: Die Geschichte berührt nicht. Sie wird so kalt, wie nebenher erzählt. Und dabei geschieht ja so einiges! Nicht nur Jerome wird ermordet! Die lange vergangene Zeit – 34 Jahre! – macht die Geschichte um Jerome, rund um die Band „Klarstein“ nebulös, verworren. Verwischte Spuren damals und im Verlaufe der vielen Jahre!!! Die Bandmitglieder sind für Jerome nur Beiwerk. Er ließ niemanden neben sich glänzen. Sven z. B. wird als genial beschrieben. Warum blieb er nur so allein? Weshalb sein einsames schreckliches Ende? Der Roman vermittelt den Anschein, dass es sich um eine real existierende Rockband handelte (die Texte, die Musik passen perfekt in die 70/80er Jahre). Das Cover zeigt eine Tonspule aus den 70er Jahren und fast unentdeckt in der linken Ecke ein blauer Saphirring. Es ist stimmig, paßt zum Thema. Das Buch ist klein und und liegt schön in der Hand, gebunden in einem Verlag mit uralten, traditionellen Wurzeln. Fazit: Ich habe mich zwar nicht gelangweilt, im Gegenteil, der Roman ließ sich gut lesen! Aber, die unbestritten interessanten Charaktere wollten sich nicht zum schlüssigen Gesamtbild formen. Für mich ist die Geschichte nicht rund, sie ist mir zu diffus. Ständig dachte ich: Jetzt kommt was Wesentliches, aber dann war´s wieder nichts! Vielleicht stand ich auch nur „auf der Leitung“? Von mir leider nur drei Sterne!

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