Michael Dangl

 4.2 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Schöne Aussicht NR. 16, Rampenflucht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Michael Dangl

Rampenflucht

Rampenflucht

 (3)
Erschienen am 01.09.2010
Schöne Aussicht Nr. 16

Schöne Aussicht Nr. 16

 (2)
Erschienen am 01.09.2012
Grado abseits der Pfade

Grado abseits der Pfade

 (1)
Erschienen am 12.11.2015
Schöne Aussicht Nr. 16: Roman

Schöne Aussicht Nr. 16: Roman

 (1)
Erschienen am 01.09.2012
Schöne Aussicht NR. 16

Schöne Aussicht NR. 16

 (9)
Erschienen am 11.07.2014

Neue Rezensionen zu Michael Dangl

Neu
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Grado abseits der Pfade" von Michael Dangl

Niemals im Abseits stehen
aus-erlesenvor 7 Monaten

Städtetouren haben immer das Image, dass es bei oberflächlicher Betrachtung hektisch werden könnte. Straßenlärm, geschäftiges Markttreiben, eine lautstarke Glocke von Stimmenwirrwarr deckt die Passanten ein. Da wünscht man sich einen Ort ganz in der Nähe herbei, der ein wenig Kontrast, ein wenig Abwechslung bietet. Nun ist beispielsweise Triest sicher keine Stadt, in der man im Wust der Masse unterzugehen droht. Dennoch hat sie ein Kleinod „vor den Toren“, dass sich das Prädikat „besonders erholsam mit allen Sinnen“ redlich verdient. Die Rede ist von Grado.
Michael Dangl kennt die Sonneninsel, die auch gern die Goldinsel genannt wird, am äußersten Rand des Golfs von Venedig wie seine Westentasche. Und so plaudert er ein wenig über seine Sehnsucht. Keine zehntausend Einwohner, dafür voller Geschichten und reich an Hinguckern links und rechts der Pfade. 
Eine Insel im Meer, eine Insel nah am Festland, eine Insel zum Verlieben. Wenn die Fischer ihren Fang anpreisen, wird die Straße der Fischer, die Via Dandolo, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. In der Bar Manzoni genießt man die Tramezzini wie sie traditioneller nicht sein könnten. Und das alles in Ruhe, ohne Straßenlärm. Denn Straßen gibt es hier nicht. Nur ein wenig weiter haben die Fischer des Ortes ihre Bar gefunden und plaudern bei dem einen oder anderen cubi, was anderswo als Weinschorle bekannt ist.
Klingt schon sehr nach Erholung und Ruhe. Im Buch ist es gerade mal das erste Kapitel, das man geschafft hat. Und es schafft neue Sehnsuchtsräume, die gefüllt werden wollen. 
Es ist wahrhaft ein außergewöhnliche Reiseziel, diese Insel Grado.. Und Michael Dangl ist der passende Reiseleiter. Auch wenn seine Tipps auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken mögen. Zum Beispiel empfiehlt er einen Nachmittagsspaziergang auf der Friedhofsinsel La cove bei großer Nachmittagshitze zu beginnen. Über die Brücke der Maulbeerbäume schlendert man über einen beruhigten und beruhigenden Ort. In der Nase mal schwächer, mal stärker der Duft von Oleander. Was wie ein Filmtitel klingt, begleitet einen den ganzen Tag. 
Selten zuvor wurden Reiseimpressionen und Reiseband so eindrucksvoll wie hier zusammengeführt. Michael Dangl wandert nicht durch eine Stadt, die ihre Schätze offendarlegt, sondern legt die Juwelen einer Stadt frei, die erobert werden will. Kein leichtes Unterfangen, wenn man nicht weiß, wo anfangen und wo lang schreiten. Michael Dangls Buch schmeichelt allen Sinnen und führte jeden, der dieses Buch intensiv liest an Orte, die er ohne das Buch nie gefunden hätte.

Kommentieren0
1
Teilen
L

Rezension zu "Schöne Aussicht NR. 16" von Michael Dangl

Schöne Aussicht Nr. 16
Lunamoniquevor 4 Jahren

„Schöne Aussicht Nr. 16“ ist Michael Dangls zweiter Roman. Eine Parkbank wird zum Treffpunkt zweier ungleicher Menschen.

 

Für Herrn Kleeberger ist die Parkbank am Teich ein Platz der Ruhe und Besinnlichkeit. Er liest gerne Schopenhauer und genießt das Ungestörtsein bis eines Tages eine Frau auftaucht, die einfach drauf losplappert und nicht zu bremsen ist. Frau Leitgeb reagiert auf Partnerschaftsinserate und trifft sich mit ihren Verehrern im Café Monopoly. Die Parkbank bietet einen perfekten Ausblick auf das Café. „Jetzt ist er hinein gegangen!“, ruft sie euphorisch. Wird der Unbekannte der Richtige sein? Er trägt unter dem Arm das Erkennungszeichen, eine Zeitung. Herr Kleeberger begeht den Fehler, auf Frau Leitgebs Gefühlsausbrüche zu reagieren. Nun wird er, ob er es will oder nicht, in ihre Erlebnisse eingespannt.

 

„Schöne Aussicht Nr. 16“ beginnt mit verträumt romantischer Musik. Die Unterschiede von Stadt und Park werden beleuchtet. Die Stadt steht für Krieg, der Park für Waffenruhe. Der schönste Ort des gesamten Parks ist die Holzbank am Teich mit Ausblick auf die Entenfamilie. An Herrn Kleeberger fällt die Zielstrebigkeit auf, mit der er durch den Park zu seinem Lieblingsplatz, der Holzbank schreitet. Er trägt Bücher und einen Radiorecorder bei sich. So hat er die Möglichkeit zwischen dem Lesen seine Wunschmusik zu hören. Als sich eine Frau ohne Aufforderung zu ihm gesellt, traut er seinen Augen und Ohren nicht. Herr Kleeberger möchte eigentlich gar nicht in ein Gespräch verwickelt werden, aber Frau Leitgeb lässt ihm mit seiner impulsiven Art keine Chance. Zwei Extreme treffen auf einander. Er der Ruhe suchende Eigenbrötler, der gut alleine sein kann. Sie die überdrehte Redselige mit der Sehnsucht nach einem Partner. Die Musik dient als Untermalung, Einstieg und Übergang zwischen den Begegnungen von Herrn Kleeberger und Frau Leitgeb. Das große Thema der Geschichte ist die Einsamkeit. Sie behauptet: „Es ist gegen die Natur, dass der Mensch allein ist.“ Treffen sich in Parks wirklich die Einsamen? Frau Leitgeb bringt Humor in die melancholische Geschichte. Sie gibt nicht auf, den richtigen Partner zu finden. Ihr graut es vor einem einsamen Winter, dem nächsten Weihnachtsfest, was sie vielleicht allein verbringen könnte. Das aktuelle Thema Singles wird ungewöhnlich verpackt. Von Anfang an kommt die Hoffnung auf, die beiden würden zusammen kommen, aber Herr Kleeberger stößt Frau Leitgeb mit seinen Äußerungen immer wieder zurück. Zwischen den Begegnungen werden die Veränderungen des Stadtlebens beschrieben. Welchen Einfluss die Jahreszeiten auf die Freizeit der Menschen und ihr Gemüt haben. Die Sprache außerhalb der Dialoge ist von einer gewissen Schwermut geprägt. Vergleiche und Beschreibungen werden zunehmend düsterer. Der Sommer steht für Aktivität, der Winter fürs Innehalten und Zurückziehen. Auch beim Zuhörer entsteht die Sehnsucht zurück nach dem Sommer. Michael Drangls Art Geschichten zu erzählen ist anders. „Schöne Aussicht Nr. 16“ hat etwas von einem Theaterstück. Die Inszenierung in der Kulisse Natur bringt dem Zuhörer die Situation der Beiden und die Begegnungen näher. „Glück ist nur die Abwesenheit von Langeweile.“ Sprüche und Zitate drücken Gefühle und Sichtweisen aus. Michael Dangl spricht Herrn Kleeberger und Ulrike Beimpold Frau Leitgeb. Durch den Wechsel der Sprecherstimmen bekommt die Atmosphäre der Geschichte mehr Ausdruckskraft.

 

Auf dem Cover ist eine verlassene Parkbank im Winter zu sehen. Der Ort der Begegnungen ist originell. Auf einer Parkbank können zwei Fremde ohne Probleme aufeinander treffen, sich suchen und finden, wieder begegnen. „Schöne Aussicht Nr. 16“ ist nicht so unbeschwert wie der Titel klingt und keine leichte Kost. Die beiden Hauptcharaktere haben etwas Liebenswertes an sich. Gerne hätte sich die Geschichte nur auf Poesie und eine wachsende Freundschaft konzentrieren können. So hat sie zu viel Fragen aufwerfendes Beiwerk, wirkt teilweise bedrückend und nicht so mitreißend wie erwartet.   

Kommentieren0
4
Teilen
S

Rezension zu "Schöne Aussicht NR. 16" von Michael Dangl

Parkbankbegegnung
Starbucksvor 4 Jahren


Ich habe „Schöne Aussicht Nr. 16“ von Michael Dangl als Hörbuch gehört. Dabei hat mich besonders die Dichte der Erzählung und knackige 137 Minuten Hörzeit gefreut, denn wenn man nicht so häufig hört, kann man bei Hörbüchern sehr leicht den Faden verlieren. Dieses hier kann man am Stück hören.

Wie sehr man dies nachvollziehen kann: Man sitzt auf einer Bank und möchte seine Ruhe, aber da setzt sich jemand dazu und kann nicht aufhören zu reden. Gar nicht mal so abwegig, finde ich, und jeden schon mal passiert.

Herr Kleeberger möchte seine Ruhe, Elisabeth muss alles loswerden. Geschickt hat sie sich ausgedacht, wie sie die Verehrer aus der Kontaktanzeige abchecken kann, bevor sie sie trifft (Idee kann man gerade übernehmen): Elisabeth beobachtet die „Bestellten“ von der Parkbank, bevor sie sich zu erkennen gibt. Da ist ein Rückzieher auch viel einfacher!

Herr Kleeberger ist ein Charakter, den jeder von uns irgendwie kennt, und manchmal sind wir es auch selbst. Er möchte allein sein, merkt doch aber dann, dass Elisabeths Nähe im vielleicht fehlt, vielleicht gut tut. Oft möchten wir doch auch gern allein sein, müssen uns dann aber eingestehen, dass ein Abend mit Freunden viel wertvoller war.

Die Geschichte ist hervorragend als Hörbuch geeignet, und ich denke, dass sie auch schöner ist als das Buch. Schön ist auch, dass der Autor selbst liest. Durch die beiden verschiedenen Stimmen entsteht eine hervorragende Hörbuchstimmung. Es gibt musikunterlegte Passagen und viel Abwechslung. Fazit: eine tolle Geschichte, die nah an der Realität liegt und doch geschickt konstruiert ist. Volle Sternzahl!

Kommentieren0
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
MONO_Verlags avatar
Wir starten unsere zweite 'Hörrunde' - also eine Leserunde mit Hörbüchern. Wer mitlauschen möchte, kann sich hier Bewerben. Wir verlosen zehn Exemplare des Hörbuchs "Schöne Aussicht Nr. 16".

Obwohl wir nicht so richtig sicher sind, ob wir das Werk des Schauspielers und Autors Michael Dangls Hörbuch, inszenierte Lesung oder schon Hörspiel nennen sollen ... Irgendwo dazwischen hat Michael Dangl sein Werk angelegt.

Ein Mann, der Ruhe, eine Frau, die Gesellschaft sucht: ein Park, eine Bank, ein Teich.

Der Mann ist ein Schopenhauer lesender Eigenbrötler, der in beruhigender Gleichmäßigkeit an jedem schönen Tag die Bank in einem abgelegenen Teil des Stadtparks aufsucht, sein Radio und seine Lektüre unter dem Arm, ein Mann, der vor allem die Ruhe sucht, den Rückzug, die Besinnung.

Die Frau, eine temperamentvolle Dame in den besten Jahren, die sich noch einmal in ein Liebesabenteuer stürzen möchte, das Herz auf der Zunge, findet diese Bank aus einem ganz anderen Grund: Von dort aus nämlich sieht man auf den Eingang eines Cafes, wo sie ihre jeweiligen Verehrer per Kontaktanzeige hinbestellt, nicht ohne die vermeintliche Liebe in spe vorher zu begutachten.

Auf dieser Bank lernen sich die beiden kennen …


Ulrike Beimpold und Michael Dangl erzählen gekonnt, wie sich zwei lebenserfahrene, misstrauische und vom Leben gebeutelte Menschen im Wechsel der Jahreszeiten näher kommen – manchmal komisch, manchmal melancholisch.

Ein berührendes Hörbuch über selbstgewählte Isolation und Zuversicht ...

###YOUTUBE-ID=Bjtw07zEsng###

Wer mitmachen will, melde sich einfach durch eine Antwort unter diesem Posting. Ihr habt bis zum 04.08.2014 Zeit - dann geben wir die Gewinner bekannt! Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen, Eure Meinungen und Eure Rezensionen!

L
Letzter Beitrag von  Lunamoniquevor 4 Jahren
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 17 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks