Michael Degen

 4.2 Sterne bei 79 Bewertungen

Lebenslauf von Michael Degen

Michael Degen, 1932 in Chemnitz geboren, Schauspieler und Schriftsteller, überlebte den Nationalsozialismus mit seiner Mutter im Berliner Untergrund. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung am Deutschen Theater in Berlin. Er trat an allen großen Bühnen auf und arbeitete mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Peter Zadek und George Tabori zusammen. Seine Autobiographie "Nicht alle waren Mörder" (1999) wurde zum Bestseller; zuletzt erschien der zweite Teil seiner Lebenserzählung, "Mein heiliges Land. Auf der Suche nach meinem verlorenen Bruder" (2007).

Alle Bücher von Michael Degen

Nicht alle waren Mörder

Nicht alle waren Mörder

 (46)
Erschienen am 12.08.2009
Mein heiliges Land

Mein heiliges Land

 (6)
Erschienen am 02.05.2008
Familienbande

Familienbande

 (5)
Erschienen am 01.09.2012
Der traurige Prinz

Der traurige Prinz

 (4)
Erschienen am 22.04.2016
Der Steuerhinterzieher

Der Steuerhinterzieher

 (2)
Erschienen am 23.10.2009
Hörbuch Mein heiliges Land

Hörbuch Mein heiliges Land

 (1)
Erschienen am 21.03.2007
Blondi

Blondi

 (7)

Neue Rezensionen zu Michael Degen

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Stella_Petra_Amicamammas avatar

Rezension zu "Blondi" von Michael Degen

Blondi von Michael Degen
Stella_Petra_Amicamammavor 4 Monaten

Klappentext


"Wir leben ewig", heißt der Beginn eines jüdischen Liedes. Gilt das auch für Blondi? Sie ist jung, klug, bildschön und mutig. Mit ihren ungewöhnlichen Talenten gelingt es ihr, die Liebe Adolf Hitlers zu gewinnen. Denn auch vom Aussehen her ist sie, die blonde Schäferhündin, ganz der Typ des Diktators. Nur selten weicht sie von seiner Seite, ist bei vielen wichtigen Lagebesprechungen dabei, genießt sein absolutes Vertrauen. Doch wer ist Blondi wirklich? Was niemand, auch ihr Onkel Adolf nicht, ahnt: Sie versteht die Menschen Wort für Wort, denn in all ihren bisherigen Daseinsformen hatte sie eine menschliche Gestalt - eine Gestalt, in der sie die vielen wechselvollen Stationen ihres Volkes durchlebte, bis sie zuletzt als Jüdin aus Osteuropa ums Leben kam. Jetzt, ins Hundefell gezwängt, nimmt sie mit einem Tier- und einem Menschenauge wahr, was um sie herum passiert - und kann der Erinnerung an ihr früheres Dasein nicht ganz entfliehen. Sie fühlt sich in maka bre Situationen versetzt, erlebt historische Ereignisse mit, stürzt in die verrücktesten Abenteuer, ist stets Opfer und Täter zugleich. Doch in allem, was sie tut, muss sich Blondi dem Gesetz des Ursprungs unterwerfen. Bis es ihr gelingt, ihr eigenes Selbst aufzuspüren, wird sie wieder und wieder in fremde Welten und Existenzen gestoßen. Blondi, Beobachterin der Menschheitsgeschichte, muss die traurige Wahrheit in König Salomons Stoßseufzer erfahren: "Nichts Neues geschieht unter der Sonne."

Meine Meinung 

Wie kann man das dritte Reich und seine Menschen aus der Sicht eines Hundes, spannend und einfühlsam, ohne das ganze kitschig oder abstrus werden zu lassen? Michael Degen kann es in einer bewegenden und spannenden Art die einen mitreißt und einen zwingt das Buch in einen Rutsch durch lesen lässt. Das Buch lässt einen noch nach Tagen gedanklich nicht los. Es war so gut das ich mich nicht traue, es nochmal zu lesen, um zu verhindern  doch irgendwelche Kritikpunkte zu finden, was ich mir nicht vorstellen kann. Was mir noch bei keinem Buch passiert ist. Lustiger Weise ist der Autor dieses Buches auch Schauspieler. 

Fazit

Dieses Buch ist aufjedenfall ein all Time favorite von mir. Absolute Kauf und Leseempfehlung. Es ist grandios. 

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Rezension zu "Der traurige Prinz" von Michael Degen

Eine leise, respektvolle und kritische Verbeugung vor einem Weltstar
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Mit Oskar Werner, dem preisgekrönten, oscarnominierten und zu seiner Zeit vielgeachteten Schauspieler, kam ich zum ersten Mal durch „Fahrenheit 451“ in Berührung. Den Roman von Ray Bradbury sollte, meiner Meinung nach, jeder bibliophile Mensch einmal im Leben gelesen haben. Thematisiert wird dort der feindliche und zerstörerische Umgang mit Literatur in einer dystopischen Welt, die ob ihres aufklärerischen, kraftvollen und meinungsfördernden Charakters als Bedrohung angesehen und verbrannt wird. Der Besitz von Büchern ist strafbar, nur Fernsehen und synthetische Drogen helfen den Menschen über den Tag und machen sie zu leicht kontrollierbaren, willenlosen Geschöpfen. Feuerwehrmann Montag, in der Verfilmung von François Truffaut von Oskar Werner gespielt, zweifelt jedoch an der Richtigkeit dieses Systems und lehnt sich heldenhaft dagegen auf.
Werner ist in diesem und anderen Filmen trotz namhafter Nebendarsteller stets der Mittelpunkt der Handlung, obwohl er eher zurückhaltend, fast schüchtern spielt. Doch schafft er es, den Zuschauer mit seiner reduzierten Gestik und seinem Charisma zu begeistern.
Eben diese Begeisterung verspürt auch Michael Degen, als er nach einer Aufführung in Vaduz im Jahr 1983 von Oskar Werner eingeladen wird, mit diesem auf seiner Teixlburg den Abend zu verbringen. Der große Mime, Jahrgang 1922, hat sich mittlerweile aus dem Geschäft zurückgezogen und lebt isoliert von der Welt des Films und des Schauspiels auf seinem Anwesen in Liechtenstein. Umso überraschender kommt die Offerte für Michael Degen, der in Werner nicht weniger als ein Idol der Branche sieht:
„Diese unverwechselbare, männlich und immer noch jugendlich klingende Stimme, mit diesem leicht wienerischen Tonfall darin. Jeder einschlägige Theatergänger hätte ihn daran sofort erkannt. Ja, das konnte nur er sein. Er, den ich als mein Vorbild bezeichnet hätte – wäre ich unbescheidener gewesen.“
Wer jetzt denkt, dass die folgenden knapp 250 Seiten eine Anbetung des Genies von Werner seien und sich innerlich schon auf eine einzige Lobhudelei vorbereitet, sieht sich getäuscht. Degen zollt dem Kollegen großen Respekt, das ist in jeder Szene dieses Buches zu spüren. Doch ist er sich auch seiner eigenen Person und Fähigkeiten bewusst und betrachtet den ehemaligen Weltstar durchaus kritisch.
Untertitelt ist diese Geschichte mit „Roman einer wahren Begegnung.“ Und angesichts der Tatsache, dass das hier wiedergegebene Treffen beim Erscheinen des Buches schon dreißig Jahre zurückliegt, darf von etlichen Lücken im Gedächtnis des Erzählers ausgegangen werden, die durch fiktive Inhalte gefüllt werden. Es wird in Der traurige Prinz viel Raum gelassen für die Ansichten Werners, für Geschichten aus seiner Wiener Kindheit, in der er mehr Zeit mit seiner Großmutter als seiner Mutter verbrachte, die sein Dasein fast bedauerte und in Phasen der Depression mehrfach Selbstmord verüben wollte.
Den jungen Oskar Bschließmayer, so der bürgerliche Name Werners, zieht es schnell an das renommierte Wiener Burgtheater, wo die glanzvolle Karriere eines Schauspielers beginnt, der für sein Spiel fast nichts an Arbeit investieren muss. Michael Degen zeichnet in einer Mischung aus wörtlicher und indirekter Rede den Lebensweg Werners auf und gibt auch Auskunft über seine eigene Person; hier treffen sich Kollegen verschiedener Prägung, deren charakterliche und ideelle Gegensätzlichkeiten die Spannung innerhalb der Geschichte auf einem konstant hohen Niveau halten.
Was neben den, teils bissigen, Passagen der Rede-Gegenrede besonders hervorsticht, ist die tiefe Diskrepanz zwischen der humanistischen, freiheitlich orientierten Weltsicht Werners und seiner tiefen Verachtung für das Geschäft des Schauspielens, der Bühne und der Fiktion:
„Irgendwann fließen Phantasie, Wunschdenken und Realität ineinander, sodass man gar nicht mehr erkennen kann, was was ist. Und dieses Gemenge überantwortet man dann der Nachwelt. Scheußlich.“
Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr demaskiert sich das Idol Oskar Werner und entblößt dabei sein verletzliches, von Zerrissenheit und panischer Angst vor dem Alter geprägtes Inneres. Begleitet von unheimlichen Mengen von Alkohol, Zigaretten, Stimmungsschwankungen und mitunter beleidigenden Kommentaren und Fragen seinem Gast gegenüber changieren die Monologe des Altmeisters zwischen dem Lob der Vergangenheit, der Wut auf die Gegenwart und der Angst vor der Zukunft:
„Im Grunde war er noch immer der Despot, zu dem er sich im Laufe der Jahre entwickelt hatte. Er sprach zwar nach wie vor bewundernd von seinen Vorbildern, ohne aber auch nur eines von ihnen kennengelernt zu haben. Reinhardt, Barrault, Jouvet – sie waren unerreichbar, weil sie längst tot waren. Umso leichter konnte er sie anhimmeln und verklären. Sie widersprachen ihm nicht, forderten nichts von ihm.“
Degen versteht es, zwei Seiten einer Medaille aufzuzeigen und das Treffen mit Oskar Werner zu einem nicht nur für ihn unvergesslichen Moment werden zu lassen. Auch der Leser fühlt mit dem Star, ballt die Fäuste gegen das von ihm so verhasste Nazi-Regime, dem er in seiner Kindheit und Jugend zwangsweise dienen musste, begleitet ihn erst auf die Bühne des Burgtheaters, später vor die Kameras Hollywoods und schüttelt konsterniert den Kopf ob der Undankbarkeit und der nicht enden wollenden Litanei gegen seinen alten Beruf und dessen Vertreter.
Dieser Weg schließlich führt bis zum bitteren Ende, dass in der endgültigen Demontage Werners als ernstzunehmender Schauspieler auf den kleinen Bühnen der Bundesrepublik und final in einem Marburger Hotel endet, in dem Oskar Werner im Jahr 1984 tot aufgefunden wird. Obwohl der Roman schon lange hätte enden können, bringt Degen auch diese unrühmlichen, heute vergessenen Episoden dieses so einzigartigen Lebens vor das geistige Auge des Lesers und ins kollektive Gedächtnis der Kenner Oskar Werners zurück.
Vielleicht ist dieses schonungslose Ende der richtige Abschluss dieser Geschichte, in deren Mitte zwar das Treffen der beiden Schauspieler steht, die aber eine leise, respektvolle Verbeugung vor einem der Größten der Zunft darstellt. Sie hinterlässt ein Gefühl des Mitleids, der Fassungslosigkeit und gleichzeitig der Neugier, diese so facettenreiche Person näher kennenzulernen.
Der traurige Prinz ist ein Buch, dass sich wunderbar eignet, um einen Blick hinter die Kulissen der Bühnen- und Filmarbeit zu werfen. Und das darüber hinaus einen Menschen zeigt, der schließlich an der Unvereinbarkeit von Genie, Wunsch und Realität zerbrach.

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UteSeiberths avatar

Rezension zu "Nicht alle waren Mörder" von Michael Degen

Ungewöhnliche Berliner Kindheit
UteSeiberthvor 2 Jahren

Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit gelesen und es hat mich sehr
beeindruckt wie gelassen Michael Degen diese schwierige Kindheit im Krieg erzählt! Dafür muss ich ihn sehr bewundern und auch seine Mutter,die sich nicht unterkriegen ließ trotz der schwierigen Zeiten! Ich kan n diese Kindheitsgeschichte nur wärmstens empfehlen!

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Gespräche aus der Community

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A

Hallo, meine Lieben!

Hiermit suche ich Leute für eine Leserunde. Da ich das Buch selber nur einmal habe kann ich leider keine Bücher abgeben. Ich möchte mit euch das Buch ,,Nicht alle waren Mörder" von Michael Degen. Ich gebe euch zur Anmeldung bis zum 15.10 dieses Jahres Zeit. Die Anzahl der Leute die Teilnehmen wollen hat keine Begrenzung. Bitte meldet euch. Liebe Grüße Andrea 

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