Michael Dibdin

 3.2 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Schwarzer Trüffel, Insel der Unsterblichkeit und weiteren Büchern.

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Vendetta

Vendetta

 (6)
Erschienen am 15.04.2016
Così fan tutti

Così fan tutti

 (6)
Erschienen am 15.04.2016
Entführung auf Italienisch

Entführung auf Italienisch

 (4)
Erschienen am 15.04.2016
Sterben auf Italienisch

Sterben auf Italienisch

 (3)
Erschienen am 12.11.2007
Tödliche Lagune

Tödliche Lagune

 (3)
Erschienen am 13.07.2015
Sizilianisches Finale

Sizilianisches Finale

 (1)
Erschienen am 01.12.2001
Cosi fan tutti / Schwarze Trüffel

Cosi fan tutti / Schwarze Trüffel

 (1)
Erschienen am 01.06.2003

Neue Rezensionen zu Michael Dibdin

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TheRavenkings avatar

Rezension zu "Aurelio Zen, 2 DVDs" von Michael Dibdin

Aurelio Zen
TheRavenkingvor 8 Monaten

Aurelio Zen ist eine britische TV-Miniserie aus dem Jahr 2011, die auf den Kriminalromanen von Michael Dibdin basiert.
Da ich die Serie damals verpasst hatte, habe ich sie mir nun zu Gemüte geführt und war angenehm von ihr überrascht.

Wenn man sich so die Bewertungen der Serie im Netz anschaut, dann fällt auf, dass diejenigen, die die Bücher mochten, eher enttäuscht von der filmischen Umsetzung waren, während andere, die unvoreingenommen an die Produktion herangingen ein eher positives Urteil abgaben.

Bei mir ist es so, dass ich einige der Zen-Romane zwar gelesen habe, sie mich aber nicht ganz überzeugen konnten. Dagegen fand ich diese Adaption sehr viel unterhaltsamer, was auch daran liegt, dass der Protagonist wesentlich zugänglicher daherkommt.

Aurelio Zen ist einer der wenigen Polizeiermittler in Rom, die eine weiße Weste haben und als moralisch integer gelten. Vielleicht wird er gerade deshalb immer wieder von hohen Vorgesetzten mit unmöglich scheinenden Fällen beauftragt, welche er dann nach deren Vorstellungen zu einem Abschluss bringen soll. Doch am Ende klappt nicht alles nach Plan, und die Bosse müssen lernen, dass Zen doch nicht ganz so unbedarft und unbestechlich ist, wie es vielleicht den Anschein hatte.

Rufus Sewell verkörpert den etwas verschrobenen, aber auch sehr lässigen Ermittler, der immer noch bei seiner Mutter lebt, hervorragend. Die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschnitten.
Ihm zur Seite steht mit Caterina Murino eine äußerst attraktive aber auch intelligente Frau.

Visuell und musikalisch kommt die Produktion sehr elegant daher und erinnert an die 1960-er Jahre, was durch den Einsatz von Mitteln wie Splitscreen noch verstärkt wird. Zwar ist die Handlung in der Gegenwart angesiedelt, aber Handys sind dann auch das einzige Eingeständnis an das 21. Jahrhundert, Computer spielen bei den Ermittlungen so gut wie überhaupt keine Rolle, das verleiht den Filmen einen gewissen zeitlosen Flair.

Die Veränderungen gegenüber der Vorlage stechen sofort ins Auge. Der Ton der Bücher schwankt sehr stark, der erste Band, ist noch eher ernsthaft, spätere Teile wie Cosí Fan Tutti wirken dann eher wie leichte Komödie. Für die Serie hat man sich für einen eher humorvollen, sonnigen Ton entschieden. Obwohl die Serie Themen wie Korruption und Vetternwirtschaft durchaus thematisiert, tut sie dies auf eine süffisante und ironische Art.

In Vendetta wird ein reicher Geschäftsmann in seiner mit modernstem Alarmsystem ausgestatteter Villa ermordet. Ursprünglich spielte die Geschichte auf der Insel Sardinien, nun hat man die Handlung in die Abruzzen verlegt, was dem Plot aber letztendlich kaum geschadet hat.

In der Romanvorlage von Himmelfahrt spielte ein (Selbst-) Mord im Petersdom eine wichtige Rolle. Da man verständlicherweise nicht am Originalschauplatz drehen konnte, spielt der Vatikan nun eine sehr geringe Rolle.

Ratking (Entführung auf Italienisch), eigentlich damals der erste Zen-Roman, bildet nun den Abschluss dieser ersten und leider auch letzten Staffel.

Offensichtlich war Aurelio Zen beim Publikum kein Erfolg beschieden, was schade ist. Obwohl die Produzenten von Wallander für den TV-Dreiteiler verantwortlich waren, ist der Kontrast zu den düsteren skandinavischen Krimserien doch sehr groß. Zen verbreitet eher gute Laune und setzt auf altmodische, entschleunigte Unterhaltung. Dadurch verfehlte die Serie den Zeitgeist wohl um einiges.

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Rezension zu "Tödliche Lagune" von Michael Dibdin

Er bringt irgendwie doch alle um...
Bibliomaniavor 3 Jahren

Aurelio Zen, Venezianer, und nun Beamter bei Criminalpol in Rom, wird zu einem speziellen Auftrag in seine Heimatstadt zurückgeschickt. Dort soll er das mysteriöse Verschwinden eines Amerikaners aufdecken. Doch keiner darf das wissen, also sucht er sich eine Aufgabe, die weniger auffällig ist: Eine alte Freundin seiner Mutter sieht Gespenster. Keiner glaubt ihr, aber die arme Frau ist sich sicher, dass die Gestalten wirklich da sind. Dabei kommt Zen auch mit einigen eigenen Gestalten aus der Vergangenheit in Kontakt. Die Lagunenstadt ist im Winter deutlich nebulöser als im Sommer...
Weder eine spannende Beschreibung der Stadt noch der Aufgaben von Zen konnten mich wirklich packen. Korruption, Politik und "versehentlich" Tote haben dieses Buch ein wenig wirr und langatmig gemacht. Schade, dabei dachte ich, dass der gleichzeitige Besuch Venedigs gerade einen schönen Reiz ausmacht.

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Rezension zu "The Last Sherlock Holmes Story" von Michael Dibdin

The Last Sherlock Holmes Story
TheRavenkingvor 5 Jahren

Von all den Sherlock-Holmes-Pastiches (den Hommagen and das Werk Conan Doyle's, die seit dem ersten Erscheinen dieser berühmten literarischen Figur entstanden sind) gilt Michael Dibdin's The Last Sherlock Holmes Story” als die kontroverseste. Viele Holmes-Anhänger lehnen sie entschieden ab, betrachten sie als einen Affront gegenüber dem unsterblichen Mythos des großen Detektivs. Was ist nur dran an dieser Novelle, dass sie bei Holmesianern solche Feindseligkeit hervorgerufen hat?

The Last Sherlock Holmes Story” erschien wenige Jahre nachdem Nicholas Meyer in "Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud" eine radikale Neuinterpretation des Meisterdetektivs gewagt hatte. Während Meyer aber immerhin die Grundpfeiler des Sherlock-Holmes-Kosmos intakt ließ, ist für Michael Dibdin nichts mehr heilig. Schon der Titel ist in dieser Hinsicht ein Fingerzeig. Wieso die letzte Sherlock Holmes Geschichte? - fragt man sich unwillkürlich.

Zum Inhalt: Jack The Ripper wütet in Whitechapel. Sherlock Holmes schaltet sich in die Ermittlungen ein und ist überzeugt, dass kein geringerer als sein Erzfeind Professor Moriarty hinter den Verbrechen steckt. Schließlich ergibt sich, wenn man den Fundort der Opfer auf der Karte Londons miteinander verbindet, ein riesiges M. Laut Holmes versucht der monströse Verbrecher seine Initialen mit Blut in das Antlitz der englischen Hauptstadt zu ritzen. Während die Polizei um Inspector Lestrade wie gewöhnlich im Dunkeln tappt, nehmen Holmes und Watson die Suche nach dem Täter auf.

Michael Dibdin punktet vor allem mit einer sehr dichten Atmosphäre, und es gelingt ihm etwas, womit die meisten Autoren Mühe haben, nämlich die Ripper-Morde wirklich gruselig und furchteinflößend zu präsentieren. Allzu oft wurde die Nacherzählung der Morde zu einer drögen Aufzählung historischer Fakten. Es ist allerdings nicht das Blut, das das Publikum hier schockieren dürfte. Denn bereits in der Mitte, dieses doch recht kurzen Romans, wird mit einen großen Knall der Mörder enthüllt, und der Leser fällt aus allen Wolken.

In der zweiten Hälfte versucht der Autor dann die Motive des Täters psychologisch zu begründen, was ihm allerdings mehr schlecht denn recht gelingt. Und am Ende ... ja, das wollen Sie jetzt nicht wirklich wissen, oder? Es ist ein Buch, das man schlecht kritisieren kann, ohne sich eines massiven Spoilers zu bedienen. Was ich jetzt aber nicht tun werde, ich glaube die Andeutungen sind in dieser Hinsicht schon sehr eindeutig.

 

Es war Dibdins erstes Werk, das er noch als Student verfasste, und es wirkt auch ein bisschen, wie eine dieser Schnapsideen, die einem in einer durchwachten Nacht kommen. Das ganze Konzept ist schon ziemlicher Blödsinn, und man tut gut daran, das Buch nicht sonderlich ernst zu nehmen. Wobei ich sagen muss, dass ich das Buch nach dem Lesen fast wütend in die Ecke geworfen hätte. Hätte Michael Dibdin da vor mir gestanden, ich hätte meine Hände um seinen Hals gelegt, zugedrückt und voller Freude beobachtet wie sein Gesicht grün und blau anläuft. Glück für den Autor, dass er seit einigen Jahren nicht mehr unter uns weilt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ihn damals die eine oder andere Todesdrohung erreicht hat. Ich meine, was er hier mit dem armen Sherlock anstellt, also wirklich!

Nachdem ich dann allerdings ein wenig über die ganze Sache nachgedacht habe, bin ich etwas versöhnlicher geworden. Die Freundschaft zwischen Holmes und Watson wird hier durchaus bewegend beschrieben und das rettet das Werk (gerade mal) vor der Verdammnis. Wie gesagt, trotz allem, empfehlenswert. Wenn Sie sich mal ein wenig aufregen wollen, dann lesen Sie dieses Buch!

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