Michael Dissieux Der Schattenjunge

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Inhaltsangabe zu „Der Schattenjunge“ von Michael Dissieux

CIRCUS TORTURES - die neue Mystery-Serie im Luzifer Verlag. Mein Bruder ist anders als andere Kinder. Manche lachen über ihn wegen seiner körperlichen Abnormitäten, andere fürchten sich vor Simons Schatten. Als eines Tages ein fahrender Zirkus in unser Dorf kommt, sieht mein Vater seine Chance gekommen, der Armut zu entfliehen, und verkauft meinen Bruder an Die Monstrositätenschau des unheimlichen Mr. Mulligan. Dort ist Simon die Attraktion. Doch als er stirbt, überlebt Etwas, das schon immer alle gefürchtet haben …

Wehmütige Kindheitserinnerungen mit einem Hauch von Mystery...

— Virginy
Virginy

Eine sehr düstere und spannende Kurzgeschichte, die nachdenklich stimmt. Der misteriöse Teil startet erst ab ca. der Hälfte der Geschichte

— Nenatie
Nenatie

Der erste Teil mit den Kindheitserinnerungen hat mich nachdenklich gestimmt und mir besser gefallen, als das mysteriösere Ende

— annlu
annlu
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  • Der Schattenjunge...

    Der Schattenjunge
    Virginy

    Virginy

    07. March 2016 um 23:34

    Peter ist acht Jahre alt, als sein Bruder Simon verschwindet. Eigentlich verschwindet er nicht wirklich, Peters Vater Lester verkauft ihn an einen Wanderzirkus, ein wanderndes Monstrositätenkabinett. Simon ist anders, sein Kopf ist zu groß und irgendetwas scheint mit seinem Schatten nicht zu stimmen, die Leute und vor allem Lester verspotten und demütigen ihn, für Peter ist er einfach nur sein großer Bruder, mit dem er im Garten tobt, der ihm Geschichten vorliest, den er abgöttisch liebt. Bis zu jenem Abend, an dem der seltsame Mann aus dem Zirkus auftaucht, Lester bezahlt und Simon mit sich nimmt. Ein Jahr lang kann die Familie von dem Geld sorgenfrei leben, doch etwas ist zerbrochen. Peters Mutter wird immer trauriger und schweigsamer, es gibt kein Lachen, keine Unterhaltungen mehr im Haus. Elf Jahre später kehrt der Zirkus in das Dorf zurück, Peters Mutter ist inzwischen verstorben. Und obwohl er ein schlechtes Gefühl im Magen hat, will Peter eine Vorstellung besuchen, zu groß ist die Hoffnung, seinen geliebten Bruder wiederzusehen... "Der Schattenjunge" von Michael Dissieux ist eine kurze, intensive Geschichte über zwei Brüder und das Anderssein, eine Geschichte darüber, wie Menschen einen mit Worten verletzen können und wie groß die Verbindung zwischen Geschwistern ist. Für Peter und Simon vergebe ich 4 von 5 Sternen... 

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  • Wenn Menschen die wahren Monster sind...

    Der Schattenjunge
    Nenatie

    Nenatie

    06. March 2016 um 14:34

    Inhalt Der junge Peter liebt seinen großen Bruder Simon über alles. Zusammen haben sie viel Spaß und wirken unzertrennlich. Das Simon nicht ganz normal zu sein scheint stört weder Peter noch deren Mutter. Doch nur diese beiden akzeptieren Simon so wie er ist. Alle anderen empfinden Abscheu und Angst gegenüber Simon, selbst der Stiefvater.  Als ein Zirkus mit einer Monstrositätenschau ins Dorf kommt wird Simon kurzerhand als Attraktion verkauft, damit sein Stiefvater Geld und Ruhe hat. Meinung Ich hab das Cover gesehen, den Klappentext gelesen und musste die Geschichte lesen. Meine Erwartungen waren ziemlich hoch, alleine schon wenn man Michael Dissieux und Luzifer Verlag liest kann das eigentlich nur was Gutes sein! Die Geschichte ist anders als gewohnt, man erkennt aber deutlich die Handschrift von Michael Dissieux. Die Grundstimmung ist wieder sehr düster und die Menschen der Geschichte alle so kaputt. Man kann dauernd nur den Kopf schütteln und leidet mit Peter und seinem Bruder mit. Wirklich viel Unheimliches passiert erst so ab Mitte der Geschichte. Davor sind es nicht die Geister oder Monster die einem Angst machen können und den Leser erschauern lassen. Nein, es sind alleine die Menschen. Man braucht nicht immer Geister um unfassbare Geschichten zu schreiben. Peter erzählt uns hier seine Geschichte und damit auch die seines Bruders Simon. Simon hat einen Wasserkopf und wird deshalb von allen gehänselt und verachtet, selbst von seinem Stiefvater. Zudem hat Simon einen sehr merkwürdigen Schatten, der nicht ganz normal zu sein scheint. Der Schatten spielt eine wichtige Rolle, aber beim Lesen fragt man sich immer mehr was von dieser Geschichte wahr ist. Hat sich alles so abgespielt oder war vieles nur in Peters Kopf? Im ersten Teil der Geschichte erzählt Peter aus seiner Kindheit, diese Teil ist nicht gruselig oder mysteriös, dafür aber sehr melancholisch und macht nachdenklich und traurig. Auch einige      Der Autor verzichtet auf genauere Orts und Personenbeschreibungen, schafft es aber trotzdem, dass die Geschichte lebendig wirkt. Die wenigen Beschreibungen und Andeutungen reichen aus um als Leser zu verstehen wo man ist und man kann sich ein eigenes Bild der Charaktere machen. Kritikpunkt ist für mich aber der Klappentext, der doch schon einiges über die Geschichte verrät und dem einen oder anderen vielleicht die Spannung etwas nehmen könnte. 4,5 Sterne. Eine sehr düstere und spannende Kurzgeschichte, die einige menschliche Abgründe aufzeigt.

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  • Mein Bruder war schon immer anders

    Der Schattenjunge
    annlu

    annlu

    06. March 2016 um 11:03

    Ungefähr drei Wochen nach dem Gespräch mit meiner Mutter bemerkte ich an einem kühlen Frühlingstag zum ersten Mal, dass es nicht nur Simons großer Kopf war, der die Menschen zum Lachen brachte und einige sogar die Straßenseite wechseln ließ. Der junge Peter sieht in Simon seinen geliebten, großen Bruder. Dass er nicht ganz normal ist, erkennt er zwar an den Reaktionen seiner Mitmenschen, ihn selbst stört es aber nicht. Doch leider sind er und seine Mutter die einzigen, die das so sehen. Peters Vater behandelt den Stiefsohn wie Abschaum. Als ein Zirkus mit einer Monstrositätenshow in das Dorf kommt, sieht er seine Chance gekommen und verkauft den ungeliebten Simon an den Zirkusdirektor. Die Geschichte wird von Simons Bruder Peter erzählt. Er schildert zwar die Ereignisse in seiner Kindheit, die Torturen für Simon und die Erniedrigungen, die dieser erleiden muss, dennoch schwingt in all seinen Erinnerungen die Liebe zu seinem Bruder mit. Dies ließ den ersten Teil der Geschichte weniger wie einen Mysteryroman erscheinen. Dort schwingt eine Melancholie mit und hat in mir Unglauben ausgelöst, wie intolerant sich die Menschen Andersartigkeit gegenüber verhalten können. Die Erzählung spielt zwar nicht in unserer Zeit, dies konnte ich aber nicht als Entschuldigung ansehen. So habe ich die Kindheitserinnerungen eher unter dem Blickwinkel der Gesellschaftskritik gelesen und viel Mitleid für die Jungs empfunden. Der zweite Teil des Kurzromans spielt elf Jahre nachdem Simon verkauft wurde und ist schon düsterer und mit einigen unerklärlicheren Phänomenen behaftet. Dadurch, dass Peter als Erzähler fungiert, werden nur kurze Einblicke in das Leben im Zirkus gegeben und das Schicksal Simons bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Das Ende fand ich traurig schön. Fazit: Ein Kurzroman, dessen erster Teil mich nachdenklich gestimmt hat, der etwas Mystery aufkommen lässt, und Alles in Allem recht unterhaltsam war. Einziger Wermutstropfen ist der Klappentext, der schon viele Entwicklungen der Geschichte vorweggenommen hat.

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