Graues Land

von Michael Dissieux 
4,0 Sterne bei46 Bewertungen
Graues Land
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (34):
A

Gute Endzeitstimmung aber etwas langatmig. Band 2 wird dennoch gelesen!

Kritisch (6):
ConnyMcs avatar

Der Stil gefiel mir nicht. Die Story wurde erst ab der Hälfte des Buches interessant.

Alle 46 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Graues Land"

Harvey und Sarah führen ein glückliches, ruhiges Leben in den Bergen. Als Sarah erkrankt, kümmert sich der alte Harv liebevoll um seine Ehefrau. Doch eines Tages hat sich etwas geändert – in der Welt da draußen. Es beginnt damit, dass die Fernsehsender kein Programm mehr ausstrahlen, dann fällt die Stromversorgung aus, auch das Telefon verstummt. Ein grauer Schleier umhüllt das Land. Eine trügerische Stille liegt über den Feldern, über dem Haus. Des Nachts glaubt Harvey, Kreaturen ums Haus schleichen zu hören. Und die kurze Begegnung mit einer jener Kreaturen im Garten bringt die schreckliche Gewissheit, keiner Einbildung erlegen zu sein.Harvey beschließt, in Erfahrung zu bringen, was zum Teufel mit der Welt geschehen ist. Und so steigt er in seinen rostigen Van und fährt hinüber zu seinem alten Freund Murphy, der ein paar Meilen die Straße hinab ein kleines Lebensmittelgeschäft betreibt. Doch dieser scheint bereits dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781496191434
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:262 Seiten
Verlag:Luzifer Verlag
Erscheinungsdatum:08.03.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.03.2015 bei Winterzeit Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 2 Jahren
    we fade to grey

    Die Welt ist grau geworden, dass bemerkt sogar Harvey der in der Einsamkeit seines Hauses seine demente Frau pflegt. Nachts schleicht irgendetwas um sein Haus und den Zeitungsjungen hat er auch schon lange nicht mehr gesehen. Als ihm die Lebensmittel ausgehen, beschließt er mit seinem betagten Auto und Gewehr nach draußen zu wagen. Die Welt scheint von einer schrecklichen Epidemie heimgesucht worden zu sein, Freunde sind nun Feinde und die Erkrankten trachten nach dem Leben ihrer Liebsten. Fast schon scheint alles verloren, als sein Sohn und seine Enkelin auftauchen. Gemeinsam suchen sie einen Weg aus der Hölle und versuchen zu überleben.
    „Graues Land“ reiht sich ein in den Zombiehype, muss sich aber hinter anderen Büchern des Endzeitgenres nicht verstecken. Nach dem ich sehr oft von Freebies enttäuscht wurde, hatte ich hier ein Werk in den Händen, dem es gelang die düstere Untergangsstimmung in mein Wohnzimmer zu projizieren. Vom ersten Teil war ich absolut begeistert. Durch Harveys Beschreibungen wurden für mich die Beklemmungen einer sich verändernden Welt greifbar und ich hatte sehr viel Mitgefühl mit ihm und seiner schwer kranken Frau. Doch nachdem der Sohn auftauchte ließ für mich die Story nach und ich war nicht mehr mit dem Herzen dabei. Es gelang dem Autor nicht mehr mir die Personen näher zu bringen, sie blieben für mich ein bisschen farblos. Dadurch zog sich das Ende etwas für mich und ich bin irgendwie nicht mehr animiert mir die nächsten Teile runterzuladen und zu lesen.
    Ein toller Dystopie-Roman der für mich aber noch ein paar Schwächen am Blot und der Charaktere aufweist. Der Schreibstil ist flüssig und es gelang eine düstere Stimmung heraufzubeschwören, aber der Spannungsbogen war mir einfach zu flach um mich bei der Stange zu halten.

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    annlus avatar
    annluvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Endzeitstimmung, die einem das Grauen lehrt
    Die Welt hat sich weitergedreht

    Der neue Tag beginnt mit der gleichen Dunkelheit wie die Tage davor. Fast eine Minute lausche ich angestrengt. Doch dieser unheimliche Laut, seit Tagen das Einzige, das das Schweigen der Welt unterbricht, wiederholt sich nicht.

    Graues Land 1

    Der alte Harvey lebt abseits anderer Menschen mit seiner kranken Frau Sarah in einer kleinen Hütte am Waldrand. Seit Tagen hat er niemanden mehr gesehen – die letzten Nachrichten im Fernsehen kündigten von weltweiten Katastrophen. Ohne Strom und warmes Wasser kümmert er sich um seine bettlägrige, apathische Frau und macht sich Gedanken um die Welt. Dass diese nicht mehr die selbe ist, hat auch er mitbekommen. Doch erst seit er im Garten auf eine unheimliche Kreatur gestoßen ist, ist ihm die Gefahr bewusst, in der er sich befindet. Als die Vorräte ausgehen, wagt er sich aus der vermeintlichen Sicherheit der Hütte in die neue Welt hinaus.

    Die Geschichte wird von Harvey selbst erzählt. Die Perspektive des alten Mannes bringt es mit sich, dass er gedanklich immer wieder abschweift. Seien es Erinnerungen an die guten, alten Zeiten mit seiner geliebten Sarah, als auch Gedanken zu Gott und der Welt, immer wieder fügt er sie in seine Erzählung ein. Gerade dadurch wurde diese sehr melancholisch und traurig. Schon die Situation mit seiner Frau alleine hätte dafür ausgereicht. Die Veränderungen in der Welt, die sich in ihren Beschreibungen zuerst auf den kleinen Bereich um Harvey beziehen, bringen eine Stimmung mit sich, die Gefahr erahnen lässt. Dafür sorgen zu Beginn die lebenslangen Albträume von Harvey, danach die fast wie nebenbei erzählten Begegnungen mit den Kreaturen aus dem Wald.

    Zu Begegnungen mit anderen Menschen kommt es selten. Da der Leser nur über die Informationen verfügt, die auch Harvey hat, wird erst langsam und nicht mit bestimmter Sicherheit erzählt, was mit der Welt passiert ist. So ist auch nicht klar, wo sich die verschwundenen Menschen aufhalten und was für ein Schicksal sie erleiden mussten.

    Während mir der Beginn sehr gut gefallen hat, hatte ich zur Mitte hin einen Hänger, bei dem ich mir mehr Handlung und weniger Gedanken Harveys gewünscht hätte. Als diese dann in Form von anderen Menschen und ihren Erlebnissen kam, konnte ich wieder richtig ins Buch eintauchen. Das Ende kam mir im Gegensatz zu den vorherigen Beschreibungen fast schon rasant vor. Obwohl es sehr heftig war, fand ich es sehr passend – es hat meine Einschätzung des Buches erhöht, sodass ich über den etwas langwierigeren Part in der Mitte hinwegsehen konnte.

    Fazit: Die Geschichte hat eine Vielzahl an Gefühlen bei mir ausgelöst – einerseits fand ich die Situation von Harvey und Sarah traurig, andererseits konnte ich mich mit Harvey mitfürchten und seine Melancholie mitfühlen. Das Ende war gruselig – aber sehr gut!

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    benfis avatar
    benfivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Toller, atmosphärischer Auftakt der Endzeit-Trilogie...
    Erster Band der 'Graues Land' - Trilogie

    KURZBESCHREIBUNG: 

    Als die Vorräte zur Neige gehen, muss der siebzigjährige Harvey Jennings zwingend wieder das Haus verlassen und sich der Welt stellen. Denn diese ist nicht mehr so, wie jene, in der Harv bis dato lebte. Seit zehn Tagen nun hat sich ein Grau über das Land gelegt und da Funk wie Fernsehen seitdem tot sind, befürchtet der alte Mann das Schlimmste für die gesamte Welt. Denn in den letzten Nachrichten, die der alte Mann noch empfangen hatte, war von terroristischen Anschlägen mit biologischen und chemischen Kampfmitteln die Rede. Da er aber seine schwer erkrankte Frau Sarah weiter pflegen will, benötigt er einen Nachschub an Versorgungsmaterial. So macht er sich mit aller Vorsicht auf den Weg in dieses unbekanntes Grau der scheinbar verlassenen Welt und macht sehr unangenehme wie beängstigende Entdeckungen, die nichts Gutes verheißen. Freunde werden zu ablehnenden Menschen und gefährliche Kreaturen schleichen umher...


    KOMMENTAR:

    In dem Roman 'Graues Land' entführt uns der deutschsprachige Autor Michael Dissieux in seine Version der Endzeit unserer Welt. Und diese ist alles andere als freundlich. Durch die trostlosen Gedankengänge und Empfindungen seiner Protagonisten wird der Leser in das graue, recht menschenleere Etwas, was sich einst Erde nannte, eingeführt. Dadurch ist die Handlung besonders in den ersten zwei Dritteln des Romans etwas in den Hintergrund gerückt worden; diese zeichnen sich aber durch die dichte Atmosphäre aus und steht meiner Meinung nach dabei den post-apokalyptischen Klassikern wie 'The Stand - Das letzte Gefecht' von Stephen King oder 'Ich bin Legende' von Richard Matheson gar nicht so sehr nach. Aufgrund der Tatsache, dass 'Graues Land' als Trilogie erschienen ist, wirkt sich dies aber im ersten Teil für sich gesehen ein klein wenig statisch aus. Trotzdem fesseln die Seiten beim Lesen; kein Wunder, der Schreibstil ist gleichermaßen flüssig wie tiefgehend und die Charaktere sehr authentisch, sodass der Leser diese schnell in seinen geistigen Freundeskreis aufnimmt. Nach einem dramatischen Schlussdrittel bleiben allerdings einige offene Fragen über; aber wie erwähnt gibt es noch zwei weitere Romane aus dem 'Grauen Land'. Ein überaus guter Auftakt von Dissieux' Debüt im Buchbereich - gerne weiter so...

    8,4 Sterne

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    chumas avatar
    chumavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Düster, melancholisch und insgesamt etwas zu langatmig.
    "Das Land ist still"

    Harvey ist ein alter Mann von fast siebzig Jahren als die Welt zugrunde geht. Der Zeitungsjunge kommt nicht mehr zu dem abgelegenen Haus in den Hügeln Devons, der Fernseher bleibt stumm und des Nachts schleichen seltsame Kreaturen um das Haus. Das Land ist seltsam grau und düster, es gibt keine Verbindung mehr zur Außenwelt.

    Als Harvey, der sich um seine bettlägerige Frau Sarah kümmert, die Vorräte ausgehen, beschließt er, sich nach Draußen zu wagen, um seinem alten Freund Murphy, der einen kleinen Laden betreibt, einen Besuch abzustatten. Doch dort erwartet ihn eine grauenvolle Entdeckung und Harvey muss erkennen, dass die Welt nur noch Stille und Dunkelheit für ihn bereithält.


    Leseeindruck

    Mit dem ersten Band "Graues Land" startet Michael Dissieux eine düstere Trilogie (Band 2: Die Schreie der Toten / Band 3: Am Ende der Welt), die sich - zumindest im ersten Band - doch stark von anderen Endzeitromanen unterscheidet. Der Unterschied liegt in der ruhigen und melancholischen Art des Erzählens. Der Leser begleitet den alten Harv, erfährt aus der Ich-Perspektive peu à peu was ihn bewegt, ängstigt, aufwühlt und verzweifeln lässt. Es passiert nicht viel in diesem Horror-Roman, zumindest nicht, wenn man rasante Action und blutige Szenarien erwartet. Dissieux setzt stattdessen auf ausführliche Beschreibungen des Gefühlslebens seines Protagonisten, die inneren Konflikte, die er austrägt; seine Erinnerungen an Vergangenes und seine düsteren Gedanken rund um eine Welt, die sich weitergedreht hat.
    "Die Welt hat sich weitergedreht." - Der Autor greift Stephen Kings Zitat aus seiner monumentalen "Der Dunkle Turm"-Saga gern auf. Er tut dies nicht nur gern, sondern auch oft und überspannt den Bogen damit leider ein wenig. Natürlich ist diese Redewendung passend, die Liebe des Autors zu diesem Werk unverkennbar. Das Zitat unterstreicht die Aussage des Romans, doch hier wäre weniger wohl mehr gewesen.

    Generell verliert sich Dissieux bedauerlicherweise zu oft in den zähen und langwierigen Gedankengängen seiner Figur, die das flüssige Lesen erschweren. Der Schreibstil selbst ist nicht schlecht, wenngleich insgesamt vielleicht ein wenig zu gewollt lyrisch. Im Mittelteil leidet die Geschichte dann unter den so entstandenen Längen, Dissieux kann aber im letzten Drittel doch noch das Ruder herumreißen und die Spannungskurve wieder anheben. Er führt weitere Figuren ein, deren Interaktion Schwung in die Geschichte bringt und indem er das Handlungsgeschehen an andere Orte verlegt, schafft er zusätzlichen Raum für Abwechslung von der Lethargie, die mittlerweile nicht nur Harvey, sondern auch mich als Leser ergriffen hat.

    Die Figuren sind definitiv eine Stärke des Romans, was wohl in der ausführlichen Auseinandersetzung mit ihrem Seelenleben begründet liegt. Mir gefielen auch die Teile der Erinnerung an Vergangenes sehr gut, da man hier etwas über Harveys Liebe zu Sarah erfährt, ihre gemeinsamen Rituale und Routinen. Gefühlvolle und romantische Momente in dieser sonst so schwermütigen und unheilvollen Geschichte.

    Was mit der Welt geschehen ist, erfährt der Leser Stück für Stück im Laufe der Geschichte. Auch die unheimlichen Wesen, die um das Haus schleichen und die Toten verschleppen, bringen Gänsehaut und ein angenehmes Horrorgefühl mit sich. Generell schafft der Autor durchaus Spannung, wenn auch oft unterschwellig, es mangelt lediglich an der Konstanz. Insgesamt bleiben aber neben einem vertretbaren Cliffhanger noch genug Fragen offen, um meine Neugierde auf die Folgebände aufrecht zu erhalten.

    Letztlich weist dieser Auftakt einige interessante und unterhaltsame Aspekte auf, die aber leider durch die erwähnten Schwächen nicht genug zur Geltung kommen. Ich persönlich werde die Serie wohl zu gegebener Zeit weiterverfolgen, brauche aber zunächst etwas Pause von der Schwere und Düsternis des Grauen Landes.


    Fazit

    Ein düsterer und melancholischer Horror-Roman, mit Schwerpunkt auf ausführlichen Beschreibungen des Seelenlebens seiner Figuren, wodurch sich leider einige Längen aufbauen. Insgesamt betrachtet etwas schwerfällig und langatmig, deshalb nur eingeschränkt empfehlenswert.

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    Kaisus avatar
    Kaisuvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bisher hab ich beim Luzifer Verlag und seinen Endzeitstories nie eine Fehlgriff gehabt, hier definitiv auch nicht!
    Super Endzeitstory!

    Langsam. Still und heimlich. Bin ich ein kleiner Michael Dissieux Fan geworden. Da ist etwas in seinen Büchern, dass mich jedes Mal in den Bann zieht, auch wenn mir zum Beispiel "Der Schuppen", zu vorhersehbar war. Hier ist es anders. Hier ist definitiv nicht alles vorhersehbar. Es schwankt zwischen der stillen Hoffnung auf einen neuen ruhigen Morgen, dem Glauben an das Gute im Menschen, der versteckten Angst vor der Kreatur unter dem Bett sowie der plötzlich entschlüpften Grausamkeit des Moments.
    Alles untermalt von einer seltsamen Veränderung, die in der Welt vor sich geht. Graue Schatten scheinen zum Leben zu erwachen und jedes Lebewesen gnadenlos in den Tod oder Wahnsinn zu reißen, was sich ihnen in den Weg stellt. Vor allem Nachts sollte man nicht raus und alle Türen und Fenster geschlossen halten. Entsprechend ist die Anzahl der Menschheit stark reduziert und so konzentriert sich in diesem Buch vor allem auf einen alten Mann und seine Familie.

    Murphy, ein Mann von fast siebzig Jahren, der schon eine Menge Lebenserfahrung auf dem Buckel hat, beginnt plötzlich an sich zu zweifeln. Tief verborgene Ängste krabbeln langsam an die Oberfläche hinauf und beginnen seinen Verstand einzunehmen. Doch noch hat die dunkle Kreatur noch nicht gesiegt. Nicht solange er am Leben ist. 
    Ein zunächst einsamer Kampf beginnt, der leicht an eine Zombieapokalypse erinnert. Nach und nach gesellen sich andere Gesichter zu ihm, die ihm helfen und ihm zusprechen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses dünne Kartenhaus der heimischen Atmosphäre in sich zusammenbricht und Hölzchen kann Dissieux bekanntlich gut ins Feuer werfen.


    Fazit:

    Mir hat das Buch überraschend gut gefallen. Hatte ich anfangs gedacht, es geht alles in eine andere - klassichere Richtung - so wendet sich das Blatt schnell und man lernt eine neue Form der Endzeit kennen. Murphy selbst, schließt man rasch in sein Herz. Der alte Mann hat etwas an sich, was einen rührselig macht und das liegt sich nicht nur an seiner fürsorglichem Pflege bei seiner bettlegerischen Frau.
    Kurz & knackig und dennoch erfrischend anders. Ich bin auf die Fortsetzungen gespannt!

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    Nafreyus avatar
    Nafreyuvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Horrordystopie mal ganz anders, aber jede Menge Wiederholungen und kaum Handlung. Nichts für Actionfans
    Sehr zäher Spannungsbogen, gewollt lyrisch

    Harv ist bereits ein alter Mann, der seine völlig apathische, bettlägerige Frau in ihrem gemeinsamen Haus in den Hügeln außerhalb eines amerikanischen Dorfes pflegt. Er lebt von einem Tag auf den anderen, größtenteils gefangen in Erinnerungen an bessere gemeinsame Tage. Doch plötzlich gibt es einen Terrorangriff auf die USA und nichts ist mehr wie vorher: jegliche Kommunikation und die Stromversorgung sind tot, und nach und nach stellt sich heraus, dass das auch für den Großteil der Bevölkerung gilt. Außerdem wandern nachts auf einmal komische Wesen durch die Straßen...

    Der Einstieg in das Buch war wirklich interessant. Der Ansatz ist hier mal ein ganz anderer als bei vielen Horrordystopien, denn der "Held", also unser Protagonist, ist eben kein Held. Er ist ein alter Herr, der weder stark ist noch kämpfen kann. Er will einfach nur seinen Lebensabend und die letzten gemeinsamen Tage mit seiner todkranken Frau genießen. Der Tenor ist sehr melancholisch. Das gibt eine schöne, wenn auch traurige Stimmung. Der Schreibstil ist an sich gar nicht schlecht, teilweise geht er sehr ins Lyrische, was für einen Horroroman doch ziemlich untypisch ist.

    Da endet für mich leider auch schon das Positive an diesem ersten Teil der Trilogie Graues Land. Es passiert einfach die ganze Zeit nichts. Durch die Erzählperspektive (1. Person) bekommen wir zwar viele Einblicke in das Seelenleben unseres Protagonisten, allerdings sind es wirklich sehr viele. Die Handlung stagniert den Großteil des Buches, ein Spannungsbogen kommt erst auf den letzten 10% langsam auf. Die meiste Zeit spielt der Roman im Haus von Harv, und dort wiederum größtenteils in dessen Erinnerungen. Wir erfahren eigentlich nichts über die Katastrophe, die über das Land gekommen ist, und erst recht nichts über die genauen Ursachen. Was an sich okay wäre, wenn denn sonst eine Handlung vorhanden wäre. Viele der wenigen Ereignisse sind dann auch noch sehr unrealistisch. Die letzten Seiten haben mich insgesamt dann wenigstens wieder ein bisschen positiv gestimmt, da hier erkennbar etwas passiert. Sonst hätte es noch weniger Punkte gegeben.

    Zusätzlich zu der quasi nicht vorhandenen Handlung hat mich auf die Dauer der Schreibstil extrem genervt. Der lyrische Ansatz gefiel mir, wie bereits oben erwähnt, jedoch ufert er in der Hälfte des Romans etwa doch sehr aus. Außerdem gibt es schier endlose Wiederholungen gleicher Redewendungen, z.B. "Haare wie Spinnweben" oder "Augen wie in die Höhlen gedrückte Kohlen". Dazu immer wieder die ständig beschriebene stille Stille und grauen Schatten / graue Welt sowie der (mich anfangs sehr begeisternde!) Hinweis auf Stephen Kings Dunklen Turm. All das hat mich so gestört, dass ich von etwa 50 bis 75% der Geschichte fast nur noch quergelesen habe. Ich konnte die immer gleichen Beschreibungen nicht mehr ertragen.

    Insgesamt habe ich eine Weile überlegt wegen der Wertung und mich einigermaßen schwer getan. Während des Lesens rutschten die anfänglichen 4 Punkte vom Leseeindruck her schnell auf zwei herunter, in meiner genervtesten Phase (auf etwa der Hälfte) sogar darunter bzw. Tendenz zum Abbruch. Das Ende hat mich wie gesagt etwas versöhnt. Für eine Leseempfehlung reicht es jedoch nicht, außer man weiß klar, dass man weder wirklich Horror noch Action in irgendeiner Form zu erwarten hat und sich dafür auf sehr lange Beschreibungen von Stimmungen einlassen möchte. Einen sehr ruhigen, melancholischen Horrorthriller sozusagen, in dem nicht viel passiert. Band 2 und 3 der Trilogie werde ich definitiv nicht lesen, obwohl wohl der zweite Band mehr Action bieten soll.

    Zuletzt komme ich auf 2,5 Punkte. Zwei für die Idee und den anderen Ansatz der Story sowie das Ende, das etwas Spannung bot. Einen halben für die an sich interessante lyrische Sprache, wenn nur die ganzen Wiederholungen nicht wären.

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    sweety90s avatar
    sweety90vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch, welches einen Gewissen Schauer verbreitet, dabei aber auf jegliches Blut verzichtet.
    Gänsehaut vorprogrammiert

    Inhalt
    Harvey kümmert sich liebevoll um seine kranke Frau, mit der er vor Jahrzehnten in ein ruhiges Haus in den Bergen gezogen ist. Jeden Morgen kommt der Zeitungsjunge und bringt ihm seine Post, doch eines Tages bleibt er fort. Schon bald verstummt auch der Fernseher und die Stromversorgung wird gekappt. Irgendwas hat sich verändert und Marv macht sich auf den Weg um herauszufinden was...


    Eigene Meinung

    Bis jetzt hatte ich noch nicht sehr viele Berührungspunkte mit dem Horrorgenre, obwohl es mich immer wieder gereizt hat ein Horrorbuch zu lesen.
    „Graues Land“ hat mich sehr angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht, dabei geht es aber eher um einen Endzeit-Horror.
    Am Anfang des Buches wusste ich nicht so recht, wo die Reise hingeht, auch wenn der Klappentext schon sehr viel verraten hat. Der Protagonist Harvey war für mich von Anfang an ein recht komischer Kauz, der aber auch seine liebenswerten Seiten hat. Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine, ans Bett gefesselte, Frau und verlässt ihr zuliebe kaum das Haus. Da sich die Handlung komplett um Harvey dreht, verlässt auch der Leser das Haus nicht und ist die ganze Zeit an den Protagonisten gebunden, was vor allem in dessen depressiven Phasen sehr ermüdend sein kann.
    Von den Zombies kriegt man nicht sehr viel mit, aber durch Harvey ist man sich deren Gegenwart ständig bewusst und ein rascheln vor dem Fenster kann einem beim lesen schon mal erschrecken…
    Der Schreibstil des Autoren hat mir gut gefallen, er schreibt recht bildhaft und sehr flüssig. Von ihm wird „Graues Land“ mit Sicherheit nicht das letzte Buch sein, welches den Weg in mein Bücherregal findet. Ob ich die Reihe allerdings weiterlese, das weiß ich selber noch nicht.
    Das Cover ist schön schaurig gestaltet, dabei aber nicht zu horrormäßig. Die abgebildete Person soll vermutlich Harvey vorstellen, so ähnlich habe ich ihn mir beim lesen auch vorgestellt.

    Fazit
    Ein gutes Buch, welches einen Gewissen Schauer verbreitet, dabei aber auf jegliches Blut verzichtet.
    Für mich definitiv nicht das letzte Buch von Michael Dissieux.


    Empfehlung
    Fans von Endzeit-Geschichten kommen hier auf ihre Kosten, aber auch wer mal ein wenig Horror schnuppern möchte, es aber nicht zu heftig haben will, der kann ruhigen Gewissens zu „Graues Land“ greifen.

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    YvisLeseeckes avatar
    YvisLeseeckevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Am Ende habe ich es einfach nur noch überflogen, weil ich es endlich hinter mich bringen wollte, daher gab es leider nur ein Stern. Das war
    Das war einfach nichts für mich, ich brauche halt Spannung!

    Dieses Buch hat mich leider sehr enttäuscht. Meine E-Book Version hatte so ca. 172 Seiten (Print 262) und die ersten 30 Seiten fand ich Klasse. Ich konnte mich super in die düstere Stimmung hineinversetzten hatte sogar so ein richtiges gruseliges Gefühl und dachte wow. 
    Der Autor hat einfach die Gegend toll beschrieben, so dass man sich mitten drin fühlte. 
    Leider, hat er dann aber immer und immer wieder diese Beschreibungen eingebaut und ich habe einfach Vergebens auf Aktionen gewartet. Es wurde wirklich ständig beschrieben wie düster, grau, neblig und dunkel und leer alles ist. Auf Seite ca. dachte ich dann nur noch: "Mein Gott, ich habe es nun begriffen, es ist alles düster, grau, neblig und dunkel und leer". Es hat mich nur noch genervt.
    Unsere Hauptcharaktere ist ein 60 jähriger Mann und das Buch besteht eigentlich zu 80% aus seinen Gedanken, die aber immer irgendwie gleich sind. Es wiederholt ich einfach so unfassbar viel, das es einfach nur noch langweilig war. 
    Auch als Harvey dann endlich mal durch die Gegend fährt passiert eigentlich groß nichts. Ich hätte mir einfach viel mehr Interaktionen mit HArv und den Zombies gewünscht aber es kam nichts. Die Dialoge die er dann mit einzelnen Personen führt, werden durch seine elenlangen Gedankengänge, die man gefühlt schon tausendmal gelesen hat, immer wieder unterbrochen. So dass sich die vermeintlichen Spannungsmomente nur stockend lesen ließen und dadurch einfach keine Spannung aufkam.
    Am Ende habe ich es einfach nur noch überflogen, weil ich es endlich hinter mich bringen wollte, daher gab es leider nur ein Stern. Das war einfach nichts für mich, ich brauche halt Spannung!

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    Virginys avatar
    Virginyvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der Weltuntergang aus der Sicht eines alten Mannes, ziemlich unblutig, aber nicht weniger spannend...
    Trautes Heim...

    Harvey ist bereits über 70 und lebt mit seiner Frau Sarah, die inzwischen ein Pflegefall ist,  auf einer kleinen Farm in einer verlassenen Gegend.
    All die Jahre hatten sie ein gutes Leben, bis Sarahs Krankheit kam und alles veränderte.
    Nun kommt es zur zweiten großen Veränderung, der Strom fällt aus, der Zeitungsjunge fährt nicht mehr wie gewohnt mit der neuesten Zeitung vor, alles scheint grau und verlassen.
    Und dann scheinen die ersten merkwürdigen Gestalten ums Haus zu schleichen...
    Harv pflegt weiterhin hingebungsvoll siene Frau, aber irgendwann geht das Essen aus und er macht sich auf den Weg zu seinem Freund Murphy, der ein Lebensmittelgeschäft betreibt.
    Doch anders als erwartet, wird er nicht etwa freudig empfangen, sondern von Murphy mit dem Gewehr bedroht und so zum Rückzug gezwungen.
    Sein Freund vertraut ihm nicht mehr, das macht Harvey schwer zu schaffen.
    Auch die Erinnerungen an die vergangen glücklichen Zeiten machen seine Einsamkeit nicht besser mund so macht er sich Gedanken darüber, was da draussen wohl geschehen ist und wie es seinem Sohn und seiner Enkeltochter geht, die weit entfernt leben...

    Wie schon bei "Die Legende von Arcs Hill" ist auch hier die Grundstimmung sehr deprimierend, die Welt ist vor die Hunde gegangen und Harvey ist allein mit seiner Frau, die nichts mehr mitbekommt, die er aber immer noch bekocht und ihr täglich ihren Tee bringt, ganz so wie früher.
    Rückblicke lockern die düstere Atmospäre ab und an mal etwas auf, aber die Hoffnungslosigkeit ist greifbar und zusammen mit dem alten Mann erfährt man Stück für Stück, was außerhalb seines Hauses vorgeht...

    Wer auf Blutfontänen verzichten kann, aber Endzeitstimmung mag, dem sei dieses Buch als erster Band einer Trilogie ans Herz gelegt.

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    Leseratz_8s avatar
    Leseratz_8vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Endzeitstory mit einigen Längen, Versuch einer Hommage an Stephen King
    Versuch einer Hommage an Stephen King

    Klappentext:
    "Harvey und Sarah führen ein glückliches, ruhiges Leben in den Bergen. Als Sarah erkrankt, kümmert sich der alte Harv liebevoll um seine Ehefrau. Doch eines Tages hat sich etwas geändert – in der Welt da draußen. Es beginnt damit, dass die Fernsehsender kein Programm mehr ausstrahlen, dann fällt die Stromversorgung aus, auch das Telefon verstummt. Ein grauer Schleier umhüllt das Land. Eine trügerische Stille liegt über den Feldern, über dem Haus. Des Nachts glaubt Harvey, Kreaturen ums Haus schleichen zu hören. Und die kurze Begegnung mit einer jener Kreaturen im Garten bringt die schreckliche Gewissheit, keiner Einbildung erlegen zu sein.Harvey beschließt, in Erfahrung zu bringen, was zum Teufel mit der Welt geschehen ist. Und so steigt er in seinen rostigen Van und fährt hinüber zu seinem alten Freund Murphy, der ein paar Meilen die Straße hinab ein kleines Lebensmittelgeschäft betreibt. Doch dieser scheint bereits dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein... "


    Das Buch beginnt mit einem Zitat aus dem dunklen Turm, etwas das mir gut gefallen hat, denn ich bin bekennender Fan. Auch der Beginn hat viel von den Erzählungen des Meisters. Natürlich muss jeder Autor in seinem Stil schreiben und das tut Michael Dissieux auch. Die Geschichte wird aus der Sicht von Harvey erzählt, seine Frau liegt apatisch im Bett und um ihn herum ist Stille, also haben wir viele, viele Seiten lang nur die Gedanken des alten Mannes und seine Erinnerungen. Dies ist eine gewisse Zeit ganz schön und auch interessant, aber nach spätestens hundert Seiten ist es doch ziemlich zäh... Leider muss der Leser noch weitere sechzig Seiten warten, bis eine Veränderung einsetzt. Diese ist dafür dann sehr gravierend und das Lesen macht wieder Spaß.


    Es gelingt Michael Dissieux sehr gut die düstere Trostlosigkeit und die Angst der Personen zu beschreiben. Das Grau ist zwischen den Seiten förmlich greifbar. 


    Irritiert hat mich die Beziehung zwischen Harvey und Sarah, natürlich ist die geliebte Frau fort und nur ihre leere und pflegebedürftige Hülle ist zurückgeblieben (fortgeschrittene Demenz?), doch ständig erinnert Harvey sich an die schönen Zeiten. Trotzdem sucht er seine Frau nur zweimal pro Tag auf, morgens um sie zu waschen und die Windeln zu wechseln und abends um ihr Essen und Tee zu bringen und in ihrer Gegenwart zu schlafen. Er will sie vor dem Grauen draussen bewahren und erzählt ihr nichts davon. Aber für mich ist diese Konstruktion nicht stimmig. In vierzig Jahren Ehe haben sie alles geteilt und jetzt... ich hatte ständig das Gefühl, dass Sarah eigentlich sterben sollte, aber der Autor sich nicht getraut hat - irgendwie ambivalent.


    Schade finde ich, dass der Grund für die Veränderung und das Vorhandensein der Kreaturen nicht aufgeklärt wird, aber es ist der erste Band von dreien. Vielleicht kommt es später noch, aber momentan möchte ich nicht weiter im grauen Land unterwegs sein. Ich habe ein wenig Angst vor weiteren Längen...


    Fazit: Ein ruhiges Buch, das bei mir keine Angst vor einem grauen Land aufkommen lassen wollte. Auch mein Mitleid mit den Protagonisten hält sich in Grenzen. Auf einem von Dystopien überschwemmten Markt hat es dieses Buch sicher nicht leicht, gegen die Konkurrenz zu bestehen.

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