Tagebuch eines Toten

von Michael Dissieux 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Tagebuch eines Toten
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Nicht immer sympathischer Rocker stellt sich dem Weltuntergang... düsterer End-Zeit-Roman

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Inhaltsangabe zu "Tagebuch eines Toten"

Sex, Drugs and Rock´n´roll, so lautet das erste Gebot in Steves ganz persönlichem Evangelium. Er kennt jeden Vers, jeden Spruch und jeden Song auswendig.
Menschen wie Steve haben keine Freunde. Sie schwimmen gegen den Strom, leben nach ihrer eigenen Philosophie und ernähren sich hauptsächlich von Whiskey, Bier und willigen Frauen.
Menschen wie Steve zelebrieren ihr Leben ebenso intensiv, wie es der Rest der Menschheit an jedem Sonntagmorgen macht, wenn die Kirchenglocken rufen und eine weitere Krisensitzung im Hause Gottes einberufen wird, nur dass sie dazu keine Kirche brauchen. Sie orientieren sich lieber an den unsterblichen Zeilen von Songs wie Stairway to heaven oder Whole lotta love. Ihre Götter sind Axl Rose, Ozzy Osbourne oder Marc Bolan, mit deren Segen sie behütet und auf ihre ganz spezielle Weise glücklich den Highway des Lebens entlangrasen.
Menschen wie Steve stehen gerne inmitten von Leuten, die sie nicht kennen, und die mindestens ebenso kaputt sind wie sie selbst.
Sie stehen in einem zugemüllten, nach Bier und Pisse stinkenden Stadtpark in einer Stadt wie Bakersfield gegen einen Baum gelehnt, lauschen einer Band, die den guten, alten Hardrock ihrer Jugend spielt, ohne zu ahnen, dass sich ihr Leben an diesem Tag innerhalb eines Augenblicks in einen Albtraum verwandeln kann …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958351875
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Luzifer-Verlag
Erscheinungsdatum:31.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    annlus avatar
    annluvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nicht immer sympathischer Rocker stellt sich dem Weltuntergang... düsterer End-Zeit-Roman
    Altrocker Steve überlebt den Weltuntergang

    Er schafft es einfach nicht, in die Augen zu blicken, die ihm tot oder blind erscheinen, so als hätte jemand polierte Steine in die Augenhöhlen gedrückt.

    Die letzten Kinder der Erde 1

    Der alternde Steve möchte eigentlich nur das Rockkonzert im Stadtpark genießen, dabei ein paar Bier trinken und seine Jugend wieder aufleben lassen. Doch dann bringt ein schwarzer Stern am Himmel Verderben über die Welt. Von einem Moment auf den nächsten sind alle Menschen um ihn herum nur noch lethargische Puppen, die weder atmen, noch auf ihre Umwelt reagieren. Einziger Überlebender scheint Steve zu sein. Der Gedanke an seinen Sohn lässt ihn panisch nach Hause fahren, wo er sich mit seiner neuen Welt auseinandersetzen muss, ob es ihm nun gefällt oder nicht.


    Der Prolog erzählt die Ereignisse im Stadtpark und stellt Steve vor. Das erste Kapitel schließt direkt daran an, ändert aber etwas den Erzählstil, da es von da an im Präsens geschrieben ist. Dadurch blieb für mich unklar, ob Steve die Ereignisse bis zum Ende des Buches überleben würde, oder nicht – und ich war mir lange Zeit im Unklaren, was mir lieber wäre. Sympathisch war er mir nämlich nicht, dieser Altrocker Steve. Schon die ersten Beschreibungen zeigen einen Charakter, der reichlich kaputt wirkt. Obwohl er sich um seinen Sohn sorgt, scheint er nicht gerade ein guter Vater gewesen zu sein. Er trinkt viel, lebt den Spruch „Sex, drugs and Rock´n Roll“ extrem aus. Dabei fand ich es nicht immer einfach über seine Exzesse zu lesen, seien es die aus seiner Gegenwart, als auch die seiner Erinnerungen. So blieb Steve für mich der Antiheld, der dennoch der Mittelpunkt der Erzählung ist und manchmal auch eine morbide Faszination in mir ausgelöst hat. Irgendwann jedoch kam auch ich zu der Einsicht, dass sich Steve durch den Weltuntergang geändert hat und ein paar (wenn auch wenige) Seiten an sich zeigt, die so etwas wie Sympathie in mir auslösten.

    Die Stimmung, die durch die Beschreibung dieser neuen Welt ausgelöst wird, ist düster. Besonders dazu beigetragen haben die toten Tiere und die lebenden Toten – oder hier wohl passender - die toten Lebenden, die Steve als Puppen bezeichnet. Eingefroren in ihre letzten Handlungen vor der Apokalypse stehen sie auf Straßen herum, sitzen in Autos und in Häusern und geben dem Ganzen ein bedrohliches Ambiente. Nicht immer war ich mir sicher, ob die Gefahren auch real, oder doch eher Steves Angst und Alkoholkonsum zuzusprechen waren. Das hat aber dem allgemeinen Flair des Buches keinen Abbruch getan.

    Im Laufe der Geschichte wurden die Beschreibungen der Umgebung weniger, die Handlungen nahmen zu, wenn sie auch immer noch von Steves Erinnerungen und Selbstreflexionen unterbrochen wurden. Er blickt dabei auf sein Leben zurück, bereut einiges, wenn auch nicht alles und gesteht sich seine Fehler ein.

    Fazit: Mit Steve hatte ich es nicht leicht, fand ihn nicht sympathisch, aber als Hauptcharakter sehr interessant. Das Ende der Welt ist hier düster und bedrohlich, wie ich es mir erwartet hatte. Alles in allem hinterlässt das Buch ein sehr melancholisches Gefühl in mir und die Frage, ob manche Situationen und Menschen den Weltuntergang als Besserung brauchen.

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    Tinkens avatar
    Tinkenvor 2 Jahren
    Steve! Ein Held?

    "Tagebuch eines Toten (Die letzten Kinder der Erde)" ist der erste Teil einer Endzeit-Trilogie aus der Feder von Michael Dissieux, erschienen am 04.10.16 im Luzifer-Verlag.

    Steve, der absolute Antiheld, ungepflegt, dem Alkohol und Drogen ergeben, vor sich hinlebend und seiner Jugend hinterhertrauernd, die doch mehr Schein als Sein war. Als er ein Rockkonzert besucht, erblickt er ein Phänomen am Himmel und danach ist nichts mehr, wie es war. Die Menschen um ihn herum stehen starr wie Puppen. Alleine und die Welt nicht mehr verstehend fährt er nach Hause, um festzustellen, dass es auch dort nicht anders aussieht. Dann tut er das, was er am Besten kann, er ertränkt die Realität mit Alkohol.

    Die Welt verändert sich. Verändert man sich selbst? Wird man zu einem besseren Menschen? Ich denke, Ausnahmesituationen lassen einen über sich hinauswachsen.

    Michael Dissieux lässt uns die Welt aus Steves Sicht in der dritten Person erleben. Dadurch, dass die Geschichte im Präsens geschrieben ist, befinden wir uns mittendrin im Geschehen. Aus Steves Augen erblicken wir eine trostlose, sich verändernde Welt.

    Schonungslos, aber auch leise führt der Autor uns den Schrecken der Situation vor Augen. Er lässt uns die anfängliche Machtlosigkeit Steves, seine Angst und den späteren Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, mittragen.

    Ich konnte diese einsame und dunkle Atmosphäre spüren, die unendliche Stille, die sich über alles gelegt hat. Und ganz subtil, ohne es anfangs zu bemerken, kroch mir Gänsehaut über den Rücken. Alles änderte sich, und mit Spannung und leiser Angst erwartete ich, was als nächstes geschehen würde.

    Es bleibt natürlich noch vieles offen, es ist der erste Teil einer Trilogie. Mit Spannung und Vorfreude erwarte ich die nächsten zwei Bände. Ich bin begeistert.

    Kommentare: 3
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Michaeldissieuxs avatar

    Ich möchte Euch gerne, in Zusammenarbeit mit dem Luzifer-Verlag, zu einer kleinen, gemütlichen Leserunde zu meinem neuen Roman "DIE LETZTEN KINDER DER ERDE - Tagebuch eines Toten" einladen.

    Das Buch ist der erste Band einer Endzeit-Trilogie und erzählt die Geschichte des alternden Rockers Steve, der sich mit seinem Leben bisher überfordert sah und durch die Apokalypse total aus der Bahn geworfen wird. Ergibt er sich zu Beginn noch dem Alkohol und vernichtendem Selbstmitleid, entdeckt er jedoch schnell seine Stärken, als er auf Joanna und Melissa trifft.

    Ihr könnt 10 kostenlose E-Books gewinnen, im jeweilig benötigten Format.

    Ich würde mich freuen, Eure Kritiken und Anregungen zu diskutieren und ein wenig zu "palavern".

    Ich hoffe, wir sehen uns.

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