Michael Donkor

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Cover des Buches Halt (ISBN: 9783960541981)

Halt

(4)
Erschienen am 02.09.2019

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Cover des Buches Halt (ISBN: 9783960541981)
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Rezension zu "Halt" von Michael Donkor

KarenAydin
"Der Sarg glich einem schönen Stück Hochzeitstorte."

Worum geht es? 

Ghana 2002. Im Zentrum der Geschichte steht die siebzehnjährige Belinda. Sie hat ihr Dorf verlassen, um bei einer Familie in Kumasi, im Süden von Ghana als Hausmädchen zu arbeiten. Doch dann wird sie von einem wohlhabenden Paar, Otuo und Nana, nach London eingeladen, um ihrer rebellischen und depressiven Tochter Amma Gesellschaft zu leisten und sie zu erden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden die beiden sich an, doch Amma ist lesbisch.  

 

Kritik

Leseprobe: Beginn:

„Der Sarg glich einem schönen Stück Hochzeitstorte. Silber und pinkfarbene Schnörkel wanden sich wie Schönschrift um die Kiste, die jetzt neben der aufgeschlitzten Erde stand, in die die Männer sie hinabsenken würden. Schnalzend bewunderten die Trauergäste den Sarg. Belinda musste sich zwingen, hinzusehen. Ihr Handy vibrierte in der Handtasche, aber Belinda ließ es rumpeln. Sie stellte die Füße dicht nebeneinander, richtete ihr Kopftuch und strich ihr Kleid glatt, damit es sich um die Brust herum nicht so bauschte. Sie wischte sich über das geschwollene Gesicht und sah dann, dass der Eyeliner schwarze Striemen auf ihrer Handfläche hinterlassen hatte.“

Ich weiß überhaupt nichts über Ghana und fand es daher sowohl spannend mehr über dieses Land und seine Kultur zu erfahren als auch über die Erfahrungen, die Ghanaer in London machen.  Und da kommt gleich ein Pluspunkt. Natürlich geht es auch um Rassismus, um Vorurteile, um Traditionen versus Fortschritt. Dies aber in keiner Weise klischeehaft und stereotyp (wie ich es oft von türkisch-deutscher Literatur kenne). Belinda und Amma sind beides runde Charaktere, mit Stärken, Fehlern, Schwächen, menschlich. Auch wird London weder dämonisiert noch übermäßig gelobt. Es ist einfach ein anderer Ort als Kumasi.  

Belinda macht am Anfang den Eindruck, als sollte mit ihr ein idealer Charakter dargestellt werden. Sie ist brav, vernünftig, sehr erwachsen, passt sich schnell an neue Gegebenheiten an. Doch das hat auch eine Kehrseite.

Der Roman enthält viele Dialoge, so dass man wirklich den Eindruck gewinnt, die Charaktere zu erleben. Ich habe den Roman auf Englisch gelesen, nur die Leseprobe auf Deutsch herausgesucht. Belinda spricht schon anders als andere Teenagermädchen und eine schöne Probe Jugendslang bekommt man auch in einer Szene. Das ist ganz gut gemacht, aber ich habe auch eine deutliche Kritik an ihm, die dazu führt, dass ich das Buch nicht vollständig positiv bewerte.

Nicht direkt am Anfang, aber immer mehr in der Mitte wird das Buch für mich schwer zu lesen. Das ist so der typische, immer etwas fragmentarische, assoziative „Hallo, ich möchte bitte einen Buchpreis“-Stil. Vermutlich soll er die Gedanken von siebzehnjährigen Mädchen imitieren, mir war das zuviel innerer Monolog, so dass ich zwischendurch immer mal wieder „Halt“ sagen musste und die Seiten nochmal durchgehen, um zu schauen, was nun eigentlich ausgesagt wird.

Wem vielleicht Damon Galguts „Versprechen“ gefallen hat (mit dem ich ähnliche Probleme hatte), für den könnte auch „Halt“ das richtige sein. Insgesamt ist es meiner Meinung nach ein gutes und interessantes Buch, nur ist dieser Stil einfach „not my cup of tea“.

Cover des Buches Halt (ISBN: 9783960541981)
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Rezension zu "Halt" von Michael Donkor

campino246
Abbruch nach einem Drittel

Das Buch dreht sich um drei Mädchen. Belinda ist ein Hausmädchen und muss umziehen zu einer neuen Familie. Mary lernt von ihr, was im Haushalt wichtig ist, hat aber wenig Lust auf die Arbeit. Und Amma ist im reichen Verhältnissen aufgewachsen und trotzdem unzufrieden mit ihrem Leben.

Ich habe das Buch nur zu einem Drittel gelesen. Ohne den Klappentext versteht man kein bisschen um was es gehen soll. Ich war ratlos, was jetzt eigentlich Sinn des Ganzen ist. Was soll Belinda bei Amma? Was macht Mary genau? Warum rennt Amma von der Feier weg? Warum wurde sie dort so negativ wahrgenommen?
Letztendlich war für mich die letzte verständliche Szene zwischen Mary und Belinda im Zoo. Danach hatte mich der Autor verloren.

Die Gespräche ließen mich auch ratlos und weniger verstehend als vorher zurück. Ich konnte nicht mit den Personen fühlen.

Fazit: Ich konnte der Erzählung nicht folgen und habe das Buch nach einem Drittel abgebrochen.

Cover des Buches Hold: An Observer New Face of Fiction 2018 (ISBN: 9780008280369)
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Rezension zu "Hold: An Observer New Face of Fiction 2018" von Michael Donkor

miss_mesmerized
Michael Donkor - Hold

Belinda knows her place in the world, when her father cannot pay for her anymore, her mother sends her away to work in the household of people she calls Aunt and Uncle in accordance with Ghanaian customs. She is not the only maid there, also 11-year-old Mary works for them and quickly becomes something like a sister Belinda never had. When Belinda is sent to England to take care of Amma, a girl her own age, the two have to part which isn’t easy for either of them. Yet, they manage to stay in contact over the thousands of kilometres that now separate them. Mary wants to know everything about Belinda’s posh life in London, but the older sister cannot tell everything that she experiences in England. Her role is different now which is hard to get used to and people behave in a different way. She misses her home town, but also sees the chance that she is given since she can go back to school and study. When a tragic incident calls her back to Africa, Belinda realises that only a couple of months were enough to change her completely.

Michael Donkor was born in England to a Ghanaian household and trained as an English teacher and completed a Master’s in Creative Writing. He was selected as a “New Face in Fiction” by The Observer in January 2018. “Hold” is his debut novel in which also autobiographical elements can be found even though his protagonist is female and he has lived all his life in the UK.

What I liked about the novel were the different perspectives on life that you get and the difficulties that living between different cultures can mean for you personally but also for the people around you. First of all, I hardly know anything about Ghana so the beginning of the novel when we meet Mary and Belinda, young girls who work full time as maids, gives a short glance at what life in other parts of the world might be. They were not treated especially bad, quite the contrary, but the fact that the lack of money in their family leads to giving up education is something which is far away from our world in Europe.

Most interesting also Belinda’s arrival in London and her awareness of being different. She has brown skin, but this is different from the Asian brown of the Indians or the skin of the girls from Jamaica. It is those slight differences that are of course seen by the members of those groups at the margin but often neglected by the majority society. Even though she shares the same cultural background with Amma, the two girls could hardly be more distinct. The most obvious is their sexual orientation where Belinda sticks to a romantic understanding of love and where Amma has her coming-out as homosexual. Belinda can easily adapt to a lot of things, but this clearly transgresses a line that she will not cross. The girls’ friendship is nothing that comes easy for both of them, but it splendid how Donkor developed it throughout the novel.

Without a doubt, Michael Donkor is a great new voice among the British writers who themselves have made the experience of belonging - but not completely, of being trapped between cultures and having to find their identity while growing up.

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