Es gibt Bücher, die man liest - und es gibt Bücher, die einen still an der Seele berühren und noch lange weiterflüstern, wenn man die letzte Seite längst geschlossen hat. Momo war für mich genau so ein Buch.
Ich hatte erwartet, in eine märchenhafte Geschichte einzutauchen. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass mich dieses Buch so tief treffen würde. Zwischen all der leisen Magie und dieser beinahe schwerelosen Sprache hielt mir Michael Ende plötzlich einen Spiegel vor. Ich musste erschrocken erkennen, wie sehr wir selbst längst in einer Welt leben, in der Zeit nicht mehr gefühlt, sondern nur noch verwaltet wird.
Während ich gelesen habe, hatte ich immer wieder dieses seltsame Gefühl, als würden die grauen Herren (sie machen das Leben grau und trist) nicht nur durch Momos Welt schleichen, sondern auch durch unsere. Durch unseren Alltag. Durch unsere Gedanken. Durch dieses ständige Gefühl, produktiver sein zu müssen. Schneller zu werden. Noch mehr Pflichten in einen ohnehin übervollen Tag zu pressen. Und vielleicht war genau das der Moment, in dem dieses Buch für mich von einer schönen Geschichte zu etwas viel Größerem wurde.
Denn Momo erzählt nicht laut.
Es jagt nicht von einer dramatischen Szene in die nächste.
Es braucht keine Schockmomente.
Seite für Seite wurde ich tiefer hineingezogen in eine Welt, die gleichzeitig zart und düster ist, voller Wärme und doch von einer stillen Melancholie durchzogen. Eine Welt, die sich wie ein Märchen anfühlt und gleichzeitig erschreckend nah an unserer eigenen liegt.
Am meisten berührt hat mich jedoch Momos besondere Gabe: nicht zu kämpfen, sondern zuzuhören. Wirklich zuzuhören. Und genau darin liegt vielleicht die größte Magie dieser Geschichte.
Momo ist ein zeitloses, tiefgründiges Werk über das, was in unserem Leben wirklich kostbar ist. Dieses einfache, fast vergessene Zuhören. Dieses stille Dasein für einen Menschen. Ohne zu urteilen. Ohne sofort Antworten geben zu wollen. Vor allem: ohne ständig auf die Uhr zu sehen.
Ein beeindruckendes Buch, das mich nicht nur verzaubert, sondern auch nachdenklich zurückgelassen hat.
Michael Ende

Lebenslauf
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Neue Rezensionen zu Michael Ende
Im Zentrum der Handlung steht das kleine Mädchen Momo, die in den Ruinen eines Amphitheaters am Rand einer Stadt lebt. Eines Tages tauchen die mysteriösen Zeitdiebe namens die grauen Herren auf, die die Welt in einen kalten und gehetzten Ort verwandeln wollen. Daraufhin macht sich Momo, die Schildkröte Kassiopeia und Meister Hora auf eine Reise, um die gestohlene Zeit zurückzuholen und die Menschen zu retten. Die sehr atmosphärische Handlung mit der zeitlosen Botschaft und einem zähen Erzähltempo weist eine gelungene philosophische Tiefe auf.
Bei den Protagonisten steht Momo klar im Mittelpunkt der Handlung, die sympathisch dargestellt wird. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Meister Hora oder die Schildkröte Kassiopeia tragen ein gelungenes Facettenreichtum zur Geschichte bei und bilden gemeinsam mit Momo eine harmonische Gesamtmischung.
Wer atmosphärische Fantasy-Geschichten mit einer tiefgründigen Botschaft für Jung und Alt mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist bildreich und hat märchenhafte Elemente.
Einziger Minuspunkt: Das zähe Erzähltempo bremst die Dynamik des Buches ein wenig aus.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.
Momo, ein kleines struppiges Mädchen, lebt am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters. Sie besitzt nichts als das, was sie findet oder was man ihr schenkt, und eine außergewöhnliche Gabe: Sie hört Menschen zu und schenkt ihnen Zeit. Doch eines Tages rückt das gespenstische Heer der grauen Herren in die Stadt ein. Sie haben es auf die kostbare Lebenszeit der Menschen abgesehen und Momo ist die Einzige, die der dunklen Macht der Zeitdiebe noch Einhalt gebieten kann…
Ein kleines Mädchen lebt allein in den Ruinen eines Amphitheaters am Rand einer Stadt. Momo besitzt fast nichts außer einer besonderen Fähigkeit. Sie hört Menschen wirklich zu. Doch als die geheimnisvollen grauen Herren auftauchen, verändert sich alles. Sie wollen die Menschen dazu bringen, ihre Zeit zu „sparen“, nur um sie heimlich zu stehlen. Während die Welt immer hektischer und kälter wird, scheint nur Momo zu erkennen, dass hier etwas gewaltig schiefläuft. Also macht sich ausgerechnet dieses barfüßige Kind daran, den Zeitdieben die Stirn zu bieten.
✨ fantasievolle Grundidee über gestohlene Lebenszeit
✨ ungewöhnliche Heldin mit der Gabe zuzuhören
✨ märchenhafte Welt mit skurrilen Figuren (inklusive der kommunizierenden Schildkröte Cassiopeia)
✨ starker moralischer Anspruch an Gesellschaft und Lebensstil
✨ sehr langsames Tempo und viel moralischer Unterton
Die Idee hinter dem Buch ist eigentlich großartig. Zeit als kostbarstes Gut und eine unsichtbare Macht, die sie den Menschen stiehlt. Besonders Figuren wie die rätselhafte Schildkröte Cassiopeia sorgen für charmante Momente.
Leider bleibt es bei der Idee. Statt einer scharfen Gesellschaftskritik bekommt man eine ziemlich lange Moralpredigt darüber, dass Menschen einfach achtsamer leben sollten. Dass viele Menschen jedoch so viel arbeiten müssen (!!), um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wird dabei ignoriert, gehört aber zur Wahrheit über die Realität dazu. Ich wache auch nicht morgens auf und freue mich auf einen Arbeitstag voller nerviger Mails und Excel-Tabellen, sondern lieber zu Hause bleiben und lesen.
Die Botschaft des Buches wirkt durch dieses fehlende Detail der Realität von Erwachsenen dadurch weniger wie Systemkritik und mehr wie eine Predigt darüber, dass Menschen einfach die „falsche Einstellung“ zu ihrem Leben haben. Dies suggeriert, dass man eine Wahl hätte… Aber was ist die Alternative? Hier ist der Autor leider unkonkret und ohne realistischen Lösungsansatz.
Was bleibt, ist ein gut gemeinter Lebensratgeber (getarnt als modernes Märchen) aus Michael Endes sehr privilegierter Autorenperspektive mit freier Verfügung über die eigene Lebenszeit. Und das alles im Tempo einer sehr entspannten Schildkröte…
Momo von Michael Ende hat eine großartige Grundidee, aber für mich war die Geschichte allgemein leider zu langsam, zu predigend und überraschend harmlos für ein Buch, das oft als große Gesellschaftskritik gefeiert wird.
Gespräche aus der Community
Es gibt sie, die wahren Schätze unter den Jugendbüchern, die Jugendbuchklassiker.
Welches Jugendbuch ist denn da euer Lieblingsklassiker und warum?
Muss gestehen, bei sind es auch hier wieder mehrere Bücher.
"Momo"von Michael Ende und "Die unendliche Geschichte" gehören für mich dazu. "Das Tagebuch der Anne Frank" sollte man auch gelesen haben. Es hat mich während meiner Jugendzeit sehr bewegt.
Bin gespannt, welche Bücher es bei euch sind.
Ronja Räubertochter kenne ich sowie sehr viele andere von Astrid Lindgren, sind klasse die Bücher.
Was sind sie schönsten Schmuckausgaben, die ihr kennt und liebt?
Ich habe auf LovelyBooks keine Liste zu dieser Kategorie gefunden.
Teilt gerne mit mir, was euch an besonders schön gestalteten Büchern über den Weg läuft
Das Buch mit dem Farbschnitt finde ich schön ich hab es mit letztes Jahr bei Wunderzeilen bestellt und ich hab es auch schon gelesen udn war positiv überrascht. Ein wundervolles Buch.
Ich habe mich kürzlich auf die Suche nach den besten Fantasybüchern mit Drachen begeben und auf Instagram und Facebook zahlreiche Mitglieder in Fantasy-Gruppen gefragt, was denn ihre Lieblinge sind. Herausgekommen ist eine coole Liste, von der ich nicht mal im Traum gedacht hätte, wie lang das Teil geworden ist. Den ersten Teil poste ich schon mal hier und den Rest könnt ihr in meinem Tad Time Blog nachlesen, da das hier ja sonst den Artikel sprengt :-).
Was meint ihr, fehlen noch wichtige Drachenbücher?
Der Hobbit | J. R. R. Tolkien
Drachengift | Markus Heitz
Höhlenwelt Saga | Harald Evers
Das Erwachen des Feuers | Anthony Ryan
Die Saat des weißen Drachen | Uwe Eckardt
Die Drachenflüsterer-Saga | Boris Koch
Drachenmagie | Ava Richardson
Akademie der Drachenreiter | Ava Richardson
Drachenfeuer | Wolfgang Hohlbein (Interview — hier ->)
Drakhim: die Drachenkrieger | Uschi Zietsch
Die Chronik der Drachenlanze | Margaret Weis und Marita Böhm
Drachenelfen | Bernhard Hennen
Wachen! Wachen | von Terry Pratchett
Die Drachenreiter von Pern | Anne McCaffrey
Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer | George R R Martin
Drachenland | Byron Preiss
Die Feuerreiter Seiner Majestät | Naomi Novik
Eragon | Christopher Paolini
Drachenreiter | Cornelia Funke
Die Unendliche Geschichte | Michael Ende
Die Mächte des Feuers | Markus Heitz
Drachenkaiser | Markus Heitz
Drachenritter Saga | Gordon R. Dickson
Gerade einen Beitrag in einem anderen Thread geschrieben und die gleichen Bücher passen hier auch so gut! Ich liebe Drachen-Geschichten. :)
Ich hab also zwei Selfpublisher: "Das Ende der siebten Ära" und "Dämmerschein - Blut des Winters". Beides sehr zu empfehlen!
Zusätzliche Informationen
Michael Ende wurde am 11. November 1929 in Garmisch (Deutschland) geboren.
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