Sturm über dem Rheintal

von Michael Erle 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Sturm über dem Rheintal
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Eine Dystopie ohne totalitäre Herrschaft, ohne ständige Action und Bedrohung - ein erzählerisches Kleinod von Michael Erle.

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Packend, gut geschrieben! 60 Jahre später in Deutschland. So könnte es aussehen. Wer Schätzing mag, wird "Sturm..." lieben.

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Inhaltsangabe zu "Sturm über dem Rheintal"

Deutschland, Ende des 21. Jahrhunderts – Ein stabiles Sturmsystem umkreist die Erde. Der Teil der Menschheit, der den Klima-Kollaps überstanden hat, lebt im Rhythmus des Sturmes. Etienne kennt nur diese Welt, in der riskante alternative Technologien das Überleben sichern. Als ein wichtiger Funknetzknoten in der Umgebung von Etiennes Heimatort Ehrenkirchen ausfällt, will die 14-Jährige diesen mit den beiden Freunden Vincent und Kagi reparieren. Die Expedition verläuft gut, bringt jedoch ungewollt Steine ins Rollen, die sich so schnell nicht mehr aufhalten lassen.

Vincent verhält sich nach dem gemeinsamen Ausflug merkwürdig. Und auch Kagi, seit Kurzem Etiennes „Mann“, hat neuerdings Geheimnisse. Als Unbekannte in einer Wohnanlage für Überlebende, die aus den zentralen Sturmgebieten geflüchtet sind, einen Anschlag verüben, spürt Etienne eine Verbindung zu einem seltsamen Kult mit mythischen und rassistischen Glaubensgrundsätzen auf. Sie beginnt nachzuforschen. Immer wieder führen alle Spuren zum Funknetzknoten – und zu Vincent und Kagi. Auf einmal werden die Probleme mit Schule, Liebe und Familie überschattet von der Sorge um die Sicherheit der Heimat und der Menschen, die dort Zuflucht suchen. Was als gut gemeintes Reparaturprojekt begann, wird auf einmal bitterer Ernst. Und plötzlich ist sogar Etiennes Leben in Gefahr …

Michael Erles packende dystopische Vision unserer Welt nach dem Klima-Kollaps.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783946348092
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:364 Seiten
Verlag:Eridanus Verlag
Erscheinungsdatum:01.11.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Fafharadvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Dystopie ohne totalitäre Herrschaft, ohne ständige Action und Bedrohung - ein erzählerisches Kleinod von Michael Erle.
    Stürmische Zeiten

    Die 14jährige Etienne (ja, das ist ein Jungenname, und das weiß sie auch) führt das beinahe normale Leben eines Teenagers, wie wir es kennen - wären da nicht der Arbeitsdienst für das Gemeinwohl, die Angst vor dem Nanokrebs, die Regeln, die der Sturm den Menschen aufgezwungen hat und deren Nichteinhaltung den Tod bedeuten kann, und das frühe Erwachsenwerden, das Verantwortung und allgegenwärtige Gefahr mit sich bringen.

    Auch wenn der eigentliche Sturm, ein menschengemachter kleiner Bruder des Großen Roten Flecks, tausende Kilometer entfernt um den Äquator rotiert, sind seine Ausläufer immer noch so verheerend, dass sie den Menschen beiderseits des Oberrheins einiges an Erfindungsreichtum und Disziplin abverlangen. Trotz der Ressourcenknappheit versorgt Etiennes Gemeinde zahlreiche Afrikaner, die der Hölle ihres unbewohnbar gewordenen Kontinents entronnen sind. Doch es gibt auch Menschen, für die der Sturm eine religiöse Offenbarung ist. Als einer von ihnen einen Anschlag auf das Flüchtlingsheim verübt, gerät Etienne ebenfalls in Lebensgefahr.

    Michael Erle erzählt eine bedächtige, weitgehend unspektakuläre Geschichte im Schatten einer globalen Katastrophe, gegen die „The Day After Tomorrow“ ein laues Lüftchen ist. Dabei gelingt es ihm, sich tief in seine Protagonistin hineinzuversetzen und das Leben mit dem Sturm als ganz alltäglich darzustellen, ohne der Versuchung zu erliegen, dystopische Schreckensszenarien auszuwalzen. Für Etienne ist das Erwachsenwerden das eigentliche Abenteuer, die wackelige platonische „Ehe“ mit ihrem Freund Kagi und das Projekt, einen im Sturm beschädigten Funknetzknoten zu reparieren.

    Der Autor findet die passende Sprache für seine Heldin; er lässt konsequent eine manchmal naive, manchmal erschreckend abgebrühte junge Frau erzählen, die ihren Platz in der Welt der Erwachsenen sucht, ihre Jugend aber noch nicht loslassen will.

    Hin und wieder drängt sich Michael Erles eigene, wunderbar treffsichere und melodische Erzählstimme in den Vordergrund, und beinahe möchte man bedauern, dass er sich zugunsten der Glaubwürdigkeit seiner Protagonistin zügeln muss, sie einzusetzen. Sein Gespür für das Kleine im Großen, für das Normale im Extremen und für die Natürlichkeit seiner Welt und seiner Charaktere machen „Sturm über dem Rheintal“ zu einem Edelstein unter den Kleinverlagspublikationen.

    Und wer den Untertitel „Die Erbin des Windes“ für ein reißerisches Aushängeschild hält, sollte den Roman erst einmal zu Ende lesen - Ich fand ihn nach anfänglicher Skepsis nämlich ganz zutreffend.

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    Zsadistavor 2 Jahren
    Rezension zu "Sturm über dem Rheintal"

    Ende des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Ein furchtbarer Sturm zieht über die komplette Erde. Diese Wetterfront zerstört fast den kompletten Planeten. Einige Menschen überleben die Katastrophe und leben nun mit diesem immer währenden Sturm.

    Etienne, eigentlich ein 14jähriges Mädchen, kennt nichts anderes. Sie lebt mit ihren Freunden Vincent und Kagi bei Ehrenkirchen. Eines Tages fällt ein wichtiger Funknetzknoten bei ihnen aus und sie wollen den Turm zusammen reparieren.

    Doch seltsamer Weise explodiert dieser Funknetzknoten und seit dem ist nichts mehr, wie es war. Etiennes Freunde sind wie ausgewechselt. Sie erkennt sie nicht wieder. An anderen Stellen fangen auch noch Anschläge und Übergriffe statt. Und was ist das für ein seltsamer Kult, den Etienne entdeckt? Wie passen die Ereignisse zusammen? Kann Etienne es schaffen ihr Leben zusammen zu halten und die Welle aufzuhalten?

    „Sturm über dem Rheintal“ ist ein dystopischer Roman aus der Feder des Autors Michael Erle.

    Ich bin mir mit meiner Rezension nicht ganz sicher. Zum einen würde ich gerne vier Sterne vergeben, zum anderen doch lieber nur drei. Vielleicht erklärt sich das in meiner weiteren Rezension.

    Der Schreibstil hat soweit schon sein Eigenleben. Es wird in dem Buch mit vielen unbekannten bis schwierigen Worten hantiert. Auf der ersten Seite geht es dann schon gleich los mit „… als die Windstärke EF4 auf der Enhanced Jujita-Skala erreichte.“ Oder Seite 20 „meiner Expedition nach dem WIT/HTC Dharma 3.17“. Für alles zu verstehen hätte ich beständig mit goolge arbeiten müssen. Also ließ ich dann irgendwann solche Worte einfach unbeantwortet und las weiter.

    Auch waren manche Worte oder Sätze einfach zu umständlich. Zum Beispiel auf Seite 240 „Stieß mir den Kopf an der Wand, nahm sie als Leitplanke, voran, ins Innere, in Sicherheit, ignorierte das klebrige Gefühl meiner Sohlen, der Kunststoff geschmolzen von glühenden Kohlen, wartete nicht, bis ich den Schmerz auf der Fußhaut spürte.“ Bis man zum einen durch den Satz gelesen hat, ist man fast vor dem ersticken. Zum anderen versteht man ihn bis zum Ende hin nicht und zum dritten kenne ich das Wort „Fußhaut“ nicht, lasse mich da aber auch gerne noch aufklären.

    Das Buch ist natürlich nicht komplett in dieser Form geschrieben, allerdings kommen solche Mega-Sätze schon vor. Und dann fragte ich mich schon, was will mir der Satz jetzt sagen?

    Was mich auch störte war, dass die Protagonistin hier erst 14 Jahre alt war. Ich hab da so meine Probleme mit 14, weiblich und Verhältnisse. Ich bin für diese frühreifen Mädels wohl etwas zu alt, um das zu akzeptieren. Da ist mir auch egal, ob das Fantasy, Science Fiction oder sonst etwas ist, unter 16 ist das bei mir Pädophil.

    Ich fand das Grundprinzip des Romans wirklich gut. Auch dass er in Deutschland spielt hat einen großen positiven Punkt bei mir. Das Gesamtwerk liegt mir einfach etwas im Magen. Ich vergebe daher doch drei gute Sterne, weil ich am Ende einfach zu viel zu beklagen hatte, dass es dann doch für vier Sterne gereicht hätte. 

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    Manuela_Kraemers avatar
    Manuela_Kraemervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Packend, gut geschrieben! 60 Jahre später in Deutschland. So könnte es aussehen. Wer Schätzing mag, wird "Sturm..." lieben.
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