Michael Felten Schluss mit dem Bildungsgerede!

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Inhaltsangabe zu „Schluss mit dem Bildungsgerede!“ von Michael Felten

Lehrer sind Lehrer – und keine Moderatoren! Eigentlich mag man es kaum noch hören, das permanente Gerede von der Dauerbaustelle Schule. Es sei denn, es käme ein Praktiker, der sich ganz un-verschämt als Lehrer ("Schulmeister") versteht - und einem erklärt, warum man auf hohle Reformfloskeln pfeifen kann. Die leidige Strukturdebatte: eine Sackgasse; die euphorische Propaganda für's selbständige Lernen: ein Irrweg! Dabei könnte Schule wortwörtlich begeistern - wenn ihre menschliche Dimension in den Mittelpunkt gerät, wenn Bildung zur Beziehungssache wird! Feltens großer Bildungsessay beleuchtet das komplexe Wechselspiel zwischen ein-und-dreißig Menschen: hier die Emotionen der Lehrer, da das Empfinden der Schüler. Sein Wissen um das Erfreuliche, Problematische und Mögliche in der Schule eröffnet eigensinnige Ansätze für die Bildungsarbeit.

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  • Rezension zu "Schluss mit dem Bildungsgerede!" von Michael Felten

    Schluss mit dem Bildungsgerede!

    capkirki

    15. February 2012 um 12:37

    Ein Buch über echte Schulbegeisterung! Weg von der elenden Strukturdebatte, den nutzlosen Reformfloskeln und Schulamtsblättern, hin zu klaren Verhältnissen im Klassenzimmer! Hier spricht kein abgehobener Vertreter eines Bildungsministeriums, hier spricht der Pauker selbst. Ein Lehrer, der sich noch als Schulmeister versteht und Klartext redet. Auch wenn in den letzten Jahren viel - zu viel - über die Bildungsmisere in Deutschland gesprochen wurde und über die "Dauerbaustelle Schule", es ist doch etwas ganz anderes, wenn man die Ansichten Feltins liest. Ein frischer Wind, der durch miefige Amts- und Schulstuben weht. Felten erklärt uns, wieso man auf "hohle Reformfloskeln pfeifen kann" wieso "die leidige Strukturdebatte eine Sackgasse und die euphorische Propaganda fürs selbstständige Lernen: ein Irrweg" sind. "Die verdammten Bildungsreformer, diese Landplage, wollen die Lehrer abschaffen, die würden ja selbst Einstein nach Hause schicken, weil es undemokratisch ist, sich von Einstein Physik erklären zu lassen" Was sich da in deutschen Amtsstuben überlegt wird, hat wenig mit der Realität an deutschen Schulen zu tun und führt auch nicht dazu, dass sich die Verhältnisse zum Besseren ändern. Der Schulmeister macht die für mehr Verantwortung für den Lehrer stark! "Ein guter Lehrer, das ist jemand, der seinen Schülern nicht nur die Hand bietet, sondern auch die Stirn. Man kann jungen Leuten gegenüber so tun, als sei Disziplin nicht wichtig im Leben, aber das wäre unfair. Sie wollen gar nicht frei sein - sie wollen herausgefordert werden, damit sie nachher stark sind." - "Heutige Schüler brauchen als Lehrer vielmehr 4B Typen: Beim Lernen ein freundlicher Begleiter, aber auch ein Brückenbauer in neue Wissenssphären, bei Lernmühen bisweilen eine Bürde und bei Lernrevolten gelegentlich ein Bändiger" Kinder haben sich daran gewöhnt, dass Erwachsene viele Worte machen und wenig von ihnen erwarten. "Dabei wollen junge Menschen gerne etwas leisten, sie wollen gerne sozial sein. Sie merken sofort, wenn man ihnen wenig zutraut, das lähmt oder verstört sie, und dann stören sie eben selbst" Majid sagte 2002 "Die Erwachsenen im Weste denken, dass sie alle Unannehmlichkeiten ertragen müssen, damit es den Kindern gut geht. Das Ergebnis sind Kinder mit zu wenig Verantwortungsbewusstsein" und genau da setzt der Autor an, man müsse die Kinder die Erfahrung machen lassen, dass sie mit harter Arbeit durchaus etwas erreichen können und dass es nicht immer lustig sein muss. Dass der Lehrer zwar ein Begleiter ist, motiviert, ermutigt und aufbaut, aber auch mal auf den Tisch hauen kann und zeigt, dass gewisse Handlungen auch Konsequenzen haben. "Beim Thema Hausaufgaben z.B. könnte man sich manchen Kampf (und nachfolgende Verzweiflung) sparen - statt unablässiger Einladungen "Würdest Du bitte" oder penetranter Einsichtsappelle "Weißt du, das ist wichtig, weil" wären klare Spielregeln vonnöten. Einmal ist kein Mal, jeder vergisst schließlich mal was - dreimal aber ist einmal zu viel und dann wird nach dem Unterricht nachgearbeitet! Wer deutliche Erwartungen und Grenzen absteckt, muss auch nicht resignieren - und anschließend aus der Not eine Tugend machen und behaupten, Hausarbeit bringe doch sowieso nichts. Hausaufgaben sind keine Strafe, sondern eine Trainingschance - nur darf man nicht erwarten, dass Schüler Paradieswesen wären: Sie lernen - zumal in den (früher so genannten Flegeljahren - nicht nur wenn's interessant oder erfolgversprechend ist, sondern auch für gute Noten oder wegen der Anerkennung des Lehrers - oder um Sanktionen zu vermeiden" Und auch die Eltern entlässt Felten nicht aus der Pflicht, nur gemeinsam mit den Eltern können die Lehrer das leisten, was die Kinder brauchen! In der elterlichen Haltung zum Lernen läge ein mindestens ebenso wichtiger Schlüssel zum Schulerfolg und Bildungsgerechtigkeit wie in der Anzahl der elterlichen Buchregale. (Amen dazu!) "Lehrer können nicht übernehmen, was ureigenste Aufgabe der Eltern ist - aber sie sollten ihnen eben diese Obliegenheit selbstbewusst vor Augen führen. Die Generations Analyse von Michael Winterhoff besagt ja, dass Kinder heute zu wenig Reife in der Familie entwickeln - und dann sind sie natürlich auch nur begrenzt lernfähig. Zudem hat PISA etwas höchst Bedenkenswertes zutage gefördert, über das nur sehr laut geschwiegen wird. Deutschland Eltern nehmen sich weltweit am wenigsten Zeit, mit ihren Kindern über das Lernen zu sprechen, sich für Neuigkeiten zu interessieren, nach Fortschritten zu erkundigen, bei Problemen beizuspringen. Das Buch hat nur 95 Seiten, aber jede einzelne ist lesenswert. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich beim Lesen gedacht hab: "Genauso müsste es sein."

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  • Rezension zu "Schluss mit dem Bildungsgerede!" von Michael Felten

    Schluss mit dem Bildungsgerede!

    WinfriedStanzick

    07. February 2012 um 11:31

    Nachdem über viele Jahre hinweg eher die Kritik an den bestehenden Schulverhältnissen, den Lehrern und der Kultusbürokratie im Vordergrund der öffentlichen Debatte standen, mehren sich nun die Veröffentlichungen ( und, da bin ich sicher, auch die vielen unbekannten Beispiele in der Praxis), in denen optimistisch, praxisnah und zukunftorientiert die Bildungsdebatte jenseits der Diskussion von Strukturfragen und Organisationsproblemen angegangen wird. Schon das letzte Buch des seit 30 Jahren als Gymnasiallehrer tätigen Autors Michael Felten war ein gelungenes Beispiel dafür. In dem 2010 erschienenen Buch „Auf die Lehrer kommt es an“ ging er davon aus, dass es nicht so sehr die Struktur und die Organisation der Schule ist, die den Schulerfolg der Schüler und die Chancengerechtigkeit in der Schule gewährleisten, sondern er befasste sich in seinem Buch mit einem schon den früheren Generationen bekannten, von jedem ehemaligen Schüler selbst erlebten und dennoch in der Vergangenheit in der Debatte fast vergessenen und jedenfalls immer weit unterschätzten Kern allen Lernens in der Schule, dem menschlichen Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, das, was er die pädagogische Beziehung nennt. Bernhard Bueb hat in seinen beiden Büchern darauf hingewiesen, Jesper Juul predigt es seit langem auch für Eltern: Führungsfreude, Methodenklarheit und vor allen Dingen Empathie, Einfühlungsfähigkeiten, die unabdingbar sind für den Lehrerberuf. Sein neues hier vorliegendes Buch knüpft daran an. Als „eine Anstiftung zu pädagogischem Eigensinn“ will er seinen Essay verstanden wissen, der sich wiederum an Eltern und Lehrer gleichermaßen richtet. Und er lenkt den gewünschten Eigensinn der Lehrer erneut auf die Beziehung: „Eigensinnig, ja geradezu ein wenig aufständisch wäre also zu sagen: Auf das Beziehungsmäßige kommt es an! Auch Psychologie gehört ins Klassenzimmer, nicht nur der Methodenordner! Und dafür schaffe ich mir Freiräume: mein Feingefühl zu schärfen, ein Bewusstsein zu entwickeln für die eigenen Gefühle beim Unterrichten wie auch die gefühlsmäßige Resonanz auf der Schülerseite. Dann steigen auch die Chancen, dass mein pädagogischer Eros nicht länger in Missverständnissen, Ärger und Überforderung ertrinkt.“ Da redet einer wieder vom pädagogischen Eros, eine Haltung und ein Ethos, der über Lehrplänen, Methoden und allerlei meist schülerfremden Schnick-Schnack, an denen hauptsächlich die Schulverlage verdient haben, in den letzten zwei Jahrzehnten kaum noch Beachtung geschenkt wurde. „Ohne Leitwolf geht es nicht!“, behauptet Felten provokativ und plädiert für mehr Führungsfreude von Lehrern, denn dort hat er eine entscheidende Schwachstelle der pädagogischen Zunft entdeckt: „Das Drama des modernen Lehrers ist, dass er mit seiner Rolle als Erwachsener hadert, dass er glaubt, kein Wegweiser sein zu dürfen, dass er unbewusst von seinen Schülern geliebt werden möchte, dass er insgeheim um deren Wohlwollen buhlt, dass er ein Harmonieproblem hat“. Felten hält dagegen: „Herzliche Strenge in der Schule, das ließe sich ganz unaufgeregt verstehen: nicht als zynische Bestenauslese, sondern als pädagogische Haltung, die Kindern und Jugendlichen vieles zutraut – und ihnen unbeirrt dabei hilft, an Beschwerlichem zu wachsen. Ein guter Lehrer, das ist jemand, der seinen Schüler nicht nur die Hand bietet, sondern auch die Stirn.“ Sich auf die Individualpsychologie Alfred Adlers berufend, geht es Michael Felten darum, dass ein Kind durch seine Schule und durch seinen Lehrer Vertrauen in sich selbst gewinnt. Doch dazu braucht es die Eltern. Ein guter Lehrer muss sie mit ins Boot holen und darf sich dabei nicht scheuen, schwierige Themen anzusprechen: „Man redet viel von Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Familie- aber dies funktioniert nur, wenn jeder seinen Part auch ausfüllt, und ihn nicht dem anderen zuschiebt. Schulen müssten ihrer Elternschaft klarmachen, dass Mütter und Väter vorrangig dazu da sind, ihrem Kind anregende Geborgenheit zu bieten. Und dass sie in Sachen Lernen am besten durch Zweierlei helfen: Indem sie allem Schulischen viel Aufmerksamkeit und Interesse schenken; und indem sie eine bejahende Haltung dazu einnehmen, dass Schule fordert und belastet.“ Dann braucht man auch keine von Felten scharf kritisierten Schulprogramme mehr, außer jenem, dass er am Ende seines für Eltern und Lehrer empfehlenswerten Buches formuliert: Ehrliches Schulprogramm Das ist deine Schule. Hier kannst du entdecken, welche Kräfte in dir stecken, und wie interessant die Welt ist. Deshalb wird bei uns kräftig gearbeitet. Also: Nicht jammern, sondern zupacken! Prüfe alles sorgfältig – und setze dir stets hohe Ziele. Fehler gehören übrigens zum Lernen. Aber alle helfen einander gerne. Nimm` ernst, was die Lehrer sagen- sie wollen dein Bestes. Dann kannst du unheimlich viel aus dir machen.

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