Der Ruf der Stille

von Michael Finkel 
4,0 Sterne bei7 Bewertungen
Der Ruf der Stille
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beyond_redemptions avatar

Leider ganz anders als erwartet, da Knight dem Autoren nur wenige Details seines Lebens im Wald erzählt hat.

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Recht interessant was er alles erlebte und doch ein ganz normaler Konsument, er ist was er in die Finger bekommt und hortet auch Abfall. Hm.

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Inhaltsangabe zu "Der Ruf der Stille"

Sehnsucht nach Stille - wie Christopher Knight 27 Jahre in der Wildnis lebte.
Im Sommer 1986 begibt sich Christopher Knight auf einen Roadtrip von Massachusetts nach Maine und verschwindet dort in den Wäldern. Fast drei Jahrzehnte lang lebt er allein in der Waldwildnis. In einem einfachen Zelt übersteht er die härtesten Winter. Er bricht in entfernte Ferienhäuser ein und versorgt sich dort mit allem, was er zum Leben brauchte - bis er eines Tages gefasst wird. Der Journalist Michael Finkel hat das außergewöhnliche Leben des Chris Knight in einer fesselnden Story dokumentiert. Das tief bewegende Porträt eines Mannes, der sich seinen Traum erfüllte: ein Leben in absoluter Stille.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442159741
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:254 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.03.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    himmelsschlosss avatar
    himmelsschlossvor 3 Monaten
    Ganz interessant!

    Ab und an weiche ich von meinem eigentlichen Lieblingsgenres ab und brauche dann einfach mal etwas anderes, etwas neues ... Also griff ich zu diesem Buch, da der Klappentext interessant klang und es eine wahre Geschichte beinhaltet. Hierbei handelt es sich um einen "klassischen" Aussteigerroman, voller Abenteuer und dem typischen Kampf zu überleben.

    Der Schreibstil ist sachlich und zum Glück recht einfach gehalten. Wenig Fachwörter oder schwierige Begriffe - es war sehr angenehm zu Lesen.

    Viel erfährt man von dem Mann der dieses Leben geführt hatte nicht, zumindest nicht so viel von der Vergangenheit und von dem "Warum" er dieses Leben gewollt hatte... Als ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich gedacht ich würde hier eine "Offenbarung" erfahren warum der Mensch unbedingt ein "Outsider-Leben" führen wollte, weg vom Konsum und dem Zwang, aber leider habe ich es bis zum Ende hin nicht begreifen oder nachvollziehen können. Vielleicht war ich auch nicht offen genug dafür und konnte daher keine Antworten finden? Ich weiß es nicht, aber wirklich schlauer bin ich nicht geworden.

    Dafür waren die Beschreibungen wie er sein Aussteigerleben geführt hat umso interessanter. Wie er überleben konnte ohne Luxusartikel, wie er sich das Essen,Batterien etc. beschaffen hat. Das Buch hat wirklich einige interessante Ansätze gezeigt und konnte mich auch wirklich ans Buch fesseln, einfach weil die Geschichte unglaublich spannend und "andersartig" war. Leider merkt man aber auch, dass das Leben eines Aussteigers nicht so besonders aufgregend ist, daher wurden dort auch einige Erzählungen eingebaut die für mich nicht sonderlich interessant waren und zur Geschichte nicht unbedingt viel beigetragen haben... Aber man musste das Buch ja füllen - zumindest macht dies für mich ab und an den Eindruck.

    Besonders begeistert war ich aber von der Idee mit den Skizzen im Buchumschlag, dort ist u.a. das Lager von ihm abgebildet.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Sachliche Recherche um den „Weltmeister der Einsiedler“ und „Einbrecher“

    Sachliche Recherche um den „Weltmeister der Einsiedler“ und „Einbrecher“

    80 Prozent der Anwohner um den „North Pund“ in Maine herum schwören wohl bis heute Stein und Bein, dass die Geschichte des Christopher Knight „gefaked“ ist, sein muss.

    Denn in quasi Rufweite ihrer Sommerhütten am See, nur einige Gehminuten durch den dichten Walt in einem genial ausgesuchten, nicht einsehbaren und damit bestmöglichen Versteck soll dieser Christopher Night 27 Jahre für sich alleine gelebt haben. Ohne eine nähere Begegnung, ohne überhaupt ein Gespräch mit anderen Menschen. Und ohne dass Suchtrupps über Suchtrupps den Mann und sein Versteck gefunden haben.

    Als man ihn fasst, war er gepflegt, sauber gekleidet und roch nicht abschreckend (im Gegensatz zu z.B. seinem „Schlafzimmer“ in einem Zelt in seinem Versteck.

    Und das bei Eisregen, bei nur 4 Monaten Sommer und langen, bitterkalten Wintern bis zu minus 20 Grad?

    Zudem, nicht nur das Einsiedeln ist es, was die Gemüter in Wallung brachte, als Knight tatsächlich gefasst wurde. Über 1500 Einbrüche schlagen da ebenso zu Buche.

    Nie was wirklich wertvolles, sondern Lebensmittel, Nahrung, Werkzeuge und Batterien über Batterien hat jener „Einbruchskünstler“ in seiner Zeit als Einsiedler aus den Hütten entwendet. Ohne Spuren zu hinterlassen. Ohne Türen oder Fenster nachhaltig zu beschädigen. Und dabei, im Lauf der Zeit, hat der Mann auch gelernt, moderne Überwachungsanlagen auszutricksen.

    Weder die Polizei vor Ort noch einzelne, wagemutige (von denen einer sich 14 Tage am Stück auf die Lauer gelegt hat) konnten des Mannes habhaft werden. Der zudem freundliche Zettel einfach ignorierte, welche die Bewohner an ihre Türen hefteten und auf denen sie baten, eine „Einkaufsliste“ zu hinterlassen. Sie wären bereit gewesen, den Mann zu versorgen, Hauptsache, er bricht nicht mehr ein. Gerade zu Zeiten, in denen die eigene Hütte vielleicht längere Zeit leer stehen sollte.

    Ein Angebot, dass Knight nie annahm. Keine Spuren hinterlassen das eine, vor allem aber keinen Kontakt haben zu wollen, egal in welcher Form, dass das andere Motiv.

    Motive, die Finkel in aller Ruhe (nach einem Start ins Buch, der auch als Thriller durchgegangen wäre) dokumentarisch aufarbeitet. Im Kontakt und Gesprächen mit Knight selbst, in Spurensuche vor Ort, in Überlegungen zu medizinischen Ursachen für dieses Bedürfnis nach völliger Abgeschiedenheit, in kleinen Exkursen zu Traditionen des Einsiedlertums, mit Hinweisen auf die Familiengeschichte und den spontanen Entschluss des damals jungen Mannes.

    Das liest sich ruhig und sachlich gut, es kommt aber auch hier und da das Gefühl, auf, dass deswegen so ausführlich und in die einzelnen Randthemen eingehend geschrieben wird, weil die Christopher Knight selbst und das, was er erlebte, nicht unbedingt ein ganzes Buch gefüllt hätte.

    Natürlich finden sich starke Szenen, Wenn Finkel beschreit, wie es Knight gelang, sich völlig spurenlos fortzubewegen. Wie ausgeklügelt das Lebenssystem gerade im Winter war, Nächte mit hohen Minusgraden über Wochen hin zu überleben. Und wie das mit dem Hunger im Winter ist, denn wenn Schnee liegt, dann wären Spuren nicht zu vermeiden gewesen.

    Ansonsten aber jemanden zu beschreiben in seinen Tagesabläufen, der vor allem liest, Radio hört oder einfach still dasitzt. Der keine spirituelle Ebene bedient (wie Eremiten üblicherweise im Lauf der Geschichte immer wieder in sich trugen), das ist letztendlich wenig direkter Stoff. Zudem Knight das alles als Selbstverständlichkeit betrachtete und damit auch dem Leser keine „Besonderheiten“ außer den nackten Fakten von 27 Jahren im Wald zu leben liefert.

    Dennoch eine Lektüre, die den Wert der Stille und Ruhe, die Folgen von immer mehr Lärm für einen Organismus, der sich in der Natur entwickelt hat, präzise benennt und damit während der Lektüre immer wieder interessante und nachdenkenswerte Informationen vermittelt.

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    SusanDs avatar
    SusanDvor einem Jahr
    Warum bricht ein junger Mann aus dem Leben aus?

    Als gerade einmal 20jähriger bricht der junge Chris Knight sein geordnetes Leben ab, lässt seinen neuen Wagen stehen und lebt fortan in den Wäldern von Maine. 27 Jahre lang lebt er von den Lebensmitteln und anderen für ihn überlebenswichtigen Dingen (wie Batterien, Uhren, Büchern, Schlafsäcken, aber auch einer Matratze, einem Kocher usw.), die er sich in den naheliegenden leerstehenden Sommerhäusern zusammenklaut. Obwohl die Zivilisation nahe ist, kommuniziert er mit keinem Menschen mehr und lebt alleine in der Stille des Waldes, wo er extremen Wintern trotzt.

    Als er schließlich – nach mehreren Hundert Einbrüchen – verhaftet wird, stürzen sich die Medien auf seinen Fall und die Meinungen der Bevölkerung sind konträr. Auch der Journalist Michael Finkel versucht Kontakt zu ihm aufzunehmen und versucht, in etlichen Briefen und Gesprächen mit Häftling, seine Beweggründe und sein Leben nachzuzeichnen und zu analysieren. Dazu zieht er zahlreiche Gutachten über Chris Knight als auch allgemeine Ausführungen über die Psychologie von Autisten und Eremiten heran, um Motive und Erklärungen zu finden.

    Obwohl dem Buch keine spannende Handlung zugrunde liegt und durch die Verhaftung zu Beginn der Höhepunkt quasi vorweggenommen ist, habe ich mich beim Lesen überhaupt nicht gelangweilt, sondern jede einzelne Seite mit großem Interesse gelesen. Meiner anfänglichen Skepsis wurde aufs Angenehmste widersprochen. Die herangezogenen Psychologischen Ausführungen sind kurz gehalten und auch für den Laien klar verständlich. Auch oder gerade die Nüchternheit, mit der Finkel über diese außergewöhnliche Geschichte schreibt, ermöglicht ein tiefes Eintauchen in die Geschehnisse.

    Sehr gut gefallen hat mir, dass der Autor nirgends wertend auftritt, sondern dem Leser überlassen bleibt, sein eigenes Urteil über den modernen Eremiten zu bilden: Chris Knight ist sicher eine sehr ungewöhnliche Persönlichkeit, der sich Höchstleistungen abverlangt hat; und dennoch hat er sein Leben nur auf Kosten anderer leben können und war keineswegs autark, wenn auch ein Einzelgänger. So lassen sich auch Parallelen zur eigenen Welt und Bekannten ziehen.

    Mich hat das Buch schnell in seinen Bann geschlagen und ich kann es nur empfehlen.



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    beyond_redemptions avatar
    beyond_redemptionvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Leider ganz anders als erwartet, da Knight dem Autoren nur wenige Details seines Lebens im Wald erzählt hat.
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    Naturchinds avatar
    Naturchindvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Recht interessant was er alles erlebte und doch ein ganz normaler Konsument, er ist was er in die Finger bekommt und hortet auch Abfall. Hm.
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    To-ma-tos avatar
    To-ma-tovor 6 Monaten
    F
    FHummervor 7 Monaten

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