Michael Freeman Der fotografische Blick

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Inhaltsangabe zu „Der fotografische Blick“ von Michael Freeman

" …wie ein Bild aufgebaut ist, woraus ein Bild besteht, wie die Formen zueinander stehen, wie die Räume gefüllt werden, wie das Ganze zu einer Einheit wird." PAUL STRAND Philosophische, lyrische, manchmal sogar obskure Kommentare über die Entstehung und die Bedeutung von Fotos hören und lesen wir ständig - meist von Menschen, die mit Fotografie rein gar nichts am Hut haben. Nichts gegen die Ansichten von Außenstehenden; oftmals gewinnen wir durch solche distanzierten Aussagen neue Ansichten und wertvolle Erkenntnisse. Roland Barthes hat die ihm eigene Unwissenheit in Sachen fotografische Prozesse ("Ich könnte dieser Truppe niemals angehören ... Fotografie aus dem Blickwinkel des Fotografen") als Vorteil für die Untersuchung der Thematik genutzt ("Ich startete meine Anfragen mit nicht mehr als einer Handvoll Fotografien. Jenen Fotografien, von denen ich sicher war, dass sie für mich Bestand hatten. Das hat nichts mit einer Sammlung zu tun ..."). Dieses Buch will anders sein. Anders, indem es den tatsächlichen Prozess des Fotografierens untersucht und beleuchtet. Ich würde es als Buch aus dem Blickwinkel eines Insiders bezeichnen, da ich auf die Erfahrungen von Fotografen - mich selbst eingeschlossen - während des Auslösens eingehe. Ein großer Teil beschäftigt sich mit dem Vorgang, ein Foto zu machen, dessen Inhalt sich dem Betrachter erst später im Endresultat erschließt. Natürlich schließt dies nicht aus, dass Kunstkritiker und Historiker ihre eigenen Interpretationen anstellen werden, was durchaus interessant sein kann, jedoch in keinster Weise mit den Intentionen des Fotografen übereinstimmen muss. Ich will versuchen, Ihnen zu zeigen, wie Fotografen ihre Werke komponieren - je nach ihrer Stimmung, ihrer Fähigkeiten und ihrer Intention. Ich will Ihnen zeigen, wie Sie ein Bild im Sucher organisieren können, und wie Sie diese Organisation stets verbessern können. Die wichtigsten Entscheidungen in der analogen und digitalen Fotografie haben ganz grundlegend mit dem Foto selbst zu tun: die Gründe, warum man ein Motiv verewigen will, und die Art, wie das Bild am Ende aussieht. Die ganze Technik dahinter ist zwar von großer Bedeutung, kann ihnen jedoch im besten Fall dabei helfen, ihre Ideen zu realisieren. Fotografen pflegen stets eine komplexe Verbundenheit zu ihrem Equipment. Von so genannten "Gadgets", also hochinteressanten Spielzeugen, geht gewiss eine große Faszination aus. Doch Ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen weit über die simple Mechanik einer Kamera hinaus. Die richtige Balance in diesem Konflikt ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Fotografie. Nichtsdestotrotz gibt es nur wenige publizistische Ansätze, welche die Bildkomposition über die rein technischen Aspekte zu stellen. Dabei ist die Komposition ein reichhaltiges und herausforderndes Thema, das oftmals nur trivialisiert oder erst gar nicht behandelt wird. Die meisten Menschen versuchen die Kamera zu beherrschen, wobei sie ihre eigenen Ideen ignorieren. Sie fotografieren intuitiv, ohne darüber nachzudenken, warum sie bestimmte Motive verewigen wollen. Jeder, der es auf diese Weise richtig macht, ist ein Naturtalent. Doch das Wissen über bestimmte Kompositionen oder Farbkombinationen kommt jedem Fotografen zu Gute. Intuitive Fotografie liegt in der Einfachheit des Prozesses begründet. Ob ein Motiv nach langwieriger Planung oder spontan erfasst wird, ist egal - nach dem Drücken des Auslösers ist das Foto vorhanden. Deshalb können Fotos ohne jegliches Nachdenken gemacht werden, was gängige Praxis ist. Johannes Itten, der große Bauhaus-Vordenker im Deutschland der Zwanziger Jahre, hat seine Schüler zum Thema "Farbe in der Kunst" wissen lassen: "Wenn ihr Unwissenden in der Lage seid, farbliche Meisterwerke zu erschaffen, dann liegt dies in eurer Unwissenheit begründet. Doch wenn ihr nicht in der Lage seid, aus eurer Unwissenheit heraus solche Meisterwerke zu gestalten, dann müsst ihr Wissen erwerben." Das trifft für Kunst im Allgemeinen und Fotografie im Speziellen zu. Sie können sich entweder auf Ihr Naturtalent oder auf solides Wissen über Design-Prinzipien verlassen. Während die Lehre über das Design in anderen Kunstgattungen einen großen Stellenwert einnimmt, wird es bei der Fotografie oft sträflich vernachlässigt. Der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie wird meiner Meinung nach die Design-Aspekte wieder ins rechte Licht rücken. Da ein großer Teil des Workflows zwischen dem Auslösen und dem fertigen Bild am eigenen Computer stattfindet und somit in den Händen des Fotografen liegt, nehmen sich die Fotografen wieder mehr Zeit, einen tieferen Blick auf ihre Motive und Kompositionen zu werfen. Die digitale Nachbearbeitung gibt dem Fotografen die volle Kontrolle über seine Bilder zurück. Allein diese weit reichenden Möglichkeiten zur Nachbearbeitung veranlassen den modernen Digitalfotografen dazu, sich schon vor dem Druck auf den Auslöser ernsthafte Gedanken über Motiv und Komposition zu machen.

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