Michael Gradias

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Interview mit Michael Gradias

Interview mit Michael Gradias rund ums Thema Fotografie // Mai 2011 zwischen dem Autor und LovelyBooks geführt

1)Wie lange fotografierst du bereits?

Seit ich ein kleines Kind war (etwa mit 7- oder 8 Jahren). Es war im Nachhinein gesehen schon etwas lustig. Weil mein Vater gerne fotografierte (aber es nicht so recht konnte), gab er mir immer mal wieder seine Spiegelreflexkamera, eine Voigtländer Bessamatic, mit kurzen Einweisungen zum Fotografieren - und ich verstand das Prinzip sehr schnell recht gut. Da ihm meine Bilder gut gefallen haben, durfte ich dann immer öfter mit seiner Kamera fotografieren und nutzte das auch aus.

2)Was hat dich dazu bewegt?

S. o. Ich war schon als etwa 12jähriger gleich "Profi"- mit der ersten eigenen Kamera, die ich von meinen Eltern geschenkt bekam (eine etwa 20 DM teure Agfa Clack, die 6 x 9 cm große Bilder erstellte), fotografierte ich die Rennautos bei Autoslalom-Veranstaltungen, (an denen meine Eltern damals regelmäßig teilnahmen. Die waren um 1970 rum "Hipp"). Am nächsten Wochenenden habe ich die Bilder an die Fahrer der Autos verkauft. So hatte ich ein schönes zusätzliches Taschengeld schon als kleiner Knirps.

3)Welcher Fotograf inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ehrlich gesagt, niemand, weil ich einen sehr eigenen Stil habe und immer haben wollte. Daher habe ich nicht so sehr auf andere Fotografen geschaut. Ich wollte mich immer gerne selbst weiterentwickeln und tue das noch immer.

4)Welches ist dein bevorzugtes Genre und warum bevorzugst du dieses?

Am meisten liebe ich die Fotografie im Nah- und Makrobereich, weil ich dort Dinge auf den Fotos sehen kann, die einem normalerweise mit bloßem Auge verborgen bleiben. Das fasziniert mich immer wieder. Man erlebt eine ganz andere Welt dabei und sieht, wie viel Perfektion und Schönheit es in der Natur gibt, die man schnell übersehen kann. Das bereitet ebenso viel Freude, wie das "in der Natur sein" an sich.

5)Und wie kamst du von der Fotografie zum Schreiben?

Das war sozusagen ein "Gang der Dinge". Ich war schon lange ein "Schreiberling" (seit 1997) und habe bei meinen Büchern über Computerprogramme (wie etwa Photoshop und Corel Draw) immer wieder meine eigenen Fotos für die Beispiele verwendet, weil ich ja ständig nebenher fotografiert habe. Das blieb auch meinem Verlag nicht verborgen. Als dann die Nachfrage nach Handbüchern zu Kameramodellen stieg, lag die Anfrage meines Verlages 2005 nahe, ob ich dabei einsteigen möchte. Das "Ja" fiel mir sehr leicht - es war schon länger wegen meines Hobbys "Fotografie" ein Lebenstraum von mir, über Fotothemen Bücher zu schreiben. Das ging dann wegen ständig steigender Verkaufszahlen meiner Bücher immer weiter voran – glücklicherweise bis heute.

6)Seit wann schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Mein erstes Buch (über das Vektorgrafikprogramm Corel Draw 6/7) erschien 1997. Es war eher eine "Notgeburt", weil in meinem damaligen Arbeitsbereich als Grafikdesigner (3D-Animationsfilme für wissenschaftliche Themen) die Auftragslage nicht mehr sehr gut war. Nachdem meine Leser das erste Buch sehr gut annahmen, folgten immer weitere Aufträge. Das führte dazu, dass ich seitdem ausschließlich vom Schreiben von Fachbüchern und -artikeln lebe.

7)Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich beobachte den Markt recht genau und schaue, welche Themen die Leser interessieren. Außerdem berücksichtige ich, was ich für Rückmeldungen von meinen Lesern erhalte. Daraus entstehen dann immer wieder die Ideen für neue Bücher.

8)Wie beurteilst Du den derzeitigen Kameramarkt?

Ein wenig bin ich besorgt, weil es inzwischen viel zu sehr um die Technik geht. Die Werbung möchte den Kunden suggerieren, dass die Kameras gute Bilder machen würden. Dabei machen nicht die Kameras die Bilder, sondern der Fotograf. Das war von 50 Jahren so, und das wird auch in 50 Jahren so sein.

10)Wann und was liest Du selbst?

Das ist ein Problem für mich. Ich habe keinerlei Schwierigkeiten damit, über 41.000 leere Seiten mit sinnvollen Texten zu füllen (so viele Seiten habe ich inzwischen für meine vielen Bücher geschrieben – die ganzen Zeitschriften-Artikel habe ich mal nicht mitgezählt) – aber mit dem Lesen hapert es ganz doll. Ich habe einfach nicht die Geduld, um ein Buch fertig zu lesen. Ok – ich habe so ein Geheimnis preisgegeben. Aber ich habe mir viele hochinterssante Bücher gekauft, die ich wirklich sehr gerne lesen wollte. Helmut Schmidts Biografie ebenso wie die von Goethe (Dichtung und Wahrheit), die mich brennend interessiert haben. Aber nach 40 oder 50 Seiten ist mir leider die Geduld ausgegangen – wie bei allen anderen Büchern auch. In meiner Jugend habe ich alle Karl May-Bände komplett verschlungen, später die von Johannes Mario Simmel auch. Aber seitdem ist das letzte Buch, das ich geschafft habe vor etwa zwei Jahren wirklich komplett zu lesen, Anselm Grüns Buch der Antworten. Ich mag den Mann wegen seiner "einfachen Weisheit" sehr gerne.

9)Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

In all meinen Büchern gebe ich meine E-Mail-Adresse und meine Webseiten-Adressen an. Inzwischen ist meine Webseite www.gradias.de auch vielen Lesern bekannt und sie informieren sich dort. So erhalte ich ständig diverse E-Mails mit Anfragen und gelegentlich auch Anrufe. Ich beantworte meinen Lesern alle Ihre Fragen immer wieder gerne – nicht zuletzt, weil ich daraus Rückschlüsse für meine weitere Arbeit ziehen kann.

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