Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde

von Michael Greenberg 
3,4 Sterne bei28 Bewertungen
Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde
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Kajimes avatar

Der Schreibstil des Autors ist irgendwie poetisch, was das Buch zu etwas ganz Besonderem macht.

Nimmt dem Schreckgespenst "Psychose" den Schrecken und gibt Hoffnung.

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Inhaltsangabe zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde"

Reise in die Tiefen der Seele
Michael Greenberg ist Schriftsteller und führt ein mehr oder weniger geordnetes Leben in New York. Doch dann wird seine Tochter krank – und alles ändert sich.
Ein heißer Tag in Manhattan. Michael Greenberg sieht, dass ein Polizeiauto vor seinem Wohnhaus parkt. Was er erst später erfährt: Oben sind zwei Polizisten damit beschäftigt, seine von Visionen geschüttelte Tochter zu beruhigen. Dies ist der Beginn eines langen Weges, den er zu gehen hat, um sein Kind in die Wirklichkeit zurückzuholen. »Ich habe das Gefühl zu reisen, aber ohne Möglichkeit zur Umkehr«, sagt Sally. Ihr Vater folgt ihr auf dieser »Reise«, die sie unter anderem durch die Psychiatrie führt, hin zu einem halbwegs »normalen« Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423346337
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.02.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.03.2009 bei Lagato Verlag erschienen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nimmt dem Schreckgespenst "Psychose" den Schrecken und gibt Hoffnung.
    Schreckgespenst "Psychose"

    Der Literatur würden erstaunliche Werke fehlen, wenn es die Psychose nicht gebe. Der menschliche Geist ist ein Phänomen, dessen Erkundung mich seit langem fasziniert. Er ist Quelle der Inspiration, aber auch des unendlichen Leidens.

    In "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" beschreibt Michael Greenberg wie seine Tochter im Alter von 15 Jahren eine akute Psychose erleidet und in einer Klinik psychatrisch behandelt wird. Immer stehen die Fragen im Raum: Wo ist die wahre Sally hin? Wann kehrt sie zurück? Kehrt sie überhaupt jemals zurück?

    Um die psychische Krankheit von Sally entspinnt sich eine ganze Familiengeschichte. Sie ist nicht die Einzige in der Familie, der der "normale" Menschenverstand abhanden gekommen ist. So berichtet Michael von seinem Bruder Steve, den er regelmäßig besucht und mit Essen versorgt.

    "Eine geistige Erkrankungen wird an den verschrobenen Gedanken des Patienten erkannt." (S. 129)

    Hm, was sind verschrobene Gedanken? Die Gedanken, welche Sally in ihrer Manie äußert, wirken eher weitsichtig und intelligent. Allein der Größenwahn, das Gefühl auserwählt zu sein und die totale ICH-Bezogenheit deuten auf einen unkontrollierbaren und gefährlichen Prozess hin.

    Die Geschichte von Sally hilft verstehen. Sie zeigt auf, dass der Betroffene nicht einfach abdreht, sondern durchaus spürt, dass etwas nicht stimmt und auch Möglichkeiten hat, dagegen zu wirken. Das gibt Hoffnung. Sehr wertvoller Lesestoff!        

    Kommentare: 1
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    Ay73s avatar
    Ay73vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr authentisch...
    Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde

    Der Autor schreibt über seine Tochter Sally. Mit 15 Jahren wird Sally in die geschlossene Psychiatrie gebracht.. nachdem sie eine Manischen Schub hatte. Sie las und kritzelte kleine Bemerkungen zu Shakespeare und hörte Bach oder Beethoven.. waren das die Vorzeichen, das sie manisch gestört ist? Der Vater versucht die Krankheit zu verstehen aber auch seine Tochter und ist verzweifelt, weil er ihr nicht richtig helfen kann. in der Psychiatrie und danach in der Therapie gelingt es Sally sich mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen und begreifen wie man mit ihr Leben kann. Auch der Vater muss dies lernen... ein Tatsachen-Roman der liebevoll erzählt wird.

    Kommentare: 1
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    Dani1046s avatar
    Dani1046vor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Ein poetischer, beinahe zärtlicher und vor allem eindringlicher Bericht eines Vaters, der verzweifelt und hoffnungslos mit ansehen muss, wie seine Tochter urplötzlich an manischer Depression erkrankt.
    Verständnislos und verzweifelt versucht Michael Greenberg, die Hintergründe dieser Krankheit zu begreifen und gibt allen Angehörigen depressiver Menschen mit seiner Geschichte Mut und Hoffnung.
    Das Buch ist tief beeindruckend in seinem nachdrücklichen Versuch, die Mitwelt über die Folgen und notwendigen Maßnahmen bei der Hilfe für psychisch kranke Angehörige zu informieren. Es handelt sich nicht um ein Sachbuch sondern um den Erfahrungsbericht eines betroffenen Schriftstellers. Die literarische Verarbeitung dieser Erlebnisse ist äußerst gelungen.

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    Glitteraturs avatar
    Glitteraturvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Wahnsinn, allzu menschlich
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    Ist der englische Originaltitel "Hurry Down Sunshine" zwar ungleich schöner, so verrät doch die prosaische Übersetzung ins Deutsche bereits auf dem Cover, um was es in vorliegendem Buch geht: den Wahnsinn in der eigenen Familie. Diese Konstellation mag den großen Erfolg von Michael Greenbergs Buch begründen, bringt sie doch die Thematik der psychischen Erkrankung mit der autobiographischen Erzählform zusammen. Aus der abendländischen Kultur ist die Beschäftigung mit der Spaltung der Seele nicht wegzudenken und hat vom "Don Quijote"über Poes Erzählungen bis zu Romanen des 20. Jahrhunderts, wie Musils "Mann ohne Eigenschaften", zahlreiche Werke der Weltliteratur beeinflusst. Dennoch polarisiert das Phänomen des wahnhaften Realitätsverlusts bis heute unsere Gesellschaft. Wer im wahren Leben mit dem Wort "verrückt" belegt wird, wird meist aus der Mitte der Gemeinschaft gerückt.
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    All die Aspekte des Wahnsinns, von seiner ästhetischen bis hin zu seiner sozialen Dimension, beschreibt der New Yorker Journalist und Schriftsteller Michael Greenberg und verdichtet sie in einem engen Zeitrahmen. Greenbergs Bericht zeichnet den Sommer nach, in dem seine Tochter Sally mit 15 Jahren zum ersten Mal einen psychotischen Schub durchlebt. Gebannt beobachtet der Vater wie seiner halbwüchsigen Tochter plötzlich Gedanken "zufliegen, wie Vögel zum Fenster hereinfliegen." Der durch die Psychose ausgelöste Gedankenstrom äußert sich zunächst in einer bizarren Sprache, die Sally in Gedichten einfängt: "Und wenn alles still sein müsste, versengt dein Feuer einen Fluss aus Schlaf. Weshalb, Liebster, soll der große Höllenatem küssen, was du siehst?" Die Kehrseite dieser Hinwendung zu einer poetischeren Welt, deren Bann auch der Leser spürt, ist der Verlust der Realität. Sally sieht sich selbst als Prophetin einer geheimen Botschaft und deutet Zufälle als Zeichen.
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    Tabletten und Tabus
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    Die graue Wirklichkeit in der Psychiatrie und die Wirkungen der Tabletten lösen schließlich ihre Euphorie ab. Mit der Diagnose der Manischen Depression rücken für die Angehörigen die Fragen nach der eigenen Mitschuld in den Vordergrund: "Augenscheinlich sind wir in beiden Anklagepunkten schuldig: Erbanlagen und Erziehung", notiert Greenberg. Die Identifikation mit der eigenen Tochter führt so weit, dass der Vater deren Psychopharmaka in einem Selbstexperiment an sich ausprobiert. Der emotionalen Nähe steht die sprachliche Distanz gegenüber, mit der die Familiengehörigen die Krankheit als gesellschaftliches Tabu wahrnehmen, das es wie einen Fluch zu bannen gilt: "Wie müssen dafür sorgen, dass die Sache nicht nach außen dringt."
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    Geht Greenberg in der Beschreibung der Spannung zwischen Irritation und Faszination sowie Individuum und Gesellschaft noch am ehesten in die Tiefe, bleibt die Aufarbeitung anderer Aspekte oberflächlich. So gelingt es dem Autor nicht, die Entwicklung der psychischen Krankheit seines Bruders und die Geschichte der eigenen Familie in eine überzeugende Relation zum aktuellen Geschehen zu setzen. Hier bleibt Greenberg meist auf Dialogebene stehen. Auch die Zitate aus autobiographischen Schilderungen manisch-depressiver Schriftsteller erweitern die Perspektive nicht. Stattdessen machen sie die zeitliche Distanz des später verfassten Berichtes spürbar. Die Unmittelbarkeit des im Präsens geschilderten Geschehens, das den Beginn des Berichts so eindrücklich wirken lässt, wird durch diese Einschübe abgeschwächt.
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    Wirklich ärgerlich ist jedoch, dass im Verlauf der Erzählung für die Handlung unwichtige Reflektionen um die eigene Person des Autors zunehmen. Die erotischen Phantasien des Vaters, die um die Psychiaterin der Tochter kreisen, mögen menschlich sein, wirken jedoch fehl am Platz. Schön ist dagegen, wie beiläufig ein Soziogramm der Nachbarschaft entsteht, das sich aus wenigen Beobachtungen speist und trotzdem stellenweise poetisch wirkt. Zusammen mit den auratischen Sätzen, mit denen Greenberg seine entrückte Tochter zitiert, wirkt hier der autobiographische Bericht im besten Sinne literarisch.
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    Betroffenheit, wohl dosiert
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    Dem Autor gelingt es in seinem Buch anfänglich, das Erleben einer Psychose in der eigenen Familie einem breiten Publikum nahe zu bringen, gerade weil sein Bericht nicht vollkommen verstört. Das ist dem Blickwinkel des Vaters geschuldet, dessen Beobachtungen zwischen absoluter Nähe und Distanz oszillieren. Dazu trägt ebenso die verständliche Schreibweise bei, die stellenweise fast eingängig wirkt. Auch wenn man insgesamt eine größere Tiefe in der Darstellung vermisst, ist es doch angenehm, dass hier die Kategorie der "wahren Geschichte" nicht wie sonst oft einen kitschigen Betroffenheitsstil nach sich zieht. Es ist Schade, dass die zuerst geweckte Empathie des Lesers für das Leiden und die Faszination an einer so anderen Sichtweise der Welt, nicht weiter vertieft, sondern durch erzählerische Exkurse abgelenkt wird.

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    Bücherwahnsinns avatar
    Bücherwahnsinnvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Über das Buch
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    Michael Greenberg ist geschieden, hat aber eine neue Liebe die er auch wieder geheiratet hat und eine 15 jährige Tochter. Sie sind glücklich, auch wenn es für Sally nicht ganz einfach ist, denn sie ist lernbehindert, aber nichts deutet darauf hin was im Sommer 1996 passiert. Praktisch auf einen Tag zum anderen bricht die Welt wie sie war für alle auseinander, denn Sally rastet aus, wird verrückt. Ohnd ohne zu wissen ob sie das richtige tun weisen sie Selly in eine Psychiatrische Klinik ein, wo dann der wahre Grund ans Licht kommt. Die Diagnose fällt... Bipolare - Störung I. Früher nannte man diese Störung Manische Depression.
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    Erster Satz:
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    ..... Am 5. Juli 1996 wurde meine Tochter verrückt.
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    Meine Meinung
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    Titel und Cover:
    Der Titel passt, aber ich mag das Wort Verrückt nicht so gerne, denn es ist doch sehr von Vorurteilen überschattet und vor allem Klischees. Ausser man liest es wie ich und andere "Ver- rückt" Etwas ist nicht mehr da wo es sein soll, es ist ver-rückt, oder ein Weltbild kann auch ver-rück werden geaus so wie der Verstand oder die Seele. Da gefällt mir der englische Originaltitel wesentlich besser "Hurry down Sunshine" Aber das Cover find ich einfach schön.
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    Schreibstil:
    Michael Greenberg ist zwar Schriftsteller aber hier geht es nicht im Schreibkunst sondern einfach um ein Bericht über sein Erleben und Erfahren in dieser schweren Zeit. Also er schreibt wie er grade denkt, wie man halt mit einander redet. Und es ist eben kein Medizinischer Bericht, alles was man liest versteht man auch, soweit man das bei so einer Störung kann. Also kein Fachchinesisch oder so.
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    Der Bericht:
    Der Autor beschreibt grade mal eine Zeit von 4 Monaten. Von dem Tag an als Selly ihren ersten richtigen und so auch erkannten Schub einer Manie durchmacht. Es geht nicht nur darum was seine Tochter durch macht, sondern vor allem wie er das erlebt. Aus der Sicht eines "gesunden" und vor allem Vater. Er erzählt welche Gedanken, Vorwürfe und Schuldgefühle in ihm kämpfen. War er Schuld an dem ganzen? Hat er sie zu sehr verwöhnt, hat er sie einmal zu streng behandelt, hätteer es anders machen sollen oder was war sonst der Auslöser, kann man überhaupt was dafür und wenn ja, wie findet man raus was denn falsch gelaufen ist.... Er erzählt auch das er angst hatte das falsch zu tun als er sie in der Klinik "abgeliefert" hat, sie weg sperren liess. War das nicht falsch? All die polaritären Emotionen und Gedanken versucht er hier auf zu zeigen. Doch all das ist eine Luxusfrage, denn als erstes gilt, Sally wieder in die wirkliche Welt zurück zu holen. Und vor allem stabil zu halten. Michael Greenberg versucht auch aufzuzeigen wie die Vortschritte ablaufen, auch wenn sie noch so "klein" sein mögen, aber alles hat eben seine Zeit und eine Forsierung schadet mehr als das sie hilf...
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    Personen:
    Sally, ein wirklich aufgestelltes und fröhliches Kind, zwar mit einer Lernbehinderung aber dennoch glücklich lebend beim Vater und ihrer Stiefmutter.
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    Michael Greenberg ist ein liebender Vater, aufmerksam und soweit erfolgreich in seinem Job, bis eben das mit Selly passiert. Auch er hätte nicht gedacht wie sehr ihn das "ver-rückt" sein seiner Tochter in selber ver-rückt.
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    Pat, die Ehefrau und Stiefmutter, die Selly über alles liebt wird ebenso in einen Abgrund gezogen der sie aber nicht ganz so aus dem Leben reisst wie die beiden anderen, denn sie geht ihrem Beruf als Tänzerin nach und verarbeitet die ganze Sache in einem Tanztheater...
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    Sallys Mutter und Bruder, sind zwar ebenfalls ein Teil des Lebens wenn auch nur noch am Rande, denn beide leben sie etwas weiter weg und man sieht sich nicht so oft. Doch beide kommen und angagieren sich und helfen so auch zur Genesung bei.
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    Mein FAZIT: ein wirklich ergreifendes Buch, dessen Erfahrungsbericht wirklich berührt, denn als Eltern kann man sich wirklich gut in die Rolle des Vaters hinein versetzen. Absolut empfehlenswert!!

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    Ailiss avatar
    Ailisvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Michael Greenberg ist Journalist und Schriftsteller, doch das ist für dieses Buch im Grunde unerheblich. Hier geht es nicht um professionelles und kalkuliertes Schreiben, hier geht es um einen Vater, der mit anschauen muss, wie seine Tochter im Alter von 15 Jahren dem Wahnsinn verfällt. Das Wort Wahnsinn mag manchen nun hart, unsachlich und unprofessionell vorkommen, doch Greenberg selbst benutzt es auch, ebenso wie verrückt. Denn diesen Eindruck machte seine Tochter auf ihn, an diesem verhängnisvollen Tag im Juli 1996. An diesem Tag wurde eine wütende und aufgebrachte Sally von der Polizei nach Hause gebracht, nachdem sie in der Öffentlichkeit auffällig geworden war: sie hatte geschrien, wirres Zeug geredet und hatte Passanten gestoppt und ihnen unter heftigem Durchschütteln zu erklären versucht, dass sie mit ihrer Kindheit auch ihre Genialität verloren hätten. Am Abend des nächsten Tages bringen Michael und seine Frau Pat Sally in die Klinik und was sie nicht wahrhaben wollen wird Gewissheit: Sally leidet unter eine akuten Psychose. Die niederschmetternde Diagnose: Bipolar-I-Störung, früher bekannt unter manischer Depression.
    Greenberg schildert sehr ehrlich, was diese Diagnose aus ihrem gemeinsamen Leben gemacht hat, er scheut sich auch nicht Szenen seiner Ehe zu schildern, die mir persönlich einen zu großen Seelenstriptease dargestellt hätten. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Informationen zu Sallys Krankheit gewünscht oder auch mehr über den weiteren Verlauf, doch dies ist eben kein Sachbuch, in dem ein klinischer Fall geschildert wird, sondern es sind die persönlichen Erinnerungen eines Vaters, der gemeinsam mit seiner Tochter und seiner Frau einen harten Kampf zu bestehen hatte und immer noch hat.
    Ein sehr bewegendes Buch, beeindruckend in seiner entwaffnenden Offenheit und wert, gelesen zu werden.

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    varietyvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Eine Lektüre, die einen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt: Der Vater Michael Greenberg muss seine Tochter Sally in die psychiatrische Klinik einweisen, nachdem sie einen Schub manischer Depression erlitten hat. Wie er mit dieser Krankheit und seiner ihm teilweise fremd gewordenen Tochter umgeht, ist faszinierend und gleichzeitig emotional stark berührend beschrieben. Glücklicherweise hält er sich an die Realität, so dass das Ende nicht hollywoodmässig daherkommen muss. Im Nachwort fasst er die Zeit nach dem tragischen Sommer - welcher den Inhalt des Buches darstellt - kurz zusammen.

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    Babschas avatar
    Babschavor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Wie fühlt es sich an, wenn man als Vater zweier Kinder miterleben muss, wie der Sohn sich ganz normal entwickelt, die Tochter aber von klein auf unter massiven inneren Spannungen und Unruhe leidet und in ihrer eigenen Welt in permanenter Konfrontation mit ihrer Familie und Umwelt lebt?

    Was empfindet man, wenn dieses Mädchen gerade 15-jährig von jetzt auf gleich vollends den Kontakt zur Realität verliert, sich plötzlich für ein Genie hält, ihre Mitmenschen mit ihren Eingebungen bedrängt und belehrt, nicht mehr ansprechbar ist und sich dem fließenden Großstadtverkehr auf der Straße entgegen wirft und meint, diesen kraft ihres Geistes stoppen zu können?

    Wie ist einem zumute, wenn nach der Einweisung in die Psychiatrie und tagelangem verzweifelten Warten die Ärzte eine akute manische Depression mit Wahnvorstellungen diagnostizieren, der man nur durch Verabreichung hochdosierter Medikamente begegnen kann, um das „rasende Gehirn“ zu beruhigen?

    Wie ist es auszuhalten, wenn damit der zwischenmenschliche Kontakt zur eigenen Tochter abreißt, da sich diese in eine Welt zurückgezogen hat, zu der kein Zugang besteht?

    Auf diese Fragen versucht der amerikanische Autor in seinem Buch, das die authentische Geschichte seiner Tochter Sally erzählt, bestmöglich Antworten zu geben. Er lässt den Leser teil haben an seinem Entsetzen und seiner Hilflosigkeit bei ihrer Einweisung und den Wochen danach, an den automatisch folgenden Selbstvorwürfen und –zweifeln, an der Angst vor einer offensichtlich nicht ganz zu Unrecht vermuteten genetischen Disposition in seiner Familie als möglicher Ursache, aber auch an seinen Schwierigkeiten, neben dem allem auch noch sein eigenes Leben incl. finanzieller Existenzsicherung auf die Reihe zu kriegen.

    Geschickt, sehr offen und durchgängig interessant (da authentisch) verknüpft Greenberg in seinem Buch den Bericht über die Krankheitsgeschichte seiner Tochter mit Rückblenden zu seiner eigenen harten Lebensgeschichte in einer New Yorker Einwandererfamilie wie auch dem komplizierten Beziehungsgeflecht zu seiner geschiedenen und seiner heutigen Ehefrau. So bekommt der Leser ein gutes Gespür für die wahrhaft nicht einfachen Lebensumstände des Mannes.


    Wichtig und berührend auch der Epilog des Buches, der zu guter Letzt den Fortgang von Sallys Lebens- und Leidensgeschichte in den Folgejahren berichtet.
    Ein insgesamt sehr persönliches, lesenswertes Werk über das tragische Schicksal einer jungen Frau in seiner Wechselwirkung mit der Umwelt und der –zum Glück vorhandenen- Familie.

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    papalagivor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Der Schriftsteller M. Greenberg erzählt die wahre Geschichte, als er mit seiner 15-jährige Tochter in die Psychiatrie gehen muss. Was das für die Familie bedeutet, wie seine Tochter Sally damit klar kommt oder eben nicht. Er zeigt genau, was die Medikamente aus Sally machen und erst nachdem er selber - nur die Halbe Tagesdosis - der Tabletten einnimmt, kann er verstehen, wie sich Sally gelähmt fühlt, nicht im Stande, einen neuen Tag in Angriff zu nehmenJ jede Tätigkeit bringt ihn zur totalen Erschöpfung, er hat keine Kraft, kann keinen klaren Gedanken fassen, sich überhaupt nicht konzentrieren. Es ist ein langer Weg, den die Familie beschreitet, aber sie halten zusammen und lernen mit der Krankheit zu leben. Das Buch vermittelt nur einen ganz kleinen Einblick in die schwierige Situation, wenn eine geliebte Person psychisch erkrankt.

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    Stirbelwurms avatar
    Stirbelwurmvor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von Michael Greenberg

    Der Icherzähler und Vater von Sally muss eines Tages erleben, dass seine Tochter sich in der Wirklichkeit nicht mehr zurechtfindet. Zwischen Wahn und Wirklichkeit aber gibt es gleitende Übergänge. So denkt er zunächst an Drogen, als er die 15 jährige Tochter in der Wohnung randalierend vorfindet. Sie ist durch nichts zu beruhigen, und es folgt die schwere Entscheidung, sie in die Psychiatrie einzuliefern.

    Michael Greenberg beschreibt mit seinem authentischen Bericht eine familiäre Katastrophe, die eine ganze Familie durcheinander wirbelt.
    Zurückblickend erlebt man seine Ehe mit Robin, aus der seine beiden Kinder hervorgingen. Ihre Ehe entstand aus einer Teenagerfreundschaft, ohne dass beiden klar war, wohin die Reise gehen soll. Michael ist Schriftsteller, Robin eine exzentrische und gewissen New Age Kulten zugeneigte aparte Frau. Beide sind zum Zeitpunkt der Erkrankung von Sally längst geschieden und leben in neuen Partnerbeziehungen. Pat, Michaels neue Frau, die ein Tanzstudio betreibt, steht zwischen allen Stühlen, als sie sich mit der schwierigen und rebellischen Tochter von Michael und Robin konfrontiert sieht. Sie hat sich alle Mühe gegeben, aber dieses von Geburt an in seinen Reaktionen konfuse Kind ist von niemandem zu bändigen und bedeutet für Pat eine schier unlösbare Aufgabe.

    Wie Greenberg die seelischen Zustände aller Beteiligten nach und nach auseinander dividiert, zeigt seine bemerkenswerte Fähigkeit zur Reflexion. Hilflosigkeit und Ohnmacht, Schuldgefühle und Nachdenken über die Ursachen von Sallys Erkrankung und die Suche nach dem richtigen Weg zur Hilfe sind von unnachahmlicher Qual und innerer Zermürbung gezeichnet. Zugleich beschreibt er die Zustände, in die Sally verfällt, so nah und wahrheitsgetreu, dass man sich anhand seiner Beobachtungen sehr getreu ein Bild machen kann, wie eine Psychose abläuft. Die zerhackten Aussprüche, die Wahnbilder und Krampfanfälle bieten das Zerrbild eines Menschen, dem die Außenwelt aus dem Blickfeld geraten ist. Im Zusammenspiel mit der Ursachenforschung und den unterschiedlichen Heilungsangeboten bekommt man einen Eindruck von den traurigen Irrwegen, in denen sich auch die Angehörigen von Wahnkranken verlieren.

    Das Buch ist tief beeindruckend in seinem nachdrücklichen Versuch, die Mitwelt über die Folgen und notwendigen Maßnahmen bei der Hilfe für psychisch kranke Angehörige zu informieren. Es handelt sich nicht um ein Sachbuch sondern um den Erfahrungsbericht eines betroffenen Schriftstellers. Die literarische Verarbeitung dieser Erlebnisse ist äußerst gelungen.

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