Michael Höveler-Müller Das Gold der Horusfalken

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Inhaltsangabe zu „Das Gold der Horusfalken“ von Michael Höveler-Müller

Bereits in der Antike weckten die reich ausgestatteten Königsgräber in Ägypten die Begierde von Grabräubern. Wenig bekannt ist die Tatsache, daß die ägyptischen Behörden mit aller Entschiedenheit dagegen vorgingen. Dieses Buch führt den Leser in das ausgehende 2. Jahrtausend v. Chr. und bietet anhand der originalen Prozeßakten einen spannenden Einblick in das altägyptische Rechtswesen. Viele dieser beraubten, einst reich ausgestatteten Gräber, sind auch dem heutigen Reisenden bekannt. Die vom Autor neu übersetzten Prozeßakten vermitteln einen lebendigen und unmittelbaren Eindruck von einem spannenden Kapitel altägyptischer Kriminalgeschichte vor 3000 Jahren, angefangen von der Ergreifung der Täter bis zu ihrer Verurteilung und Hinrichtung.

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  • Rezension zu "Das Gold der Horusfalken" von Michael Höveler-Müller

    Das Gold der Horusfalken
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    30. March 2012 um 21:11

    Der deutsche Ägyptologe Michael Höveler-Müller setzt sich in seinem Buch „Das Grab der Horusfalken - Auf den Spuren altägyptischer Grabräuber“ mit den Grabplünderungen im ausgehenden 2. Jahrtausend v. Chr. auseinander. Nach einer kurzen Einführung, in der dem Leser u. a. erklärt wird, wie er die in den nachfolgenden Kapiteln zahlreich aufgeführten Personennamen auszusprechen hat, führt uns der Autor nach Theben (heute Luxor), erzählt uns ein wenig über Geschichte und Alltag der Stadt, in dem die Menschen lebten, die an den Königsgräbern arbeiteten. Interessant hierbei sicherlich die Auflistung, was ein durchschnittlicher Arbeiter in der Königsnekropole, dem Tal der Könige, verdiente und eine Gegenüberstellung, was man sich damit zu jener Zeit leisten konnte. Dadurch soll der Leser ein gewisses Gespür dafür bekommen, wieviel die erbeuteten Gegenstände in den Gräbern wert waren und warum die Diebe das Risiko einer schlimmen Strafe (idR der Todesstrafe) auf sich nahmen. Nach einer weiteren Einführung in die Grabräuberakten, uns überlieferten Dokumenten über die Grabraube im Altertum, setzt sich Höveler-Müller in zwei Kapiteln ausführlich mit den Grabräuberprozessen unter den Königen Ramses IX. und Ramses XI. auseinander. Hier versucht er an Hand der erhaltenen Dokumente und vorliegenden Übersetzungen den gesamten Ablauf der Grabraube von Planung und Durchführung über Prozess bis zur Verurteilung zu rekonstruieren. Im Epilog führt er noch kurz die Entwicklung Thebens nach der 20. Dynastie auf. Nur eine kurze Erklärung zu den Grabrauben in antiker Zeit, da ich euch ansonsten die Spannung wegnehme, aber ihr vermutlich schon eine kleine Inhaltsangabe wünscht: Wie ja die, die sich schon mit dem alten Ägypten beschäftigt haben, wissen, gab es in den Gräbern der Könige, Mitglieder der Königsfamilie oder reichen Beamten in der Regel wertvolle Grabbeigaben. Man erinnere sich nur an das Grab des Tutanchamun. (Wer dieses Buch gelesen hat, wird umso mehr verstehen, weshalb es eine Sensation war, dass dieses Grab noch nicht ausgeraubt war.) Die Königsgräber wurden nach ihrer Vollendung versiegelt und zur damaligen Zeit noch streng bewacht. Deshalb war es sehr schwierig, in ein Grab zu gelangen, um es zu plündern, doch gerade die Menschen, die selbst an den Gräbern mitgearbeitet hatten, fanden Mittel und Wege, sei es durch Geheimgänge oder ganz einfach durch Bestechung, dass die Wachen einfach mal kurz wegschauten oder gar selbst mitmachten. So wurden schon damals viele Gräber geplündert und leider auch Mumien zerstört, da sich in den Leinenbinden selbst auch kostbare Amulette versteckten, so dass man Mumien zerhackte oder auswickelte, um an diese zu kommen. Grabraub und v. a. die Zerstörung von Mumien war natürlich ein Sakrileg hoch 10, und in dem Buch wird auch kurz auf die Strafen eingegangen. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir durch die Dokumente, die Grabräuberprozessakten, einen Beweis dafür haben, dass den Angeklagten durchaus ein mehr oder weniger faires Verfahren zustand. Es wurden Zeugen aufgerufen und Aussagen aufgenommen. Es gab durchaus auch Freisprüche, wenn jemand ein Alibi hatte oder es nicht genügend Beweise gab. Auch die höchsten Beamten konnten Dreck am Stecken haben. Aber nun sag ich nichts mehr, denn ihr sollt das Buch ja selbst lesen. Mein persönliches Fazit: Das Buch ist recht angenehm zu lesen, da der Autor versucht, durch die der Wissenschaft vorliegenden Originaldokumente die Durchführung der Grabeinbrüche als Geschichte zu erzählen. Das Buch ist für Laien gut verständlich, da sich Höveler-Müller nicht unnötig gekünstelt ausdrückt und auch viele grundsätzliche Dinge kurz für den Leser erklärt (z. B. die Leseweise der Personennamen). Etwas langatmig sind wohl die ganzen Aufzählungen der Namen von Beteiligten und auch der gesamten Beute, es ist fraglich, ob man darauf hätte verzichten können und hängt wohl davon ab, welcher Leserkreis durch das Buch angesprochen werden soll. Für Laien sind diese Ausführungen wohl etwas langweilig. Ich denke, dass das Buch in 1. Linie für Leser ohne besondere Vorkenntnisse geschrieben ist, u. a. auf Grund der Erklärungen bestimmter Sachverhalte, die einem „Fachpublikum“ (Ägyptologen, Ägyptologie-Studenten oder Leser, die sich schon sehr lange und intensiv mit dem alten Ägypten beschäftigen) geläufig sein müssten. Das erklärt vermutlich auch, warum nur sehr wenige Bilder oder Abschriften der Originaldokumente abgedruckt wurden und nur stellenweise Übersetzungen (ohne Transkription) zitiert werden, da die meisten ja die alten Handschriften in hieratischer Schrift (Hieratisch ist eine verkürzte Form von Hieroglyphen, wenn man es einfach sagen will, und wurde im Alltag verwendet, da sie schneller zu schreiben war als die ausführlichen Hieroglyphen.) nicht lesen können. Auf den philologischen Bereich der Prozessakten wird deshalb nicht eingegangen. Aber das wäre wohl nur für Ägyptologen interessant. Sicherlich könnte man über das Thema Grabraub im alten Ägypten mehr als 81 Seiten schreiben, aber es ist ein sehr guter, umfassender Einstieg, und im Anhang folgt noch ein zwei Seiten umfassendes Literaturverzeichnis – wer sich die dort genannte Literatur auch noch aneignet, ist danach bestimmt Grabraubexperte! Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit einem noch handlichen Format (Größer sollte es dann aber auch nicht mehr sein.) und einem ansprechenden Titelbild. Der Inhalt wird durch zahlreiche Farbabbildungen auch optisch dem Leser näher gebracht. Noch ein kurzes Wort zum Preis: Das Buch gehört zur Reihe der Sonderbände der „Antiken Welt“ (Zaberns Bildbände zur Archäologie) und ist im Verlag Philipp von Zabern als Hardcoverausgabe erschienen. Der Preis von 19,90 EUR mag für insg. 88 Seiten zwar etwas hoch erscheinen, ist allerdings im Vergleich zu anderen Zabern-Sonderbänden noch ziemlich günstig. Auf jeden Fall ist es ein sehr schöner Band mit leicht verständlichem Inhalt, der eine gute Einführung in die Thematik des Grabraubs im alten Ägypten bietet!

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