Michael H Schenk Sky-Troopers 2

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Inhaltsangabe zu „Sky-Troopers 2“ von Michael H Schenk

Leseprobe Direktorats-Flottenbasis Arcturus, im Orbit um die Sonne Arcturus, 36,7 Lichtjahre vom solaren System entfernt.   Während Joana in ihrer Liftkabine nach oben glitt, spürte sie unmerklich, wie die Schwerkraft ein wenig nachließ. In den Anfängen der Raumfahrt waren Rotation und Fliehkraft zur Erzeugung künstlicher Schwerkraft genutzt worden. Seit über hundert Jahren benutzte man hierfür die Schrieber-Aggregate, die, im Zusammenhang mit den Schrieber-Platten, die gewünschte Schwere erzeugten. Dabei bildeten die Platten den Boden eines Decks. Allerdings konnte man nicht jede Ebene mit diesen Platten versehen, denn die Schrieber-Schwerefelder benötigten Abstand zueinander, um sich nicht gegenseitig aufzuheben. Auch ließ die Schwerkraft, mit zunehmender Entfernung zu den Platten, allmählich nach. Während in der Einkaufspassage der Arcturus-Basis eine Schwerkraft von knapp einem Gravo bestand, was dem Normalgewicht auf der Erde entsprach, verringerte sich dies in der obersten Ebene des gewaltigen Diskus auf 0,76 g. Dies galt für die obere „Schale“ der Basis und, in genau umgekehrtem Sinn, auch für die untere, denn das Schrieber-System wirkte gleichermaßen nach oben und unten. In einer riesigen Station wie der Flottenbasis machte sich das bemerkbar, während diese Eigenheit in Raumschiffen normalerweise keine Bedeutung besaß. Sie verfügten nicht über solche Abmessungen, und wenn man in ihnen Aggregat und Platten im untersten Deck montierte, genoss die Besatzung ein normales Empfinden der Schwere und des „oben“ und „unten“. Inzwischen war die Nutzung von Schriebers Erfindung derart in den Alltag der Raumfahrt eingebunden, dass sich kaum noch jemand Gedanken darüber machte. Dies galt auch für Joana, die das Gefühl der „Leichtigkeit“ registrierte, deren Gedanken aber bereits dem bevorstehenden Treffen mit ihrem Vater galten. Sie befand sich schon seit etlichen Monaten auf der Basis, dennoch kannte sie nur einen Bruchteil von ihr. Vom großen Hangar, über die Einkaufspassage, bis hin zur kleinsten Abstellkammer, gab es über 120.000 verschiedene Räume. Von den über 40.000 Menschen, die sich derzeit hier aufhielten, gehörten nur 5.000 zur Stammbesatzung, und selbst diese mussten immer wieder die Hilfe ihrer Implants in Anspruch nehmen. Es gab hartnäckige Gerüchte über ganze Arbeitertrupps aus der Bauzeit der Station, die sich einst verlaufen hatten und deren Überreste noch nicht gefunden waren. Obwohl Arcturus als die Hauptbasis der Direktoratsflotte galt, gehörten nur 2.000 Männer und Frauen zur militärischen Besatzung. Bei der Hälfte handelte es sich um Techniker und Wartungspersonal. Fast die doppelte Anzahl an Menschen arbeitete für die Firmen und Konzerne, deren Schiffe und Waren Arcturus als Umschlagplatz und Zwischenlager nutzten. Zehntausende dienten als Besatzungen der Schiffe, allerdings waren darunter auch die Troopers jener Regimenter, welche auf den großen Trägerschlachtschiffen stationiert waren und auf ihren nächsten Einsatz warteten. Joanas Ziel lag im oberen Pol-Turm der Basis, der sich nochmals einen Kilometer über den Diskus erhob und der von einer Kugel gekrönt wurde. Dort befanden sich die Einrichtungen und Quartiere für das militärische Führungspersonal. Während die Kabine nach oben glitt, passierte sie innerhalb ihres Schachtes die zahlreichen Segmente, mit denen die einzelnen Decks im Falle eines Notfalls luftdicht abgeriegelt werden konnten. Bisher waren sie, außer bei den vorgeschriebenen Übungen, noch nie genutzt worden. Die Brandmeldeanlage und das Feuerbekämpfungssystem waren äußerst effektiv und Einschläge von Kleinstmeteoriten wurden meist von der dicken Außenhülle absorbiert. In den über hundert Jahren, seit dem Bau der Basis, hatte es nur drei ernste Zwischenfälle gegeben. Deck für Deck blieb unter Joana Redfeather zurück und der Blick in den sichtbaren Teilbereich der Hauptgänge änderte sich nur unwesentlich. Zierelemente und Farbgestaltung ähnelten einander, ebenso wie die überall präsenten Pflanzenkübel. Nur die Farbcodierungen und Bezeichnungen auf den Hinweisschildern schienen aufzuzeigen, dass sich die Kabine dem Ziel näherte. Sie erreichte jenes Deck, auf dem sich die Räume ihres Vaters befanden, machte im richtigen Moment einen kleinen Schritt und befand sich nun im „Kommandobereich“ der Flottenbasis. Hier herrschte der Anblick von Uniformen der Direktorats-Streitkräfte vor und an den Zugangsbereichen des Decks standen Sky-Troopers, deren Wachdienst keiner Bedrohung, sondern militärischen Gepflogenheiten zu verdanken war. Hier oben kannte sie sich aus und so ging sie zielstrebig zum Vorzimmer des Befehlshabers der Flotte. Sie tippte kurz an ihr Implant, dessen Codesequenz den Zugang freigab, und trat ein. Obwohl man sich Mühe gegeben hatte, den Raum durch Pflanzen und individuelle Ausgestaltung ein wenig gemütlich zu gestalten, strahlte er dennoch eine gewisse Geschäftigkeit und Sachlichkeit aus. Vier große Arbeitsplätze waren mit Bildschirmen und Bedienelementen förmlich übersät und die Männer und Frauen, die an ihnen ihren Dienst versahen, beobachteten oder regelten nicht nur den Betrieb der Basis, sondern auch die Meldungen und Funksprüche über Schiffsbewegungen im gesamten Einflussbereich des Direktorats. Dabei wurde die Fülle dieser Daten bereits durch die eigentliche Kommandozentrale der Station gefiltert. An den Kommandeur gingen nur jene Informationen, die in seinem Vorzimmer als relevant eingestuft oder von ihm angefordert wurden. Auch hier standen an der Innenseite des Zugangs zwei Troopers, die Joana freundlich zunickten, sie aber nicht grüßten, da sie Zivilkleidung trug. Die Männer und Frauen an den Arbeitsplätzen beachteten sie kaum und so schritt die junge Frau an ihnen vorbei. Vor der Tür, die zum Büro ihres Vaters führte, blieb sie kurz stehen. Natürlich hätte sie es mit ihrem Implant öffnen können, doch sie wusste, dass „der alte Indianer“ die traditionelle Weise bevorzugte. So legte sie die Hand leicht gegen das Öffnungssystem und wartete kurz, bis eine kleine Diode in sanftem Grün aufglühte und die Teile der Tür vor ihr auseinander glitten. Der Raum war abgedunkelt und die indirekte Beleuchtung spendete nur wenig Licht. Das meiste kam von ein paar dezent angestrahlten Vitrinen, welche Erinnerungsstücke des Oberkommandeurs und seiner Vorgänger enthielten, einer kleinen Lampe auf seinem Schreibtisch und von der riesigen Scheibe aus Klarstahl, welche eine Längswand vollständig einnahm und vom Boden bis zur Decke reichte. Im Augenblick waren nur wenige Sterne zu erkennen, denn das Licht der Sonne überdeckte sie und würde sie erst wieder sichtbar machen, wenn sich die Basis weiter um ihre Achse drehte. John Redfeather, Hoch-Admiral der Direktorats-Flotte und damit Befehlshaber aller Raumstreitkräfte, inklusive der Marine und der Raumkavallerie, stand direkt vor der Panoramascheibe. Seiner Angewohnheit entsprechend hatte er die Hände auf dem Rücken ineinander gelegt. Er wippte unmerklich auf den Fersen, was Joana verriet, dass ihr Vater angespannt war und sich mit einem Problem auseinandersetzte. Seine hochgewachsene Gestalt war schlank, das Haar, ebenso wie das Joanas, von blauschwarzer Farbe. Auch seine Haut zeigte den leichten Anflug einer kupfernen Tönung und verriet die reinrassige indianische Abstammung. Er war einer der drei Häuptlinge des Stammes der Sioux und hatte in seiner Jugend die beiden langen Zöpfe getragen. Mit dem Eintritt in die Offiziersakademie des Direktorats hatte er sie abschneiden müssen, doch die große Federhaube, Zeichen seiner Häuptlingswürde, begleitete ihn an jeden seiner Dienstorte. Während der Rettungsmission für die Hanari befand sie sich an Bord des Trägerschlachtschiffes D.C.S. Trafalgar, nun war sie Blickfang in einer der Vitrinen im Büro des Hoch-Admirals. „Die Büffel sind zurück.“ Die sonore Stimme des Vaters klang leise und abwesend. „Die Büffel?“ John Redfeather wandte sich halb um und lächelte versonnen. „Es ist schön, dich zu sehen, mein Kleines. Komm zu mir.“ Sie trat neben ihn und schmiegte sich in seinen Arm. „Also, was hat es mit den Büffeln auf sich?“ „Ich habe dir oft von unserem alten Stammesgebiet auf der Erde erzählt, nicht wahr? Von den Paha Sapa, den heiligen schwarzen Bergen unserer Vorfahren. Seit die Menschheit die alte Heimat wegen der Umweltzerstörungen verlassen musste, hat sich dort viel getan. Die Natur erholt sich von uns und in unseren alten Jagdgründen streifen wieder große Büffelherden durch das Land. Ich habe sie gesehen. Eine der Beobachtungsdrohnen hat es aufgezeichnet. „Ich weiß, man überlegt, ob man die Erde, zumindest zu einem kleinen Teil, wieder besiedeln soll. Aber, offen gesagt, mich zieht es nicht dorthin. Ich bin auf dem Mars geboren und dort ist meine Heimat.“

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