Michael Haitel QUANTUM

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Inhaltsangabe zu „QUANTUM“ von Michael Haitel

Europa, irgendein Jahrhundert, irgendein Jahr. Der Vatikan ist die letzte kulturelle Hochburg Europas, das letzte Bollwerk von Demokratie, Menschenrechten und funktionierendem Gemeinwesen, umgeben von Dekadenz, Verfall, Verbrechen und Sünde. Irgendwo auf der Welt mag es noch Enklaven geben, die dem entsprechen, was der Vatikan in Europa repräsentiert – aber von ihnen erfährt man nur auf Umwegen, nur in Form vager Informationen und Nachrichten, fast ausnahmslos in Form von Gerüchten. Und dann geschieht ein Verbrechen … Christian Künne: Treffen der Horizonte Enzo Asui: Senedo zu sein in barbarischen Zeiten Marianne Labisch: Eine bessere Welt? Steffi Friederichs: Fraternitas Sanguinis Vincent Voss: Die Maschine Christiane Gref: Futter für die Bestie Sven Klöpping: Der mechanische Diplomat Frederieke von Holzhausen: Das Kreuz ist der Schlüssel Frederic Brake: Quantum Achim Stößer: Die Mühlen Roms Angela Mackert: Kardinalrot Steampunk-Geschichten aus anderen Zeiten …

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  • Rezension zu "QUANTUM" von Michael Haitel

    QUANTUM
    storyteller

    storyteller

    12. April 2012 um 18:11

    Quantum Story Center 2011.1 ISBN 978 3 942533.33.1 Seiten: 218 Preis: 13,90 € In den Geschichten wird die Vorgabe, Steampunk - Vatikan - Verbrechen, auf sehr unterschiedliche Art und Weise umgesetzt. Christian Künne: Treffen der Horizonte Ein fortschrittlicher Ingenieur fährt mit seinem Kapitän, dem Reeder und Kirchenmännern mit dem modernsten Schiff aller Zeiten, auf Jungfernfahrt. Dieses Schiff konnte ich mir beim Lesen sehr plastisch vorstellen. Es dampft und stöhnt aus allen Winkeln. Viele Nationen befinden sich im Krieg, neben U-Booten und Kriegsschiffen, finden sich auch diverse Zeppeline unter unterschiedlichen Flaggen segelnd, in der nächsten Umgebung der 'Umbruch', so der Name des Dampfers. Es geschehen zwei Morde und ein blinder Passagier wird entdeckt. Mehr Details verrate ich nicht. Für mich gehört diese Geschichte zu den Höhepunkten in diesem Band. Sie ist auf eine Art sehr spannend geschrieben, die Atmosphäre erschien mir schön dunkel. Nur das Ende hätte für meinen Geschmack anders ausgehen dürfen. Enzo Asui: Scenedo zu sein in barbarischen Zeiten Eine Story, in der neben vielen Kirchenleuten auch Indianer vorkommen. Diese werden aus ihrer Heimat ausgesiedelt. Weiterhin werden Intrigen und Verschwörungen gesponnen, die zum Ende hin auf eine humorvolle Art, ganz anders als der Leser vorher denkt, aufgelöst werden. Die Geschichte hat mich unterhalten, den Sprachstil empfand ich auf eine Art zurückhaltend, erzählend und verstand den Zusammenhang zur Geschichte erst zum Schluss. Marianne Labisch: Eine bessere Welt? Ein Brite hat den langen Weg bis zum Vatikan zurückgelegt und wird erst vor den Stadttoren von Rebellen verletzt. Er wird gerettet und im Vatikan in ein Krankenhaus geschafft. Dort geschieht ein Mordanschlag, der ihm galt, dem er aber durch Zufall entgeht. Commissario Graziano und sein Assistent Roberto nehmen die Ermittlungen auf. Es geht ein Mörder um, der es auf die Neuankömmlinge abgesehen hat. Wie sollte eine Gesellschaft mit denen umgehen, die sich nicht an die Regeln halten? Das ist die Frage hinterm Text. Zu meinem Stil werden sich andere Rezensenten äußern. Steffi Friederichs: Fraternitas Sanguinis Der Bibliothekar des Vatikans und sein Gehilfe katalogisieren die Bücher und stellen immer wieder fest, dass einige verschwinden und an anderer Stelle wieder auftauchen. Als sie dahinterkommen, wer sich dort zu schaffen macht, haben sie eine Verbündete, mit der sie sich auch schon bald auf die Reise begeben müssen. Eine geheime Bruderschaft ist dabei, die alten Riten und Gebräuche zu unterwandern. Das Leben des Papstes ist in Gefahr. Sie finden einen Wissenschaftler, mit dem zusammen sie in Gefährten, die Jules Vernes erdacht haben könnte, die Welt bereisen. Diese ist die längste Geschichte im Buch, die dennoch an keiner Stelle langatmig oder gar langweilig würde. Der Icherzähler hat mich nicht einmal gestört. Vincent Voss: Die Maschine Der Titel verrät schon, dass Vincent Voss sich mal wieder eine Maschine ausgedacht hat. Diese hier übersetzt eine Offenbarung. Wie sie das anstellt alleine schon ist lesenswert. Aber in letzter Zeit schleichen sich immer wieder Missdeutungen ein, davon ist man jedenfalls überzeugt. Auch hier begeben sich wieder Menschen auf die Reise. Sie kommen mit gänzlich neuen Erkenntnissen zurück. Vincent Voss hat einen eigenen Stil zu schreiben, den man mag oder eben nicht. Ich lese seine Geschichten immer wieder gerne. Er hinterlässt bei mir immer den Eindruck, als könne ich sein Augenzwinkern sehen. Irgendwie liegt mir sein Humor. Christiane Gref: Futter für die Bestie In dieser Geschichte geschieht ein Mord und zu den Ermittlungen wird Charlotte, eine Kellnerin, mit herangezogen. Sie erfährt, dass nicht nur ein Mensch ermordet wurde, sondern auch sämtliches Holz gestohlen wurde. Sei es nun als Parkett, Möbel oder gar Bilderrahmen. Warum Christiane Gref ausgerechnet eine Kellnerin ermitteln lässt, kann ich nicht sagen. Sie beschreibt Auszüge einer anderen Welt, die stimmig sind. Allerdings ging es mir bei Ihrer Geschichte, wie bei den meisten Fernsehkrimis: Man ahnt, wer der Böse ist. Sven Klöpping: Der mechanische Diplomat Die Roboter befinden sich im Krieg mit den Menschen, daher empfängt eine Delegation um den Papst einen mechanischen Diplomaten, dessen Sprache einen unweigerlich zum Lachen bringt. Die Roboter wollen als eigenständiger Staat anerkannt werden. „Sonst Krig!“ Selbst das Ende brachte mich zum Schmunzeln. Bei Sven Klöpping ist es wie bei Vincent Voss. Ich mag auch Svens Stil. Auch er scheint seine Geschichten mit verschmitztem Blick zu verfassen. Seine kleinen Spitzen auf die Weltpolitik sitzen. Frederieke von Holzhausen: Das Kreuz ist der Schlüssel Exorzisten werden bei ihrer Arbeit von Engeln unterstützt. Weil diese allerdings schnell verschleißen, wird immer wieder Nachschub benötigt. Ein Mann ist verschwunden, der Übeltäter wird gesucht. Bald wird eine Verdächtige gefunden. Die einzige Story, die mich persönlich nicht überzeugen konnte. Die Engel sind handgemacht, verschleißen und haben mich nicht berührt. Aber das ist mein ganz persönlicher Eindruck. Frederick Brake: Quantum Ein Icherzähler berichtet von seiner Vernehmung durch einen Commissario und von seinem letzten Zusammentreffen mit einem Freund, der geheime Forschungen betrieb. Da er der letzte Mensch war, der den Verschwundenen sah, hält man ihn für den Mörder. Auch wenn keine Leiche gefunden wurde. Frederick Brakes Geschichte ist eine, die zum Nachdenken anregt. Hier passt eigentlich alles. Sie Story, der Stil und das Ende. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die eigentliche Geschichte jetzt erst beginnt. Achim Stösser: Die Mühlen Roms Ungläubige belagern Rom und katapultieren ihre Pest-Toten über die Stadtmauern hinweg. Das gewünschte Ergebnis, die Eingekesselten durch die Seuche zu schwächen wird erreicht. Es wird ein Wissenschaftler eingeflogen, der die Pest bekämpfen soll. Diese kurze Geschichte wartet mit einem überraschenden Ende auf. Auch, wenn bezweifelt werden darf, ob der Erfolg sich einstellen wird. Angela Mackert: Kardinalrot Pater Roberto, einer der letzten Gläubigen, kommt mit seinem Gefährten, einem Roboter, in Rom an. Er soll von seinem Widersacher, Hector Ferro, empfangen werden. Dieser hatte den Glauben verboten und eine wissenschaftliche Denkweise angeordnet. Es dauert eine Weile, bis dieses Treffen zustande kommt. In der Wartezeit vernimmt der Pater Schreie aus dem Kellerverlies, traut sich aber nicht, der Sache auf den Grund zu gehen. Angela Mackert hat sicherlich die positivste Story in diesem Band verfasst. Sie schafft es, uns sogar die Maschinen sympathisch darzustellen. Mir gefällt nicht nur die Aussage, sondern auch der routinierte Stil. Besonders angetan hat es mir das „A-pff, A-pff“, mit dem der Roboter kleine Dampfwölkchen ausstößt. Ein sehr vielseitiges Buch, das mich wirklich kurzweilig unterhalten hat. Jedem, dem diese Thematik gefällt, und der lesen möchte, wie Kirche auch sein könnte, sei die Lektüre ans Herz gelegt.

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