Michael Hametner Antigones Bruder und andere Erzählungen

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Inhaltsangabe zu „Antigones Bruder und andere Erzählungen“ von Michael Hametner

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  • Rezension zu "Antigones Bruder und andere Erzählungen" von Michael Hametner

    Antigones Bruder und andere Erzählungen

    gst

    24. November 2010 um 10:26

    Sophokles stellte in seiner Tragödie "Antigone" dar, wie ein Mensch für die Erfüllung gottgewollter Pflicht gegen beschränktes Menschengebot sein Leben einsetzt. Auch "Antigones Bruder", ein von Jörg Bernig beschriebener Mensch, der sich dem häufig selbstgemachten Berufsstress zeitweise verweigert und sich statt dessen in seiner Freizeit lieber der Familie widmet, zeigt sich von der menschlichen Seite. Er erträgt die Nachrichten aus dem Kosovo, wo ein Kind zwischen die Fronten geraten war, nicht und wird selbst aktiv. Es freut mich, dass diese berührende Erzählung für dieser Anthologie zum Namensgeber mutierte. Da ich bei den Texten eher von der Aussagekraft als von der Wortfindigkeit der Autoren ausgehe, hätte dieser Titel in meinen Augen den ersten Preis verdient. Doch die Jury des MDR-Literaturwettbewerbs 2002 war anderer Meinung. Sie erkor Simone Gertz' "Er Sie Kühlschrankfieber" zu ihrem Bestseller, während ich bei der Lektüre dieser Erzählung nur "nichts wie weg" empfand. Zu sehr beunruhigt mich die Einsamkeit und die kranke Sucht, die daraus spricht. Eiseskälte und der Schatten des Sensenmannes hängen über dem beschriebenen Paar. Weniger gruselig kommt der zweite Preisträger, Ralf Eggers "Sabei" daher. Einem Ehepaar läuft bei einem Frühjahrsausflug ein Kind zu, das innerhalb von nicht mal 24 Stunden erwachsen wird. Mein Fazit dieser Parabel: Vieles ist nicht so, wie es scheint. Schnörkellose Sprache, die im völligen Gegensatz zum Inhalt von "Luna-Park" steht, hinterließ bei mir eine tiefe Betroffenheit. Vielleicht hat gerade diese Diskrepanz die Jury veranlasst, Christine Hoba den dritten Preis - immerhin 1000 Euro - zuzusprechen. Für mich bleiben viele Fragen offen, doch eine Momentaufnahme ist nicht dazu da, sie zu beantworten. Erinnerungen an 1989 werden bei Carsten Schacher wach. Er beschreibt in "Westbesuche", wie er im Sommer vor dem Mauerfall als 17jähriger mit amerikanischen Austauschschülern Berlin besucht und auch die Grenze in den Ostteil der Stadt überwindet - ohne zu ahnen, dass nur wenige Monate später alles verändert ist. Für mich ist diese Story, nach "Antigones Bruder" der zweite Favorit. Wohl auch, weil die Sprache gut verständlich ist und weil dem Leser nicht zu viel Vorstellungskraft abverlangt wird. Außer "Bahnfahren" (von Ulrike Metsk), haben alle Erzählungen einen echten Spannungsbogen. Doch ihre Momentaufnahme einer Zugfahrt langweilt mich. Vielleicht, weil sie zu realistisch geschrieben ist? Sie beschreibt, dass der Zug Verspätung hat, erzählt vom Inhalt des Buches, das sie liest, von ihrem Mitreisenden, der des öfteren die Toilette aufsuchen muss. Ich kann nicht verstehen, warum dieser Text aus den insgesamt 903 eingereichten zu den zwölf besten gehören soll. Mir fehlt die Handlung, eine Momentaufnahme ist es allerdings. Und, wie Michael Hametner in seinem Vorwort schreibt, geht es diesmal gerade um Momentaufnahmen, die "im Ganzen ein einzigartiges Mosaik neuer Themen, Stoffe und Erzählweisen" sind. Zusammengefasst fand ich in dieser Anthologie das Schlechte dieser Welt beleuchtet: Drogenmillieu, Alkoholexzess, Krieg, Missbrauch, Überforderung, Neid, Einsamkeit. Ich muss gestehen, ich lese solche Themen ungern. Relativ harmlos erscheint mir noch Constanze John mit "Bratapfel". Ein Alleinreisender versucht sich gegen die annäherungsversuche eines Kindes zu wehren im Zug zu wehren. Konnte ich im vergangenen Jahr noch über Anne Loch lachen, ließ mir heuer ihr Galgenhumor in "Zur Feier des Tages" das Blut in den Adern gefrieren. In Gregor Runges "Vatergeburtstag" spielen immerhin nur extrem sommerliche Hitze und eine erschlagene Maus ihre Rollen. Seine Nachkriegsgeschichte nannte Roland Erb "Die Heimkehr des Vaters". Verständlich, aber doch erschütternd, erfährt der Leser von der Veränderung eines Menschen durch die russische Gefangenschaft. In "Der Wulstige" nimmt ein von seinem Bewährungshelfer in einem Plattenbau untergebrachter Mann ungewollt so viel Anteil am Leben seiner Mitbewohner, dass er aktiv für eine erhoffte Klimaverbesserung sorgt. Autor Reinhard Böhners ist übrigens schon zum zweiten Mal Finalist beim MDR-Literatur-Wettbewerb. Bleibt nur noch Marscha Daniela Heisig zu erwähnen übrig. In ihrer Erzählung "Falls Lisa kommt" fällt auf, wie punktgenau ein Satz auf dem anderen aufbaut und schließlich erklärt, warum Lisa vielleicht nie mehr kommen wird. Vier Punkte gibt es nicht, weil die Geschichten keine fünf wert wären, sondern einzig und allein wegen der negativen Themenauswahl. Ich wünschte mir, dass künftig mehr Positives ins Rampenlicht gerückt wird. Das gibt es schließlich auch! Sicherlich ist Anklage notwendig, aber so viel auf so geballtem Raum ist kaum erträglich. Kommentar

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