Michael Hardwick

 4,1 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Dr. Watson, Der Fluch von Baskerville und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Michael Hardwick

Cover des Buches Der Fluch von Baskerville (ISBN: 9783898402118)

Der Fluch von Baskerville

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Erschienen am 01.11.2004
Cover des Buches Holmes und die Spionin (ISBN: 9783898402132)

Holmes und die Spionin

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Erschienen am 01.05.2006
Cover des Buches Sherlock Holmes Chronicles 16 (ISBN: 9783943732658)

Sherlock Holmes Chronicles 16

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Erschienen am 13.03.2015
Cover des Buches Das Haus am Eaton Place. Tl.5 (ISBN: 9783499141607)

Das Haus am Eaton Place. Tl.5

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Erschienen am 01.10.1987
Cover des Buches Das Haus am Eaton Place. Tl.6 (ISBN: 9783499141942)

Das Haus am Eaton Place. Tl.6

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Erschienen am 01.10.1987

Neue Rezensionen zu Michael Hardwick

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Cover des Buches Dr. Watson (ISBN: 9783898403818)derMichis avatar

Rezension zu "Dr. Watson" von Michael Hardwick

Pastiche für Genießer
derMichivor 2 Jahren

Michael Hardwick gehört zu den besten Pastiche-Autoren, wenn es um Sherlock Holmes geht. Viele seiner Geschichten knüpfen nicht nur logisch an den Holmes-Kanon an, sondern ähneln auch in der deutschen Übersetzung stilistisch auffällig Arthur Conan Doyles Werk. Am deutlichsten wird das gegen Ende dieses Romans, wenn Hardwick nahtlos an die berühmte Kennenlernszene in "Eine Studie in Scharlachrot" anknüpft. Aber auch schon davor findet der Autor einen eleganten Kompromiss zwischen Watsons dokumentarischem Stil und einer eigenen flüssig zu lesenden Schreibe.

Von der unbeholfenen Spießigkeit, mit der Doyle den Doktor als Holmes' Gegenpart charakterisierte, ist meist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Erfahrung als Auswanderer mit einer nur bedingt fürsorgefähigen Mutter in einem fremden Land zu leben und danach unverschuldet in Schimpf und Schande heimzukehren prägt den jungen John Watson ein Leben lang. Seine Abenteuer auf Reisen und der eher zwanglose Umgang mit der Damenwelt steht im Kontrast zum später intellektuell stets etwas trägen Holmes-Kumpan, der mehr Stichwortgeber und Projektionsfläche für die Überlegenheit seines besten Freundes ist.

Dennoch passen diese im Kanon höchstens am Rande angesprochenen Seiten des Doktors hervorragend zur Figur und machen manchen Charakterzug, wie auch Watsons Fasziniertheit von Holmes' Methoden erst richtig schlüssig. Schade nur, dass das Kapitel Afghanistan-Krieg, immerhin Watsons größtes Trauma, deutlich weniger Raum einnimmt als Kindheit und Jugend. Jedes Kapitel wird obendrein mit einem Satz aus einer der Originalgeschichten eingeleitet, die früheren Randbemerkungen einen ganz neuen Sinn beschert. Kein Zweifel: Hardwick ist ein Kenner der Materie und will sie nicht neu schreiben sondern sinnvoll ergänzen.

Das ist ihm dann auch insgesamt gut gelungen. Zusammen mit den Verweisen auf tatsächliche historische Ereignisse im Umfeld dieser fiktionalen Autobiografie entsteht das Bild eines Charakters, der nicht weniger erlebt hat als Sherlock Holmes selbst. Dieser Roman ist zwar bei weitem kein Krimi, dafür aber ein gelungener Abenteuerroman, der in Teilen durchaus mit den Schilderungen eines Karl May oder Jack London mithalten kann. Besser noch: Durch die Zugänglichkeit von "Dr. Watson" macht die Lektüre dieses Genres endlich wieder richtig Laune

Originaltitel: "The Private Life of Dr. Watson"

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Cover des Buches Der Fluch von Baskerville (ISBN: 9783898402118)natti_Lesemauss avatar

Rezension zu "Der Fluch von Baskerville" von Michael Hardwick

Der Fluch von Baskerville
natti_Lesemausvor 4 Jahren

Inhalt:
Der Roman spielt im England des späten 19. Jahrhunderts in der Region Dartmoor. Auf der Familie Baskerville lastet ein dämonischer Fluch, seit Sir Hugo Baskerville in der Zeit des
Englischen Bürgerkriegs  betrunken ein Mädchen zu Tode hetzte, das ihm nicht zu Willen sein wollte, und danach von einem geheimnisvollen Hund angefallen und getötet wurde. Seitdem treibt sich der Sage nach ein monströser, heulender Hund in den Mooren herum, die den Sitz der Familie umgeben.
Sherlock Holmes ermittelt.
Holmes schickt seinen Freund Dr. Watson nach Baskerville Hall, wo Sir Henry sein Erbe angetreten hat. Watson findet heraus, dass sich im Moor nicht nur ein entlaufener Sträfling namens Selden herumtreibt, sondern auch ein zwielichtiger Naturforscher namens Stapleton und dessen Schwester Beryl, in die Sir Henry sich verliebt.
Watson trifft im Moor unerwartet auf Holmes, der bereits länger hier anwesend war. Holmes verdächtigt Stapleton, der in Wirklichkeit ein Baskerville ist, als Drahtzieher der Anschläge.


Meinung:
Ein Klassiker von Arthur Conan Doyle der einen leichten historischen Klang hat.
Der berühmte Dedektiv Sherlock ermittelt mit seinem Freund Dr. Watson.
Spannend, aufregend und wiklich gut geschrieben. Klapptext und Cover gefallen mir sehr und beides sehr gut zum Buch.
Zu Anfang ist es vielleicht etwas wirr und lahm, aber das ändert sich schnell.
Die Figuren sind gut beschrieben und man kann sie sich gut vorstellen.
Wer die Geschichten von Arthur Conan Doyle mag, wird dieses Buch lieben.

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Cover des Buches Dr. Watson (ISBN: 9783898403818)TheRavenkings avatar

Rezension zu "Dr. Watson" von Michael Hardwick

Die Abenteuer des Dr. Watson
TheRavenkingvor 5 Jahren

In dieser aufrüttelnden Autobiografie legt Dr. Watson die Wahrheit gänzlich offen, seine schottische Abstammung, die bürgerlichen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, ein finsteres Erbe sowie die familiären Zerwürfnisse, die ihn nachhaltig prägen sollten; nicht zu vergessen die ironischen Umstände, die seinen beruflichen Werdegang lenkten - erst Doktorand, dann Kriegsarzt und zuletzt Assistent eines Detektivs. Seine Memoiren führen uns auf vier Kontinente, zu den Theaterbühnen in Paris und London, über afghanische Schlachtfelder und in die Schlafzimmer vieler Ladys. Niemand könnte Sherlock Holmes' einzigartiges Genie trefflicher ergänzen und ausgleichen als dieser große Liebhaber und Lebemann.

Wer war John Watson eigentlich bevor er Sherlock Holmes begegnete? – diese Frage beantwortet Michael Hardwick in seinem Buch.

Hardwick schrieb gemeinsam mit seiner Ehefrau Molly den Roman zum Billy-Wilder-Film The Private Life Of Sherlock Holmes, das den Detektiv in manchmal recht übertriebener Weise durch den Kakao zog.

Wer nun aber glaubt sein Buch über Watson sei auch eine Art Farce, der muss mit Erstaunen feststellen, dass es sich hierbei um eine vollkommen ernsthafte, ja sogar ein wenig dröge Angelegenheit handelt. Es ist keineswegs ein Schelmenroman, so wie es der Klappentext vermuten lässt.

Watson erzählt seine Lebensgeschichte, angefangen von den jungen Jahren in Schottland, über seinen Aufenthalt in den USA und schließlich in England. Er berichtet über seine Schulzeit und medizinische Ausbildung. Die familiären Probleme, die Mühen seiner alleinerziehenden Mutter, nach dem frühen Verschwinden des Vaters. Die spätere Suche nach seinem Vater und dem Tunichtgut von Bruder, die in einem abenteuerlichen Abstecher nach Australien kulminiert.

Watson mag ungewöhnliches erleben, er selbst bleibt dabei enttäuschend eindimensional. Ich persönlich hatte ja gehofft, den jungen Watson in seiner Sturm-und-Drang-Phase erleben zu dürfen. Als lustigen jungen Kerl, der gern mal etwas über die Stränge schlägt. Doch nun stellt sich heraus: Watson war immer schon der pflichtbewusste, anständige Mensch, das gute Gewissen seiner Familie, das seinem betrügerischen Bruder bis ans Ende der Welt folgt und bereit ist diesem schwarzen Schaf zu verzeihen. Da verspricht uns die Inhaltsangabe amouröse Abenteuer, aber die meisten von diesen werden gerade mal kurz angerissen oder in einem einzigen Satz abgehandelt.

Amüsant sind immerhin die Begegnungen mit realen Persönlichkeiten wie den Opernautoren Gilbert und Sullivan oder der damals berühmten Schauspielerin Sarah Bernhardt.

Selten nur reißt das Buch einen mit. Historisch ist das alles wahrscheinlich gut recherchiert, aber nicht besonders spannend erzählt. Man erfährt einiges über den australischen Goldrausch oder das Leben an Pariser Theatern, aber diese wenigen interessanten Einblicke in die damalige Welt reichen am Ende nicht aus. Die Mängel wären weniger schwerwiegend wenn wenigstens Watsons Erzählstimme authentisch klingen würde. Aber von dem engagierten, mitreißenden Erzähler, den wir aus den Sherlock-Holmes-Geschichten kennen ist hier nur wenig zu spüren. Vielleicht ist Watson etwas befangen, weil er über sich selbst erzählt, jedenfalls hatte ich mir von diesem Buch wesentlich mehr erhofft.

Eine Frage wird immerhin zufriedenstellend geklärt:

"Was die Wunde anging, so bezichtigte man mich der Ungenauigkeit, weil ich mich nicht entscheiden konnte, wie viele Kugeln ich mir eingefangen hatte, ob eine oder zwei beziehungsweise vielleicht doch gar keine, und ob die Schulter oder ein Bein getroffen war. Hier wurde ich zum Opfer meiner angestrebten Bescheidenheit. Spricht ein Mann von Kriegswunden, denken Zuhörer berechtigterweise an schwere Verletzungen, die er sich womöglich im Verlauf einer langen Dienstzeit zu mehreren Gelegenheiten zugezogen hat. Ich selbst kämpfte in meiner kurzen Militärlaufbahn nur einen Tag lang an dem hunderte starben oder jene furchtbare Verstümmelungen erlitten, die ich zu verarzten suchte. Die beiden Treffer, die ich mir einhandelte, muteten im Vergleich dazu wie bloße Kratzer an, einer in die Schulter, gerade als ich mich mit den Truppen zurückziehen wollte, der andere in den Fuß, während ich kaum klar genug bei Verstand war, um zu wissen, wo ich mich befand, nämlich bereits weit weg vom jüngsten Kampfgeschehen. Mich auf irgendeine Weise zum gebeutelten Veteranen zu stilisieren wäre mir ein Gräuel gewesen. Auf meinen Dienst in Afghanistan bin ich vor allem deshalb stolz, weil ich den britischen Soldaten in jener heroischen Rolle erlebt habe, die ihm unsere Geschichtsbücher zumessen, wohingegen es heutzutage gewisse Elemente gibt, die unser damaliges Handeln verteufeln. Mit hoffentlich als angemessen empfundener Demut habe ich versucht, meinen Part weitgehend herunterzuspielen. Indem ich eine Wunde nannte statt zwei verstrickte ich mich folglich in referenzielle Ungereimtheiten."

Ich kann mir gut vorstellen, dass es irgendwo bessere Bücher über Dr. Watson gibt oder zumindest unterhaltsamere. Michael Hardwick liefert hier solides Handwerk ab, viel mehr aber auch nicht. Für eine fiktive Biographie wie diese hätte man sich schon etwas mehr Charme und Esprit gewünscht.

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