Michael Hauskeller

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Ich denke, aber bin ich?, Was ist Kunst? und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Michael Hauskeller ist Professor für Philosophie an der Universität Liverpool. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die praktische Philosophie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Hauskeller

Cover des Buches Ich denke, aber bin ich? (ISBN: 9783406571503)

Ich denke, aber bin ich?

(3)
Erschienen am 20.05.2008
Cover des Buches Was ist Kunst? (ISBN: 9783406657092)

Was ist Kunst?

(2)
Erschienen am 23.07.2013
Cover des Buches Alfred North Whitehead zur Einführung (ISBN: 9783885068952)

Alfred North Whitehead zur Einführung

(0)
Erschienen am 01.04.1994
Cover des Buches Mögliche Welten (ISBN: 9783406528187)

Mögliche Welten

(0)
Erschienen am 15.02.2006
Cover des Buches Was ist Kunst? (ISBN: 9783406805332)

Was ist Kunst?

(0)
Erschienen am 04.07.2023
Cover des Buches Mythologies of Transhumanism (ISBN: 9783319819532)

Mythologies of Transhumanism

(0)
Erschienen am 22.04.2018
Cover des Buches Was das Schöne sei (ISBN: 9783423046268)

Was das Schöne sei

(0)
Erschienen am 01.10.1997

Neue Rezensionen zu Michael Hauskeller

Cover des Buches Ich denke, aber bin ich? (ISBN: 9783406494536)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Ich denke, aber bin ich?" von Michael Hauskeller

Trishen77
Ein bisschen philosophischer und näher an der Materie als "Wer bin ich? Und wenn ja wie viele?"

       "Jede Ethik, die, um den Notwendigkeiten des Lebens gerecht zu werden, den Kompromiss sucht und verteidigt, vermischt das genuin Ethische mit rein pragmatischen Überlegungen und trägt so dazu bei, die Begriffe zu verwirren und unser Bewusstsein, was gut und was böse ist, zu schwächen. Die wahre Ethik kommt nicht gebrauchsfertig daher: Sie sagt uns nicht, wie wir sie in unser Leben einbauen können. Sie gibt uns keine Antwort auf die Frage, was wir im Einzelfall tun dürfen und was nicht. So ist jeder einzelne von uns ganz allein mit seiner Verantwortung."

Was in dieser Ausführung über die Ethik gesagt wird - man kann es fast eins zu eins auf das Wesen der Philosophie an sich übertragen (wenn man nur ein paar Vokabeln ändert). Denn Philosophie ist die Kunst den Dingen auf den Grund zu gehen und sie möglicherweise auch zu kartographisieren, aber nicht sie in Besitz zu nehmen. Egal welches philosophische System wir letztendlich vertreten, in seiner Absolutheit ist es nicht möglich es zu "leben", genauso wenig wie es einen wirklichen Kreis geben kann, der genau die Prämisse eines Kreises (alle Punkte auf der Oberfläche sind gleichweit vom Mittelpunkt entfernt) erfüllt. Es ist nur möglich, zwischen einer Philosophie und dem Leben eine fruchtbare Verbindung herzustellen. Doch dazu muss man erstmal herausfinden, was das Leben ist, wie es ist und was es braucht.

Michael Hauskeller hat ein sehr gutes Buch über Kunst geschrieben ( Was ist Kunst? ) in dem er knapp und informativ auf die verschiedensten (philosophiehistorischen) Ideen zum/über Wesen des Ästhetischen eingegangen ist; und dieses Buch war es, was meine anfängliche Neugier für die Phänomene des Denkens begründete und mich zur Philosophie brachte. Jetzt, sehr viel später, habe ich dieses Buch von ihm gelesen und bin überrascht und auch teilweise überwältigt von der Faszination, die große philosophische Errungenschaften und Probleme immer noch auf mich haben. Auch Hauskellers herangehensweise hat mir wieder einmal sehr gut gefallen.

Das Buch ist eine Art Einführung in die Materie des Philosophischen - also in Ethik, Logik und Erkenntnistheorie, allerdings weniger in praktische Philosophie; die muss man letztendlich selbst bemühen, genügend Anstöße hat man nach der Lektüre in jedem Fall.
Desweiteren ist Hauskellers Werk aber auch noch eine Reise in die Problemküche des Denkens. Fast jedes Paradoxon, angefangen vom Paradoxon der Folgerung (2+3=5 - woher wissen wir das?) bis hin zum Paradoxon der Bewegung (Warum kann Achilles die Schildkröte von Zenon von Elea nicht einholen?) wird betrachtet, eine Gegenerklärung wird versucht oder eine Idee der Einordnung in die Zusammenhänge mit anderen philosophischen Theorien angeregt. Dabei geht Hauskeller nicht historisch-chronologisch vor und erzählt auch keine konzentrische philosophische Geschichte, sondern er springt von Thema zu Thema, wobei sich der Inhalt des neuen Textes oft aus dem vorherigen ergibt. Die Reise geht in Kapiteltexten über existenzielle Fragen zu Tod, Sein und Vorstellung, bis zu Fragen über Verantwortung und Wahrheit.

Die einzelnen Texte sind jeweils etwas 5 Seiten lang; insgesamt sind es 24 Texte. Einige Themen dürften Philosophieinteressierten schon begegnet sein, manche werden beinahe jedem neu sein, der sich nicht intensiv mit der Thematik befasst hat.

"Ich denke, aber bin ich?", eignet sich, ebenso wie Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? von Rüdiger Safranski, gut, um in sich die Begeisterung für die Philosophie zu entdecken und zu schüren und einige ihrer Grundstrukturen kennenzulernen (Auch Hauskellers Buch über Kunst und Safranskis Buch über das Böse sind hier zu empfehlen). Hauptzusammenhalt dieser Bände ist die Faszination für die Materie und nicht die systematische Verwertung oder chronologische Einordnung ihrer Wege - wer ein Buch über letzteres sucht, wird mit Prechts Buch Wer bin ich - und wenn ja wie viele? oder mit dem Werk Meilensteine der Philosophie. Die großen Denker und ihre Ideen gut beraten sein. Ich persönlich bin der Ansicht, dass nur die Faszination in der Philosophie anfänglich hilfreich ist, um selbst zu denken und zu verstehen und nicht die geplante Einteilung von Ideen in Zeiträume und Schulen.

Wie sagte Russell so schön: Die Chance zur Existenz führt über das Leben; das Verständnis dieser Existenz führt über die Philosophie

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