Michael Heidenreich Die Teilung des Paradieses

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Inhaltsangabe zu „Die Teilung des Paradieses“ von Michael Heidenreich

Francoire lebt in der Millionenstadt Paris seinen Traum als Friseur, bis zu dem Tag, an dem die Unruhen, die die Metropole erschüttern, so eskalieren, dass sich überforderte Politiker gezwungen sehen, bestimmte Stadtgebiete voneinander zu trennen. Diese Trennung mündet schließlich im Bau einer Mauer quer durch die Stadt. Dies und der überraschende Ausgang der Geschichte wird in „Die Teilung des Paradieses“ erzählt. In „Mauerhunde“ geht es um die ungewöhnliche Freundschaft eines kleinen Mädchens zu einem Grenzhund, der zur Bewachung der innerdeutschen Grenze eingesetzt wurde. „Der Tod des Diktators“ ist die Geschichte einer Rückkehr in die Stadt der Kindheit und erzählt von der schwierigen Beziehung eines Sohnes zu seinen Eltern und seinem Bruder. In „Breakfast in America“ erfährt der Leser, wie sich ein junger Soldat auf seiner ersten Wache wach hält, was dabei in seinem Kopf vorgeht und welche dramatischen Ereignisse ihn dabei ereilen. „Wieder zu Hause“ ist eine Hommage an die Landstriche in Deutschland, die einst von der Industrie oder dem Bergbau ausgebeutet wurden und nun wieder zu Natur werden dürfen. +++ Leseprobe "Breakfast in America" +++ Seit zwei Stunden stehe ich jetzt schon hier oben. Trotz der schneidenden Kälte und des pfeifenden Ostwindes schlage ich mich ganz tapfer bis jetzt, wie ich finde. Ich bin schon etwas stolz auf mich. Ich, das kleine, unbedeutende Rädchen im großen Getriebe, trotze den arktischen Temperaturen. Ich schiebe den wattierten linken Ärmel ein Stück hoch. Das Zifferblatt meiner Uhr zeigt fünf vor halb zwei. Ich kann es gerade noch so erkennen. Die Nacht ist Mondleer und doch nicht völlig dunkel. Die dünne Schneedecke macht es möglich, kleine Unterschiede im spärlich bewachsenen Gelände auszumachen. Die dünnen Sträucher, die Zaunpfosten und die riesigen Hallen weiter hinten. Vorsichtig bewege ich die Zehen in den dicken Filzstiefeln auf und ab. Ich wippe auf die Ballen und zurück auf die Hacken. Vor und zurück. Vor und zurück. Warm werden die Füße davon nicht. Nun trippele ich mit winzigen Schritten immer von der einen Holzwand zur anderen. Immer hin und her. Es sind genau acht Filzstiefelsohlen hintereinander bis zur gegenüberliegenden Wand. Oder drei gemächliche Schritte. Dann Kehrtwendung und wieder zurück. So geht das eine Ewigkeit. Glaube ich. Als ich wieder auf die Uhr sehe, sind gerade sechs Minuten vergangen seit dem letzten Blick aufs schwach leuchtende Zifferblatt. Ich seufze und beginne die Wanderung aufs Neue. Drei Schritte vor, Kehrtwendung, drei Schritte zurück, Kehrtwendung...

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    Die Teilung des Paradieses
    Duffy

    Duffy

    08. September 2014 um 09:21

    In den Geschichten von Michael Heidenreich geht es um Trennungen. Der fiktiven Trennung einer Stadt (Paris) setzt er viel Realität aus der jüngsten Vergangenheit Deutschlands entgegen, beschreibt aber eher die kleinen Details, Situationen und Ereignisse, die im Großen der Teilung dieses Landes in einer Bedeutungslosigkeit verschwanden, die sie jedoch nicht für die hatte, die direkt mit ihnen zu tun hatten. Denn für die machten sie letztendlich ihr Leben und ihre Prägung aus (ganz hervorragend: "Mauerhunde"). Heidenreich erzählt ruhig, verzichtet auf lautes Unterstreichen, führt behutsam und sensibel durch die Geschichten, ist aber doch ganz nachdrücklich auf einen Abschluss bedacht, der den Leser nicht alleine lässt und ihm die Möglichkeit gibt, eine Ahnung von den Gefühlen zu bekommen, denen Heidenreichs Protagonisten stellvertretend für die Menschen, die mit Teilung leben mussten, ausgesetzt waren. Ein schönes kleines Buch von einem emotional schreiben könnenden Autor

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