Michael Hellmann

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Neue Rezensionen zu Michael Hellmann

Cover des Buches Der Tod trägt Schwarz: Blue Light Berlin-Krimi (ISBN: B07F5VJFDR)C

Rezension zu "Der Tod trägt Schwarz: Blue Light Berlin-Krimi" von Nika Lubitsch

Der Tod eines Paters gibt der Kripo Rätsel auf
claudi-1963vor 4 Jahren

"Schwer zu erlangende Güter lassen den Menschen krumme Wege gehen." (Laotse)
Vor dem afrikanischen Gottesdienst in der St. Elisabeth Kirche in Berlin findet man Pater Ludger erschlagen in der Sakristei vor. Das Team der Mordkommission unter Claudia Westermann steht unter Druck, den nicht nur die Presse, auch die Kirche und ihr Chef wollen eine schnelle Auflösung. Doch für Claudia ist es ihr erster Fall als Leiterin, nachdem Ausscheiden von Robert W. Robinson (Double-u), den sie ganz alleine meistern muss. Die ersten Recherchen führen ausgerechnet zu einem Asylbewerber nach Wedding, dessen Fingerabdrücke man gefunden hat. Während man dieser verhaftet wurde und man den Erfolg im Blue Light dem Lokal von Doppel-u feiert, wird der afrikanische Küster ermordet und mit einer Machete enthauptet. Alles deutet weiter auf einen Täter in den afrikanischen Reihen hin, doch Doppel-u ist sich sicher, das könnte auch eine Finte sein. Trotzdem er nicht mehr für die Kripo tätig ist, hilft Doppel-u, wo er kann und auch sein Koch Denis (Cookie) lässt seine Verbindungen spielen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Zuletzt hilft nur noch der richtige Riecher von Spürhund Agathe, um den Täter zu überführen.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall der Autorenduos Nika Lubitsch und Michael Hellmann. Wieder gibt es ein prägnantes blaues Cover mit dem Kirchenfenster, das auf die Blue-Light Reihe hinweist. Blue-Light ist die vom ehemaligen Kommissar Robert W. Robinson umbenannte Kneipe, wo sich seine ehemaligen Kollegen bei Jazz, Essen und Getränke ihren Feierabend ausklingen lassen. Dieses Mal geht es um einen umfangreich ausgearbeitet Plot, bei dem man wieder sehr gut merkt, das Michael Hellmann selbst bei der Mordkommission tätig war. Detailliert werden hier alle Hintergründe zum Afrika Center und seiner Gemeinde in Berlin, aber auch einiges wissenswertes aus Afrika dargestellt, den der Pater war als ehemaliger Missionar in einigen Ländern Afrikas tätig. Für mich waren diese Details sehr interessant, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es dem einen oder anderen zu viel wird. Interessant fand ich auch wie die Autoren die Atmosphäre dieses Gotteshaus und den Kirchgängern dem Leser nahe brachten und spüren ließen. Allerdings fehlte mir diesmal ein wenig die Spannung bei dem Fall. Die Charaktere haben mir noch besser gefallen wie bei Band eins, wahrscheinlich weil ich sie jetzt schon kannte und ich immer mehr von ihnen erfuhr. Schön fand ich das Doppel-u und auch Denis weiter mit präsent und sogar bei den Ermittlungen beteiligt sind. Großartig fand ich wieder Denis Berliner Schnauze mit dem original Berliner Dialekt, den selbst ich als Schwabe gut verstehe. Das dieser Fall dann eine totale Wendung nahm, hat mich schon ein wenig überrascht. Entsetzt hat mich das dieser Fall auf Pfarrer Dr. Alain-Florent Gandoulou aus dem Kongo beruht, den man am 22. Februar 2018 in Berlin mit einem Regenschirm erstochen hat. Ein Krimi, der uns mal wieder vor Augen hält, dass die Realität näher bei uns ist als wir glauben. Ich hoffe auf etwas mehr Spannung beim nächsten Fall und geben dem Buch 4 1/2 von 5 Sterne.

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Cover des Buches ...und aus bist du: Blue Light Berlin-Krimi (ISBN: B079Y7QHCV)C

Rezension zu "...und aus bist du: Blue Light Berlin-Krimi" von Nika Lubitsch

Berlins Bullenkneipe Blue Light
claudi-1963vor 4 Jahren

"Diejenigen, die am lautesten fordern, der pädophile Mörder müsse auf dem Marktplatz hängen, schlagen zu Hause ihre Kinder. Sind sie viel besser?" (Klaus Zankl)
In einer Hinterhofwohnung in Berlin-Neukölln werden die Ermittler Claudia Westermann und Robert W. Robertson (Doppel-u) zum Tatort gerufen. Da ahnen die beiden Kommissare noch nicht, das dieser Fall ihr Leben für immer verändern wird. Ein Familienstreit des Ehepaar Treuwerth, endet für den Ehemann tödlich. Dabei hat der zur Hilfe eilende Sohn Denis in Notwehr auf seinen Stiefvater eingestochen, nachdem dieser seine Mutter fast totgeprügelt hat. Bevor die Polizei eingetroffen war, gelang ihm jedoch die Flucht. Während man die Mutter ins Krankenhaus bringt, verstirbt der Vater kurz danach an seiner Verletzung. Es später erfahren die Ermittler, das Denis auf der Suche nach seiner 10-jährigen Schwester Céline ist, die seit dem Nachmittag verschwunden wäre. Doch je länger Denis dauert, desto mehr Zweifel kommen in ihm, das er sie lebend wiederfindet. Aber nicht nur Denis auch die Polizei und Célines Freunde machen sich auf die Suche, nachdem verschwundenen Mädchen. Noch ahnen sie nicht, dass ein Kindermörder und Pädophiler sein Unwesen treibt. Werden sie Céline rechtzeitig finden?

Meine Meinung:
Ein geheimnisvolles Cover und ein interessanter Klappentext haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht, den bisher kannte ich die Autorin noch nicht. Der Schreibstil ist locker, teils auch mit einer kleinen Prise Humor, die nicht fehlen darf. Eingeteilt in mehreren kleinen Kapiteln, liest sich das Buch recht flüssig. Anhand verschiedener Handlungsstränge bekomme ich als Leser nicht nur Einblick in die Ermittlungen der Polizei, sondern auch in das Tatgeschehen. Ein interessanter Plot wird untermalt mit beeindruckend Lokalkolorit Berlins, die sehr gut beschrieben werden. Gefallen hat mir auch der Berliner Dialekt, der sehr gut zu dem ganzen Milieu und Umfeld gepasst hat und der für alle verständlich ist. Den genau das macht einen Regionalkrimi aus, das man die Lebensweise und die Realität möglichst nah beschreibt, was die Autoren sehr gut widerspiegeln. Für Bestsellerautorin Nika Lubitsch war dies die erste Co-Produktion mit Michael Hellmann, der früher selbst bei der Berliner Mordkommission war. Dies merkt man dem Buch auch an, den man erfährt als Leser neben dem eigentlichen Fall, auch viel von den Grenzen und Problematiken der Polizeiarbeit. Da stirbt dann z.B. ein Polizist der Hundestaffel beim Einsatz an einem Herzinfarkt und keiner weiß richtig wie reagieren, weil der Hund nicht von seiner Seite weicht. Das eine solche Tat wie in diesem Buch beschrieben wird, auch bei den Ermittlern nicht spurlos vorübergeht, ist hier gut dargestellt. Gleichzeitig ist dies, die Geburt von Blue Light einer Bullenkneipe und einer ganz eigenen neuen Kriminalreihe. Ebenso wird die Problematik von Berlins Brennpunkt Neukölln hier sehr gut angerissen, so das ich es mir als Leser bildlich gut vorstellen konnte. Die Charaktere waren durchweg sehr sympathisch, auch wenn ich mir optisch Denis vielleicht etwas anders vorgestellt hatte.
Trotz der nicht ständig präsenten Spannung, kann ich dieses Buch nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall.

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Cover des Buches ...und aus bist du: Blue Light Berlin-Krimi (ISBN: B079Y7QHCV)M

Rezension zu "...und aus bist du: Blue Light Berlin-Krimi" von Nika Lubitsch

Ein fesselnder, sozialkritischer Beginn einer neuen Krimireihe, die zum Nachdenken anregt
MartinaScheinvor 4 Jahren


Das war mal ein völlig anderer Roman aus der Feder von Nika Lubitsch. Das Zusammenspiel mit Michael Hellmann finde ich sehr gut gelungen.
Ein sehr interessanter Plot, Spannung von Beginn an sowie ein fesselnder und flüssiger Schreibstil machen diesen Krimi zu einer runden Sache. Die unterschiedlichen Blickwinkel und Betrachtungsweisen tragen ebenfalls zu einer gelungenen Unterhaltung bei.


Das Lokalkolorit eines der sozialen Brennpunkte Berlins, des nicht gerade unproblematischen Bezirks Neukölln haben die Autoren sehr anschaulich und äußerst lebendig gezeichnet. In den Berliner Dialekt bin ich schnell wieder reingekommen. Hilfreich war dabei sicherlich auch, dass ich fünf Jahre in der Nähe von Berlin gelebt habe.


Die Protagonisten gehören eher dem unteren Ende der sozialen Leiter an, dennoch wirken sie auf mich weder asozial noch abstoßend. Ganz im Gegenteil - sie waren mir auf Anhieb ausgesprochen sympathisch, besonders Denis, Irma und nicht zu vergessen, Agathe. Die Charaktere wirken durch die entsprechenden Erzählungen und Dialoge sehr authentisch.


Die Kriminaler Claudia und Double-u wachsen einen durch ihre Menschlichkeit ebenfalls gleich ans Herz. Den oftmals harten Ermittlungsalltag haben die Autoren sehr plastisch dargestellt. Die Knüppel, die den Beamten - auch von oben - oftmals zwischen die Beine geworfen werden, sind schon sehr frustrierend. Dass sie dennoch Gefühle nicht nur empfinden, sondern auch zeigen, macht sie ausgesprochen liebenswert.


Die Polizisten werden in diesem Buch nicht - wie man das häufig in Filmen sieht - zu Superhelden hochstilisiert. Sie sind Menschen mit Stärken und Schwächen und natürlich Bedürfnissen. Auch das kritische Hinterfragen des Systems hat mir gut gefallen. Gerade den Frust von Double-u kann ich gut verstehen. Auf der anderen Seite bin ich allerdings eher eine Verfechterin des persönlichen Datenschutzes.

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