Michael Hennemann

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Interview mit Michael Hennemann

Ein Interview zum Thema Fotografie zwischen Michael Hennemann und LovelyBooks // Mai 2011

1) Wie lange fotografierst du bereits?

Meine fotografischen Anfänge liegen schon sehr, sehr lange zurück. Als Kind habe ich mit einer Agfamatic-Boxkamera fotografiert. Das war so eine einfache Pocketkamera für Instamatic-Filmkassetten, bei der man mit einem Ring am Objektiv ein Wettersymbol für Wolken oder Sonne einstellen konnte und für Innenaufnahmen lies sich sogar ein Blitzwürfel ansetzen. Weil mir die Möglichkeiten dann aber irgendwann nicht mehr reichten, investierte ich einen Teil meines Konfirmationsgeldes in eine Revue ML, eine Spiegelreflexkamera aus ostdeutscher Produktion, die in Westdeutschland von einem großen, inzwischen nicht mehr existierenden Versandhaus vertrieben wurde. Die Arbeit mit dem Nachführbelichtungsmesser, bei dem man Verschlusszeit und Blende so einstellen musste, bis sich der Zeiger in der Mitte befand war, eine harte, aber gute Schule, um sich intensiv mit den Grundlagen der Fototechnik zu beschäftigten.

2) Was hat dich dazu bewegt?

Ich kann weder besonders gut malen noch musizieren. Der Fotoapparat gibt mir die perfekte Möglichkeit, um meiner Kreativität Ausdruck zu verleihen. Der Entschluss nach dem Abitur meine fotografischen Kenntnisse zu professionalisieren, stand daher für mich schon relativ früh fest. Während meiner Ausbildung zum staatlich geprüften-fototechnischen Assistenten in Freiburg habe ich alles über die technischen Grundlagen der Fotografie gelernt. Mitte der 1990er gab es zwar schon Photoshop 3.0, die Digitalfotografie war aber gefühlt noch Lichtjahre davon entfernt, Einzug in die professionelle Fotografie zu nehmen. Wahnsinn, wie schnell dann alles gegangen ist.

3) Welcher Fotograf inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Es gibt so viele, tolle Fotografen - wo soll ich da mit dem Aufzählen beginnen? Immer wieder fasziniert bin ich von den ausdrucksstarken SW-Landschaftsfotos des Altmeisters Ansel Adams. Überhaupt bewundere ich die großen amerikanischen Naturfotografen wie Frans Lanting, Art Wolfe oder Jim Brandenburg. Ich gucke mir aber auch gerne Bildbände des schwedischen Fotografen Clas Grundsten an und freue mich, wenn sich die Möglichkeit bietet, einen Diavortrag des Münchener Wüstenfotografen Michael Martin zu besuchen.

4) Welches ist dein bevorzugtes Genre und warum bevorzugst du dieses?

Mein Steckenpferd ist eindeutig die Reisefotografie. Schon alleine deshalb, weil ich so gerne und oft unterwegs bin. Wobei „Reisefotografie“ ja nur ein Oberbegriff ist. Reisefotografie, das sind Porträts, genauso wie Architektur, Landschaft oder Stillleben. Und genau diese Vielfalt reizt mich.

5) Und wie kamst du von der Fotografie zum Schreiben?

Praktisch von Anfang an gingen Fotografieren und Schreiben Hand in Hand. Ich merkte schnell, das sich meine Leidenschaft fürs Fotografieren und die Passion zum Reisen gut miteinander vereinen ließen, und das sich die Kombination aus Text und Fotos gut an Reisemagazine verkaufte.

6) Seit wann schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Während der Vorbereitung einer Schneeschuhwanderung fiel mir das spärliche Informationsangebot zur „Bärenrunde“, einer 80 km langen Wanderroute in Nordfinnland auf. Daraus entstand die Idee, einen eigenen Reiseführer zu schreiben, der dann im Jahr 2000 im Conrad-Stein-Verlag erschienen ist. Es folgten weitere Wander- und Kajakführer und irgendwann wollte ich dann mein Foto-Wissen, inzwischen natürlich auch mit der Digitalkamera, an andere weiter geben. Mit dem Markt- und Technik-Verlag habe ich dann einen starken Partner gefunden, um diese Vision in die Tat umzusetzen.

8) Wann und was liest Du selbst?

So oft wie möglich und praktisch alles. Was Reisebücher angeht, so bin ich ein großer Fan von Bill Bryson und bei der Lektüre komme ich aus dem Schmunzeln meist gar nicht raus. Ein Bildband der derzeit auf meinem Couchtisch liegt, und in dem ich immer wieder gerne, blättere ist „Deutschlands unberührte Naturparadiese“ von Norbert Rosing, dessen Namen ich natürlich auch schon bei Frage 3 hätte nennen müssen.

7) Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

In erster Linie über das Internet. Eine eigene Website betreibe ich schon seit Langem, seit Kurzem gibt es auch eine Facebook-Seite. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Lesern, die mit ihren vielen Tipps, Anregungen und Fragen helfen, meine Bücher noch besser und praxistauglicher machen.