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Rogner_Bernhard_Verlag

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Liebe Lesefreunde,


Ende August erschien Michael Hingstons Debütroman Die Dilettanten bei Rogner & Bernhard und wir möchten euch zu einer Leserunde einladen. Natürlich werden wir von Rogner & Bernhard an der Leserunde teilnehmen und mit euch diskutieren.

Könige der Ironie

Die Uni als Mikrokosmos: Der Peak, die Studentenzeitung an der Uni von Burnaby, Kanada, wird durch die Einführung einer Gratiszeitung bedroht. Alex und Tracy, beide Mitarbeiter des Blattes, sehen sich mehreren Herausforderungen gegenüber: dem schwelenden Zeitungskrieg, dem bevorstehenden Studienabschluss, dem komplizierten Liebesleben und der Bewältigung ihrer postadoleszenten Lebensrealität. Ihre Artgenossen und Leser sind Vertreter der Second-Hand-Ironie. Redet man von Mode, dann nicht ohne eine Fußnote von Michel Foucault. Dem Wort Darfur hat immer eine Schweigeminute zu folgen. Chocolate-Chip-Cookie-Rezepte müssen immer post-kolonial sein. Das coolste, was man im Grundstudium tun kann, ist, in einem Tutorium zu gestehen, dass auf der persönlichen Amazon-Wunschliste nur Heidegger steht.
Die Dilettanten erwecken den Campusroman mit Witz, Wahrheit und Wahnsinn zu neuem Leben und retten ihn ohne Nostalgie ins 21. Jahrhundert.


Wir suchen 10 neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, Hingstons Roman zu lesen und eine Rezension zu schreiben. Dazu beantwortet uns bis zum 25. September folgende Frage:

Welches Poster habt ihr als junger Erwachsener besonders geliebt und an WG-Klotür, übers Bett oder in die erste eigene Küche gehängt?

Viel Glück! Wir freuen uns auf die gemeinsame Lesezeit. Natürlich sind auch diejenigen herzlich eingeladen, die sich das Buch selbst beschaffen und mit uns mitlesen wollen.

Autor: Michael Hingston
Buch: Die Dilettanten
1 Foto

britta70

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Oh, das klingt wunderbar! Besonders auch wegen der ganzen Bezüge auf Heidegger, Foucault, Pistkolonialsmus etc. Als Soziologin mit Schwerpunkt Kultursoziologie kenne ich all diese Debatten und bin natürlich wahnsinnig gespannt, wie sie hier umgesetzt wurden. Sehr gerne würde ich auch mal wiederin Erinnerungen an meine Studentenzeit schwelgen - war eine tolle Zeit!
Zur Frage:
Ja- ich hatte lange Zeit bei mir ein Anti-Rassismusposter hängen. Ich glaube, da gab es einen Dialog zwischen Eisbären und Pinguinen zum Thema. Sollte ich irgendwo ein Bild auftreiben können, hänge ich es noch an. Fand ich sehr genial :-)

seschat

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ich würde gern mitlesen, da ich ironische und moderne Literatur sehr schätze. Und als ehemalige Studentin würde ich mich auch sehr freuen, noch einmal ins Campusleben einzutauchen.

An meiner Zimmerwand hing ein Poster von Che Guevara; von wem sonst ;-)

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seschat

vor 3 Jahren

Fazit/Rezension
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Hier meine Rezi:
http://www.lovelybooks.de/autor/Michael-Hingston/Die-Dilettanten-1117306165-w/rezension/1118319427/1118320899/

Danke, dass ich mitlesen durfte. Leider hat sich mir dieses Buch nicht erschlossen.

Viele Güße
seschat

berlinbuch

vor 3 Jahren

1. Leseabschnitt: bis S. 50

Für mich ist diese Art des Lesens komplett neu und ich bemerke verblüfft, wie anders man liest, wenn man weiß, dass man darüber am Schluss gewissermaßen Rechenschaft ablegt gegenüber einer Öffentlichkeit. Und diese Art des "Anders Lesens" bezieht sich bei mir zu Beginn eher auf "extrem kritisch".

Und das beginnt gleich mit dem ersten Satz. "Als der Gelenkbus … hinaufkroch …, starrte Alex…". "Als" bezieht sich meines Erachtens auf einen Zeitpunkt, keine Zeitspanne. Die richtige Übersetzung hätte lauten müssen "während", denn "starren" ist notgedrungen eine Tätigkeit, die sich gerade durch ihre zeitliche Ausdehnung auszeichnet. Ähnliche Übersetzungsfehler sind immer wieder zu sehen, wiewohl ich im weiteren Textverlauf mich zunehmend der Handlung in die Hände gegeben habe und meine Kritikerexistenz bis auf die ganz markanten Fehler in den Hintergrund trat. Aber einige Beispiele:
Wieso heißt es auf Seite 11 "Schulabschluss", wenn er doch an der Uni ist?
Auf Seite 13 ist sicherlich nicht "die" Rosetta Stone gemeint, denn eine Person dieses Namens gibt es gar nicht, was es vielmehr gibt, und worauf sich die Übersetzerin vermutlich bezieht, ist ein Sprachlernangebot namens "Rosetta Stone". Da der Autor das aber in Verbindung mit Enigma schreibt, der Verschlüsselungstechnik der Nazis im Zweiten Weltkrieg, meint er den Stein von Rosetta, mit dessen Hilfe im 19. Jahrhundert die ägyptische Hieroglyphenschrift wieder entziffert werden konnte.

Das kann man jetzt durchaus als kleinkarierte Mäkelkritik bezeichnen, aber für solche Fehler gibt es Lektorate, und da habe ich wenig Geduld mit dem – in diesem Fall ja dem deutschen – Verlag, wenn so etwas nicht erkannt wird.

Warum wird "Dodgeball" nicht übersetzt? Die Firma heißt Gore-Tex (S. 30), ohne t.

Dies zum stilistischen. Nun aber zum Inhalt. In einer ganz klassischen Variante werden dem Leser beide Hauptfiguren vorgestellt, es folgt ein Auftreten besagter Hauptpersonen im zentralen Thema des Romans, der Zeitungsredaktion des Peak. Dadurch bekommen wir als Leser natürlich auch einen Eindruck davon, wer die titelgebenden "Dilettanten" sind.
Das ist extrem herkömmlich und leider auch ziemlich langweilig, einzig besonders ist das Durcheinander der Redaktionssitzung, weil dort die meisten Beiträge nicht einer Person zugeordnet sind, sondern wir als "Neue" einfach so in den Diskussionswust der Redaktion geworfen werden.
Interessant ist, wie hier der 11. September bereits vollkommen historisch und nicht mehr Element der Zeitgeschichte ist. Das lässt sich natürlich einfach dadurch erklären, dass eine Studierendengeneration etwa 4-5 Jahre umfasst, und damit bereits zwei Generationen seit den Terroranschlägen in den USA vergangen sind. Diese Art der extrem beschleunigten Traditionsbildung, die auch im weiteren Roman immer wieder aufscheint, fand ich eine sehr interessante Beobachtung.
Die zweite bemerkenswerte Eigenheit erschien mir, wie sehr die Redakteure an dem Printmedium kleben – zwar gibt es eine immer mal wieder erwähnte Online-Fassung des Peak, aber es geht immer nur um die Mühen der Erstellung der Druckfassung, als hätten die Studierenden nicht auch bereits 2010/11, den Jahren, in denen der Roman spielt, ihre Informationen vorzugsweise von Buzzfeed oder, im günstigsten Fall, von der New York Times Onlineausgabe bezogen. Mir ist bis zum Schluss unklar geblieben, ob dieser ausschließliche Bezug auf das Printmedium wertschätzende Nostalgie, abschätzige Ironie oder ernstgemeinte Traditionsverhaftung ausdrückt.

miss_mesmerized

vor 3 Jahren

1. Leseabschnitt: bis S. 50

berlinbuch schreibt:
Und das beginnt gleich mit dem ersten Satz. "Als der Gelenkbus … hinaufkroch …, starrte Alex…". "Als" bezieht sich meines Erachtens auf einen Zeitpunkt, keine Zeitspanne. Die richtige Übersetzung hätte lauten müssen "während", denn "starren" ist notgedrungen eine Tätigkeit, die sich gerade durch ihre zeitliche Ausdehnung auszeichnet. [...] Wieso heißt es auf Seite 11 "Schulabschluss", wenn er doch an der Uni ist? [...]

"als" kann auch Gleichzeitigkeit ausdrücken und sich damit auf eine Zeitspanne beziehen - ich sehe in diesem Satz jetzt keinen Fehler.

An der Übersetzung von "School" bin ich auch gestolpert, ich hätte auch erwartete, dass bekannt ist, dass das auch als gängige Bezeichnung für die Hochschule verwendet wird.

berlinbuch

vor 3 Jahren

2. Leseabschnitt: bis S. 114

Zu Beginn dieses zweiten Abschnitts lernen wir Hauptfigur Tracy besser kennen. Sie lebt eher neben als mit ihrem Freund Dave in einer nicht nur langjährigen, sondern auch ziemlich -weiligen Partnerschaft und unter einem Dach. Am Ende des 4. Kapitels gelingt dem Autor ein sehr schönes Bild, als sich die Zahnbürsten der beiden küssen wie Hollywoodstars; und der erfahrene Leser weiß: wenn die Zahnbürsten sich näher sind als deren Besitzer, liegt was im Argen.

Ansonsten passiert, nun ja, nicht viel. Die Boulevard-Konkurrenz der Studierendenzeitung wird auf den Campus expandieren, aber die Dramatik hält sich in Grenzen, wie dem Leser offensiv vorgeführt wird. Die Redakteure schreiben augenscheinlich primär für ihr eigenes Vergnügen. Dabei bleibt unklar, was für eine Art Zeitung der Peak denn nun ist: eine Art Studi-Vice, gefüllt mit Texten, deren Verachtung des Reportageinhalts nur noch von der der LeserInnen übertroffen wird?; ein intellektuelles Bollwerk gegen karrieristischen Einheitsbrei auf dem Campus? Oder fehlt, das wäre mein Eindruck nach Lektüre des Buches, eine redaktionelle Grundlinie nicht vielmehr ganz? Und liegt dieser Mangel an der fehlenden Charakterisierung durch den Autor oder ist es Absicht, das offen zu lassen?

Der Nachteil dieser Konstellation, so der Autor es auf Identifikation seiner Leser mit den Hauptfiguren abgesehen hat, was die Machart schwer vermuten lässt, der Nachteil ist, dass die dramaturgische Fallhöhe extrem gering ist – selbst wenn am Ende der Peak in der aktuellen Form verschwinden sollte, kümmert es den Leser nicht, sondern nur die selbstbezogenen Redakteure. Natürlich sind die Darfur-Witze tatsächlich sehr unterhaltsam, vor allem die Schlusspointe, aber das rechtfertigt eben keinen Roman. Bis hierhin ist also unklar, was nun eigentlich der immer wieder behauptete Konflikt der ganzen Geschichte sein soll.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 3 Jahren

5. Leseabschnitt: bis S. 286
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ich bin endlich durch, und man, ich hab mich anfänglich sehr auf das Buch gefreut. Ich fand das Buch klasse aufgemacht, der Kontrast der Farben ist wunderschön. Ich dachte am Anfang, ich muss mich etwas an den neuen Stil gewöhnen, doch blieb mir das Buch die ganze Zeit über fremd und hat mich nicht angesprochen. Ich musste mich immer wieder ermutigen, weiter zu lesen. Schade, die Reiz folgt demnächst, muss mir erst ein paar Gedanken und Notizen machen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 3 Jahren

Fazit/Rezension
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http://www.lovelybooks.de/autor/Michael-Hingston/Die-Dilettanten-1117306165-w/rezension/1119647344/1119648575/

schade, habe mich sehr gefreut. Trotzdem liebsten Dank, dass ich mitlesen durfte.

berlinbuch

vor 3 Jahren

Fazit/Rezension

http://www.lovelybooks.de/autor/Michael-Hingston/Die-Dilettanten-1117306165-w/rezension/1119878637/

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