Michael Holzach

 4.2 Sterne bei 38 Bewertungen
Autor von Deutschland umsonst, Das vergessene Volk und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Michael Holzach

Deutschland umsonst

Deutschland umsonst

 (27)
Erschienen am 01.07.1993
Deutschland umsonst

Deutschland umsonst

 (0)
Erschienen am 25.08.2006
Das vergessene Volk

Das vergessene Volk

 (1)
Erschienen am 01.11.1982
Zeitberichte

Zeitberichte

 (1)
Erschienen am 01.02.1992
Das vergessene Volk. (6881 068)

Das vergessene Volk. (6881 068)

 (1)
Erschienen am 01.01.1992

Neue Rezensionen zu Michael Holzach

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Deutschland umsonst" von Michael Holzach

Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland
Herbstrosevor 4 Jahren

Im Frühjahr 1980 startet Michael Holzach, Journalist und Autor dieses Buches, in Hamburg zu einem Fußmarsch durch Deutschland – immer Richtung Süden, ohne Geld und nur mit dem Nötigsten im Rucksack. Sein erster Weg führt ihn ins Tierheim, wo er sich einen Hund als Wegbegleiter aussucht. Er nennt ihn Feldmann. Die Wanderung gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn gleich zu Anfang wird Feldmann von einem Auto angefahren und verletzt. Auch betteln muss erst einmal gelernt werden, und Hunger und die Suche nach einem trockenen Nachtquartier wird zur täglichen Qual. Nur wenige Bauern sind bereit den beiden Obdach zu gewähren, obwohl Michael seine tatkräftige Mithilfe anbietet. Zu groß ist das Misstrauen. Selbst kirchliche Stellen öffnen erst gar nicht ihre Tür. Doch es gibt auch hilfsbereite und freundliche Menschen und oft ist ein Kloster oder die Bahnhofsmission die letzte Rettung.

Das Buch „Deutschland umsonst – Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland“ schildert autobiographisch die Erlebnisse des damals 33jährigen Autors. Michael Holzach durchwandert in sechs Monaten die Bundesrepublik von Norden nach Süden bis zur deutsch/österreichischen Grenze und auf anderer Route wieder zurück nach Hamburg. Er besucht auf seiner Reise all die Orte, mit denen er die Erinnerungen an seine Kindheit, Jugend- und Studienzeit verbindet. Er besucht sein ehemaliges Internat in Holzminden, verweilt in Bochum, dem Ort seines Studiums, wandert nach Bergisch-Gladbach, wo er in der Villa seines Vaters seine früheste Kindheit verbrachte und kommt auch nach Heppenheim, wo er nach der Scheidung seiner Eltern bei Verwandten untergebracht wurde. Diese Suche nach seiner Vergangenheit und nach seiner eigenen Identität zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Erzählung und gipfelt darin, dass er sich in München in der leer stehenden Wohnung seiner Mutter, die sich im Urlaub befindet, für einige Tage einquartiert. Die wohl schönste Zeit erlebten Herr und Hund im Allgäu auf der 1700 Meter hoch gelegenen Didleralm. Dort hilft er dem alten Hirten Sepp und dem dreizehnjährigen Hütejungen Leo bei ihrer schweren Arbeit und kommt endlich innerlich zur Ruhe.

Holzachs Schreibstil ist sehr fesselnd und eindringlich, dabei flüssig und gut lesbar. Gekonnt wechselt er ab zwischen den Widrigkeiten, mit denen er zu kämpfen hatte, und der Beschreibung herrlicher Landschaften oder manchmal auch weniger schönen Gegenden Deutschlands, die er durchwanderte. Als Leser ist man dabei, man spürt den beginnenden Frühling mit seinen noch kühlen Nächten, fühlt die Hitze und Trockenheit des Sommers und leidet mit im Dauerregen des Herbstes. Man lernt interessante Menschen kennen und erfährt einiges über den Alltag in den 80er Jahren. Eine Deutschlandkarte am Ende des Buches mit eingezeichnetem Wanderweg des Autors trägt zum besseren Verständnis bei.

Eine Frage jedoch lässt mich nachdenklich zurück: Ist es gerechtfertigt, kostenlose staatliche Hilfe für Obdachlose oder von karitativen Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, wenn man zu Hause ein gut gefülltes Bankkonto hat? Darf man Lebensmittel stehlen um seinen Hunger zu stillen oder in Häuser einbrechen um einen trockenen Schlafplatz zu haben? Ich meine nein!

Fazit: Interessantes Thema, gut umgesetzt und spannend beschrieben, daher auf jeden Fall empfehlenswert.

Aus Wikipedia:  Im Frühjahr 1983 begannen Vorarbeiten zur Verfilmung seines Reiseberichts. Während der Motivsuche an der Emscher in Dortmund-Dorstfeld rutschte sein Hund „Feldmann“ an der betonierten Uferböschung ab und fiel in den Kanal. Holzach sprang hinterher, wurde aber von der starken Strömung mitgerissen, schlug mit dem Kopf gegen einen Betonpfeiler und ertrank. Sein Hund hingegen konnte von der Feuerwehr gerettet werden.

Kommentare: 5
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F

Rezension zu "Deutschland umsonst" von Michael Holzach

Rezension zu "Deutschland umsonst" von Michael Holzach
FranzFerdinandvor 10 Jahren

Ein gutes Buch über das Leben, die Gesellschaft und die Suche nach dem eigenen Ich.

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literats avatar

Rezension zu "Deutschland umsonst" von Michael Holzach

Rezension zu "Deutschland umsonst" von Michael Holzach
literatvor 10 Jahren

Das ist tatsächlich für mich auch ein Buch mit Kultstatus. Anfang der 80-er Jahre, an die Zeit kann ich mich tatsächlich auch noch erinnern, auch wenn ich da noch ein kleines Mädchen war. Was ich gut fand, war die objektive Darstellung des Autors von seinem Kontakt zu Menschen, die ganz unten in der Gesellschaft stehen. Er klang nie hochmütig, nie überlegen, nie wertend, abwertend sondern immer mit Humor und Verständnis. Fand ich richtig gut. Mich würde interessieren, wie die REise ablaufen würde, wenn er im Jahr 2008 oder meinetwegen auch 2009 nochmal dieselbe Route unterwegs wäre. Wahrscheinlich würde er genauso auf Unverständnis und Ablehnung stoßen wie auch Anteilnahme und Hilfe wie im vorliegenden Buch. Oder ist die soziale Atmosphäre kälter geworden in unserem Land?

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