Michael Jürgs Sklavenmarkt Europa

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Inhaltsangabe zu „Sklavenmarkt Europa“ von Michael Jürgs

Verkauft, versklavt, zur Prostitution gezwungen. Menschenhandel ist die moderne Form der Sklaverei und eine so grausame Geschichte wie einst die des Sklavenhandels. Frauen, Männer, Kinder werden von kriminellen Vereinigungen versklavt in Prostitution und Zwangsarbeit, verkauft als Haussklaven und an Bettlerbanden, ausgebeutet mit Dumpinglöhnen und ausgeschlachtet im internationalen Organhandel. In Europa beträgt der geschätzte jährliche Umsatz des organisierten Verbrechens mit der Ware Mensch 15 Milliarden Euro. Michael Jürgs reiste auf die Dunkelfelder des Verbrechens, war bei Razzien und Strategiesitzungen dabei und befragte bei Europol, Bundespolizei, UNO, Frontex und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen die Frauen und Männer, die den Kampf gegen die Gesetzlosen im Namen des Gesetzes bestreiten.

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    Sklavenmarkt Europa
    Havers

    Havers

    02. July 2014 um 09:57

    Mit „Sklavenmarkt Europa: Das Milliardengeschäft mit der Ware Mensch“ legt der ehemalige Chefredakteur und erfolgreiche Bestsellerautor Michael Jürgs eine erschütternde Zustandsbeschreibung der westeuropäischen Gesellschaft vor, denn nur da, wo es eine Nachfrage gibt, werden immer wieder skrupellose Menschenhändler bestrebt sein, diese zu befriedigen, um daraus ihren persönlichen Profit zu ziehen. Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen und der Öffnung nach Osteuropa ist es für die verschiedenen Schleuserringe um ein Vielfaches leichter geworden, ihren schmutzigen Geschäften nachzugehen. Der Menschenhandel hat viele Gesichter, wobei am offensichtlichsten die Verschleppung von Mädchen und jungen Frauen in die Zwangsprostitution ist. Der überwiegende Teil wird mit falschen Versprechen z.B. Arbeitsstellen als Haushaltshilfe geködert, aber gerade in den Ländern Osteuropas gibt es auch viele Familien, die nicht davor zurückschrecken, ihre Kinder an den Meistbietenden zu verkaufen, um so den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Diese werden dann in Bettel- und/oder Diebesbanden verteilt, deren Einsatzgebiete unter verschiedenen kriminellen Organisationen aufgeteilt und generalstabsmäßig geplant sind. Doch auch „legale“ Arbeitgeber werden mit den modernen Sklaven versorgt, man denke nur an die Billiglohnkräfte auf dem Bau und beim Ernteeinsatz. Oder an die Reinigungskräfte, die in Luxushotels im Akkord für einen Hungerlohn Zimmer putzen, oder an die Hilfskräfte in der fleischverarbeitenden Industrie. Und zu guter Letzt bietet auch der illegale Organhandel eine gute Einnahmequelle für die skrupellosen Händler, die die Ware Mensch im Angebot haben. Jürgs nennt Zahlen: die UNO spricht von fast 900.000 Opfern (ca. 60 % davon nicht volljährige Frauen), mit denen die Menschenhändler 15 Milliarden Euro Umsatz im Jahr machen - ein äußerst profitables Geschäft! Hier sind die Hilfsorganisationen vor Ort und die Politik Westeuropas gefordert, denn auf das Einsehen derjenigen, die die Dienste dieser modernen Sklaven in Anspruch nehmen, kann man nicht vertrauen. Denn solange es Armut in Osteuropa gibt, werden die Menschen dort immer wieder versuchen, ihr trostloses Leben hinter sich zu lassen und deshalb gutgläubig auf die falschen Versprechungen der Menschenhändler hereinfallen, die ihnen eine Perspektive eröffnen und sie in den goldenen Westen bringen - aber auch in die Sklaverei verschleppen! Eine gut recherchierte, erschütternde Bestandsaufnahme.

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  • Aufrührend

    Sklavenmarkt Europa
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. April 2014 um 14:29

    Aufrührend „Versklavung von Besiegten war selbstverständlich für die Siegreichen“. Und folgt man Michael Jürgs in seiner fundierten Recherche zum Thema der „Ware Mensch“ in Europa und ebenso seiner überzeugenden Argumentation, dann ist dieser erste Satz eine Art fast „Festgelegtes in der Evolution“. Und so groß ist der Unterschied zu den damaligen Gepflogenheiten nach siegreichen (G)Feldzügen gar nicht. Nur, dass die Ergebnisse damals offenkundig und ohne Scham vor aller Welt gezeigt wurden (in Rom wurden die Sklaven im Rahmen der Triumphzüge dem gesamten Volk gezeigt). Auch heute gibt es eben die „Siegreichen“ (die sich außerhalb der Legalität einfach andere „bedienen“) und die „Verlierer“ dann als „Sklaven des (Schwarz)Marktes“. Der Mensch ist in mancherlei bitterer Hinsicht dann nichts anderes mehr als eine Ware, an der möglichst viel Geld verdient werden soll. Zu möglichst niedrigen Löhnen (falls das überhaupt als „Löhne“ zu bezeichnen ist) verschachert gegen einen möglichst hohen Preis und in den Strukturen existenziell abhängig gehalten von den „Herren“. Zwangsprostitution, Arbeiterkolonnen, zum Betteln gezwungene Menschen, die durch Gewalt, Erpressung oder auch gleich beides wie im Gefängnis „gehalten“ und benutzt werden. Wobei dann natürlich gilt: „Investitionskosten beim Erwerb der Frauen, Mädchen, Männer, Kinder in deren Heimatländern sind „Peanuts“ ……. die Risiken wegen stetiger Nachfrage in Europa gering“. „Sexuelle Ausbeutung ist also ein sicherer Arbeitsmarkt“. Den man, auch wenn es ethisch kaum statthaft ist, mit der Sprache „eines Finanzanalysten“ durchaus zutreffend charakterisiert. Jürgs redet sich hier nicht mit Phantasien in Rage, zu keiner Zeit hat der Leser während der Lektüre den Eindruck, dass hier einer um des Effektes willen übertriebt, Gruselgeschichten aufbauscht. Im Gegenteil, sehr nüchtern verweist Jürgs auf eine Vielzahl von Beispielen im Buch, verankert seine Erkenntnisse immer wieder an der nackten Realität (nicht nur im übertragenen Sinne zu verstehen) und legt eine Form des Elends offen, die den Leser kaum mehr in Ruhe lässt. Vor allem, so ehrlich und klar ist Jürgs, weil er zwar die ein oder andere Strategie gegen dieses unmenschliche „Halten von Menschen“ benennt, aber doch das Fazit im Raum steht, dass kaum etwas wirklich gravierendes und wirksames gegen dieses moderne Sklavenhaltung wirklich ins Feld geführt werden kann. Da, wo die einen Länder Schlupflöcher schießen, Zwangsarbeiter enttarnen, Dumping Löhne verfolgen, werden einfach neue „Märkte“ an anderen Orten erschlossen. Sex, Bauhilfen, billigste Helfer beim Schlachten werden überall gefragt, gesucht und im Sinne des Profites dann „ausgesaugt“. Wenn eben nicht mehr in Spanien, dann in der Türkei. Wenn nicht mehr in Deutschland, dann eben in Skandinavien oder der Schweiz. Trotz der Hilflosigkeit, die am Ende fühlbar im Raum verbleibt, ist dies ein fundiertes, wichtiges und lange nachgehendes Buch, das nach Veränderung der Lage und Kampf gegen die Armut mehr schreit als bedächtige Diskussionen hervorrufen will.

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