Michael J. Sandel Gerechtigkeit

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Inhaltsangabe zu „Gerechtigkeit“ von Michael J. Sandel

Eine provokante, lebendige und spannende Einführung in die Moralphilosophie – und ein Plädoyer für einen aktiven Bürgersinn. Ist es in Ordnung, wenn Dachdecker nach einem Sturm den Preis für Reparaturen drastisch erhöhen? Warum gilt es als unmoralisch, Leihmütter für das Austragen eines Kindes zu bezahlen? Darf ein Soldat einen Schäfer erschießen, der seinen Spähtrupp an die Taliban verraten könnte, und damit das Leben von vielen Kameraden retten? Anhand solcher Beispiele aus dem realen Leben, aber auch aus Literatur und Weltgeschichte diskutiert Michael J. Sandel die für jede Gesellschaft entscheidende Frage: Gibt es ein allgemeines Kriterium für gerechtes Handeln? Er prüft die Tauglichkeit moralischer Normen und stellt bedeutende Philosophen wie Aristoteles, Kant und Rawls einander gegenüber. Zudem erläutert er sein eigenes Konzept, in dem das Gemeinwohl und der konkrete Nutzen für den Menschen im Zentrum allen Tuns stehen.

Wer bereits in der iTunes U die entsprechenden Harvard-Vorlesungen gesehen hat, der erfährt hier natürlich nichts Neues. Sonst sehr gut!

— highsail
highsail

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    Gerechtigkeit
    WildRose

    WildRose

    09. April 2014 um 15:12

    "Gerechtigkeit" - dieses Werk von Michael J. Sandel ist wirklich beeindruckend. Der an Harvard lehrerende Philosoph geht in diesem Buch der Frage nach, was Gerechtigkeit eigentlich ist, wie man gerecht handelt und das Richtige tut, und welche philosophischen Ansätze zur "Gerechtigkeitsproblematik" es gibt. In den Kapiteln beschreibt er dazu die Ansichten verschiedener Philosophen, darunter Kant, Aristoteles und Rawls. Er liefert viele anschauliche Beispiele, die die Stärken und Schwächen der einzelnen Denkansätze darstellen und den Leser zum Nachdenken anregen sollen. Das Buch ist auch für Laien problemlos lesbar und äußerst umfangreich, was positiv hervorzuheben ist. Sandel verknüpft historische Definitionen von Gerechtigkeit mit den heutigen Problemen und stellt am Schluss des Buches seine eigene Position dar, ohne den Leser einfach nur manipulieren zu wollen. Nur die Struktur des Buches gefiel mir nicht so gut, aber trotzdem hat dieses Buch nicht weniger als 5 Sterne verdient. Ein so fesselndes, lehrreiches und sorgfältig recherchiertes Fachbuch findet man selten.

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  • Eine lehrreiche und verständliche Einführung in die Moralphilosophie

    Gerechtigkeit
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    10. June 2013 um 12:22

    In seinem letzten Buch „Was man für Geld nicht kaufen kann“ hatte der amerikanische Philosoph Michael J. Sandel über die moralischen  Grenzen des Marktes nachgedacht und wegen der zunehmenden Käuflichkeit von praktisch allem  nicht nur zahllose zivilisatorische Errungenschaften bedroht gesehen, sondern auch festgestellt, dass sich die moralischen Grenzen bedenklich verschoben haben.   Er entdeckte damals die zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft als Quelle: „In einer Zeit zunehmender Ungleichheit läuft die allumfassende Kommerzialisierung des Lebens darauf hinaus, dass Arme und Reiche zunehmend getrennte Leben führen. Wir arbeiten und kaufen und spielen an verschiedenen Orten. Unsere Kinder besuchen verschiedene Schulen, unsere Lebenswelten schotten sich voneinander ab. Das dient weder der Demokratie noch unserer Lebensqualität. Demokratie erfordert keine vollkommene Gleichheit, aber sie erfordert, dass Bürger an einer gemeinsamen Lebenswelt teilhaben. Es kommt darauf an, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Sozialstatus miteinander in Kontakt kommen und im Alltag auch einmal zusammenstoßen. Denn nur so lernen wir, wie wir unsere Unterschiede aushandeln und wie wir gemeinsam dem Gemeinwohl dienen können. Am Ende läuft die Frage nach den Märkten also auf die Frage hinaus, wie wir zusammen leben wollen. Wünschen wir uns eine Gesellschaft, in der alles käuflich ist? Oder gibt es gewisse moralische und staatsbürgerliche Werte, die von den Märkten nicht gewürdigt werden – und die man für Geld nicht kaufen kann?“   Nachdem 2008 sein „Plädoyer gegen die Perfektion“ noch bei der kleinen Berlin University Press erschienen war, legt der Ullstein Verjag nach dem großen Erfolg von „Was man für Geld nicht kaufen kann“ nicht eine Vorlesungsreihe von Sandel über Gerechtigkeit vor, die schon 2009 in den USA erschienen ist und nicht nur dort einen Ruf begründete, den die ZEIT in die Worte fasste: „Wenn Michael Sandel in Harvard über Gerechtigkeit philosophiert, hört die Welt ihm zu.“   Was sich bei der Lektüre der beiden oben erwähnten Bücher zeigt, setzt sich in diesen, zeitlich vorher entstandenen Texten fort. „Wie wir das Richtige tun“ geht davon aus, dass man auch in einer globalisierten und unübersichtlich gewordenen komplexen Welt sehr wohl moralisch handeln und urteilen kann und dass es so etwas wie Richtig und Falsch gibt, das man herausfinden und begründen kann.   Mit vielen praktischen Beispielen gelingt es ihm, auch dem Laien verständlich in zehn Kapiteln (Vorlesungen) so etwas wie eine Philosophiegeschichte der Gerechtigkeit zu formulieren.  Sie mündet in die Forderung nach einer Politik des moralischen Engagements, in der der gegenseitige Respekt eine unverzichtbare Basis ist. „Anstatt den moralischen und religiösen Überzeugungen aus dem Weg zu gehen, die von unseren Mitbürgern ins öffentliche Leben eingebracht werden, sollten  wir uns eher direkt mit ihnen beschäftigen – sie also manchmal in Frage stellen oder bestreiten und gelegentlich auch von ihnen lernen. Es gibt keine Garantie, dass öffentliches Nachdenken über schwierige moralische Fragen in jedem Fall zu einer Übereinstimmung führt oder auch nur zu einer Wertschätzung für die moralischen und religiösen Ansichten anderer. Es kann immer sein, dass, je mehr wir über eine moralische oder religiöse Doktrin erfahren, wir sie desto weniger schätzen. Doch das können wir nur wissen, wenn wir uns mit ihr auseinandergesetzt haben. Das Ideal eine Politik moralischen Engagements ist nicht nur anregender als eine Politik der Vermeidung. Sie ist auch eine verheißungsvollere Grundlage für ein gerechte Gesellschaft.“   Eine lehrreiche und verständliche Einführung in die Moralphilosophie.

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  • Über die Tauglichkeit moralischer Normen

    Gerechtigkeit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. March 2013 um 12:06

      Was sind Kriterien für ein gerechtes Handeln und, so es sie gibt, woher entnimmt eine Gesellschaft solche Kriterien?   Das sind die Leitfragen, denen sich Sandel auf den knapp 400 Seiten seines Buches annimmt. Der in Harvard lehrende politische Philosoph geht bei seinen Betrachtungen, zum Glück, allerdings nicht nur in den weiten Raum der abstrakten Philosophie, sondern versteht es, die Problematik der Frage der Gerechtigkeit an vielfachen handfesten und praktischen Beispielen zu „erden“ und eröffnet damit dem Leser eine durchgehende Reflektion über das (fast) alltägliche Leben. An manchen Grenzfragen kann Sandel daher gut lesbar und nachvollziehbar argumentiert auf jene „Grundquellen“ zugehen, aus denen Ethik und Moral, die Entscheidung, was „gut und gerecht“ ist und was eben nicht, entspringen.   Schon der Einstieg führt umgehend in medias res. Die Preistreiberei bei Katastrophen, wie sich schon ganz einfache, kleine Geschäftsleute durch Wucherpreise gerade an Katastrophen bereichern, statt uneigennützig Hilfe zu geben (was doch deutlich moralisch „besser“ wäre, dem Empfinden nach“.   Ein Thema, dem Sandel im spätern Verlauf des Buches im Kapitel „Märkte und  Moral“ hoch interessant und vertiefend nachgehen wird, wenn er fragt, ob die „Märkte fair sind“ (eher nein) oder ob es Güter geben soll (oder muss), die für Geld „nicht zu kaufen sind“ (eher ja). Eine Frage, die (und so arbeitet Sandel im Buch durchgehend) an zwei extremen Fragen abgearbeitet wird.  Wie ist es, Menschen für Kriege zu bezahlen und wie ist es, Menschen für das Austragen von Kindern zu bezahlen? Was wären „gerechte Löhne“ und wie wäre der Markt hier „fair“ zu nennen?   Sehr objektiv und kühl durchdacht stellt Sandel (nicht nur in diesem Kapitel“ die einzelnen Aspekte der beiden „Handlungen“ zur Diskussion, geht über die Begriff Fair und Frei hinzu den Gegenargumenten. Und öffnet den Weg u den beiden Grundfragen (die sich ebenfalls durch das Buch ziehen). „Wie frei sind unsere Entscheidungen“ und „Gibt es höhere Werte, die für Geld nicht zu kaufen sind“.   So ergibt sich im Lauf der Lektüre die Frage der Loyalität zur Gemeinschaft und zum Gemeinwohl als eine der entscheidenden Grundlagen für ein „gerechtes und gutes“ oder eben ein „rein individuelles und auf den Vorteil bedachtes“ Handeln. Eine Unterscheidung die Sandel zwar mit vielfachen Beispielen umschreibt, argumentativ aber letztlich nicht zwingend belegen kann. Eher baut Sandel einen geschlossenen Raum der Argumente um drei von ihm gesetzte „Ideale“. Nimmt man Loyalität, Freiheit und die Tugend allerdings als nicht hinterfragbar gesetzt an, dann öffnet Sandel sehr wohl einen Raum für moralische und/oder gerechte Entscheidungen. Es benötigt aber die zumindest persönliche Klarheit darüber, dass diese drei Ideale Grundlage für Entscheidungen sein sollen. Hier spürt man dem Autor ab, dass er in und von einer Gesellschaft westlicher Tradition geprägt ist (und für diese schreibt). Denn seine „Ideale“ würden an anderen Orten (China, Arabien u.a.) in ganz anderer Weise gefüllt werden, als Sandel dies impliziert, durchaus aber sich auf ihn in der Form der „Idealfüllung“ auf ihn berufen können.   In sich durchaus logisch und geschlossen argumentiert, verbleiben dennoch Fragen an das System, das Sandel erbaut. Ausgehend vom Eingang des Buches her (die Frage der Bereicherung am Elend anderer) ist es eben nicht zwangsläufig gesetzt, dass das Gemeinwohl und die Loyalität zur Gemeinschaft grundlegend verankert sind (und warum auch genau?).     Das „gute Leben“, dass Sandel durch ein „sich Bewegen“ im Raum der Loyalität zur „Lebensgemeinschaft“ mit all ihren Traditionen sieht, in der Freiheit des Einzelnen, die bewahrt und geschützt werden muss und im Streben nach Tugend (wieder auch auf die Gemeinschaft bezogen) ist in seinen Inhalten interessant zu lesen und stößt vielfache Reflektionen an, auch wenn eine letztgültige Legitimation der drei „Ideale“ nicht „objektiv“ hergestellt werden kann, sondern aus Einsicht und Überzeugung (auch durch dieses Buch) wachsen müssen. Durchaus lesenswert mit einigen Axiomen, die kritisch zu hinterfragen wären.

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