Michael J. Sullivan Zeitfuge

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Inhaltsangabe zu „Zeitfuge“ von Michael J. Sullivan

Für Ellis Rogers kommt die Diagnose wie ein Schock: Er hat nur noch ein paar Monate zu leben. Nachdem er sein Leben lang auf Nummer sicher gegangen ist, setzt Rogers jetzt alles auf eine Karte – denn in seiner Garage hat er eine Zeitmaschine gebaut. Sein Plan: in die Zukunft reisen, um dort nach einem Mittel gegen seine Krankheit zu suchen. Doch als die Maschine tatsächlich funktioniert, katapultiert sie Rogers in eine Zeit, die mit unserer Gegenwart nichts mehr zu tun zu haben scheint …

Spannender und nachdenklicher Blick in die ferne Zukunft

— gorgophol
gorgophol

Die Moral war super, hätte aber spannender verpackt werden können.

— Stehlblueten
Stehlblueten

Langweilt. Wird abgebrochen.

— wandablue
wandablue

Die Zeitreisethematik als Aufhänger um die "Moralische Keule" zu schwingen.

— Arun
Arun

Ein Roman über Einzigartigkeit und die Unberechenbarkeit der Liebe.

— RawQ
RawQ

Eine wirklich schöne Geschichte mit einer unglaublichen Zukuntsversion, die einen zum Nachdenken bringt

— Reg_And
Reg_And

Ganz nett, aber nicht mal ansatzweise auf dem Niveau, auf dem Sullivans Rhyria-Fantasy-Serie spielt.

— Elwe
Elwe

Regt zum Nachdenken über die Gegenwart an. Hollow World ist bei Weitem nicht perfekt, aber ein sehr guter Anfang.

— FlorianEckardt
FlorianEckardt

Eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Nachdem ich fertig war, fühlte es sich an, als hätte ich alte Freunde verloren.

— frauflamme
frauflamme

Ellis Rogers ist unheilbar erkrankt. Da sein Familienleben unrettbar zerrüttet ist, beschließt er in die Zukunft zu reisen. Doch was ihn ...

— Splashbooks
Splashbooks

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Superior

Ich liebe dieses Buch mit seinen Wendungen - ein super Auftakt und ein klasse Verlag!

Claire20

Scythe – Die Hüter des Todes

Sehr spannend, wahnsinnig gut.

IrisBuecher

Spin - Die Trilogie

Sehr langes, aber tolles Buch mit tiefgreifend, umfassender Geschichte. Für SciFi-Fans sehr zu empfehlen.

gynu

Weltasche

Von Seite 1 bis zum Schluss Liebe für jede Zeile <3

vk_tairen

SUBLEVEL 1: Zwischen Liebe und Leid

Hier erwarten den Leser definitiv überraschende Wendungen und keine vorhersehbare Handlung

Meine_Magische_Buchwelt

Rat der Neun - Gezeichnet

Für Fans sicherlich solide Kost. Mir fehlte das originelle, spannende.

PagesofPaddy

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  • Zeitreisegeschichte ohne viel Neues

    Zeitfuge
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    10. July 2016 um 17:47

    Zuerst einmal vorweg: Ich LIEBE SF, ganz besonders Zeitreisegeschichten. Da habe ich schon Bücher gelesen, die mich auf dem Sessel haben kleben lassen. Dieses gehört leider nicht dazu.Warum das? Der Autor ist offensichtlich Fantasy-Autor und als solcher wohl nicht an die höhere Meßlatte in der SF gewöhnt. Nach dem Vorwort zu urteilen, hatte er viel Spaß beim Schreiben und seine Freunde wohl auch beim Lesen. Aber die sind offensichtlich auch an den schwächeren Level der Fantasy gewöhnt. Aber das weiß man natürlich am Anfang noch nicht.Ellis Rogers, der Protagonist, baut nach einer alten, fehlerhaften Vorlage eine Zeitmaschine. Aus Getränkekisten und ein paar Gimmicks. Die Fehler der alten Vorlage hatte er vorher korrigiert, und als er jetzt eine tödliche Diagnose von seinem Arzt hört, setzt er sich kurzerhand in seine Zeitmaschine und startet 200 Jahre in die Zukunft. Da taucht dann aber ein Fehler auf: Er landet 2000 Jahre in der Zukunft. Soweit unwahrscheinlich, aber okay. Physik gibt es im Buch keine, keinerlei Begründung, wie das physikalisch oder pseudo-wissenschaftlich funktionieren sollte.Wie auch immer, er landet im Wald und denkt, er sei der letzte lebende Mensch. Das stellt sich dann später als Trugschluß heraus. Es gibt schon noch Menschen, nur sind die in der Klonfabrik fabriziert: Alle kerngesund, resistent gegen alles, androgyn - aber offensichtlich nicht übermäßig mit Intelligenz geschlagen. Im Wald ist deshalb keiner, weil die gesamte Menschheit unter den Erdboden umgezogen ist und da mit phantastischer Technik ohne echtes Sonnenlicht fröhlich vor sich hin lebt.Dann wird ein kleiner Krimi in die Handlung eingewebt: Eine Reihe von Morden ist aufzuklären, und weil die gleichgeschalteten Zukunftsmenschen sich in ihrer friedlichen Welt nicht damit auskennen, kommt Ellis gerade zur rechten Zeit, um bei der Aufklärung zu helfen. Dabei tut er sich mit einem "Arbeiter für den Frieden" aus der Zukunft zusammen. Ab dann wird es schräg und ich habe es immer weniger genossen: Das Übliche, was heutzutage immer dazugehört. :-(Das Thema "Gleichschaltung", Vereinigung aller Gehirne zu einem großen Ganzen, erinnert an Andreas Eschbachs *Out-Trilogie, ist aber wesentlich weniger virtuos verarbeitet: Ein Buch, das man lesen kann, das aber im Wesentlichen aus Elementen aus verschiedensten SF-Büchern zusammengesetzt ist, ohne eigene neue Ideen auskommt und aufgrund des Dialogstils auch nicht besonders angenehm zu lesen ist.

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  • Sie sind einzigartig!

    Zeitfuge
    RawQ

    RawQ

    10. July 2016 um 11:30

    Zeitfuge (Hollow World org.) spielt mit dem eigentlich schon überfrachteten Thema der Zeitreise und referenziert direkt die bekannten Romane des Genres.Der Hauptcharakter Ellis Rogers entstammt unserem Zeitalter der Popkultur und landet in einer zunächst erschreckend erscheinenden Zukunft (Der Archetyp des ewigen Paradieses als Hölle ).Doch wird die anfangs klischeehaft wirkende Schöne Neue Welt zunehmend differenzierter dargestellt und typische Erwartungen werden geschickt gebrochen. Auf diesem schmalen Grat wandert Michael J. Sullivan überwiegend erfolgreich.Jedoch musste ich mich erst an den immerwährenden »Monty Python« Unterton gewöhnen – unablässig auf der Suche nach einer lustigen Phrase oder Begebenheit, auch gern kleinere und größere Abschweifungen in kauf nehmend. Dank des hervorragenden Schreibstils fügen sich diese jedoch durchaus in die Geschichte ein und schießen nie über das Ziel hinaus.Schwächen zeigen sich, sobald die Charaktere anfangen zu philosophieren, denn dabei treten sie irgendwie auf der Stelle und ergießen sich in, für den Leser, wenig erhellende Phrasen (mit Ausnahme vielleicht des Schlusses). Zudem erscheinen einige Wendungen schon sehr konstruiert – wobei ich dies, sofern es nicht überhand nimmt, für akzeptabel halte, sofern es der Geschichte gut tut (was auch hier der Fall ist).Dabei ist der philosophische Kern der Geschichte so kraftvoll wie ein Güterzug in voller fahrt. So gleich wie auch seien mögen, oder gemacht werden, etwas nicht auf Gene und Synapsen reduzierbares steckt im Menschen, das jeden, auch wenn er/sie es selbst nicht glaubt,  einzigartig macht.Ein guter Roman, der spannend mit den Erwartungen spielt.PS: Das deutsche Cover ist einfach schrecklich und hat nichts mit dem Roman zu tun.

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  • Die Zukunft wird anders...

    Zeitfuge
    FlorianEckardt

    FlorianEckardt

    09. April 2016 um 13:07

    Ellis Rogers ist 58 Jahre alt. Dann erfährt er, dass er an einer tödlichen Lungenfibrose leidet und noch maximal ein Jahr zu leben hat. Er hat nichts mehr zu verlieren und entschließt sich, die Zeitmaschine in seiner Garage tatsächlich auszuprobieren. Entgegen seiner Erwartung funktioniert die Zeitmaschine tatsächlich. Allerdings etwas anders als zunächst gedacht. Denn ursprünglich wollte Rogers nicht weiter in die Zukunft reisen, als die Gründung der USA zurückliegt. Durch einen Fehler in der Berechnung wird er allerdings in das Jahr 4078 katapultiert. Mitten in eine Welt, die ganz und gar anders ist, als wir sie uns erträumt haben. Um den Spaß am Lesen nicht zu nehmen, beschränke ich mich inhaltlich wirklich auf den Anfang der Story. Ellis Rogers landet in einer Welt, die beinahe komplett von Wäldern bedeckt ist. Dann wird er unfreiwilliger Zeuge eines Mordes und findet sich bald darauf in „Hollow World“ wieder, einer fast schon idyllischen Welt unter der Erde. Die Menschen, die dort noch leben (schätzungsweise 123 Millionen) sind unsterblich und haben so gut wie alle Probleme unserer Welt gelöst. Es könnte das Paradies auf (bzw. unter) Erden sein. Doch auch die Idylle kennt ihre Grenzen. Wo Gewalt und Diskrimierung genauso wie jegliche Art von Autorität abgeschafft wurden, haben die Mensch ein ziemlich großes Problem: Sie basieren alle auf der selben genetisch perfektionierten Vorlage. Dieses Wissen sollte man im Hinterkopf haben, um später die Zusammenhänge in der Handlung besser verstehen zu können. Natürlich ist das noch nicht alles, was die knapp 400 Seiten der Story zu bieten haben. Nein. Denn Ellis Rogers wird feststellen, dass Hollow World nicht nur ein Paradies ist und dass man genau aufpassen sollte, wem man vertraut. Tiefgründige Hintergründe und ernste Themen. Sullivan schreibt in seinem Nachwort selbst, dass er den Roman Zeitfuge (im Original „Hollow World“) eigentlich gar nicht schreiben wollte und anschließend nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet hätte. Der Autor ist eher für Fantasy bekannt und schreibt mit Zeitfuge seinen ersten Science-Fiction-Roman. Auch oder gerade weil der Autor nicht auf den Erfolgszug von Serien wie „Star Wars“ und „Halo“ aufspringt, hat Zeitfuge weit mehr als nur eine simple Zeitreise über 2000 Jahre in die Zukunft zu bieten. Natürlich hat sich die Welt verändert und doch werden durchaus ernste Themen angeschnitten. Freundschaft und Vertrauen sind dort genauso wichtig wie Individualismus. Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf Sullivans Leistung legen, knapp 2000 Jahre Weltgeschichte einfach mal nebenbei zu erzählen, ohne dass es jemals langweilig wird. Dadurch baut er eine stimmige Welt auf und achtet dabei auch darauf, dass die Ereignisse logisch an unsere Zeit anschließen. Wenn man die Figuren betrachtet, die wirklich gut ausgearbeitet sind, merkt man auch, warum sich die Welt bis ins Jahr 4078 so verändert hat, wie sie sich verändert hat. Insgesamt habe ich das Buch wirklich genossen. Das Versprechen „Die Zukunft beginnt jetzt“ auf dem Buchrücken wird mit jeder Seite eingehalten. Und: Der Roman bringt mich als Leser darüber ins Grübeln, was unsere Gegenwart wirklich falsch macht und warum Hollow World nicht perfekt aber doch ein guter Anfang ist.

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  • Fantastisch!

    Zeitfuge
    frauflamme

    frauflamme

    22. March 2016 um 20:11

    Eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Nachdem ich fertig war, fühlte es sich an, als hätte ich alte Freunde verloren.

  • Zeitfuge, rezensiert von Götz Piesbergen

    Zeitfuge
    Splashbooks

    Splashbooks

    11. March 2016 um 10:30

    "Zeitfuge" wurde von Michael J. Sullivan geschrieben. Und wem der Name etwas sagt? Er ist ein bekannter Fantasy-Autor, berühmt geworden durch die "Ryria"-Reihe, die bei Klett Cotta erscheint. Dies ist sein erster Ausflug ins SciFi-Genre. Ellis Rogers hat nichts mehr zu verlieren. Er ist unheilbar an einer tödlichen Lungenkrankheit erkrankt. Seine Ehe ist zerrüttet, seit sein Sohn Selbstmord begangen hat. Und so beschließt er, in die Zukunft zu reisen. Zu diesem Zweck hat er eine Zeitmaschine gebaut. Doch etwas läuft schief. Statt 200 Jahre reist er 2000 Jahre in die Zukunft! Und die Welt hat sich radikal verändert. Sogar die Menschheit ist eine andere geworden. Doch ihm bleibt keine Zeit, all diese Veränderungen zu verarbeiten. Denn er wird in eine Morduntersuchung verwickelt. Was passiert, wenn ein bekannter Fantasy-Autor in ein anderes Genre wechselt? Wenn man Glück hat, ist der Schriftsteller so versiert in seinem Handwerk, dass er problemlos die literarische Kategorie wechseln kann, ohne dass es zu Qualitätsverlusten führt. Wenn man Pech hat, kommt so etwas wie "Zeitfuge" heraus. Das Problem ist, dass an diesem Buch nichts wirklich stimmt. Es wirkt wie ein Versatzstück des Autors, bestehend aus Plots der verschiedensten SciFi-Filme und -Bücher. Hinzu kommt auch noch, dass die Geschichte vom Leser ziemlich viel Gutglauben verlangt. Und das ist in diesem Fall eindeutig nicht gegeben. Das fängt schon damit an, dass der Protagonist in der Zukunft ankommt. Und auf ein Mal wird er in einem Mordfall verwickelt, weil die eigentlich für diese Aufgabe Verantwortlichen damit überfordert sind. Denn natürlich ist der Hauptcharakter in einer Utopie angelangt, wo es kein Verbrechen und damit auch keinen unnatürlichen Tod gibt.Rest lesen unter:http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23290/zeitfuge

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  • Sci-Fi Thriller der anderen Art und Weise

    Zeitfuge
    Nyo

    Nyo

    06. February 2016 um 18:34

    Für Ellis Rogers kommt die Diagnose wie ein Schock: Er hat nur noch ein paar Monate zu leben. Nachdem er sein Leben lang auf Nummer sicher gegangen ist, setzt Rogers jetzt alles auf eine Karte – denn in seiner Garage hat er eine Zeitmaschine gebaut. Sein Plan: in die Zukunft reisen, um dort nach einem Mittel gegen seine Krankheit zu suchen. Doch als die Maschine tatsächlich funktioniert, katapultiert sie Rogers in eine Zeit, die mit unserer Gegenwart nichts mehr zu tun zu haben scheint … Ellis Roger möchte zweihundert Jahre in die Zukunft reißen um sein Heilmittel zu bekommen, doch er kommt zweitausend Jahre später heraus. Sullivan erzählt von einer Zukunft die nicht typisch ist. Währen mir die Sci-Fi Aspekte sehr gut gefallen hat war der Thriller Teil doch nicht ganz meiner Erwartungen entsprechend. Das Buch bietet weiterhin auch einige Aspekte auf die vielleicht verwerflich in manchen Augen erscheinen kann, aber jeder der sich darauf einlässt sicher sein Spaß haben wird. Während ich den Beginn und das Ende wundervoll fand war Mittelteil mit dem Thrilleranteil wirklich nicht mein Favorit. Hier zog sich das Buch etwas und doch wollte ich es nicht aus der Hand legen, denn die Hintergrundstory zog mich weiter im Buch. So ist dieses Buch auf für Menschen gemacht die Sci-Fi mögen aber keine Thriller. Die Zeitreise ist aber hier nicht die zentrale Geschichte und wird auch wenig Kommentiert, doch dies erklärt auch der Autor in seinem Vorwort und jeder sollte ein großes Thema über Zeitmaschinen erwarten. Die Geschichte ist gut und spannend verpackt und empfehlenswert. 

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  • Spannende Sci-Fi mit kleinen Macken

    Zeitfuge
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    04. February 2016 um 11:19

    ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~* Achtung:  Ich werde den Plot nicht spoilern, aber ich werde in meiner Rezension auf den Zukunftsentwurf eingehen. Wer nicht wissen will, wann Protagonist Ellis landet und was ihn da erwartet, der liest besser nicht weiter. ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~* Als Ellis Roger erfährt, dass er totkrank ist und nur noch sechs Monate zu leben hat, lacht er. Der Arzt schaut ihn sorgenvoll an, doch er weiß nicht, was Ellis weiß: dass in dessen Garage eine Zeitmaschine steht, die nur darauf wartet, ausprobiert zu werden. In dieser Zeit hält Ellis nichts mehr. Es gibt kein Heilmittel, sein Sohn ist tot und mit seiner Frau hat er sich auseinander gelebt. Auch die Trinkabende mit seinem Freund seit Highschooltagen - Warren - verschaffen ihm keine Befriedigung mehr. Dies ist seine Chance, die Machine auszuprobieren. Seine Reisetasche steht schon parat, die Berechnungen für eine Reise 200 Jahre in die Zukunft stehen. Es kann losgehen. Ellis hätte nie damit gerechnet, dass die Maschine tatsächlich funktioniert und er diese Reise auch überlebt. Noch weniger gerechnet hätte er allerdings mit der Zeit, in der er landet. So hat er sich die Zukunft ganz sicher nicht vorgestellt. Statt 200 Jahre ist er nahezu 2000 Jahre weit gereist. Dort, wo früher Detroit war, hat sich die Natur alles zurückgeholt. Er fürchtet schon, der letzte Mensch auf Erden zu sein, als er ein Dorf sieht. Ein Dorf, in dem er nackte, haarlose Menschen ohne Genitalien sieht. Menschen, die alle gleich aussehen. Menschen, die durch ein Portal verschwinden. Menschen, deren Leben nicht mehr auf der Erdoberfläche stattfindet. Michael J. Sullivan hat in Zeitfuge eine Utopie entworfen. Menschen wurden durch Gentechnik so weit verändert, dass scheinbar alle Probleme der Menschheit gelöst wurden: das Y-Chromosom wurde entfernt, um Aggressionen auszumerzen, es gibt keine Nationen mehr, keine Religionen, nichts, was die Menschen unterscheidet. Keine Geschlechtermerkmale, nicht einmal mehr den Tod. Sie sind alle anhand einer Vorlage erschaffen wurden und unsterblich. Nachdem Unwetterkatastrophen einen Großteil der Menschheit vernichtet hat, sind die Überlebenden unter die Erde gezogen und haben dort Hollow World errichtet. Alles, was sie zum Leben brauchen, kommt aus Maschinen, und sie verändern ihre Umgebung via Knopfdruck. Ellis Rogers, ein sogenannter Darwin, ist eine Faszination für sie. Doch mit Ellis kam noch etwas anderes in ihre Zeit, eine Bedrohung, die sie alle vernichten könnte. Zeitfuge ist keine wissenschaftliche Sci-Fi, wie Sullivan in einem Vorwort betont. Es geht ihm mehr um diese utopische Welt an sich als um die Technik, mit der sie funktioniert - was genau meinen Geschmack trifft. Anfangs hatte ich so meine Probleme mit der Geschichte. Die Dialoge zwischen Ellis und dem Arzt oder Ellis und Warren lesen sich wie schlechte Gespräche aus einem low-budget Horrorfilm. Sie sind so grausig schlecht, dass sie schon wieder unfreiwillig komisch sind. Die ersten hundert Seiten über hatte ich das Gefühl, eine Parodie vor mir zu haben. Das wurde erst besser, als Ellis anfing, sich an die neue Zukunft zu gewöhnen. Wirklich gut wurden die Dialoge nie, sie bleiben immer etwas zu pathetisch, zu kitschig, zu unecht, aber sie sind nicht mehr so furchtbar schlecht wie am Anfang. Was mich an der Geschichte fasziniert hat, war der Zukunftsentwurf und die später eingeführte Bedrohung dieser Welt. Wie Ellis reagierte auch ich mit einem "Das kann doch nicht wahr sein!". Zeitfuge bietet einen spannenden Zukunftsentwurf, der uns darüber nachdenken lässt, worauf wir gegenwärtig eigentlich hinarbeiten, bedient dabei aber haufenweise Klischees. Sprachlich ist er okay, die Dialoge sind ziemlich unbeholfen und manche Szenen sind zu pathetisch, um sie ernst nehmen zu können (oder anders: sie sind typisch Hollywood). Die Figuren sind ebenfalls recht stereotypisch und nicht besonders sympathisch, dazu kommt das endlose Philosophieren über Gott und den Sinn den Lebens. Trotzdem hat Zeitfuge mich gut unterhalten, zeitweise sogar gefesselt, und immer wieder all die Makel vergessen lassen. (c) Books and Biscuit

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  • Schöne Idee, aber sie schleppt sich dahin

    Zeitfuge
    dominona

    dominona

    21. January 2016 um 17:25

    Wenn man eine tödliche Krankheit hat, kommt einem schonmal der Einfall in die Zukunft zu reisen - hier gelingt's und das gleich 2000 Jahre. Es gibt noch Menschen, aber vieles ist besser organisiert als heutzutage - keine Geschlechter, keine Kriege, keine Krankheiten, nicht mal der Tod. Doch gerade als der Hauptcharakter auftaucht, setzt eine Mordserie ein... Ich hatte mir den Roman spannender vorgestellt, aber die Zukunftsvision bietet eine gute Vorlage, vielleicht kommen ja noch Nachfolger, die es besser machen?

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  • Großartiger Weltentwurf, leider nicht so großartige Story

    Zeitfuge
    schnuffelrudel

    schnuffelrudel

    21. October 2015 um 23:25

    https://martinabookaholic.wordpress.com/2015/10/21/rezension-zeitfuge/ Meine Gedanken zum Buch Es geht also um Ellis Rogers, einen einfachen Mann, der ein offensichtlich schönes Leben führt. Er ist verheiratet, hat einen guten Job und einen besten Freund namens Warren, dessen Leben seit jeher einer holprigen Berg- und Talbahn gleicht. Doch so rosig, wie Ellis‘ Leben aussieht, ist es nicht. Die Ehe ist mehr oder weniger eine Zweckgemeinschaft, woran Ellis nicht unschuldig ist, und jetzt erfährt er nicht nur, dass er nur noch wenige Monate zu leben, sondern auch, dass seine Frau ihn betrogen hat. Da er seiner Ansicht nach nun nichts mehr zu verlieren hat, beschließt er die Zeitmaschine auszuprobieren, die er in seiner Garage nach bestem Wissen und gängigen Theorien zusammengebastelt hat. Er stellt sie so ein, dass sie in 200 Jahre und acht Monate in die Zukunft bringen soll – schließlich will er ja im Sommer ankommen und nicht im Herbst – und drückt den Knopf. Dummerweise läuft nicht alles so, wie es geplant war, und so landet Ellis erst im vermeintlichen Nichts und dann dann mitten in einem Mordfall, aber definitiv nicht dort, wo er landen wollte. Da es aber kein Zurück mehr gibt, bleibt ihm nichts anders übrig, als mit seiner neuen Situation klarzukommen und sich an die so furchtbar fremde Welt und ihre eigenwilligen Bewohner anzupassen. Ich liebe Bücher, in denen es um Zeitreisen geht, nur leider können die selten bei mir punkten. Das liegt meist nicht an den Geschichte, sondern daran, dass die Zeitreisen selbst vollkommen humbugig dargestellt werden, unlogisch sind und mir die kreierten Paradoxa Knoten im Hirn verursachen. Bei Zeitfuge war es genau anders herum. Die Zeitreise selbst war intelligent gelöst, leider hat mich dafür die Story nicht ganz überzeugen können. Der Einstieg in die Geschichte war nicht wirklich gelungen, war weder sonderlich interessant noch packend und die Protagonisten haben es in nur zwei Kapiteln tatsächlich geschafft, mir richtig unsympathisch zu werden. Das ist schon eine Leistung für sich. Aber Schwamm drüber, immerhin dauert dieses ganze Vorgeplänkel nicht lang und was danach kommt, entschädigt für den schwachen Anfang. Denn sobald die Story in Schwung kommt bzw. man richtig in Ellis‘ neues Abenteuer einsteigt und die neue Welt kennenlernt, wird‘s gut. Richtig gut. (Erstmal jedenfalls…) Der Weltentwurf, den Sullivan in für Zeitfuge geschaffen hat, ist – ich kann es nicht anders sagen – genial. Nicht nur die Bewohner dieser Welt sind unglaublich spannend und interessant und besonders, auch die Welt selbst sprüht vor Einfallsreichtum und großartigen Ideen wie an Holodecks erinnernde Umgebungen, in Häuser installierte KI Systeme mit eigener Persönlichkeit oder Replikatoren, die alles herstellen, was man so braucht – aus einem Material, das so verrückt und doch irgendwie logisch klingt. Sullivan hat einen neuen Lebensraum, eine neue Lebensart geschaffen, eben eine ganz neue Welt kreiert, die neben aller Genialität auch noch nahezu perfekt durchdacht und absolut glaubwürdig ist. Bei der Technik bin ich mir nicht ganz sicher, aber Gesellschaftsstruktur und Lebensart könnte mich mir durchaus irgendwann in ferner Zukunft vorstellen. Mehr sage ich an dieser Stelle nicht, weil ich finde, dass das Erfahren und Entdecken dieser Welt den wichtigsten Teil der Geschichte ausmacht und das Ganze totzubeschreiben nur spoilern und den Spaß an der Sache nehmen würde. Bis hierhin war ich echt begeistert – mein innerer SciFi- und Wordbuilding-Geek durfte sich freuen und storytechnisch konnte ich mich auch nicht beklagen. Denn neben dem Erkunden der Welt nimmt auch die Handlung an Fahrt auf, sorgt mit Todesfällen, rätselhaften Botschaften und einer sich abzeichnenden Verschwörung für Spannung und einen hohen Unterhaltungsfaktor. Leider verliert sich dieser, je weiter die Geschichte fortschreitet. Viel zu schnell setzt eine Art Entmystifizierungsprozess ein, viel zu schnell wird klar, wer hinter den Morden steckt. Die Gründe dahinter sind für mein Empfinden nicht überzeugend, und nicht mal die Frage, wie der Drahtzieher hinter der ganzen Verschwörung tatsächlich der Drahtzieher sein kann, kommt mit einem Knaller daher, sondern ist imo viel zu simpel und viel zu unglaubwürdig beantwortet worden. Mit der Entmystifizierung wandelt sich auch der weitere Verlauf der Handlung, versucht tiefgründig zu werden, konzentriert sich auf Themen wie Politik, Religion, Glaube, Liebe, Geschlechterrollen, Hierarchie, Unterdrückung oder die menschliche Natur – und das nicht auf angenehme, sondern auf bevormundende Art und Weise, sodass aus einer anfänglich gelungenen SciFi Story ein moralisierendes Trauerspiel wird. Auch die Protagonisten haben es mir schwer gemacht. Hauptfigur Ellis hätte interessant sein können, zumal er nicht den gängigen Buchheldtypen entspricht. Leider bin ich mit ihm bis zum Schluss nicht warm geworden, er war mir weder sympathisch noch hat er mich auf irgendeine Weise emotional angesprochen, dank leichter Charakterentwicklung samt Lernkurve war bei ihm zum Glück nicht ganz Hopfen und Malz verloren. Der Bösewicht war einfach nur ein langweiliger, verbohrter Idiot. Und Pax, Ellis‘ Kumpel und „Tour Guide“ durch die neue Welt, war anfangs noch annehmbar, hat sich aber immer mehr zu einer weinerlichen Mary Sue entwickelt. Die restlichen Charaktere waren nur schmückendes Beiwerk und dementsprechend blass sind sie auch geblieben. Einzig Alva, die KI in Pax‘ Haus fand ich sehr gelungen. Cover Sowohl das deutsche als auch das originale Cover finde ich optisch sehr gelungen. Beide passen sehr gut zum Buchinhalt, beziehen sich lediglich auf andere Aspekte der Story. Vor dem Lesen hat mir die deutsche Version besser gefallen, irgendwie zeitreisiger (ja, das ist ab sofort ein offizielles Wort) auf mich gewirkt. Nach dem Lesen liegt allerdings das Originalcover vorn, weil es die Dinge widerspiegelt, die das Besondere der Geschichte ausmachen. All in all Es stimmt mich ein bisschen traurig, dass Zeitfuge mich nicht ganz überzeugen konnte. Das Buch hat alle Voraussetzungen mitgebracht, um ein Megakracher zu werden. Es ist clever, bietet einen tollen Weltentwurf und interessante Gesellschaftsstrukturen. Leider hat es immer mehr auf die falschen Schwerpunkte gesetzt und sich in der in oder anderen Abstrusität verloren, was der eigentlich genialen Geschichte nicht gut getan hat. Insgesamt trotzdem ein für Genrefans empfehlenswertes Buch, das vor allem eins gut kann: zum Nachdenken anregen.

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  • Zeitreiseroman, in dem die Zeitreise an sich keine wichtige Rolle spielt

    Zeitfuge
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    20. October 2015 um 19:41

    Der Protagonist Ellis Roger bekommt eine Krebsdiagnose. Dies verheimlicht er jedoch seiner Frau Peggy, da ihre Beziehung einen Status der Nicht-Kommunikation erreicht hat. Aus der Schmuckschatulle seiner Frau nimmt er sich ein Paar Diamantohrringe und trifft sich mit seinem alten freund Warren in deren Stammlokal. Sie reden wie immer über Gott und die Welt, wobei die beiden Freunde sehr unterschiedlich sind. Ellis Roger ist ein MIT-Absolvent und relativ erfolgreich, während Warren es nicht so weit gebracht hat. Ellis gibt Warren ein paar Papiere „für den Fall, dass es funktioniert“, geht nach Hause, steigt in seine selbstgebaute Zeitmaschine und will sich zweihundert Jahre in die Zukunft versetzen, damit dort seine Krankheit geheilt werden kann. Die Zeitreise funktioniert auch, doch kommt Ellis nicht zwei Jahrhunderte später an und die Welt ist auch nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Gleich nach seiner Ankunft wird er Zeuge eines Mordes. Der kurze Zeit später eintreffende „Ermittler“ hält Ellis, der sofort als nicht in die Gegenwart passend identifiziert wird, zunächst für den Mörder, da es in dieser Gesellschaft der Zukunft seit langer Zeit kein Verbrechen mehr gegeben hat. Ellis hat seine Unschuld beweisen und macht sich mit dem Menschen der Zukunft auf die Suche nach dem Mörder. Er lernt dabei eine Welt kennen, die sich gesellschaftlich sehr weit von der seinen (und damit auch des Lesers) entwickelt hat. Hunger, Elend, Krankheiten und Kriege gibt es nicht mehr. Und auch keine unterschiedlichen Geschlechter. Doch die Struktur dieser Welt ist nicht so stabil wie sie sein sollte. Spätestens als ein alter Bekannter in diesem System erscheint, droht das Ende der Zivilisation. In Zeitfuge ist die Zeitreise an sich ebenso wie bei H.G. Wells Zeitmaschine nicht das zentrale Thema. Das Teil funktioniert einfach und gut ist. Darauf weist der Autor bereits in seinem Vorwort hin. Dies wirkt ein wenig befremdlich und dozentenhaft. Als ob der geneigte SF-Leser das nicht von alleine bemerkt hätte. Der Roman beginnt sehr vielversprechend und mit einer guten Dynamik in der Handlung. Die Welt der Zukunft ist spannend formuliert. Die Technik ist entsprechend fortgeschritten und wird als selbstverständlich beschrieben. Die Menschen nutzen sie einfach. Die Zivilisation ist sehr fortgeschritten und das ist ebenfalls sehr einfallsreich erzählt. Der Autor berichtet über eine mögliche Zukunft, die durch das Erscheinen des Zeitreisenden beeinflusst, ja gefährdet wird. Das Ganze ist fundiert und funktioniert sehr gut. Die Beziehung des religiösen Ellis zu seinem neuen Freund in der Zukunft wird sehr schön beschrieben. Die verbotene Anziehungskraft und der Wunsch nach Liebe und Geborgenheit gibt dem Roman einige wirklich lebenswerte und wohl so noch nicht beschriebene Momente. An einigen Stellen vergibt der Autor dennoch Chancen, denkt nicht konsequent zu Ende. Wobei das Ende offen gestaltet ist und im Nachwort wird die Option einer Fortsetzung offen ausgesprochen. Der Roman ist schnell und unterhaltsam, macht an den richtigen Stellen nachdenklich und bietet viel Stoff zur Diskussion. An einigen Stellen ist das Thema Religion anfangs zwar etwas zu präsent, doch der Autor besinnt sich dann auf eine nicht theologisch ausgerichtete Betrachtung der Gesellschaft. Der Roman hat einige sehr starke Momente. Hier ist das Gespräch von Ellis mit Sol zu nennen. Sol ist die älteste einzige Frau auf der Erde und hat ganz eigene Vorstellungen von Gott. Zeitfuge lebt von der Konfrontation der nach außen heilen Welt der Zukunft und der verwerflichen Moral der uns bekannten Gegenwart. Das Ganze ist spannend verpackt und erzählt. Was will der geneigte Leser mehr?

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