Michael Köhlmeier Zwei Herren am Strand

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Inhaltsangabe zu „Zwei Herren am Strand“ von Michael Köhlmeier

Winston Churchill und Charlie Chaplin – zwei große Männer der Weltgeschichte, so unterschiedlich wie nur möglich und doch enge Freunde. Der eine schuf als weltberühmter Komiker das Meisterwerk ›Der große Diktator‹, der andere führte mit seinem Widerstandswillen eine ganze Nation durch den Krieg gegen Adolf Hitler. Michael Köhlmeier hat mit dem Blick des großen, fantasievollen Erzählers erkannt, was in diesem unglaublichen Paar steckt: die Geschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, zwischen Komik und Ernst.

Wunderbares Buch über die spezielle Freundschaft zwischen Churchill und Chaplin

— SarahCatherine
SarahCatherine

Zweifellos ein gutes Buch, hätte mir aber vom Klappentext ausgehend mehr über die Beziehung der beiden Herren zueinander erwartet!

— Marjuvin
Marjuvin

Der Tramp und der große Feldherr in neuen Rollen.

— dani_eb
dani_eb

Großer Hype, mir nicht ganz verständlich. Wenig fesselnd.

— Sookie70
Sookie70

Positiv: originell, mitreißend, lebendige Charaktere Negativ: nicht chronologisch, stellenweise auch langweilig weil trocken

— LisaMarieEb
LisaMarieEb

Hab mir mehr erwartet.

— Alsima
Alsima

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  • Der Tramp und der große Feldherr in ungewohnten Rollen

    Zwei Herren am Strand
    dani_eb

    dani_eb

    07. September 2016 um 16:16

    Charlie Chaplin und Winston Churchill tauschen sich über Selbstmord aus. Die Erzählung verknüpft geschickt Fakten aus der Zeit dieser beiden großen Persönlichkeiten und spinnt eine real erscheinende Geschichte in der sich die beiden kennen und ihre Gemeinsamkeit (Selbstmordgedanken) finden. Der Autor versteht es, den Leser in die Geschichte eintauchen zu lassen und sie als real zu erleben. Für mich war das Buch trotzdem enttäuschend, da es auf weiten Strecken von den bereits bekannten Charakteren Charlie Chaplin und Winston Churchill lebt. Die Essenz des Buches ist es einfach, die beiden Personen aus einem unbekannten und den Leser etwas verstörenden Blickwinkel zu betrachten. Das hat natürlich immer einen Reiz - nimm eine Person, die im öffentlichen Leben gut bekannt ist und finde eine neue, völlig überraschende Seite an ihr. Eigentlich Aufgabe der Klatsch- und Tratsch-Spalten in diversen Magazinen und aus meiner Sicht keine literarische Leistung. 

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  • Depressive Doppelgänger - oder auch Original und Fälschung für Fortgeschrittene

    Zwei Herren am Strand
    Arbutus

    Arbutus

    14. August 2016 um 15:49

    Ich hatte mich schon vor langem in dieses wunderschöne Cover verliebt und freute mich nun sehr darauf, diesen als genial angepriesenen Roman endlich auch zu lesen. Etwas unglücklich, wenn nicht gar aufdringlich, finde ich aber direkt schon den Anfang. Da steht also Charlie Chaplin mit dem Knie in der Tür des Aufenthaltsortes Churchils und brüllt: "Winston, Winston, ich bin es, Charlie. ...". Kann es eine plattere Einführung der beiden großen Männer geben? Zu deutsch: der Autor muss im Folgenden ganz schon punkten, wenn er mich noch kriegen will. Dann geht es aber erst einmal um den Vater des Romanerzählers. Weil er das wichtige Verbindungsglied ist, durch das uns die geheimen Informationen über die ungewöhnliche Freundschaft zugetragen werden. Welche Rolle er dabei aber ganz genau spielt, soll der geneigte Leser erst gegen Ende erfahren, ein häufig verwendeter Erzählkniff, der mich hier allerdings gewaltig nervt. Noch bevor ich richtig in der Erzählung Fuß fassen kann, erfahre ich, dass (der fiktive) Chaplin und (der fiktive) Churchill sich immer wieder treffen werden, um sich ausschließlich über das Thema Freitod zu unterhalten und um sich gegenseitig genau von diesem abzuhalten. Spoilere ich etwa, wenn ich das hier schreibe? Ich würde eher sagen, es ist der Autor selbst, der seinen eigenen Roman verspoilert, indem er mir die Informationen auf diese unattraktiive Weise bereits auf Seite zwanzig ins Gesicht klatscht. Oder ist das auch nur wieder so ein genialer Autorenkniff? Aber dann wird es besser. Und faszinierender. Und irgendwie echter. Und wenn geschildert wird, wie (der fiktive) Chaplin, tief enttäuscht von der plötzlichen Ich-Bezogenheit seines Gegenübers, diesen allmählich wieder schätzen lernt, indem er dessen Kommunikation mit seiner Tochter beobachtet, dann lerne auch ich allmählich den Autor schätzen. Schreiben kann er. Und hat zudem ein unglaublich feines Gefühl für komplizierte menschliche Befindlichkeiten. Vielleicht lohnt es ja doch noch, das Buch zu Ende zu lesen. Der Roman versucht, beim Leser die Illusion einer sauber recherchierten Dokumentation zu erzeugen. Ich finde dieses Vorgehen in Bezug auf zwei reale historische Personen problematisch, ja manipulativ, bringt es doch die Gefahr mit sich, dass in meinem Bewusstsein persönliche Phantasievorstellungen des Autors als fixe Vorurteile hängen bleiben. Ich bekomme lauter biographische Informationen und weiß nicht, welchen ich trauen darf und welchen nicht. Haben sich Chaplin und Churchill überhaupt gekannt? Wenn ja, wie tief ging dieser Kontakt wirklich? Glücklicherweise fand ich ein paar Ideen des Autors so abwegig, dass es mir nicht schwerfiel, beim Lesen Distanz zu bewahren. Und dann habe ich doch noch angefangen, das Buch gern zu lesen. Auch wenn mir nach wie vor die Fußnoten fehlten, Auskunft gebend, ob dieser oder jener Teil der Geschichte auf Fakten beruhe oder auf Erfindung. Der Autor setzt offenbar voraus, dass der erlauchte Leser sowohl mit der Biographie Chaplins wie auch mit der Churchills aufs Trefflichste vertraut ist. Zumal die (Schein-)Doppel-Biographie immer mehr ausufert. Handelte es sich wirklich um die Biographie der beiden Berühmtheiten, dann würde ich nun wahrscheinlich fasziniert und geduldig an den Lettern kleben - so aber habe ich es mit einer genialen Fälschung zu tun und weiß doch nicht sicher, welcher Teil echt ist und welcher nicht; das ist auf Dauer zermürbend. Und wenn zum Beispiel Churchills schriftstellerisches Werk über seinen Urahnen John Churchill aufs Genaueste analysiert wird, dann fragt man sich schon, warum in aller Welt schreibt Herr Köhlmeier einen Roman und keine Biographie? Vielleicht ist eine Antwort am ehesten in seinen eigenen Worten zu finden: "Sir Winston, schreibt [William Knott] in einem Brief, hätte es gefallen, wenn sein Buch als Roman bezeichnet worden wäre - allerdings, fügt er hinzu, hätte ihm vorher erst einer erklären müssen, welche Erweiterung der Begriff Roman im 20. Jahrhundert erfahren habe." Aha, so liest sich also die Rechtfertigung für einen geschickten Betrug am Leser. Der Schillersche Abschluss des insgesamt sehr gewagten Kapitels über Churchill und Hitler gerät leider so platt, dass ich glaube, im falschen Film zu sein. Dann landen wir ganz unvermutet bei Adorno und seiner bierernsten "Theorie des Komischen"... und schließlich beim "Großen Diktator". Da wird es wieder höchst spannend, und ich nehme mir vor, unbedingt diesen Film noch einmal anzuschauen und zudem möglichst zeitnah eine richtige Chaplin-Biographie zu lesen, damit ich der ganzen weißen Fiktion-oder-nicht-Flecken in meinem Hirn Herr werde. Immerhin also schafft es das Buch, mich neugierig zu machen, sowohl auf den realen Chaplin wie auch auf den realen Churchill. Nicht durchgehend konnte mich der Autor überzeugen - und das ist ein Glück, denn wie ich schon schrieb, erfüllt mich die manipulative Schreibart eines Autors, der begeistert Wohlrecherchiertes und eigene Phantasie mischt, mit Skepsis. Oft verzettelt er sich in biographischen Windungen, und die Beziehung der beiden Giganten Chaplin und Churchill zueinander tritt zu lange in den Hintergrund. Dabei gibt es eine Menge schöner, überraschender Stellen. Wenn sich der Autor nicht gerade in irgendwelchen biographischen Details verheddert, ist sein Erzählstil flüssig, neugierig machend, raffiniert. Und sogar der plakative Anfang macht, aus der Entfernung betrachtet, Sinn. Trotzdem frage ich mich, ob der Autor, Gideon-gleich, mit der an sich unsinnigen Methode eines banalen Anfangs den Leserkreis auf eine kleine Elite der ganz Harten reduzieren wollte... und bin fast ein bisschen stolz, am Ende nicht zu den Abgeschüttelten zu gehören. Insgesamt ein interessantes, aber zwiespältiges Lesevergnügen.

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    • 4
  • Der schwarze Hund

    Zwei Herren am Strand
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    24. May 2016 um 17:52

    Winston Churchill und Charlie Chaplin treffen sich in Kalifornien und freunden sich an,so unterschiedlich sie auch sein mögen.Dabei stellen sie fest,dass sie beide gelegentlich unter Depressionen (der schwarze Hund) leiden und sie überlegen gemeinsam,wie man sich davor schützen könnte.Die Beiden beschließen einander zu rufen,wenn sie in ein Depression zu fallen drohen um sich gegenseitig beiszustehen.Das finde ich sehr schön an dieser Freundschaft und man erfährt dann auch etwas mehr über die einzelnen Protagonisten,die auch beide versuchen,sich gegen das Hitler-Regime zu wehren.Der Eine macht es politisch und der andere künstlerisch und das hat mir sehr gut gefallen.

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  • Mehr erwartet!

    Zwei Herren am Strand
    LisaMarieEb

    LisaMarieEb

    18. February 2016 um 15:26

    Als Leser/Leserin muss man über den ganzen Roman hinweg nachdenken was denn nun wahr ist und was der Fantasie des Autor entspringt. Tatsache ist, dass die Zwei sich wirkliche gekannt haben, doch so eine nahen Beziehung ist eher nicht anzunehmen – obwohl es durchaus möglich gewesen wäre. Durch die Protagonisten erfährt der Leser nicht nur viel über die Personen selbst sondern auch über deren Umfeld und geschichtliche Hintergründe. Leider sind manche Stellen nicht sehr spannend beschrieben, daher quälte ich mich etwas durch das Buch. Was mich echt gestört hat, war dass die Geschichte keine Struktur hatte, sondern die einzelnen Geschehnisse eher wahllos aneinandergereiht waren. Alles in allem wars zwar ein netter Roman jedoch habe ich mir mehr erwartet. Schon alleine aufgrund des bekannten Autor.

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  • Gutes Buch mit leichter Enttäuschung

    Zwei Herren am Strand
    Alsima

    Alsima

    14. August 2015 um 21:04

    Irgendwie hab ich mir einfach mehr von diesem Buch erwartet. Der schwarze Hund steht im Mittelpunkt aber die Hintergründe werden zuwenig ausgeleuchtet. Das Umfeld von Chaplin und Churchill wird nur ansatzweise gestreift und nicht richtig aufgearbeitet. Auch sind die Zeitsprünge irritierend und unvorhergesehen. Trotz alledem werden die Charaktere präzise herausgearbeitet und sind zum Greifen nahe. Alles in allem nimmt mich das Buch nicht in eine andere Welt mit ist aber insgesamt gut geschrieben.

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  • Depression gibt ihnen den Halt

    Zwei Herren am Strand
    Postbote

    Postbote

    Zwei Herren, Churchill und Chaplin lernen sich in Kalifornien auf einer Party kennen. Beide sind einverstanden einen Spaziergang am Strand zu machen. Sie gehen los und verstehen sich gut. Beim laufen wird die Atmosphäre locker und persöhnlich. Und beide entdecken, sie haben und sie plagt, ein gemeinsames Problem. Sie erzählen sich beide vom "schwarzen Hund". Wie er über sie reinbricht, ohne vorankündigung, skrupelos und unbarmherzig. Bei ihren Gesprächen sind sie einfach nur zwei Männer, keiner ist mehr Politiker oder Schauspieler. Zwei Männer in den 1922 - 1950 Jahren die neumodisch und offen miteinander psychologisieren. Sie schwören sich, sollte einen den schwarzen Hund befallen so ist der andere sofort zu Hilfe da. Der schwarze Hund sind Depressionen und Selbsttötungsgedanken. So geschieht dies immer wieder im Laufe des Buches das der eine für den anderen da ist. Manchmal nicht immer freundschaftlich, auch nicht so oft, aber doch zur richtigen Zeit. Das Buch erzählt auch von Churchill und Chaplin Biografisches Werdegänge. Recht übersichtlich geschriebe Stationen ihres Lebens. Privates kommt hier im Buch über beide nicht zu kurz. Chaplins abenteuerliche Unternehmen einen komischen Film über Hitler zu drehen, sollen ihn in die Depression treiben. So hat es ihm ein Agent mitgeteilt. Aber er hat nicht aufgegeben. Churchills politische Entscheidungen im zweiten Weltkrieg machten ihm das Leben oft nicht einfach. Churchill war auch Schriftsteller und Maler, wobei er beim schreiben erfolreicher war. Sarah war seine Tochter, er hat sie über alles geliebt. Chaplin hatte grossen Erfolg mit "The Circus" und liebte Partys. Eine interessante Mischung beim lesen. Erfolge, Niederlagen im Leben der beiden und Eingeständnis zum schwarzen Hund machte es für mich interessant weiter zulesen.Ein sicher etwas melancholisches Thema, aber  so aktuell wie heute. Sie haben beide gekämpft. Enstandene Briefwechsel fanden hier auch statt.Briefzeitzeugen von Köhlmeiers Vater. Vieles davon konnte hier in diesem Buch miteinfliesen. Manches Fiktiv und manches auch Echt. Ein ausergewöhnliches Buch von zwei Grundverschiedenen Charakteren, aber mit dem gleichen Problem. 5 Punkte von mir.

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    • 2
  • Das Buch hat zu Recht die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2014 verdient

    Zwei Herren am Strand
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

      „Mein Vater war als Kind Chaplin und Churchill begegnet, beiden in unserer kleinen Stadt, beiden zur gleichen Zeit; sie waren auf ihn   aufmerksam geworden, hatten sich mit ihm abgegeben und hatten ihn gelobt.“   Sein ganzes Leben lang wird der Vater von Michael Köhlmeier sein Interesse und seine Begeisterung für Winston Churchill nicht verlieren. Er wird Englisch lernen um Churchills Biografie des 1. Duke of Marlborough zu lesen, für die dieser den Nobelpries für Literatur erhielt. Und irgendwann wird er, früh verwitwet, eine eigene Biographie über Winston Churchill zu schreiben beginnen. Als Köhlmeiers Vater 1974 an einem Symposion zum 100 Geburtstag Churchill teilnimmt, lernt er William Knott kennen – „The very private Private Secretary to a very prime Prime Minister“- und beginnt in der Folge mit Knott eine zehn Jahre anhaltende Brieffreundschaft, die bis zum Tod Knotts hielt und insgesamt über 1000 Seiten umfasst.   Selbst lange Jahre als Clown neben seinem früheren Hauptberuf als Lehrer in einem Gymnasium insbesondere an Wochenenden tätig, entwickelte Michael Köhlmeier ein intensives Interesse an der Person und der Arbeit Charlie Chaplins und durch die Arbeit seines Vaters auch an dessen ungewöhnlicher Freundschaft zu Winston Churchill. Ich nehme an, dass der nun vorliegende Roman über diese Freundschaft zweier berühmter Männer im Kopf von Köhlmeier schon in dem Augenblick Gestalt annahm, als er die gesammelte Dokumente der Brieffreundschaft seines Vaters mit William Knott gelesen hatte, nachdem sie ihm nach dessen Tod in die Hände gefallen waren   Nun, 2014, hat er die Idee umgesetzt und einen faszinierenden Roman geschrieben. Zwei berühmte Männer, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, freunden sich an und versprechen sich bei einem langen Spaziergang am Strand, immer für einander da zu sein, wenn der schwarze Hund nach ihnen schnappt. Den schwarzen Hund kannten sie beide. Immer wieder hatte sowohl Chaplin als auch Churchill mit Phasen schlimmer Melancholie und  Depression zu kämpfen.   Michael Köhlmeier beschreibt in seinem Roman nicht nur die Phasen dieser Freundschaft bis zu ihrem Höhepunkt, als Chaplin in London an seinem Film „Der große Diktator“ zu verzweifeln droht, Churchills mutiger Kampf gegen Hitler durch eine schwere Depression bedroht ist, und sie beide sich zum wiederholten Mal gegenseitig vom schwarzen Hund retten.   Nein, er schildert auch das Leben und das Schaffen beider Männer von den zwanziger Jahren bis zum Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs. Mit einer wunderbaren und mit viel Phantasie ausgestatteten Sprache spannt Köhlmeier einen Bogen über das 20. Jahrhundert. In der Geschichte des ungleichen Paares Chaplin und Churchill und ihrer immer wieder bedrohten Freundschaft entwickelt er die Geschichte des 20.Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, zwischen genialer Komik und schrecklichem Ernst.   Es ist ein Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte, ein Roman, der handelt von zwei Männern, deren Größe und Tatkraft, deren Mut und Durchhaltevermögen, deren Kreativität und Hybris (ja, die kommt auch nicht zu kurz) man erst spät zu würdigen wusste. Er ist eine gelungene Mischung zwischen einer Doppelbiografie, einer Filmgeschichte und einer literarischen Dokumentation einer der zentralen Phasen des 20.Jahrhunderts. Zwei Männer, der Künstler und der Politiker, kämpfen mit ihren je eigenen Mitteln ihren Kampf gegen den inneren schwarzen Hund und gegen den äußeren Feind Hitler.   Das Buch hat zu Recht die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2014 verdient.        

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    • 3
  • Zwei Herren am Strand

    Zwei Herren am Strand
    TinaGer

    TinaGer

    26. March 2015 um 13:46

    Aus einem Mix aus historischen Quellen und purer Fiktion entsteht das Bild einer illustren Freundschaft. Winston Churchill und Charlie Chaplin kämpfen beide - gegen die Depression und gegen Hitler. Köhlmeier gelingt ein stimmiges Portrait der Zeit und der beiden Herren am Strand. Ein faszinierend erzählter Text aus Extrakten des Komischen, des Deprimierenden, der Dopplungen, die sich in beiden Lebensläufen finden und die ein überaus gelungenes und trotz der offenen Struktur stimmiges Gesamtbild ergeben. Das Essayhafte verbindet sich mit sprachlichem Können und überbordender Erzählfreude. Unbedingter Lesetipp! 

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    • 2
  • Ich habe etwas anderes erwartet ...

    Zwei Herren am Strand
    19angelika63

    19angelika63

    Klappentext Zwei Männer gehen miteinander spazieren, allein, im vertrauten Gespräch. Der eine schwer, rund, mit der unvermeidlichen Zigarre, der andere schmal, unruhig, in dauernder Bewegung. Zwei Männer, die gar nicht zueinander passen – scheinbar. Winston Churchill und Charlie Chaplin waren vom Ruhm verwöhnt, und doch zwei große Melancholiker, die immer wieder an tiefen Depressionen litten und versuchten, sie zu überwinden: der eine, indem er der größte Komiker der Geschichte wurde, der andere, indem er sein Land durch den Krieg gegen Adolf Hitler führte. Diesen Kampf kämpften jetzt beide: der eine durch sein Meisterwerk „Der große Diktator“, der andere durch einen Widerstandswillen, der ganz England mitriss. Hm … ich habe auf Grund des Klappentextes und des Rückentextes eine vollkommen andere Geschichte erwartet. Eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Churchill und Chaplin, basierend auf ihrer Erkrankung … der Depression. Und was habe ich bekommen … eine langatmige Geschichte über zwei Männer, der Geschichte der damaligen Zeit und Hinweise ohne Ende woher Köhlmeiers Vater all die ach so tollen Hinweise bekommen hat. Welcher Chronist welchen kannte und wie der eine Bibliograf dem anderen aushilft mit Informationen. Puhh … ich denke, hätte man die zeitgeschichtlichen Ereignisse reduziert, Köhlmeier weniger von seinem Vater geschwärmt, dann, ja dann hätte es ein richtig gutes Buch werden können. Denn die Passagen, in denen die beiden großen Männer dieser Welt aufeinandertreffen, in denen über ihre Freundschaft erzählt wird, die sind einfach phantastisch! Ich habe bereits einmal ein anderes Buch (Mr. Chartwell von Rebecca Hunt) über Churchills Depressionen gelesen und war begeistert. Von diesem Buch bin ich einfach ein wenig enttäuscht. Aber wie immer an dieser Stelle … bildet euch bitte eine eigene Meinung.

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    • 6
  • Ungewöhnliche Erzählung über Depression, Kreativität und ganz große Männer

    Zwei Herren am Strand
    MareikeHerzpotenzial

    MareikeHerzpotenzial

    20. November 2014 um 12:12

    Was für eine Vorstellung: Charlie Chaplin spaziert gemütlich mit Winston Churchill am Strand entlang. Sie erzählen sich intime Dinge, abseits von Politik und Showbiz. Sie sprechen über ihre Ängste und ihre immer wieder auftretenden Depressionen. Churchill spricht von einem großen schwarzen Hund, der ihn angreift und sich festbeißt – und keiner versteht dieses Bild für eine niederschmetternde Depression besser als Chaplin. Auch er hat seit seiner Kindheit immer wieder mit Selbstmordgedanken zu kämpfen, muss sich mit seinem filmischen Schaffen immer wieder der brutalen Kritik der Öffentlichkeit stellen und zerbricht fast daran. Churchill trägt die Last eines großen Namens und eines ganzen Landes auf seinen Schultern. Der Zweite Weltkrieg deutet sich bereits bei ihrem ersten gemeinsamen Gespräch an. Zwei Männer mit großer öffentlicher Präsenz, die in ihren Karrieren immer wieder – mal überraschend, mal lange angedeutet – mit Depressionen und Selbstmordgedanken kämpfen. Mit einer zufälligen Begegnung auf einer Party in Hollywood beginnen die gemeinsamen Spaziergänge und die gegenseitigen Offenbarungen. Die beiden Männer erkennen sofort das ähnliche Gemüt im anderen, dass der Schwarze Hund sie beide besucht und sie ihr Leben lang begleitet. Michael Kohlmeier hat ein spannendes Setting gewählt. Ich musste dieses Buch einfach lesen, denn beide Männer sind in meiner Vorstellung so verschieden, dass ich mir nicht recht vorstellen konnte, wie ein Treffen der beiden ohne politische Gespräche auskommen sollte. Ich wurde überrascht, denn die Depression und der Todesgedanke verbindet die beiden so tief, dass sie über viele Jahre miteinander in Kontakt bleiben und sofort zur Stelle sind, wenn der eine den anderen braucht. Die Gespräche sind ruhig und behutsam. Man spürt die Kreativität und Kraft, die die beiden Männer aus den Austausch schöpfen. So entstehen einige wichtige Szenen von Chaplins Filmen aus Denkanstößen dieser Unterhaltungen. Dass Churchill ein sehr kreativer Mensch war, wird an vielen Stellen deutlich – nicht zuletzt weil die Staffelei seine letzte Bastion vor dem Schwarzen Hund zu sein scheint. Hier findet ihn Chaplin, fast manisch konzentriert auf seine Farben. Das Gegenstück ist Chaplins Schneideraum, in dem er verzweifelt versucht seinen Filmen neue Bedeutungen zu geben, Entscheidungen zurückzunehmen und der Künstler zu werden, der vom Publikum und der Kritik gefeiert wird. Kunst, Komik, Weltsicht und Respekt sind wichtige Themen, die Die eigentliche Handlung wird nach und nach aus den Dokumenten und Erzählungen rekonstruiert, die der Vater des Erzählers gesammelt hat, aus bekannten Interviews und Biografien. Man meint, ein weiteres Zeitdokument in den Händen zu halten, so geschickt werden Fiktion und Fakten hier verwoben. Der Erzähler selbst tritt immer mal wieder mit seiner eigenen Biografie in Erscheinung, besonders gegen Ende, wenn über eine Clownschule berichtet wird – ein Abschnitt, der meiner Meinung nach nicht die abrundende Wirkung hat, die er vermutlich haben soll. Insgesamt hat mich die etwas wirre Konstruktion um den Erzähler und seine Verbindung zu Chaplin/Churchill durchgängig gestört. Der neutrale, faktenorientierte Erzählton wird durch emotionalisierende persönliche Erinnerungen an die eigene Vater-Sohn-Beziehung durchbrochen. Die Verbindung der beiden Erzählebenen gelingt nicht vollständig, der Vater-Sohn-Vergleich hinkt und die Verbindungen bemüht. Die Geschichte hätte auch ohne diese Ebene funktioniert. Sie wäre auch ohne diese Extraportion Rührigkeit ein berührendes, elegantes und gelungenes Werk über zwei besondere Männer gewesen. Fazit: Eine ungewöhnliche Geschichte über zwei Männer, die ihre Dekade geprägt haben. Verbunden durch eine sensible Freundschaft und den Kampf gegen die eigenen Geister findet der Autor nicht den richtigen Ton für ein vollends stimmiges Leseerlebnis.

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    • 2
  • erstaunlich vielschichtiger Roman über eine der spannendsten Episoden der europäischen Geschichte

    Zwei Herren am Strand
    Kerstin-Scheuer

    Kerstin-Scheuer

    02. November 2014 um 12:52

    Worum geht es? (Kurzbeschreibung des Verlags:) Ein verblüffender Roman über Winston Churchill und Charlie Chaplin: Von zwei Herren, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die – jeder auf seine Art – gegen das Böse kämpfen.  Winston Churchill und Charlie Chaplin – zwei Giganten der Weltgeschichte, so unterschiedlich wie nur möglich und doch enge Freunde. Der eine schuf als weltberühmter Komiker das Meisterwerk “Der große Diktator”, der andere führte mit seinem Widerstandswillen eine ganze Nation durch den Krieg gegen Adolf Hitler. Michael Köhlmeier hat mit dem Blick des großen, phantasievollen Erzählers erkannt, was in diesem unglaublichen Paar steckt: die Geschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, Komik und Ernst. Der arme Tramp und der große Staatsmann, in diesem verblüffenden Roman des berühmten Autors aus Österreich erleben sie die Geschichte des Jahrhunderts. Warum habe ich es gelesen? Dies ist das letzte Buch meiner persönlichen Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2014. Ich habe es mir ganz bewusst bis zum Schluss aufgehoben, weil mir die Leseprobe am besten gefiel. Die Idee, diese großen Figuren der jüngeren Zeitgeschichte Europas literarisch in einem Roman zu vereinen, fand ich großartig. Zudem hat sich die Leseprobe ausgesprochen unterhaltsam amüsant und flüssig lesen lassen. Wie war mein erster Eindruck? Ich war etwas irritiert, als ich gleich in einem der ersten Kapitel feststellen musste, dass die Themen “Depression” und “Suizid” in diesem Roman eine zentrale Rollen spielten würden. Dies wird weder in der Kurzbeschreibung des Verlags (siehe oben) noch in der Leseprobe erwähnt. Auch schien es zunächst nicht zu dem lockeren, unterhaltsamen Erzählstil zu passen. Ich hatte die Befürchtung, diese Krankheit würde ins Lächerliche gezogen. Wie fand ich das Buch insgesamt? Glücklicherweise bewahrheiteten sich meine Befürchtungen nicht. Zwar wird das Thema in diesem Roman nicht mit einer solchen Schwere belegt, wie dies in anderen Werk der Fall ist, dennoch wird der Ernst der Krankheit deutlich. Köhlmeier ist ein großartiger Erzähler. Am besten gefiel mir, wie er in diesem Roman historische Fakten und eigene Fiktion geschickt zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügt, und ganz nebenbei auch noch ein bedeutendes Stück europäische Zeitgeschichte erzählt. An einigen Stellen gelingt diese Mischung so gut, dass mir zunächst nicht ganz klar, wurde, ob es sich nun um einen historische Tatsache handelt, oder der Fantasie des Autors entspringt. Dies klingt, als müsse der Roman “schwere Kost” sein. Und sicher ist er nicht trivial. Aber ich habe ihn auch nicht als anstrengend erlebt. Das Buch liest sich durch den lockeren, amüsanten Erzählstil Köhlmeiers flüssig und leicht. Die Machart erinnerte mich ein kleines bisschen an “Kastellau” von Charles Lewinsky. In beiden Büchern werden unterschiedliche Quellen zitiert und zu einem Roman zusammengefügt. Während dies aber bei Lewinsky ausschließlich mit fiktivem Material und in weitestgehend umkommentierter Form geschieht, mischt Köhlmeier real existierende Dokumente mit fiktivem und erweiterter den Rahmen zusätzlich um einen Erzähler, der den Leser durch die Geschichte führt. Die einzelnen Teile müssen also nicht vom Leser selbst zusammengefügt werden, sondern werden fertig einschließlich Interpretation angeboten. Dies macht es einfacher zu lesen, nimmt dem Leser aber auch den Spaß an der eigenen detektivischen Arbeit. Andererseits aber erweitert die Rahmenhandlung in “Zwei Herren am Strand” die Geschichte aber auch um zwei weitere Personen: den Erzähler und sein Vater, über die der Leser zwar nur wenig erfährt, sich aber das ein oder andere denken kann. Denn tatsächlich gibt es Parallelen zwischen dem Erzähler und seinem Vater und Chaplin und Churchill, wie sie im Roman dargestellt werden. So wird bald klar, dass auch der Erzähler und der Vater an Depressionen leiden bzw. litten, ohne dass dies an irgendeiner Stelle direkt und offen ausgesprochen wird, was ich als wahre Kunst empfand. Einzig eine Stelle in der Mitte des Romans las ich mit leichter Empörung. Hierin wird Hitler beschrieben, der – ebenfalls depressiv – von Chaplin und Churchill zu ihresgleichen wahrgenommen wird. Dies schien mir dann doch etwas zu weit zu gehen. Nachdem ich den Gedanken aber etwas sacken ließ, kam es mir schließlich gar nicht mehr so skandalös vor. Letztlich zeigt es nur, dass es jeden treffen kann. Alles in allem ist “Zwei Herren am Strand” ein erstaunlich vielschichtiger Roman über eine der spannendsten Episoden der jüngeren europäischen Geschichte.

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  • Wenn Kunst und Politik sich treffen

    Zwei Herren am Strand
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. September 2014 um 13:19

    „Zwei Herren am Strand“ von Michael Köhlmeier ist im August dieses Jahres im Carl Hanser Verlag und als Hörbuch im Hörverlag erschienen. Dieser Titel wurde für den Deutschen Buchpreis 2014 nominiert. Zwei Herren begegnen sich am Strand Michael Köhlmeier verbindet in seiner Geschichte „Zwei Herren am Strand“ zwei große Persönlichkeiten: Winston Churchill und Charlie Chaplin. Als sich diese nach einer Feier am Strand begegnen, erkennen sie den jeweils anderen nicht. Beide sind erleichtert, wollen sie doch nur ihrem eigenen Schicksal entfliehen, dem Trubel der Feier, der Blicke des Publikums entgehen. Chaplin, der bis zu diesem Augenblick viel Leid erfahren hat, wirkt depressiv. Man sehe ihm an, dass er über Selbstmord nachdenke, meint Churchill. Und Chaplin, der sich diesem Fremden sogleich verbunden fühlt, beginnt ihm von seinen Misserfolgen und dem Druck der Öffentlichkeit zu erzählen. Mit viel Geduld und Ruhe lauscht Churchill seinen Worten und als sie den Weg zurücklaufen, öffnet auch er sein Herz. Selbstmord ist ein zentrales Thema in ihrem Gespräch. Doch am Ende ihrer Unterhaltung fühlen beide sich freier, ein Stück mehr zum Leben gewandt als zum Tod, was aufzeigt, dass Gespräche mit fremden, nicht unmittelbar im eigenen Lebensumfeld stehenden Menschen sehr hilfreich sein können. Gleiches Ziel: Gegen den Nationalsozialismus Auch wenn sich die Wege der beiden Freunde trennen, so vereint sie das gleiche Ziel: Der Kampf gegen den Nationalsozialismus. Während Churchill in der Politik gegen Hitler kämpft, dreht Chaplin den Film „Der große Diktator“, in dem er den Führer persönlich spielt. Auf die Idee, diese Rolle selbst zu spielen, kam er durch andere, die oftmals betonten, er sähe mit seinem Bärtchen und dem Gesichtsausdruck dem Führer ähnlich. Chaplin, der bis dato großen Erfolg mit seinen Filmen hat, erntet plötzlich große Kritik. Noch bevor der Film erscheint, äußert sich die Presse, es sei ein Skandal, das hätte nichts mehr mit Kunst zu tun, sondern mit Politik. Drohungen, auch seitens von Hitler, schrecken Chaplin jedoch nicht ab. Auch die Tatsache, dass der Film in bestimmten Ländern verboten wird, lässt ihn nicht an seinem Projekt zweifeln. „Widerliche Kriegshetze“, heißt es in den Zeitungen, als der Film in die Kinos kommt. „Schlechte Musik, kein Stil, zu kitschig, geschmacklos“ sind Formulierungen, die er zu lesen bekommt, genauso wie die Behauptung, der Film würde seine Karriere ruinieren. Und doch fühlt sich Chaplin wohl dabei, weiß er doch, dass er auf diese Weise etwas gegen den Krieg getan hat. Auf seine Weise. Literarischer Stil Köhlmeier verbindet in seinem Werk Kunst und Politik. Er spricht Themen an, die von großer Bedeutung sind und an die Öffentlichkeit gelangen sollten: Krieg, Depressionen, Selbstmord. Dabei zeigt er auf, wie zwei Menschen mit diesen Problemen umgehen und gibt somit einen Lösungsansatz. Jeder kann etwas bewirken, jeder auf seine Art. Es wirkt, als würde er gerne mit Gegensätzen spielen: Ernst und Humor, Krieg und Frieden, Erfolg und Misserfolg. Ein Auf und Ab – wie im richtigen Leben. Seine Protagonisten treten sehr überzeugend auf, wirken authentisch. Nicht zuletzt wegen dem, was sie denken und fühlen und wie sie handeln. Sätze wie „Sprich, als wäre es das letzte Mal“ und „Was einer werden kann, das ist er schon“ wirken poetisch und weise und klingen einem noch lange im Kopf nach. Der Autor bedient sich außerdem bildlicher Umschreibungen und Vergleiche. So ist von einem „schwarzen Hund“ die Rede, der Churchill irgendwann einholen soll. In diesem Zusammenhang wird mit Shakespeares Macbeth verglichen, dem der Tod von den Hexen vorhergesagt wird. Die Erzählperspektive wechselt dabei immer wieder. Zum einen gibt es den Ich-Erzähler, der die Geschichte der beiden Protagonisten anhand von Aufzeichnungen und Briefen erzählt. Manchmal äußert er seine eigenen Gedanken, die meiste Zeit aber wird aus der Sicht Churchills oder Chaplins berichtet, sodass man zwischendurch vergisst, dass hinter den Geschichten ein Ich-Erzähler steckt. Hörbuch-Version Der Autor liest seine Geschichte selbst vor. Man findet schnell einen Zugang zur Geschichte, kann dem Verlauf gut folgen. Seine ruhige Art vorzulesen führt allerdings dazu, dass der Spannungsbogen verloren geht. Während ich mir an einigen Stellen ein bisschen Tempo gewünscht hätte, wären an anderen längere Pausen sinnvoll gewesen. Der Geschichte zu folgen bedarf demnach viel Ruhe und Konzentration. Es ist kein Hörbuch, das man an einem Stück durchhört, vielmehr sollte man sich dafür Zeit nehmen, Pausen einlegen, über das Gesprochene nachdenken und einiges auch verinnerlichen. Denn hinter diesem Werk verbergen sich nicht nur die Geschichten zweier Persönlichkeiten, sondern unzählige Gedanken und Ideen, die es weiter zu verfolgen lohnt. Kein Wunder, dass „Zwei Herren am Strand“ für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. © Bücherstadt Kurier

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    Poesiesoso

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    Am 13. August hat die Jury die Longlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben. Im nächsten Schritt werden sechs dieser Titel für die Shortlist nominiert, die am 10. September veröffentlicht wird. Der Gewinner wird dann am 6. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verkündet.  Ich habe einige Titel so gar nicht auf der Longlist erwartet, andere wiederum hätte ich gern darauf gesehen. Wie geht es euch? Welches Buch ist euer Favorit? Was glaubt ihr, wer auf der Shortlist stehen wird? Hier nun die Kandidaten: Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr, Sasa Stanisic: Vor dem Fest  , Heinrich Steinfest: Der Allesforscher , Thomas Hettche: Pfaueninsel , Lukas Bärfuss: Koala , Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand , Feridun Zaimoglu: Isabel , Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt , Antonio Fian: Das Ploykrates-Syndrom , Esther Kinsky: Am Fluss , Angelika Klüssendorf: April , Martin Lechner: Kleine Kassa , Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling , Charles Lewinsky: Kastelau , Thomas Melle: 3000 Euro , Matthias Nawrat: Unternehmer , Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn , Lutz Seiler: Kruso , Marlene Streeruwitz: Nachkommen. , Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser

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