Michael Kiesen Hollywood Boulevard

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Inhaltsangabe zu „Hollywood Boulevard“ von Michael Kiesen

Für David wird der „sunshine state“, das „Wunderland“ Kalifornien, Wirklichkeit. Er taucht in eine subtropische Szenerie und lernt dann im Hollywood YMCA einen jungen Mann kennen, Roy, der aus dem Mittleren Westen geflohen ist. Mit Roy zusammen begegnet David weiteren jungen Leuten, die sich nicht nach überkommenen Regeln richten, und lässt sich von ihrer tabulosen Lebensweise mitreißen. Seine neuen Freunde haben zum Teil mit dem Filmgeschäft zu tun. David gerät durch sie in Ereignisse, die ihn erkennen lassen, was Macht in Hollywood bedeutet, wie verlockend und bedrohlich es ist, sich ihr auszuliefern, und wie schwierig es sein kann, sich jenseits des „süßen Lebens“ in der amerikanischen Gesellschaft zurechtzufinden. Dennoch ist für David die charmant hemmungslose kalifornische Szene modellhaft und ein Gegenpol zur Einengung in manchen Teilen der USA und in seiner süddeutschen Heimat, wo nicht wenige imstande sind, Hollywood und Malibu mit Sodom und Gomorrha gleichzusetzen.

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  • Rezension zu "Hollywood Boulevard" von Michael Kiesen

    Hollywood Boulevard
    Babscha

    Babscha

    20. September 2011 um 18:44

    Ein vierwöchiger Ausschnitt aus dem Leben von David, einem Mann irgendwo in der zweiten Hälfte seiner Zwanziger, gut aussehend, Jurist, bürgerliche Herkunft aus einer angesehenen Stuttgarter Familie, standesgemäß aber lose liiert mit einer jungen Blaublütigen namens Daniela, die Zukunft also praktisch vorgezeichnet. Und genau hier liegt sein Problem: Innerlich den schönen Künsten und den Lebensphilosophien der griechischen und römischen Denker zugetan, steht er seinem ganzen wohlgeordneten gesellschaftlichen wie privaten Lebensumfeld mit äußerster Verachtung und Ablehnung gegenüber. Aber das erfährt der Leser erst nach und nach. Das Buch startet mitten in Hollywood, in der glamourösen Welt des schönen Scheins, wo unter der kalifornischen Sonne jeder sein Glück machen kann, wenn schon nicht mit Geld, dann wenigstens über die konsequente Vermarktung seiner körperlichen Vorzüge und unter Ausnutzung der richtigen Kontakte. Dorthin hat sich David für eine Weile zurück gezogen, um Abstand zu gewinnen und er erzählt uns aus der Sicht des permanenten Beobachters von seinen intensiven Eindrücken aus dieser Welt, seiner Bewunderung der leichten Lebensart der Menschen und seiner magischen Anziehung zu einer Clique junger Leute, die er kennen und lieben lernt und in deren fremde, völlig abseits der Normen ausgelebte Welt aus Partys, Drogenkonsum und ungehemmter Körperlichkeit er nach und nach vollständig abtaucht. Erst nach geraumer Zeit und als es für ihn fast zu spät ist erkennt er die Risse in diesem System, die gnadenlose Welt aus Geld, Machtmissbrauch und Ausbeutung Vieler durch Wenige unter dem Deckmantel eines konsequent von allen beschworenen lockeren Lebensstils. Beinahe im Stil einer griechischen Tragödie lässt der Autor seinen icherzählenden Protagonisten agieren und scheitern, lässt ihn sich zerreißen in seinem inneren Zwiespalt zwischen unbändigem Wunsch nach Sinn und Erkenntnis des für ihn richtigen Lebenswegs vor dem Hintergrund des eigenen fortschreitenden Alterungsprozesses und der inneren Verhaftung in den Fesseln der spießbürgerlichen, ihm so sehr verhassten Lebensstrukturen seiner „württembergischen“ Herkunft, aus denen er tatsächlich nur temporär, aber gerade deshalb ganz bewusst und mit allen Mitteln ausbrechen will. Ein interessantes, außergewöhnliches Buch, an dem man dran bleibt.

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