Michael Kleeberg Das amerikanische Hospital

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Inhaltsangabe zu „Das amerikanische Hospital“ von Michael Kleeberg

Über die Liebe in Zeiten der neuen Kriege

Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und dem Amerikaner David. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre der Stadt Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.

Es ist ein toller Roman, das den körperlichen Leidensweg der drei Personen zeigt - Davids, Helenes und ihres Mannes. Es erlaubt dem Leser, i

— Annian

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    Das amerikanische Hospital

    engineerwife

    05. March 2016 um 10:35

    Die Geschichte hätte richtig gut werden können, sie hatte massenhaft Potential. Die verzweifelte Hélène und ihr Mann, die ihre letzte Hoffnung, schwanger zu werden, in das amerikanische Hospital tragen und der arme US Army Captain David Cote aus New England, der bedingt durch den Kriegsfeldzug, angeführt von General Norman Schwarzkopf, unter dem heute bekannten Post Traumatic Stress Syndrom leidet. In den frühen 1990ern entwarfen die USA einen Plan für die Verteidigung der Ölfelder im Persischen Golf, für den Fall einer Invasion durch den Irak und schickten somit tausende Soldaten in den Krieg … einen Krieg, für den Hélène kein Verständnis aufbringen kann. David und Hélène kommen sich näher in der Klinik und werden zu guten Freunden, die versuchen, sich gegenseitig bei der Heilung ihrer Seele zu unterstützen. Ihre Freundschaft wird zu einem Unterfangen, das alle involvierten Parteien auf eine harte Probe stellt … Soweit so gut, was mir aber an allererster Stelle fehlte, waren die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Für mich gestaltete sich das Lesen daher oft anstrengend, auch bleibt mir der Sinn dahinter schlichtweg verborgen. Das Buch war für mich einfach nur deprimierend und nahm mit dem Schluss, als Hélènes Ehemann aus dem Nichts das Wort ergreift, eine seltsame Wendung. Von mir bekommt das Buch deshalb nur eine sehr bedingte Leseempfehlung. 

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    saba

    02. September 2012 um 16:48

    Die Pariser Innenarchitektin Hélène und der amerikanische Soldat David begegnen sich zum ersten Mal auf den Fluren des amerikanischen Hospitals in Paris. Es ist das Jahr 1991. Für beide stellt die Klinik eine Station in ihrem Leben dar, die zukunftsweisend sein wird. Hélène möchte sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, während David den Kampf gegen seine Kriegstraumata aus dem Kuwaitkrieg aufnehmen wird. Für beide wird es eine schwere Zeit, bei der ihre sich entwickelnde Freundschaft zu einem ganz bedeutsamen Halt wird. Das amerikanische Hospital lebt von den Gesprächen zwischen Hélène und David. Ihr Austausch über Literatur, Politik und Poesie, kann und soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich ebenso um einen Kriegsbericht handelt. Nicht um einen der großen historischen Kriege, sondern vor allem um die Kriege der Moderne. Wie weit darf Medizin gehen, ohne dabei den Menschen aus den Augen zu verlieren? Wie weit darf moderne Kriegsführung gehen, ohne die Seelen der Kämpfenden zu zerstören? In ebenso beeindruckender, wie intensiver Weise schildert Michael Kleeberg, den oft schmerzhaften Weg, den seine Protagonisten auf ihre ganz unterschiedliche Art und Weise gehen müssen. Erstaunlicherweise gelingt es dabei gerade einem männlichen Autor die Geschichte von Hélène besonders authentisch und einfühlsam zu erzählen. Michael Kleeberg gibt dem Leser die Möglichkeit Hélène und David über einen Zeitraum von zehn Jahren zu begleiten was erfreulicherweise dazu führt, dass man nicht das Gefühl hat die Charaktere verlassen zu müssen, bevor ihre Geschichte wirklich zu Ende erzählt wurde. Einziger Kritikpunkt an „Das amerikanische Hospital“ ist für mich der häufige Gebrauch von Fremdwörtern, die den Lesefluss dann doch etwas behindern.

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    schokoloko29

    01. March 2012 um 12:04

    Inhalt des Buches: Helene trifft den Soldaten Cote im amerikanischen Hospital. Im amerikanischen Hospital möchte sie mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung schwanger werden. Cote befindet dort in stationäre Behandlung, um seine Erlebnisse im ersten Irakkrieg zu verarbeiten. Cote ist deutlich vom Irakkrieg traumatisiert und gerät schnell in Panik bei geringen äußeren Anlässen, wie z.B. das schnelle Zuschlagen eines Fensters, der Geruch nach verbranntem Fleisch uä. Aus diesem Grund traut er sich nicht alleine auf die Straße und ist häufig von seiner Angst wie paralysiert. Als Leser begleitet man die beiden oben genannten Protagonisten 2 Jahre lang sehr intensiv. Es wird sehr detailliert die operativen Eingriffe der künstlichen Befruchtung und die Fehlgeburten Helenes beschrieben. Auch die "Heilung" des amerikanischen Soldaten, die damit verbundenen Rückschläge, die stationären Aufenthalte im Krankenhaus und seine Erlebnisse beim ersten Golfkrieg werden sehr genau dargestellt. Und natürlich wie sich die beiden Protagonisten anfreunden und sich bei Tiefschlägen gegenseitig unterstützen. Meine Meinung: Die Protagonisten haben viel über den Sinn des Krieges philosophiert und die über Kriegserlebnisse des Soldaten gesprochen. Doch die Protagonisten liessen mich seltsamerweise kalt. Ich habe sogar beim Lesen schon wieder die Namen vergessen. Die Erzählweise war mir auch etwas zu langatmig. Es gab für meinen Geschmack viele Wieder-holungen. Außerdem hat es mich nicht sonderlich interessiert, was der Soldat beim Krieg erlebt. Leider muß ich auch sagen, dass ich die Kriegsbeschreibungen, wie z.B. die Ermordung von Schulkindern schnell überflogen habe. Ich hatte den Verdacht, dass der Autor durch dieses stilistische Mittel (wie das detaillierte Beschreiben von Kriegserlebnissen) Gefühle beim Leser hervorlocken wollte, die seine Protagonisten in diesem Buch nicht erreicht haben. Aus diesem Grund erhält das Buch von mir 2 Sterne

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    Rock-n-Roll

    09. August 2011 um 16:08

    Der im Irakkrieg traumatisierte US Soldat David Cote wird im amerikanischen Hospital in Paris behandelt. Dort lernt er Hélène kennen, eine junge Frau die sich künstlich befruchten lassen möchte. Ihre Freundschaft geht über Jahre mit teils langen Pausen dazwischen - immer wieder treffen und reden die beiden miteinander. Er erzählt ihr vom Krieg in all seiner Grausamkeit, sie hört hauptsächlich zu. Anfänglich ein durchaus interessanter Ansatz. Cote hat in seiner Familie eine lange Militärtradition. Hélène, als Europäerin, findet Kriege schrecklich, findet es sollte keine Soldaten geben. Sehr viel mehr passiert in dem Buch leider nicht. Oft wird Lyrik benutzt um zu demonstrieren, dass es auch Soldaten gibt, die sich für die schönen Künste interessieren und durchaus gebildet sind und vielleicht auch um die Schrecken des Kriegen etwas abzumildern. Weniger gut gefällt die nüchterne Sprache in der über medizinische Details berichtet wird, die wohl kaum ein Laie versteht und die deswegen einfach zu langatmig geschildert werden. Mitgefühl mit Hélène will sich nicht einstellen, sie verliert ein Embryo nach dem anderen, der Leser fragt sich, warum sie das alles auf sich nimmt. Ebenso nervig sind die ganz genauen Beschreibungen von Paris, durch welche Strassen man fahren muss, um an ein bestimmtes Ziel zu gelangen, welche markanten Punkte dabei gestreift werden - das wirkt gewollt belehrend und ist einfach langweilig. Ja, es ist toll, dass der Autor offensichtlich jede Lokalität genauestens besucht hat und den Weg dahin detailgetreu beschreiben kann, aber es nervt.

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    Thaila

    19. April 2011 um 14:01

    Hélène wünscht sich sehnlichst ein Kind un unterzieht sich um schwanger zu werden, eine strapaziösen und langwierigen Behandlung im amerikanischen Hospital, einer teuren Privatklinik in Paris. Dort begegnet sie dem Amerikaner Cole. Cole hat im ersten Irakkrieg als Offizier gedient und leidet unter schweren Angstneurosen. Bereits eine klappernde Tür kann bewirken, dass er vollkommen verängstigt unter dem Tisch liegt. Obwohl er schon lange davon träumte in Paris zu leben, hat er noch nichts von der Stadt gesehen, da er sich nicht mehr auf die Straße traut. Immer wieder begegnen sich die Beiden, die durch ihre gemeinsame Liebe zur Lyrik miteinander verbunden sind, und nach und nach entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Sie teilen einander ihre Verletzungen und ihre Narben mit und helfen sich gegenseitig zu heilen. Kleebergs Beschreibungen dieser platonischen Liebe haben mich unheimlich berührt. Das alles erzählt Michael Kleeberg in einer wunderbar präzisen, fast lakonischen Sprache. Von zentraler Bedeutung ist dabei Paris als Schauplatz der Handlung und heimlicher Protagonist. Die Szenen, in denen Kleeberg einen Generalstreik in der französischen Hauptstadt beschreibt, gehört gewiss zum großartigsten, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    bücherelfe

    25. February 2011 um 08:19

    Wenn ich an einem Montag ein nur 233 Seiten dünnes Buch zu lesen beginne und erst am Donnerstagabend damit fertig bin,  kann das  zweierlei bedeuten. Entweder  es handelt sich um ein Buch, durch das ich mich beharrlich durchquäle, weil mir nun einmal  in den Kopf gesetzt habe, eine angefangene Geschichte  auch zu Ende zu lesen. Oder es ist ein Buch, das mich  zwingt im Zeitlupentempo zu lesen,  weil es etwas Unbeschreibliches an sich hat. Michael Kleeberg’s „Das amerikanische Hospital“ gehört zur zweiten Kategorie. Haupt-Schauplatz dieser Geschichte ist das amerikanische Hospital in Paris. Dort treffen die Pariserin Hélène und der Amerikaner Cole erstmals aufeinander.  Beide kämpfen voller Inbrunst und anfänglich auch Zuversicht gegen ihr jeweiliges Schicksal an. Hélène versucht mit Hilfe der Medizialtechnik ihre Unfruchtbarkeit zu besiegen; Cole, traumatisiert aus dem Nato-Feldzug gegen den Irak zurückgekehrt, sucht mittels Therapie den Weg zurück ins Leben. Über Jahre hinweg treffen sie sich, stützen sie sich, trösten sie sich. „Wenn Sie alles andere abziehen, Geld und Besitz und Religion und Kriege und Macht und Reisen, dann haben Sie eine Mutter und ihr Kind; ich kann es nicht richtig ausdrücken, was ich meine, aber es ist etwas Heiliges, und Sie, Hélène, werden hier auch ein Kind bekommen.“ Zusammen mit Hélène wagt Cole, den schon eine zuschlagende Tür in ein panisches Häufchen Elend zu verwandeln mag, sich Schritt für Schritt hinaus aus dem Krankenhaus. Und Hélène ihrerseits, deren Ehe mit jedem erfolglosen Eingriff stärker ins Trudeln gerät, muss sich Gedanken darüber machen, welche Richtung ihr Leben nehmen soll, wenn sie den Traum vom Baby begraben muss. Die Geschichte birgt eine merkwürdige Mischung aus Poesie und Grauen. Poesie, wenn die beiden sich über ihre gemeinsame Leidenschaft zur Dichtkunst austauschen; Grauen, wenn Cole Hélène einzelne Erlebnisse aus dem Krieg anvertraut. Wie schon eingangs geschrieben, hat mich dieses Buch in einen ganz seltenen Zustand versetzt: Lesen im Zeitlupentempo. Von Montag bis Donnerstag für 233 Seiten. Chapeau Michael Kleeberg! Fazit: Eines dieser ganz besonderen Bücher. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    Buecherdiebin

    03. February 2011 um 11:24

    Hélène begegnet David das erste Mal auf dem Flur des amerikanischen Hospitals in Paris im Jahre 1991. Sie konsultiert einen Arzt für ihre erste künstliche Befruchtung, er ist Soldat und leidet seit seinem Einsatz im Irakkrieg an einer posttraumatischen Störung. David bricht zusammen und Hélène hält ihn einfach nur fest. Danach begegnen sich die beiden immer häufiger im Hospital. Bei ihr kommt es immer wieder zu Fehlgeburten, bei David schlägt die psychologische Behandlung nicht an. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt, über Kunst und Literatur - und auch über den Krieg, die gesehenen Gräuel und wie es sich anfühlt, ein Kind zu verlieren. Das Cover zeigt zwei Hände: Eine ist verzweifelt ausgestreckt, die andere greift beruhigend zu. Welche Hand zu wem gehört, weiß man nicht, denn die beiden "Versehrten" tauschen immer wieder die Rollen - und ziehen sich so ins Leben zurück. ***************************************************** Ein sehr schönes Buch, von der Wahl der Worte und der Bilder, die Herr Kleeberg verwendet, eines der besten, die ich je gelesen habe. Schonungslos - aber nicht effekt-haschend - berichtet er durch die Augen und die Worte Davids von den schrecklichen Dingen, die ein Soldat im Krieg sieht. Und durch Hélènes Augen erfährt man, wie sich eine junge Frau fühlen muss, deren sehnlichster Wunsch ein eigenes Kind ist, aber kein Kind halten kann. Die letzten Seiten befassen sich mit Hélènes Mann - ein ungewohnter Blickwinkel auf einen ebenso verzweifelten Mann. Ein tolles Buch!

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    yoko

    14. January 2011 um 20:46

    Manchmal taumelt man haltlos durchs Leben. In einem leichten Schwebezustand versuchen die Füße vergeblich den Boden zu berühren. In solchen Momenten ist es einfach nur beruhigend, wenn man auf einen anderen Menschen trifft, dem es auch so geht. So ein Beispiel ist „Das amerikanische Hospital“ von Michael Kleeberg. Hélène und David treffen sich zum ersten Mal in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals in Paris. David bricht vor ihren Augen zusammen. Die junge Frau versucht den unbekannten Mann vorm Stürzen zu bewahren und hält ihn kurze Zeit im Arm, bevor Pfleger zur Hilfe eilen und ihn fortbringen. Vier Wochen danach sehen sie sich wieder, beide sind in Bücher vertieft und merken schnell, dass sie sich beide für Lyrik begeistern. Sie kommen ins Gespräch, sprechen über Literatur und fühlen sich sofort miteinander vertraut. Hélène hat gerade ihre erste Follikelpunktion hinter sich. Nach neun Monaten soll sie, wenn sie Glück hat, ein Baby gebären. Hélène kann auf dem natürlichen Wege kein Kind bekommen. Gemeinsam mit ihrem Mann entschließt sie sich für eine künstliche Befruchtung, einer In-Vitro-Behandlung. David, ein amerikanischer Soldat, ist zurückhaltend und sagt, er sei zu einer „Art Generalüberholung“ im Krankenhaus. Erst beim nächsten Wiedersehen, erzählt er ihr, dass er Soldat ist. Sie beschwert sich bei ihm, dass er ihr das verschwiegen hat und schnell entfacht eine kleine Diskussion, zumal Hélène eine Pazifistin ist. David ist wegen Angstzuständen und Panikattacken in Behandlung. Die beiden sehen sich von nun an öfter, weil Hélènes künstliche Befruchtungen immer wieder erfolglos bleiben. Zwischen den beiden entsteht ein Band, nach und nach bilden sie eine kleine Schicksalsgemeinschaft. David berichtet von seinen Erfahrungen als Soldat im Krieg, über die Hilflosigkeit und Verzweiflung, die ihn seitdem nicht mehr loslassen. Hélène fühlt sich gut aufgehoben mit ihrer Hoffnungslosigkeit, die die unerfüllte Schwangerschaft mit sich bringt. Bestens recherchiert und sehr authentisch schildert der Autor die künstliche Befruchtung und die Kriegserlebnisse. Feinfühlig, melancholisch und distanziert liest sich dieses Buch. Ich war beiden Protagonisten sehr nah, jedem auf seine Weise. Der Autor zoomt sich an Hélène und David gleichermaßen heran, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Er erzählt in einem einfühlsamen und klaren Schreibstil, wechselt dabei in regelmäßigen Abständen die Perspektiven. Eben noch haben wir Hélènes Gedanken gelauscht und hocken nun bei David, der von der furchtbaren Fratze des Krieges berichtet. Der Autor beschreibt das Leben zweier Menschen, denen das Schicksal den geraden Gang verwehrt. Sie leiden Seelenqualen, jeder auf seine Weise. Beide müssen kämpfen und haben sich gegenseitig gefunden. Sie halten sich und dadurch fühlen sie sich weniger elend. Sie retten sich gegenseitig. Da gibt es so eine Szene, als sie bei einem ihrer Spaziergänge auf dem Friedhof Père Lachaise besuchen, sagt Hélène, dass sie wie eine Katzenmama enden wird, ein altes Weib, das täglich einsame Katzen füttern wird, weil sie sonst niemanden hat, den sie bemuttern kann. Kurz schweigt David, doch dann ruft er schnell empört: „Sie werden überhaupt nicht so enden! Was für ein Unsinn! Sie werden Mutter!“ Da ist es wieder, das wohlige Gefühl, das sich einstellt, wenn man sich in schweren Stunden gut aufgehoben fühlt. Der Autor hat zwei Königskinder zueinander geführt, deren Seelenqualen sich gemeinsam anders und ein bisschen leichter ertragen lassen.

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. October 2010 um 11:38

    Das Buch ist phantastisch geschrieben, zwar beklemmend, aber man muss einfach weiter lesen. Gefangen von den beiden Protagonisten. Der Schluss ist unkitschig und richtig, richtig für die gesamte Geschichte. Michael Kleeberg sollte man sich merken!

  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    buchratte

    25. September 2010 um 18:02

    Gleich zu Anfang: Dieses Buch ist schön. Es ist sehr schön und gleichzeitig beklemmend ohne dabei kitschig zu werden. Ich glaube ich kann gar nicht die richtigen Worte finden um zu beschreiben wie gut es mir gefallen hat. Aber ich versuche es trotzdem. Es ist Herbst in Paris. Wir schreiben das Jahr 1991. Eine Frau steht vor den Türen des amerikanischen Hospitals als ein Mann vor ihr zusammenbricht. Ein scheinbar unbedeutender Vorfall für ein Hospital, jedoch nicht für die beiden Beteiligten Helene und David. Während Helene wegen der künstlichen Befruchtung immer wieder im Krankenhaus muss, wird David seine Erinnerungen aus dem Golfkrieg nicht los. Zunächst treffen sie sich ein paar Mal zufällig im Krankenhaus wenn sie zu ihren Behandlungen müssen und knüpfen so zarte Freundschaftsbände. Die beiden verbindet zunächst nur die Begeisterung für Lyrik und ihr Aufenthalt im Krankenhaus. Später wird aus diesen zufälligen Treffen mehr. Beide kommen bei ihren Behandlungen nicht wie gewünscht voran und geben sich unbewusst immer wieder Halt und Kraft. Was sich zunächst wie ein Liebesroman anhört, ist viel mehr als das. Es ist die Geschichte zweier Seelen, die auf der Suche sind. Dieser Roman ist so voll von Zartheit und Gefühl, dass es sich nicht in Worte fassen lässt. Der Autor greift mit der künstlichen Befruchtung und dem Kriegstrauma zwei nicht einfache Themen auf und schafft es dennoch diese so geschickt in ein Buch zu packen, dass man als Leser nur noch seufzen kann. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen würde. Vor allem da mich das Cover so sehr abgeschreckt hat. Eins steht fest: Dies war zwar mein erstes Buch von Michael Kleeberg aber nicht das letzte.

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    Schiller-Buchhandlung

    09. September 2010 um 18:38

    Ein Mann und eine Frau treffen im amerikanischen Hospital in Paris aufeinander: Hélène, die mit ihrem Mann ein Kind bekommen will durch eine In-Vitro-Behandlung und David Cote, amerikanischer Soldat, der wegen eines Angsttraumas im Hospital behandelt wird. Ihre erste Begegnung ist dramatisch: Auf dem Weg zu einer Untersuchung bricht vor ihr ein Mann, Cote, zusammen mit krampfartigen Anfällen. Hélène versucht ihm zu helfen, bis Ärzte und Krankenschwestern bei ihm sind. Wenige Tage später treffen die beiden einander wieder und beginnen, miteinander zu sprechen. So wie Cotes Therapie nicht erfolgreich ist, sind schlagen auch die Versuche von Hélène, schwanger zu werden, fehl und so treffen sie einander über Monate und Jahre hinweg immer wieder. Aus den anfänglichen Unterhaltungen über Poesie und Literatur entwickeln sich immer persönlichere Gespräche über den Krieg, über Politik und über ihre eigenen Schicksale. Und wir erleben mit, wie eigentlich beide unter ganz unterschiedlichen Kriegen leiden: Cote unter seinen schrecklichen Erlebnissen im Irak und Hélène unter dem Krieg, den sie gegen ihren eigenen Körper führt und den sie letztlich verlieren wird. Knapp und lakonisch erzählt Michael Kleeberg von den traumatischen Erlebnissen zweier Menschen. Die Szenen, die Cote immer wieder erzählt gingen mir ebenso unter die Haut wie die Beschreibungen der technischen, präzise geplanten Versuche von Hélène und ihrem Mann, ein Kind zu bekommen. Ihre Liebe stirbt über dem Kinderwunsch, der zur Obsession wird. Dabei bedient sich Kleeberg eines erzählerischen Kniffs, denn es gibt noch eine dritte Person, den Erzähler, der uns die Geschichte erzählt, der dabei fast ganz in den Hintergrund tritt, bevor er am Ende seine Identität enthüllt. Ein Roman, von dem viele Szenen in Erinnerung bleiben und der noch lange nachklingt!

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  • Rezension zu "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg

    Das amerikanische Hospital

    lokoschade

    06. September 2010 um 13:39

    Gebundene Ausgabe: 240 Seiten Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (30. August 2010) Sprache: Deutsch Preis: € 19,99 Kurzbeschreibung Liebe in Zeiten der neuen Kriege Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen. Autorenporträt Michael Kleeberg, 1959 in Stuttgart geboren, studierte in Hamburg Politische Wissenschaften und Neuere Geschichte sowie an der Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation. Ab 1983 folgten einjährige Aufenthalte in Rom, West-Berlin und Amsterdam. 1986 siedelte er nach Paris über, wo er von 1987 bis 1994 neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit Mitinhaber einer kleinen Werbeagentur war. Seit 2000 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen (Marcel Proust) und Englischen ( John Dos Passos) in Berlin. Meine Meiung: "Dahin dahin Wann immer ich an meine Jahre in Paris zurückdenke, schiebt sich dieses janusköpfige Wort, das zugleich die Trauer um einen unwiederbringlichen Verlust und die Sehnsucht nach einer unerreichbaren Ferne bezeichnet, vor meine Erinnerungen und verhindert, dass ich in sie eintauchen, in ihnen umhergehen kann. Dieses Dahin umgibt sie wie ein feiner Schleier aus Melancholie, und versuche ich ihn zu lüften, versetzt er mir einen Schmerz, der mich loslassen lässt." So fängt er an, der wunderbare Roman der die Geschichte von Helene und David erzählt, die sich im Foyer des amerikanischen Hospitals in Paris begegnen. Sie, Helene ist da um sich der Prozedur einer künstlichen Befruchtung zu unterziehen. Er, David um sich wegen seiner traumatischen Erlebnisse im Golfkrieg behandeln zu lassen. Über die gemeinsame Liebe zur Lyrik kommen die beiden ins Gespräch und treffen in unregelmäßigen Abständen immer wieder aufeinander und freunden sich zaghaft miteinander an. Zu schwer hat David an seinen psychischen Strörungen zu tragen. Zu sehr wird Helenes Leben durch Down-Regulierung, Stimulation, Follikelpunktion, Transfer, Wartezeit, Enttäuschung, Erholung und Neubeginn bestimmt. Da treffen diese verletzten Seelen aufeinander und versuchen sich gegenseitig Halt zu geben, zwei die eher Hilfe brauchen als dass sie welche geben könnten. Diese beiden Themen, künstliche Befruchtung und Kriegstraumata in einen sprachlich so sensiblen Roman zu packen, das ist für mich große Kunst. Vom Cover her finde ich das Buch überhaupt nicht ansprechend, eher sogar das Gegenteil. Es hat mich zunächst abgeschreckt und ich habe es immer wieder von einem Stapel auf den anderen gelegt. Das Buch hat mich überrascht und begeistert und ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ich das mit dieser Rezension ein klein wenig vermitteln konnte. Ein berechtiger Anwärter auf den Deutschen Buchpreis 2010. (dk) Volle Punktzahl

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